• Hallo beisammen,


    bin zwar "schon" drei Jahre Imker(anfänger), habe aber nur drei Völker (eines ging mir ein,
    eine Handvoll toter Bienen und das ganze Futter waren noch in der Beute).
    Meine Frage nun, wie vermehre ich aus meinen nur drei Völkern?
    Ich imkere mit Dadant und 1/2D im Honigraum.
    Würde gerne verdoppeln, damit, wenn im Winter wieder was schief geht, mein
    prozentualer Verlust (momentan ja 25%) geringer wird. Und ich immer eine
    ausreichende Basis besitze.


    Viele Grüße


    Matrox aus der Oberpfalz/Bayern, 415m üNN

  • Schon mal von der Ablegerbildung gehört??? Einfach mal die Suchfunktion bemühen. Dazu gibt's schon unzählige Beiträge.


    Oder einfach mal in Anfängerliteratur schauen...


    Du hast wirklich 3 Jahre Bienen und keine Ahnung wie Du Völker vermehrst? Sorry, ich kann's kaum glauben... :-D

    Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel.

  • ...wie vermehre ich aus meinen nur drei Völkern?...


    Hallo Matrox,
    da gibt´s unzählige Möglichkeiten. (Suchfunktion)
    Grundsätzlich brauchst du dir um deine angepeilte Völkerzahl allerdings keine Gedanken machen, wenn du dir (wie du es ja tust) rechtzeitig Gedanken darüber machst und nötige Schritte einleitest.
    "Ableger bilden" z.B. sollte zum Grundwissen für Imker zählen. Schon allein zur Schwarmverhinderung / Schwarmvorwegnahme.
    Die besten Königinnen entstehen nämlich unter Ausnutzung des Schwarmtriebes.


    Also lies dich mal rein (bis zur Tracht dauert´s noch´n paar Tage) und viel Erfolg. :daumen:


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Hallo Mirko!


    Vielen Dank für Deine informative Antwort. Wie es scheint wird es dann doch auf die Ablegerbildung
    hinauslaufen, nicht, dass ich davon noch nichts gehört habe.


    Viele Grüße


    Matrox

  • Hallo Matrix,


    dacht´ ich mir, dass dieses Thema nicht an dir vorübergegangen ist.


    Nutz die Schwarmzeit. Die Weiselzellen entstehen von ganz allein. Umlarven oder Zukauf von Königinnen muss nicht zwingend sein (zumindest nicht jedes Jahr).
    Ich arbeite mit max. 2jährigen Königinnen und überlasse die Zucht den Bienen.
    Der Schwarmtrieb ist ein natürlicher Trieb, der als letzter nach dem Bruttrieb, Bautrieb und Geschlechtstrieb (Drohnen) auftritt.
    Brut- und Bautrieb kann ich positiv beeinflussen/ausnutzen.
    Ist der Geschlechtstrieb erwacht, dauert´s nicht mehr lang bis zum Schwarmtrieb. Wenn der Bautrieb erlahmt, ist´s soweit.
    Die ersten Weiselzellen werden angeblasen und von der Königin bestiftet. Hieraus werden allein deshalb die besseren Königinnen, weil sie vom ersten Ei-Tag an in der Weiselwiege liegen.
    Sie entstehen also nicht aus notdürftig vergrößerten und umfunktionierten Arbeiterinnenzellen (Nachschaffung), wurden nicht aus Arbeiterinnenzellen künstlich in Weiselnäpfe verlegt (Umlarven) sondern sind quasi von der ersten Sekunde an zur Königin bestimmt.


    Es gibt -wie gesagt- vielfältige Möglichkeiten, die edlen Weiselzellen zu nutzen, anstatt sie (á la Pia A.) nur auszubrechen und fortzuwerfen.


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Gerstunger () aus folgendem Grund: Rechtschreibfehlerteufel ;-)

  • Ableger während Tracht bei Dadant rechnen sich nicht.


    Eine Brutwabe Dd kosten einen HR Honig.
    30 Gläser mal 6 Euro sind 180 Euro.


    Da ist es wirtschaftlicher nach der Tracht sich begattete Königinnen zu besorgen und die Völker dann zu teilen.


    dD

  • Hallo Gerstunger,
    habe mit großem Interesse Deine Antwort gelesen, aber wie geht es weiter. Jetzt habe ich im Brutraum evtl. 2 oder sogar mehrere königlich bestiftete Weiselnäpfchen. Lass ich nur eine stehen? Wann entnehme ich sie (den ganzen Rahmen?) und was mache ich weiter mit diesen Rähmchen? Wie bekomme ich die Königinnen separiert bevor sie „abgestochen“ werden?
    Ich wollte es in diesem Jahr auch so machen, weiß nur nicht weiter.
    Ich bin gespannt auf Deine „Anweisungen“.
    Liebe Grüße
    Rili

  • Lieber Markus,


    wieviel kostet dann eine Brutwabe Zander oder gar Gerstung? :roll:


    Ableger während der Tracht kosten immer Bienenmasse und natürlich auch Honig.


    Ich verstehe die Prozentrechnerei des Druiden so, dass er Verluste kalkuliert, sich aber aus eigener Kraft und ohne Geldeinsatz sanieren können will.
    Und das geht. Zumindest, wenn man mehr als ein Volk am Stand hat.


