Völkervermehrung - Tipps für Anfänger

  • Hallo liebe Imkerkollegen,


    ich habe im letzten Sommer mit der Imkerei begonnen indem ich mir 3 Ableger gekauft habe. Diese sind alle gut über den Winter gekommen und nun möchte ich meine Imkerei nach Möglichkeit auch vergrößern.


    Natürlich habe ich mir schon allerhand Fachliteratur zu Gemüte geführt und auch das ganze Thema Ablegerbildung etc durchgearbeitet, habe nun aber dennoch einige Fragen bzw. hoffe auf weitere Ratschläge:


    Und zwar habe ich mir vorgestellt aus meinen 3 Völkern, sobald sie dies problemlos verkraften, einen Sammelbrutableger zu erstellen. Aus diesem Sammelbrutableger würde ich dann gerne mindestens 3 Jungvölker bilden, sollte es aber möglich sein daraus mit einfachen Mitteln noch mehr lebensfähige Jungvölker zu ziehen, so wäre es mir Recht.
    Hat damit schon jemand gute Erfahrungen gemacht und kann mir den genauen Aufbau und Ablauf dieses Projektes evtl genauer erklären?


    Ausserdem möchte ich darauf hinweisen dass die Idee Sammelbrutableger hier nur meinem Anfänger-Hirn entspringt.
    Sollte es für mein Vorhaben der effektiven Völkervermehrung bessere Vorgehensweisen geben so bitte ich darum mir diese mitzuteilen und zu erklären.


    Es dankt,
    Honweisel

  • Der Sammelbrutableger wird meines Wissens doch nur dafür genutzt, um Königinnen gezielt nachzuziehen.
    Wenn Du "nur" Ableger erzeugen willst, kannst Du aus jedem Volk eine/zwei Waben nehmen und diese (mit Futter) in eine frische Beute stecken. Dann 3km vom Ursprungsvolk weg aufstellen (oder, wenn das nicht möglich ist, bei der Ablegerbildung etwas mehr Jungbienen zugeben) und 40 Tage (wieso 40 Tage? Weil zu dem Thema Ablegerbildung in meinem Hirn die Zahl 40 auftaucht, muss ich in einem der Lehrgänge mal gehört haben) in Ruhe lassen.
    Die Bienen schaffen dann nach, und starten dann hoffentlich mit einer frisch begatteten Königin durch.

  • Ausserdem möchte ich darauf hinweisen dass die Idee Sammelbrutableger hier nur meinem Anfänger-Hirn entspringt.
    Sollte es für mein Vorhaben der effektiven Völkervermehrung bessere Vorgehensweisen geben so bitte ich darum mir diese mitzuteilen und zu erklären.


    Es dankt,
    Honweisel


    Hallo Honweisel , warum willst du erst einen Sammelbrutableger machen ? Willst Du Umlarven und dir irgendwo Zuchtmaterial holen ? Wenn nein kannst Du dir die Sammelbrutableger sparen.


    Ableger erstellen: Benötigt werden Pro Ableger jeweils eine Brutwabe mit Maden in allen Stadien. Jüngste müssen auch dabei sein. Und je Ableger 2 Futterwaben. Jeweils zwei Futterwaben in eine Zarge hängen. Dazwischen jeweils eine Brutwabe mit den ansitzenden Bienen und von weiteren 2 Waben die Bienen dazu abschütteln. Ableger aufstellen und weitere drei Wochen in Ruhe lassen. Fluglöcher verkleinern. Auf Futter achten.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

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  • Hallo,


    vielen Dank für eure Hilfe bis hierhin schonmal.
    Ihr habt natürlich recht! Sammelbrutableger scheint mir, nach reichlich überlegen, nun auch als unnötig umständlich. Klassischer Denkfehler, oder aber mein Hirn war einfach zu überladen mit all den Möglichkeiten von denen ich bisher gelesen habe...


    Einfacher ist es natürlich, aus den bestehenden Völkern Brutwaben zu entnehmen mit Stiften bzw. jüngsten Larven.
    Allerdings habe ich dazu nun wiederrum eine Frage: Wenn ich euren Rat befolge, und nur eine einzige Brutwabe mit Stiften entnehme, Futter dazu gebe und das in eine Zarge gebe, ist das nicht ein wenig riskant? Nur eine Wabe mit ansitzenden Bienen und etwas Futter als Ableger der sich dann eine eigene Weisel nachzieht? Kann das nicht ganz schnell nach hinten losgehen falls das mit der Begattung der Wesiel nicht sofort klappt etc?


