Kampinoska-Untersuchungsergebnisse

  • Hallo allerseits,


    am Tag der Arbeit habe ich mal wieder RICHTIG gearbeitet. Diesmal kamen zwei Proben der polnischen Kampinoska zur Untersuchung, und da doch etliche von Euch letztes Jahr diese Königinnen von der IGDB auf dem Hof von Simon Bach (Dumoint) / David Lutz (das öffentlich-rechtliche Fernsehen berichtete darüber -- siehe Video ) beziehen durften, wäre es sicher für viele von Interesse, das Ergebnis zur Kenntnis zu nehmen.


    Die erste Probe der Kampinoska-Reinzucht mit Zuchtkarte stammt vom polnischen Zuchtverband SHiUZ, der für die Erhaltung der polnischen Dunklen Biene verantwortlich zeichnet. Die Königin dieser Probe stammt aus 2012 und wurde instrumentell besamt.


    Im Gesamtergebnis konnte ich bei dieser Probe einen Mellifera-Anteil von nur 5% feststellen. Zufällig dasselbe Ergebnis stellte ich bei einer anderen Probe der Kampinoska fest, die mir bereits 2012 zugesandt wurde.


    Beide Ergebnisse und Fotos findet Ihr auf: http://www.nordbiene.de/dunkle…noska-fluegelmessung.html


    Damit erhärtet sich die bisherige, nicht belegte Vermutung, dass es sich bei der Kampinoska nicht (mehr) um die Dunkle Biene handelt. Die Kampinoska zeigt demnach starke Hybrideigenschaften mit der Carnica und der Caucasica.


    Einen schönen Maifeiertag wünsche ich Euch allen, und mir jetzt auch. :p_flower01:
    Gruß
    KME

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  • Nachtrag (für alle, die es interessiert):


    Und auch in einer dritten Probe (unabhängig von den beiden vorherigen) konnte nun ein weiteres Mal der starke Hybridfaktor bei der Kampinoska bestätigt werden. Nur 3% aller untersuchten Flügel lagen im Mellifera-Bereich. Damit ergibt sich folgendes:




    • Die Kampinoska ist keine Dunkle Biene (mehr, falls sie es jemals war)

    • Einfuhren von KAmpinoska aus Polen machen wenig Sinn, es sei denn man sucht eine Landbiene

    • Die Kampinoska als "Dunkle Biene" für weitere Zucht in Deutschland zu verwenden, erscheint unzulässig.



    Gruß
    KME

  • Sorry,


    KME. Das geht nicht gegen dich.
    Aber das zeigt uns doch einmal mehr, Zucht auf äussere Merkmale ist sowas von Blödsinn.
    Wann wird man je verstehn?

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael, danke für Deinen Hinweis. Gerade für KRITISCHE Anmerkungen bin ich immer dankbar, veranlassen sie mich doch, meine Sichtweisen selbstkritisch zu reflektieren.


    Aber:


    Gerade Zucht auf äußere Merkmale will ich nicht! Hier geht es lediglich darum, anhand des Flügelgeäders festzustellen, ob es sich um die unvermischte Unterart des Wildtieres Apis mellifera mellifera handelt oder nicht.


    Das Ergebnis ist klar: die Kampinoska hat nichts mehr mit der Dunklen Biene zu tun


    Nichts weiter ist damit gemeint. So hast Du wiederum Recht! :wink:


    Gruß
    KME

  • Zitat

    Gerade Zucht auf äußere Merkmale will ich nicht! Hier geht es lediglich darum, anhand des Flügelgeäders festzustellen, ob es sich um die unvermischte Unterart des Wildtieres Apis mellifera mellifera handelt oder nicht.


    Das ist doch ein Widerspruch in sich.
    Flügelgeäder IST ein "äußeres Merkmal".


    Da helfen doch nur Gen-Tests.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • Flügelgeäder IST ein "äußeres Merkmal".



    Ein Flügelgeäder mit einer positiven Diskoidalverschiebung kommt im genetischen Spektrum der Dunklen Biene nicht vor.


    Dies rührt nur aus einer Hybridisierung mit der Carnica her.


    Das selbe wäre beispielsweise auch gegeben, wenn die Dunkle Biene plötzlich gelbe Ringe zeigt. Ist zwar auch "nur äußerlich" aber eindeutig ein Hinweis auf Fremdeinfluss mit der Ligustica bzw. Buckfast.

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  • Im Gesamtergebnis konnte ich bei dieser Probe einen Mellifera-Anteil von nur 5% feststellen. Zufällig dasselbe Ergebnis stellte ich bei einer anderen Probe der Kampinoska fest, die mir bereits 2012 zugesandt wurde.


    Damit erhärtet sich die bisherige, nicht belegte Vermutung, dass es sich bei der Kampinoska nicht (mehr) um die Dunkle Biene handelt. Die Kampinoska zeigt demnach starke Hybrideigenschaften mit der Carnica und der Caucasica.


    Mich interessiert dabei wie man an Hand des Cubitalindexes einen mellifera-Anteil von nur 5% festsellen kann; erscheint mir ziemlich aus der Luft gegriffen.

    - Zweifel ist das Wartezimmer der Erkenntnis -

  • Ja Kinder,
    ihr redet von der " Dunklen Biene ", aber das hat nichts mit ihren äußeren Merkmalen zu tun. Na da denkt mal drüber nach. Oder hat ihr Name was mit der dunklen Seite der Macht zu tun.
    Viele Grüße
    Wolfgang, ich bin ihr Vater

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Völlig richtig, der Cubitalindex allein sagt nicht viel aus, wie mir heute gerade wieder eine Untersuchung der "Salzburger Alpenland" zeigte (s. Link).


    Bei einer Zufallsauswahl von 39 Bienen einer weit größeren Probe einer Originalkönigin aus Österreich fiel mir schon die durchweg "dunkle" (also mellifera-typische) Körperfarbe und der auf den ersten Blick erkennbare niedrige Cubitalindex auf.


    Tatsächlich zeigten bis auf 2 alle anderen Flügel einen Cubitalindex, der eindeutig im (niedrigen) Mellifera-Bereich liegt. Erst der Blick auf den Hantelindex und in Korrelation die Discoidalverschiebung verrät auch hier eine Hybridisierung mit dem Ergebnis:


    56% aller Flügel lagen im melliferatypischen Bereich.


    Von daher darf nie der Cubitalindex allein zur Feststellung von Fremdeinflüssen gesehen werden.
    Gruß
    KME