Einzargig Zweizargig...???

  • Servus miteinander,


    Ich will mich kurz vorstellen.
    Bin seit letztem Jahr Jung-, Frisch-, Neu-, Hobby-Imker, nachdem ich schon länger Interesse an Bienen hatte und erblich "vorbelastet" bin. Oma und Mutter waren auch schon Imkerinnen.
    Da flog mir vergangenes Jahr ein Schwarm zu, einen weiteren habe ich von einem bekannten Imker bekommen und beide sind sehr gut auf einer 10er Zanderzarge durch den Winter gekommen.
    Beide Völker sind jetzt relativ stark und nachdem ich viel gelesen hatte, dachte ich, der nächste Schritt wäre ein zweiter Brutraum.
    Aber mein Imker-Pate, der allerdings nicht Zander sondern kleines Hoffmann imkert, meinte ich solle jetzt erst mal dringend den Honigraum aufsetzen, weil jetzt dann viel Tracht bevorsteht.
    Haben wir auch so gemacht, aber ich habe jetzt ein wenig im Netz gestöbert und festgestellt, daß manche grundsätzlich auf Zander mit 2 Bruträumen imkern, manche grundsätzlich auf einer, manche mal so mal so und manche im Winter einengen und manche nicht.
    Wie soll ich das verstehen? Gibts da leicht verständliche Grundregeln oder sind das alles Erfahrungswerte, die jeder selber machen muß?
    Jetzt wird also erst mal Honig eingetragen, der Löwenzahn überät die ganze Gegend. Aber soll ich dann noch einen zusätzlichen Brutraum geben? Oder mit einem BR und einem HR weitermachen?
    Und kann man bei einzargigen Völkern auch Ableger machen, oder sind die dann zu schwach? Und wie lang kann man überhaupt Ableger machen, daß sich die Völker noch auf Überwinterungsstärke vergrößern können?


    Viele Fragen zur Vökerführung, auf die es, so scheint es, leider für den Anfänger keien allgemeingültigen Antworten gibt, oder?
    Gibts hier allgemeine Tips? Oder "Grundregeln", wenn auch ungeschrieben?


    Sorry für die vermutlich oft gestellten Anfängerfragen...


    Schöne Grüße
    Mr._Pink

  • Hallo und herzlich Willkommen hier im IF,


    also ich bin ja auch Neuimkerin im 2. Jahr...aber ist es nicht so, dass mit einem BR die Wahrscheinlichkeit des Schwärmens größer ist???
    Kommt vielleicht auch auf die Volksstärke an.
    Setze auch morgen erst bei zwei meiner Völker den HR auf (mit 2 BR seit ca. 10 Tagen), aber jetzt explodieren sie förmlich!


    Gruß
    Sandra

  • Servus Sandra,


    Eben, meine explodieren auch, aber ich habe auch schon gelesen, daß ich das Volk jetzt quasi "überfordern" würde, wenn sie gleichzeitig den HR und einen zusätzlichen BR ausbauen müssen.
    Habe natürlich als Neuling, keine Waben, sondern nur Mittelwände.
    Oder spielt das jetzt, wo der Frühlich explodiert keine Rolle, weil sich die Völker eh enorm vermehren? Oder kann man das nur so machen, wenn man schon fertige Waben gibt?
    Fürs Gesammt-Verständnis muß ich dazu sagen, daß ich Allgäuer sin, und wir eher eine kurze Trachtzeit haben. Der Frühling geht oft, wie auch dieses Jahr, sehr spät richtig "los" und es wird im Herbs früh kalt.
    Trotzdem ein zweizargiges Volk? Und das dann auch so überwintern? Oder einzargig? Oder zweizargig im Sommer und einzargig durch den Winter?


    Schöne Grüße
    Mr._Pink

  • Hallo!


    Ich antworte mal aus Buckfastsicht: 1 Brutraum Zander geht wirklich nur bei extrem schwarmträgen Linien der Buckfast.
    Bei Carnika wirst du so Probleme kriegen.


    Wenn Du nicht genau weißt, welche Bienenherkünfte Du hast, dann würde ich an deiner Stelle mit zwei Bruträumen arbeiten, um Schwärme zu verhindern.


    Wenn Du aber Honig willst und Buckfast hast, dann kannst Du in aller Regel auch mit einem Zanderraum ohne Schwarm imkern. Musst nur die Pollenbretter immer raus nehmen.


    Das wirkt schwarmdämpfend!

