Schwarm in leere Beute locken: Ginge das theoretisch?

  • Hier gehts nur um die Möglichkeit überhaupt, Schwärmen ein neues Zuhause zu geben.

    Die Tierseuchenverordnung/gesetz, lässt dazu berechtigterweise kaum einen Spielraum.


    Dass es möglich, beziehungsweise in der Praxis umsetzbar ist, ist eigentlich ein alter Hut.

    Auch ich, habe damals zum Start von meiner Imkerei, den Bestand innerhalb von 3 Jahren, mit etwa 60 "herrenlosen" Schwärmen mit so genannten "Lockbeuten" erweitert, und brauchte nur noch die Königinn zu wechseln (umweiseln)........


    Dies kann aber nicht, als gute imkerliche Praxis bezeichnet werden. Auch nicht, wenn man damit nur die eigenen Schwärme "bannen" möchte...

    Diesbezüglich, gehört der Beitrag von ribes , eben doch in dieses Thema....


    Lg Sulz.

  • Wir hatten mal einen Russen im Verein, der konnte gar nicht verstehen, warum sich bei dem Thema plötzlich alle aufregen. Als das mit der Verordnung erklärt wurde war er dann einverstanden. Vorher hat er aber noch erklärt, dass in Russland solche Dinger rund um jeden Ort mit Imkern aufgestellt werden, dass die regelmäßig kontrolliert werden, wenn jemand sagt "das ist mein Schwarm" bekommt er ihn und dass es ja immer noch besser sei, als wenn die Bienen wegfliegen.


    Fand ich von der Theorie her bestechend. Ich fürchte es scheitert in der Praxis am regelmäßigen kontrollieren, oder?

  • Wir regen uns regelmäßig über die Kunstschwärme aus Italien und sonst woher auf, die im Frühjahr angeboten werden. Wenn sich aber jemand die Mühe macht, Schwärme die zu 90 Prozent den Winter nicht überleben werden, eine Behausung anzubieten, dann ist das wiederum keine gute imkerliche Praxis.

    Wenn Du kleine Änderungen vornehmen willst, dann ändere die Art und Weise, wie Du die Dinge ausführst.

    Wenn Du große Änderungen vornehmen willst, dann ändere die Art und Weise, wie Du die Dinge beurteilst.

  • Wir regen uns regelmäßig über die Kunstschwärme aus Italien und sonst woher auf, die im Frühjahr angeboten werden. Wenn sich aber jemand die Mühe macht, Schwärme die zu 90 Prozent den Winter nicht überleben werden, eine Behausung anzubieten, dann ist das wiederum keine gute imkerliche Praxis.

    Ja, so nahe liegen die gegensätzlichsten Standpunkte nebeneinander.

    Und wie sieht dann der Kompromiss aus?

    Da sind die (meisten) Imker ohne jeden Zweifel. :cursing:

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Wir regen uns regelmäßig über die Kunstschwärme aus Italien und sonst woher auf, die im Frühjahr angeboten werden

    Der Kauf von solchen Kunstschwärmen, Und genau genommen auch der Umstand, den Bestand nicht mit eigenen Jungvölkern halten zu können, gehört aber auch nicht zu der guten imkerlichen Praxis!!!


    Sowenig, wie meine eigene Betriebsweise noch Heute nicht dazu gehört.....Ich bin mir aber dessen bewusst, und stelle die für die Ausbildung/Beratung vorgegebene gute imkerliche Praxis auch nicht in Frage.....


    Lg Sulz.

  • ...in Russland solche Dinger rund um jeden Ort mit Imkern aufgestellt werden, dass die regelmäßig kontrolliert werden...immer noch besser sei, als wenn die Bienen wegfliegen.


    Fand ich von der Theorie her bestechend. Ich fürchte es scheitert in der Praxis am regelmäßigen kontrollieren, oder?

    Die Kontrollen der Schwarmfangkästen sind wohl nur ein nachrangiges* Problem, eher die Tatsache, daß diese nicht zu 100% fängig sind. Sie bieten dem "faulen Imker" eine falsche Sicherheit. Wenn dem Imker ein Schwarmabgang mehr oder weniger egal wird, ihn "nichts mehr angeht" (weil ja Schwarmfangboxen aufgestellt sind), dann läuft etwas prinzipiell falsch.