    Gruß

  • Nur eine Wabe mit ansitzenden Bienen und etwas Futter als Ableger der sich dann eine eigene Weisel nachzieht? Kann das nicht ganz schnell nach hinten losgehen falls das mit der Begattung der Wesiel nicht sofort klappt etc?


    Hallo Honweisel,


    ne Garantie, dass alles gut geht hast du bei keiner Vermehrungsart. Bilde die Ableger so, wie Josef es beschrieben hat.
    Gib zu den ansitzenden Bienen noch die Bienen von ca 2 Brutwaben hinzu, dann ist genug Personal vorhanden um auch eine Königin zu ziehen.
    Dann kannst du den Ableger auch sofort am gleichen Stand aufstellen. Habe ich im ersten Imkerjahr auch so gemacht und 4 von 4 Ablegern sind was geworden.


    Stefan

  • Hallo,


    Einfacher ist es natürlich, aus den bestehenden Völkern Brutwaben zu entnehmen mit Stiften bzw. jüngsten Larven.
    Allerdings habe ich dazu nun wiederrum eine Frage: Wenn ich euren Rat befolge, und nur eine einzige Brutwabe mit Stiften entnehme, Futter dazu gebe und das in eine Zarge gebe, ist das nicht ein wenig riskant? Nur eine Wabe mit ansitzenden Bienen und etwas Futter als Ableger der sich dann eine eigene Weisel nachzieht? Kann das nicht ganz schnell nach hinten losgehen falls das mit der Begattung der Wesiel nicht sofort klappt etc?


    Gruß


    Honweisel, Du hast vernünnftig gefragt und ich habe dir eine genaue Anweisung gegeben. Nirgend's stand etwas von etwas Futter denn es ist wichtig das die Brutwaben zwischen Futterwaben kommen wegen dem Wärmehaushalt !


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Entschuldige Josef, ich werde deinen Rat auf jeden Fall beherzigen. In diesem Zusammenhang meinte ich aber mit Futter die Futterwaben.


    Nachdem ich meine Ableger so gebildet habe wie beschrieben, ist es dann noch nötig früher als gewöhnlich mit Apiinvert oder Apifonda aufzufüttern? Und gilt es nach den 40 Tagen ruhe zwecks Begattung noch etwas zu tun? Ab wann kann ich gefahrlos prüfen ob die Königin ordnungsgemäß "funktioniert"?


    Gruß,
    Honweisel

  • Und gilt es nach den 40 Tagen ruhe zwecks Begattung noch etwas zu tun?


    Gucken, ob die Königin erfolgreich Eier legt, Futter kontrollieren und laufend erweitern, damit das Volk bis zum Jahresende mind 1 Zarge besetzt


    Ab wann kann ich gefahrlos prüfen ob die Königin ordnungsgemäß "funktioniert"?


    Nach 40 Tagen *zwinker*


    Stefan

  • [ ... ] und 40 Tage (wieso 40 Tage? Weil zu dem Thema Ablegerbildung in meinem Hirn die Zahl 40 auftaucht, muss ich in einem der Lehrgänge mal gehört haben) in Ruhe lassen.


    Und wann machst Du die MS-Behandlung? Im Extremfall kann die Brut der neuen Königin schon nach 26 Tagen verdeckelt sein.


    Im Extremfall nehmen sie eine 3 Tage alte Made, also sind bis zum Schlupf der Königin nur noch 10 Tage. Also:


    10 Tage bis zum Schlupf
    7 Tage bis zur Eiablage
    9 Tage bis neue Arbeiterinnen verdeckelt werden
    ==
    26


    Ist das richtig gerechnet? Falls nicht: bitte korrigieren!


    BTW: AFAIK benötigt ein Drohn 40 Tage vom Ei bis zur Geschlechtsreife. Vielleicht war es das, was Du meintest?

  • Hallo,


    ich habe beschlossen meine Ableger in ca. 2 Wochen, also Ende Mai zu bilden, da es mir dann am sinnvollsten erscheint, im Zuge der Schwarmverhinderung bei den Wirtschaftsvölkern, diese damit zu schröpfen.


