Drohneneierbesamung

  • Hallo,


    danke für die Nennung weiterer Quellen. Doch: wo ist das Ergebnis? Die eigene Bewertung?


    Wenn diese Methode seit vielen Jahrzehnten bekannt ist, dann muss sie ja SO schlecht sein, dass sie niemand mehr ernsthaft thematisiert. Ich kenne sie jedenfalls nicht, und die meisten Imker wohl auch nicht.


    Es ist immer wieder erstaunlich, welche Blüten die Phantasien mancher junger "Mellifera-Freunde" treiben. Denen gebe ich zunächst den Tipp, doch erstmal das A und O der Bienenpflege zu erlernen, um sich dann einmal mit der Dunklen Biene in der Praxis anzufreunden.


    Apropos Wörsching: es wundert mich doch sehr, welch massive Urheberrechtsverletzungen er auf seiner Homepage mit der Veröffentlichung von geschützten Grafiken und Texten begeht. Wirkliche, EIGENE Informationen über die Dunkle Biene waren und sind von Wörsching leider nicht zu erwarten.


    Gruß
    KME

  • Hallo,
    schön, dass man von Worsching auch mal wieder was hört. Das ganze ist ein alter Hut. Dr Neumann aus Aulendorf hat das vor Jahren in der Bienenpflege beschrieben. Es geht nur weinige Stunden nach der Eilage, denn nur dann ist das Ei oben geöffnet. Dann mit dem Pinselchen Sperma über die Öffnung streichen und der wertvolle Genpool ist erhalten. Zucht ist Zucht.


    Das ist die Methode des kleines Imkermannes oder Fräuleins zum Zwecke Erhaltung einer super Ertragslinie. Da hast du ein Volk mit dem doppelten Standdurchschnitt und Varroaresistenz. Wer schlägt da nicht zu, um diesen Genpool zu erhalten.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • ...Dann mit dem Pinselchen Sperma über die Öffnung streichen und der wertvolle Genpool ist erhalten. ...


    HAllo,


    naja, noch nicht ganz, denn: falls aus dem Drohnenei dann wirklich eine Königin wirklich schlüpfen sollte, muss diese dann ja auch noch besamt werden.


    Also doppelte Besamung. Naja ...


    Gruß
    KME

  • Hallo,


    Die Technik der Drohneneier-Besamung wurde laut meinen Unterlagen erstmals vom Engländer Gilbert BARLETT
    praktiziert.
    Barlett wollte damit vor allem die Eigenschaften eines bestimmten Drohns übertragen.
    Er benutzte dazu frisch gelegte Dohneneier, fing einen Drohn seiner Auswahl, brachte ihn zum Stülpen, berührte
    dann mit dem Sperma die noch unbefruchteten Eier und gab diese dann in ein weiselloses Volk zur Pflege.
    Er behauptete auf diese Art schönere und vor allem rassenreine Königinnen zu züchten.
    In der Tat, vorausgesetzt die Temperatur und die Feuchtigkeit stimmen, spielt es für ein Ei keine Rolle ob es im Eileiter der K. oder etwas später in einer Zelle befruchtet wird.


    LG, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

  • Hallo Luxi,
    jetzt mal nicht gleich moralisch werden. Noch machen wir das nicht aber geplant ist das. jede Zucht hat mal einen Rückschlag. Die Nichtzucht am häufigsten.
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo,
    In der lux. Presse war z.B zu lesen:
    Laut einem Imker aus dem Kanton Clerf sollen dieses Jahr zwei Drittel der im Sommer aufgebauten Völker verschwunden sein. (Tageblatt 28. Mai 2013)
    oder im Lux.Wort vom 8.-9. Juni, wo die Europaabgeordnete Astrid Lulling bezugnehmend auf ein Interview mit dem Präsidenten des lokalen "Cliärrrwer" Bienenvereins, (Tierarzt) schreibt:
    (Zitat) 40-60 Prozent der Bienenvölker haben auch bei uns in Luxemburg den harten und langen Winter nicht überlebt.
    (Ende Zitat)
    Und weiter R. Bour, Präsident des lux. LV, wieder im Tageblatt:
    (Zitat)
    "Vor dem Winter 2010 lebten 5.580 Bienenvölker in Luxemburg. 2013 haben legiglich 3.258 Völker überlebt.
    Diese Zahlen sind beängstigend und zwingen uns zum Handeln."
    (Ende Zitat)


    In keinem dieser Beiträge wird jedoch "übertriebene Zucht" für dieses Bienensterben verantwortlich gemacht.
    Astrid Lulling hat völlig recht, wenn Sie schreibt, die Mischung aus Insektizid-Rückständen, Varroa-Befall und Viruserkrankungen "macht's".

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

  • Hallo Gemeinde,

    habt ihr vielleicht mal Lust über ein derartiges Experiment nachzudenken? Der Winter ist noch nicht ganz vorbei und langsam bastele ich an meinen Planungen für die nächste Saison...


    Drohneneierbefruchtung:

    - als Ersatz für künstliche Besamung

    - 1 Generation wird zeitgleich gespart

    - Kopie einer erfolgreichen Königin vor der Begattung oder andere Anpaarung...


    Frage:

    Hat das jemand von euch schon mal in der Praxis gemacht?


    Gruß Jörg

  • Hier ist ein PDF dazu:

    http://www.apis-mellifera-mell…s/drohneneierbesamung.pdf


    Die Methode klingt für mich durchaus interessant. Sabi(e)ne meinte hier vor Jahren dazu etwas von 'genetischem Flaschenhals'. Aber das ist nicht richtig. Genetisch passiert auch nichts anderes als sonst: ein Ei wird von einer Spermazelle befruchtet. Man hätte, wenn ich das richtig sehe, mit diesem Verfahren allerdings die Möglichkeit, aus zwei standbegatteten Nachkommen von Reinzuchtköniginnen wieder Reinzuchtköniginnen zu erhalten, also Königinnen, deren Stammbaum bekannt ist. Die unbekannten Drohnen der Standbegattung bleiben außen vor, weil ihr Sperma weder an dem Drohnenei noch an den Drohnen, die zur Besamung verwendet werden, beteiligt ist.

  • Sperma muss dann aber von einer Drohne aus einem anderen Volk kommen oder sehe ich das falsch?

    Man könnte das Verfahren natürlich auch für echte Inzucht nehmen, also eine Drohne aus dem gleichen Volk wie das Drohnenei. Das wäre dann genetisch vielleicht schon problematisch, weiß ich nicht. Für bestimmte Züchtungsexperimente evtl. sinnvoll, für die die wissen was sie tun.

    Inzucht kann auch ein Mittel sein, um die genetische Fitness einer Linie zu verbessern, weil eh vorhandene Fehler im Erbgut deutlich sichtbar werden und besser wegselektiert werden können.


    Aber falls ich das mal irgendwann probieren sollte, würde ich eine Drohne aus einem anderen Volk nehmen.

  • Problem ist: frisch gelegte und garantiert unbefruchtete jüngste Eier in annehmbarer Anzahl zu einem bestimmten Zeitpunkt zu bekommen:)

    Tipp:

    Am besten gehts mit einer unbegatteten und 2mal begasten Queen:) Die legt jene welche auch in normale Zellen.... (oder Näpfschen, grins)

    Drohnen :

    Schwestervolk entweiseln, Drohnenbrütig werden lassen, und sich dort bedienen.

    Anschließend Mondscheinbegattung:)

    Sehr arbeitsintensiv, aber geht!

    Dreifachhybriden gehen so auch:)

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill