Mittelwände wellen sich trotz "warmen" Einlötens

  • Halloha.


    Ich bin etwas gefrustet...


    Habe letzte Woche bei immerhin 25° Lufttemperatur meine MW für die Honigräume eingelötet. Die MW lagern in einem Kasten in der Scheune, haben Umgebungstemperatur.
    Letztes Jahr hatte ich das gleiche Problem bei fast allen MW für den zweiten BR.


    Kaum sind die MW auf dem Volk, seh ich von oben ein Wellenbad... Ergebnis: viel zu Enge stellen in den Zwischenäumen, an anderen Stellen teilweise genug für Wildbau...


    Ich gebe zu, ich habe unwissend meinen ersten Satz mit 100 Rähmen Vertikal gedrahtet gekauft, was bekanntlich ja das verziehen begünstigt. Werde auch für meine beiden Ableger nun definitiv horizontal gedrahtete nutzen, bin aber trotzdem stinkig.. Vielleicht auch auf mich selbst...
    Das ganze ist so wellig, dass ich befürchte, dass ich viel vom HR im nächsten Jahr wieder neu bauen lassen kann...


    Frage mich aber, wieso sich die MW nach 3 Tagen schon so extrem verzogen haben...

  • Hallo Patrick,


    auch bei horizontal gedrahteten Rähmchen bist Du vor "Wellenwaben" nicht sicher, wenn die Temperatur beim Einlöten nicht passt. (Frag mich, woher ich das weiß :wink:)


    Die Wellen laufen dann eben horizontal, was ich noch schlimmer finde, denn von oben kann es prima aussehen und weiter unten kommt dann der "Bauch". So ist Bienenrollen und -quetschen beim Wabenziehen vorprogrammiert.


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Hallo Patrick,


    die häufigste Ursache für Wellen ist eine zu geringe (oder nachlassende) Drahtspannung.
    Deshalb sollte der Draht immer parallel zu den längeren Seiten der Rähmchen verlaufen (also die kürzeren Seiten gelocht sein)
    Bei Hochwaben sind also die Drahtlöcher im Ober- und Unterträger und bei Breitwaben an den Seiten anzubringen.
    Der Draht muss so straff gezogen werden, dass er wie eine Saite klingt.
    Außerdem sollte möglichst Drahten und Einlöten am selben Tag stattfinden und zwischen Mittelwand und Rähmchenholz jeweils 3-5 mm Abstand verbleiben.


    So hat man die besten Bedingungen für ein wellenarmes Ergebnis.


    Wellige Waben sind schon aus dem Grund ein Ärgernis, weil sie die jeweils angrenzenden Waben beeinflussen.
    Hängt man eine Mittelwand stets zwischen zwei schön glatt ausgebaute Waben, so wird sie ebenso schön werden.
    Immer wieder hört man, dass Mittelwände zwischen ausgebauten Waben die Bienen dazu veranlassen würden, die ausgebauten noch weiter auszuziehen.
    Diese Beobachtung ist mir fremd. Zwischen Wabenmittelpunkt der einen und Wabenmittelpunkt der angrenzenden Wabe (Wabenabstand) hat die Natur 35 mm +-2mm vorgesehen.
    Länger ausgezogen werden lediglich:
    1.) Dickwaben, da hier der Wabenabstand künstlich 45 mm beträgt und eben keine weitere Wabenwand dazwischenpassen würde und
    2.) Waben, deren Wabenabstand wegen falscher oder verbogener Abstandhalter ebenfalls künstlich größer als 35mm ist.


    So viel zu meinen Beobachtungen.


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Bei Hochwaben sind also die Drahtlöcher im Ober- und Unterträger und bei Breitwaben an den Seiten anzubringen.


    :daumen:
    Gilt allerdings nicht für reinen Naturbau. Immer quer drahten, wenn man Wert auf nur eine Bautraube legt. (Da gibt's aber auch kein Problem mit gewellten MW.)


    Immer wieder hört man, dass Mittelwände zwischen ausgebauten Waben die Bienen dazu veranlassen würden, die ausgebauten noch weiter auszuziehen.
    Diese Beobachtung ist mir fremd. Zwischen Wabenmittelpunkt der einen und Wabenmittelpunkt der angrenzenden Wabe (Wabenabstand) hat die Natur 35 mm +-2mm vorgesehen.


    Vorgegeben von der Natur ist
    - die Breite der Wabengasse zu Baubeginn und
    - nach Fertigstellung.


    Die Biene kennt keine vorgeprägte MW, daher kommt es zu den (von Dir nicht beobachteten) "falschen" Wabendicken.



    LG André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

  • VETO André
    Weder die Natur, noch die Biene kennt zu Baubeginn eine Wabengasse, sondern eine Wabe mit einem Mittelpunkt (=Zellenboden), Zellen rechts und links und deren reguläre Tiefe.
    Je eine Wabengasse auf beiden Seiten ergibt sich dann erst aus der angrenzend gebauten Wabe, deren Mittelpunkt -wie beschrieben- von der Natur vorgegeben etwa 35mm vom Mittelpunkt der anderen entfernt liegt.
    Aus den Beobachtungen solcher Maße im Natur-(Stabil)bau wurden dann für den Mobilbau Rähmchenmaße und Abstandhalter abgeleitet.
    Die vorgeprägte MW selbst entstand erst etwas später und ist erst etwas über 100 Jahre alt.


    LG Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Nö.
    In dem Moment, wo die erste Wachsschuppe geklebt wird, ist zwischen dieser und der Nachbarwabe eine Wabengasse.
    Die Biene mißt nicht vom Zellenboden her aus, wo die nächste Wabe begonnen wird! :u_idea_bulb02:


    Sonst könntest Du nämlich (immer) MW und ausgebaute Waben problemlos im Wechsel hängen.
    (Und die Dickwaben-Liebhaber könnten lange warten, daß die Waben weiter ausgezogen werden.)



    LG André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)


  • Ich will nicht auf die exakte Temperatur bestehen. Habe nicht gemessen. Aber die Scheune steht in der Sonne, die MW haben direkt auf der obersten Ebene gelagert und waren elastisch und weich vor Wärme. Klar hats im Stock mehr. Aber ich kann ja schlecht bei 37° einlöten wenns nur 25 hat :)



    Auch wieder wahr. Hatte nur des öfteren hier gelesen, horizontale Drahtung vermindert das Problem, da die Schwerkraft das horizontale Verziehen etwas verringert



    Stelle ich auch fest.. eine Wabe die einen extremen Bauch vorzeigt, bildet nicht unbedingt einen großen Zwischenraum oder Wildbau... manchmal wird einfach extrem weit entgegen gebaut. Ist halt für das Hantieren und ziehen der Waben unvorteilhaft. Ohne 2-3 Waben zu entnehmen und in einen Wabenbock zu stellen zieh ich daher nur selten zur Kontrolle.. Ich Rücke immer weit weg, damit ich ja nichts kaputt mache.

  • Nö.
    In dem Moment, wo die erste Wachsschuppe geklebt wird, ist zwischen dieser und der Nachbarwabe eine Wabengasse.
    Die Biene mißt nicht vom Zellenboden her aus, wo die nächste Wabe begonnen wird! :u_idea_bulb02:


    Das heißt, sie fangen die erste Zelle einer neuen Wabe am Zellenrand an zu bauen? Das wäre mir neu...
    Aber natürlich könnte das deine Beobachtung sein. Will ich jetzt (wegen Vermeidung von Stress) mal gar nix dagegen sagen. :roll:


    Sonst könntest Du nämlich (immer) MW und ausgebaute Waben problemlos im Wechsel hängen.


    Geht vortrefflich. Siehe oben.
    Eine Ausnahme bildet das Brutnest selbst. Dort nämlich ist es zu warm und Baubienen halten sich in großer Zahl erst am Rande des Brutnestes auf.
    Und wenn ihr dann zargenweise imkert, müsst ihr darauf achten.
    Und wenn ohnehin keine rechte Baustimmung im Volk herrscht, besetzen sie lieber die ausgebauten Waben, als neue auszubauen.
    Du siehst, es gibt verschiedene Faktoren, die bei der einfachen Zargenimkerei oft pauschaliert werden, um es nicht so kompliziert zu machen.
    Erneut passt hier trefflich ein Zitat von Pia A.: "Für faule Imker" oder "das können sie sich ... sparen".


    Tja und zu guter Letzt, lieber André:

    (Und die Dickwaben-Liebhaber könnten lange warten, daß die Waben weiter ausgezogen werden.)