    Während der Tracht (und Schwarmzeit) würde ich also lediglich kleine Begattungseinheiten bilden, und diese dann sukzessive aufbauen, oder (freilich später im Jahr) zum Umweiseln nutzen. :daumen:


    @Matrox: So gesehen hat der Drohn also Recht. Zerreiße keine Völker vor und während der Tracht! :u_idea_bulb02:


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Lies doch mal den Infohefter Grundwissen für Imker dlv:u_idea_bulb02:, auf die diebiene.de gibts den zu kaufen, soweit ich mich erinner. Da steht alles drin, mit Anleitung, eben weil das am Anfang ein recht schwieriges Geschäft ist, was mit keiner anderen Tierhaltung zu vergleichen ist.
    Darin stehen auch die verschiedenen Möglichkeiten ein Bienenvolk zu vermehren. Also viel Spaß beim Lesen.


    Lg Susi

    Falls fallend du vom Dach verschwandest, so brems, bevor du unten landest.:u_idea_bulb02:

  • Hallo Gerstunger,
    habe mit großem Interesse Deine Antwort gelesen, aber wie geht es weiter. Jetzt habe ich im Brutraum evtl. 2 oder sogar mehrere königlich bestiftete Weiselnäpfchen. Lass ich nur eine stehen? Wann entnehme ich sie (den ganzen Rahmen?) und was mache ich weiter mit diesen Rähmchen? Wie bekomme ich die Königinnen separiert bevor sie „abgestochen“ werden?
    Ich wollte es in diesem Jahr auch so machen, weiß nur nicht weiter.
    Ich bin gespannt auf Deine „Anweisungen“.
    Liebe Grüße
    Rili


    Hallo Rili. Bin nicht Gerstunger aber antworte dir trotzdem. Du nimmst eine neue Zarge, gibst zwei Futterwaben hinein und die Wabe mit der/den ansitzenden KÖ Zellen dazwischen. Dann schüttelst Du von 1-2 Brutwaben zusätzlich die Jungbienen in die vorbereitete Zarge und stellst sie mit verkleinertem Flugloch ( darf nur eine Biene durch können ) auf. Die Altbienen werden zum Muttervolk zurückfliegen. Neue Flugbienen hast Du dann nach ca.3 Tagen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Rili,


    ich arbeite mit einer Methode, die aber nicht ohne vorherigen (Bastel-)Aufwand in jeder Beutenform praktikabel ist.


    Man benötigt nämlich einen Raum (Séparée) in der Brutzarge, der von den Arbeitsbienen erreichbar ist, von der Königin aber nicht verlassen werden kann und fluglochfern ist.
    In einer Golzbeute kann hierfür der Honigraum herhalten (getrennt vom Brutraum durch ein senkrechtes Absperrgitter).
    In meinen Beuten nutze ich den hinteren Raum der Beute direkt am Fenster :eek: und trenne diesen vom übrigen Brutraum ebenfalls durch ein senkrechtes Absperrgitter.
    In Magazinen muss man sich für das Séparée ein Trennschied mit Absperrgitter oder ähnliches bauen und auch nach oben per Folie o.ä. absperren.


    Jetzt zur Vorgehensweise:
    Bei der Durchschau stellst du Weiselzellen fest. Bestimme ihr Alter. Rechne den Schlupftag aus (8. Tag: Verdeckelung; 16. Tag Schlupf).
    Erst wenn die älteste Zelle kurz vor der Verdeckelung steht (oder frisch verdeckelt ist), nimmst du die alte Königin heraus und bildest mit ihr einen KöniginAbleger. Dann hängst du alle Waben auf denen sich Weiselzellen befinden samt ansitzenden Bienen in das vorhin beschriebene Séparée.


    Der KöniginAbleger wird direkt am Stand gebildet und bleibt auch dort. Sämtliche Flugbienen, die man mit zum KöAbleger gegeben hat werden zum Altvolk zurückkehren, sorge also für Futter(Waben).


    Die Weiselzellen im alten Volk lässt du alle schlüpfen (rechne den Tag genau aus und gib einen Tag dazu (8. Tag: Verdeckelung; 16. Tag + 1 Tag: Schlupf) dann hast du eine kräftige Königin hinter dem Gitter. Bilde mit ihr ein Begattungsvölkchen und setze die alte Königin mit ihren Waben wieder zurück.


    Warum so umständlich? So vermeide ich ein störungsanfälliges Verschulen der empfindlichen Weiselzellen und gewährleiste beste Pflege der Weiselzellen im Ursprungsvolk ohne die Gefahr, den Schwarm entschwinden zu sehen. Dazu kommt, dass eine Königin in einem kleinen Begattungsvölkchen besser/schneller begattet wird, als in einem Vollvolk und ich vermeide eine Brutpause, da die alte Königin jederzeit ihrer Legetätigkeit nachgehen kann.


    D.h. selbst wenn ich die neue Königin für eben dieses Volk vorsehe, aus dem sie entstanden ist, gehe ich den beschriebenen Umweg bevor ich die alte Königin abdrücke. Eine neue kommt nur begattet und eierlegend ins Vollvolk.


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."