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Servus Luffi,


    habe zwei Carnica-Völker.
    Du würdest also zwei BR empfehlen? Auch im Winter?
    Oder müssen sie dann zuviel Platz erwärmen?
    Oder gibts bei zwei BR keine nennenswerten Nachteile?


    Grüße
    Mr._Pink

  • Hallo Zusammen,
    ein Raum ist für den Winter zuviel - es reichen 6 bis sieben Waben.
    Und warm einpacken das Ganze.
    Nee, jetzt mal ernsthaft:
    Pack mal schnellstmöglichst den zweiten Brutraum auch mit nur Mittelwänden drauf.
    Bist schon spät dran dieses Jahr.
    Und auf diese zwei Räume kannst Du sie dann einfüttern und überwintern.
    Dann klappt es nächstes Jahr mit Raum drei und vier.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Servus Lothar,


    das ist mal eine klare Ansage.
    Und wie packe ich den zweiten BR dazu? Einfach eine Zarge mit MW obendrauf, oder die Waben aus dem Brutnest sinnvoll auf die zwei Zargen verteilen?
    Bleibe ich dann das ganze Jahr beim zweizargigen Volk?


    Schönen Gruß
    Mr._Pink

  • Hallo Mr._Pink,
    einfach obendrauf ohne umhängen der Waben.
    Dieser Eingriff hätte schon zu Beginn der Weidenblüte erfolgen müssen.
    Honigräume zu Beginn der Obstblüte.
    So die allgemeine Imkerlehre.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Ich habe in diesem Jahr (war meine erste Überwinterung) die Erfahrung gemacht, dass einzargige Überwinterung nicht wirklich Anfänger-kompatibel ist.


    Von acht eingewinterten Zweizargern ist nur einer eingegangen. Und das war ein Kandidat, von dem ich eh die Vermutung hatte, dass ich ihn besser abschwefeln sollte: trotz intensiver AS-Behandlung (2 mal 3 Wochen) hatte er eine enorm hohe Varroa-Belastung. Irgendwo hier im Forum gibt es noch zwei Threads zu diesem Volk.


    Von 3 eingewinterten Einzargern hatte einer Buckelbrut, der zweite keine Königin und der dritte schwächelt vor sich hin und hinkt den anderen Völkern um mindestens 3 Wochen hinterher. Faktisch entsprechen diese 3 Einzarger einem Totalverlust.


    Mit viel Erfahrung wäre das vermutlich anders gelaufen. Möglicherweise ist es auch nur ein Zufall, dass es ausgerechnet die Einzarger getroffen hat. Aber für mich als Anfänger macht die Anzahl der Zargen den Unterschied zwischen Totalverlust und problemloser Überwinterung.

  • Wohl eher totbehandelt durch Überdosis bei den Einzargern...


    Bernhard,


    das Konstrukt "wohl eher" verwendet man, um eine fehlerhafte Annahme zu korrigieren. Da ich keine Vermutung über die Ursache des Kö-Verlustes geäußert hatte, ist die Verwendung dieses Konstruktes nicht angebracht.


    Welche Indizien verleiten Dich denn zu der Mutmaßung, ich hätte eine Überdosis gegeben?


    Bei der Behandlung habe ich mich exakt an die Empfehlung aus "Varroa unter Kontrolle" sowie die Gebrauchs- und Dosierungsanleitung des Nassenheider Prof. gehalten. Da es sich hierbei um anerkannte und zugelassene Verfahren handelt, denke ich nicht, dass Dein Vorwurf angebracht ist.


    PS: Noch im Spätsommer hast Du mir vorgeworfen, ich hätte zu wenig behandelt. Jetzt soll es plötzlich zu viel gewesen sein? Hinterher weiss man es immer besser, gelle?

  • ..im Spätsommer hast Du mir vorgeworfen, ich hätte zu wenig behandelt.


    Na dann leite mich mal zu den Beiträgen - vielleicht werden wir ja dort fündig.


    Gruß
    Bernhard

  • Na dann leite mich mal zu den Beiträgen - vielleicht werden wir ja dort fündig.


    Der in #9 erwähnte Zweizarger von dem ich den Zusammenbruch erwartet hatte war dieser hier.


    Dieser Zweizarger findet sich hier als Volk 13 wieder.


    In demselben Beitrag finden sich auch die in #9 erwähnten Einzarger. Volk 9 war die Buckelbrut, Volk 12 war der brutlose und Volk 14 ist der Schwächling.