    Da könnte mal ein Naturbau-Imker was zu sagen.
    Oder ein Tüftler oder so...
    Probiere mal, die Bienen im Naturbau Dickwaben bauen zu lassen. Das werden sie wohl nicht tun.
    Tun sie nämlich IMHO nur unter Zwang per MW-Gabe.


    LG Mirko

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    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Das heißt, sie fangen die erste Zelle einer neuen Wabe am Zellenrand an zu bauen?


    So einen Quatsch habe ich nicht gesagt!


    Zwischen den Zellrändern der Wabenzunge, die zuerst gebaut wurde und der, die gerade als Zentralrippe angefangen wird, befindet sich eine Gasse (vorerst noch viel breiter als der Beespace). Diese Entfernung wird durch die Bienen festgelegt, nicht die Entfernung von MW zu MW. Das mag Dir wie Haarspalterei vorkommen, ist es aber nicht.


    MW im Wechsel geht vortrefflich? Mag sein, aber nicht generell, sondern nur unter gewissen Bedingungen. Sonst gibt es die (Dir wohl nicht bekannten) Probleme.


    Zitat

    Eine Ausnahme bildet das Brutnest selbst.


    Gerade im Brutnest funktioniert die Sache mit den abwechselnden MW problemlos. Zerreißt aber das Brutnest. Sollte man IMHO deshalb unbedingt vermeiden.


    Zitat

    Probiere mal, die Bienen im Naturbau Dickwaben bauen zu lassen. Das werden sie wohl nicht tun.
    Tun sie nämlich IMHO nur unter Zwang per MW-Gabe.


    Haste so gedacht. Klar geht das auch im Naturbau. Zumindest im Mobilbau und mit Leitlinien.



    LG André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Megachiropter () aus folgendem Grund: Konkretisierung

  • Das mag Dir wie Haarspalterei vorkommen, ist es aber nicht.


    OK. :-?


    MW im Wechsel geht vortrefflich? Mag sein, aber nicht generell, sondern nur unter gewissen Bedingungen.


    Sagte ich doch... :-?


    Gerade im Brutnest funktioniert die Sache mit den abwechselnden MW problemlos. Zerreißt aber das Brutnest. Sollte man IMHO deshalb unbedingt vermeiden.


    Richtig. VERMEIDEN.
    Das Brutnest ist ein Brutnest. Eine Kinderwiege...keine Baustelle !!!
    Außerdem werden sie, wenn fertig gebaut eh nur mit Nektar vollgegossen und zerreißen so das Brutnest.


    Haste so gedacht. Klar geht das auch im Naturbau. Zumindest im Mobilbau und mit Leitlinien.


    Ok. :-? 
    (ach und die Leitlinien zwingen sie nicht in eine vom Imker vorgegebene Richtung??? Aber das wäre nun wirklich Haarspalterei...)


    LG Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
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  • Siehste, sind wir doch fast einer Meinung. :lol:


    und alles wieder gut !!! :liebe002:


    Eben kontaktierte mich ein Imkerkollege aus der Schweiz zum Thema Naturbau-Dickwaben und schilderte mir eine eigene Beobachtung (die ich hier zitieren darf):

    Gerhard Fasolin schrieb:

    ...Die Bienen bauen sehr wohl Dickwaben, wenn der Platz da ist.
    Beispiel: Ich starte mit Schwarm und Naturbau (im Hinterbehandler, CH-Kasten). Die Bienen nehmen die Rähmchen mit rumpfförmiger Holzleiste sehr gut an. Nun füttere ich zu schnell zu viel - was die allermeisten Imker machen, leider. Vor allem die Magazinimker. Oder es herrscht Volltracht. Was passiert? Auf der Folgewabe entsteht eine Dickwabe, aber nur in den oberen Ecken aussen, weil ja in der Mitte des nächsten Rähmchens bereits die nächste Wabe begonnen wurde. Weshalb tun sie das? Kommt sehr viel Futter rein, ziehen die Bienen schneller die Futterzellen (oberhalb des Brutbereiches) in die Länge, als dass sie die nächste Wabe in die Tiefe bauen.


    ... schreibt ein erfahrener Naturbauimker, der seine HBB nie hergeben würde ...


    Liebe Grüsse aus der frühlingshaften Schweiz
    Gerhard Fasolin


    ...man lernt nie aus...:oops:


    LG Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
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