    *Obwohl auch das sicher vorkommt. Unser Vereinsvorsitzender wurde z.B. in einen 30 km entfernten Ort gerufen, um einen bequem zugänglichen Schwarm in 3m Höhe aus der Dorflinde zu pflücken. Der einzige Imker vor Ort hatte sich geweigert, den einzufangen: Er habe schon genug Bienen, sagte er zur Begründung.

  • *Obwohl auch das sicher vorkommt. Unser Vereinsvorsitzender wurde z.B. in einen 30 km entfernten Ort gerufen, um einen bequem zugänglichen Schwarm in 3m Höhe aus der Dorflinde zu pflücken. Der einzige Imker vor Ort hatte sich geweigert, den einzufangen: Er habe schon genug Bienen, sagte er zur Begründung.

    So abwegig ist dass garnicht. Wir haben hier im Dorf einen "selbsternannten Berufsimker" stehen, der das Dorf nur so pflastert mit seinen Bienen und wo im Sommer etliche Schwärme abgehen. Wir haben ihm einmal angerufen, da einer seiner Schwärme nur 30 Meter von seinen Beuten hing und wir es nur fair fanden, ihm die Chance zu geben, diesen selber einzufangen. Er gab uns stumpf nur die Antwort - dass sind nicht meine Bienen, ich habe Buckfast und die schwärmen nicht........


    Jedenfalls haben wir diesen dann selber gepflückt und es war ein sehr schöner Buckfastschwarm. Dieser "Berufsimker" kümmert sich einen Scheiß um seine Bienen, dem geht es nur um die Honigernte und dem maximalen Gewinn. Abgestorbene Völker und die Beuten werden einfach vergessen und nur mit Druck vom Vetrinäramt abgeräumt, Auffüttern zum Winter muss nicht sein, die "Räuberbienen" füttern sich ja schon alleine auf usw. Ist manchmal zum Ferkel melken.

  • Hat hier vielleicht schon jemand Erfahrungen mit den Stehr Ablegerkästen für Dadant modifiziert als Lockbeute gemacht. Ich hatte irgendwann mal 33 Liter Volumen für diese Kisten ausgerechnet. Oder ist das wohl nicht nahe genug am optimum von 40 Litern?


    Letztes Jahr habe ich ein Bienenvolk aus einer hohlen Fichte gesägt, die als Klotz von Forstarbeitern liegen gelassen wurde. In der Nachbarschaft dazu wollte ich mir dieses Jahr einen zweiten Bienenstand aufbauen und versuchen die möglicherweise wieder dort auftauchenden Schwärme einzufangen, damit ich weniger Ärger mit den Varroamilben habe.

  • mit den Stehr Ablegerkästen für Dadant modifiziert als Lockbeute gemacht

    Ja das geht theoretisch, man darf aber keine gebrauchte Beuten offen stehen lassen - daher "geht das" offiziel nur mit neuer Beute ohne Waben - ob das dann den Bienen noch gefällt ist eine andere Frage...

  • Wachsmottendreck und Styropor - keine glückliche Kombi, das sie den Freßversuchen und Einpuppungen der Wachsmotte nicht widersteht, Holz oder Pappe wird wohl preiswerter.

    ohne das ich die 14 Seiten gelesen habe- google mal ritter schwarmlockbeute

  • Danke für die Antworten. Ich werde das Wachsmottengemüll dann am besten vorher mit Ameisensäure behandeln, damit da nichts mehr schlüpft.


    Apidät

    Ich hatte hier im Forum mal gelesen, dass sich Schwärme bevorzugt an den gleichen Orten niederlassen (manche Plätze für Schwarmlockbeuten funktionieren besser als andere).


    Nahe der Stelle wo ich meinen zweiten Stand gründen will gibt es einen kleinen Bach mit Wiesentälern im Wald. Ich stelle mir das so vor, dass die Bienen diese Täler für ihre Navigation nutzen und dann die Spürbienen bei markanten Punkten eher geneigt sind nach einem Nistplatz zu suchen. Da ich dort schonmal einen Schwarm eingefangen habe könnte die Gegend an sich für Schwärme interessant sein.


    Kurzum möchte ich lieber keine wilden Völker um meinen Stand herum. Da diese zu einer Reinvasion mit Varroa führen können. Hier möchte ich so gut es geht vorweggreifen.