    Nun habe ich aber noch eine Frage zum aufstellen der Ableger:
    Ich möchte meine Ableger gerne bei den bestehenden Völkern aus denen sie geschröpft werden, aufstellen, da ich kaum einen anderen geeigneten Ort dafür habe.
    Ist dies relativ problemlos möglich, bzw gibt es einen bestimmten "Trick" dass die Bienen aus dem Ableger nicht wieder zurück in ihr altes Heim fliegen?



    Mit besten Grüßen,
    Honweisel

  • Der Vorteil beim Sammelbrutableger ist ja ,dass du je Brutbrett stärker vermehren kannst ,als wenn du einen einfachen Brutableger erstellst.Du entnimmst erst die Brutbretter ,und brichst nach 9 Tagen die zellen aus ,gleichzeitigt erweiterest du den Sammelbrutableger und die gleiche Futterwaben und verwendest ihn zu Königinnenvermehrung.So bekommst du aus einem entnommenen Brutbrett 2 Ableger ,oder du erstellt gleich Ableger mit 2 Waben .Viele sehen einen Vorteil darin wenn die Königin ind einem Ableger mit richtiger Wabengasse begattet wird.


    LG

  • Hallo Cheffe,


    du magst recht haben mit dem was du sagst, aber es beantwortet ja nicht meine Frage.

    Zitat

    Hallo,


    ich habe beschlossen meine Ableger in ca. 2 Wochen, also Ende Mai zu bilden, da es mir dann am sinnvollsten erscheint, im Zuge der Schwarmverhinderung bei den Wirtschaftsvölkern, diese damit zu schröpfen.


    Nun habe ich aber noch eine Frage zum aufstellen der Ableger:
    Ich möchte meine Ableger gerne bei den bestehenden Völkern aus denen sie geschröpft werden, aufstellen, da ich kaum einen anderen geeigneten Ort dafür habe.
    Ist dies relativ problemlos möglich, bzw gibt es einen bestimmten "Trick" dass die Bienen aus dem Ableger nicht wieder zurück in ihr altes Heim fliegen?




    Gruß

  • gibt es einen bestimmten "Trick" dass die Bienen aus dem Ableger nicht wieder zurück in ihr altes Heim fliegen?


    japp, den gibt es


    Und zwar: junge, erst vor Tagen geschlüpfte Bienen halten sich auf den Brutwaben auf (zuerst Brutzellen putzen, dann Larven füttern,....). Diese verlassen erst nach ca 1-2 Wochen zum ersten Mal die Beute und fliegen draussen vor dem Flugloch umher (auf das Flugloch einfliegen).


    Wenn du also die Bienen von einigen weitern Brutwaben in den Ableger zusätzlich dazu gibst, dann bleiben die auch im Ableger drin und wollen gar nicht zurückfliegen, weil die eh nur den Wabenbau kennen.


    Deswegen ist auch der Trick genannt worden mehr Bienen dazuzugeben. Auf einer Brutwabe sind ungefähr soviele Bienen (Bienenmenge x1) drauf, wie zur Pflege (wärmen, füttern, putzen,....) nötig sind. Ein gewisser %-Satz davon sind aber ältere Bienen, die nach der Ablegerbildung zurückfliegen x2, so dass die verbleibende Bienenmenge x3= x1-x2 ist.


    Wenn man aber mit der Bienenmenge 2(x1) startet, so gilt: 2(x1)- 2(x2) > x1. Und somit sind genug Bienen im Ableger.


    Deshalb der ganz einfache Trick: Die ansitzenden Bienen sovieler Brutwaben zusätzlich dazugeben, wie man Brutwaben zur Ablegerbildung verwendet hat.


    Stefan
    wenn du trotzdem noch zusätzliche Kniffe verwenden willst, kannst du dir hier Anregungen holen:
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=12017

  • Vielen Dank Drops!


    Der Tipp mit dem Zweig vor das Flugloch klingt auch gut.
    Ich frage mich nur auf welchen Zeitpunkt sich deine Rechnung mit der Bienenmenge bezieht? Bilde ich den Ableger am Mittag sind die Flugbienen ja weitestgehend unterwegs. Entnehme ich die Brutwaben früh morgens oder spät abends, so sind alle Bienen im Stock, und die Waben entsprechend dichter besetzt, oder?
    Wann entnehme ich also die Brutwaben wenn ich nach deiner Rechnung gehe (Bienenmenge 2(x1) startet, so gilt: 2(x1)- 2(x2) > x1) ?


    Gruß