Setzen Reparaturarbeiten an Waben alte, tote Varroakörper frei?

  • Hallo,


    ich bin etwas beunruigt, da ich jetzt im April auf meiner Varroaschublade ca. 15-20 tote Varroamilben gefunden habe.


    Zur Vorgeschichte: Es handelt sich um ein Volk, das vorgestern aus einer Bienenkiste (Stabilbau, geschlossener Boden) in eine Dadantkiste (Drahtgitterboden) umgesiedelt wurde. Zur Anpassung an das neue Maß musste jeweils ein Viertel der Waben abgeschnitten werden und auch das Umhängen der dicken Waben in die enge Kiste ging nicht ganz ohne Schäden ab - die Bienen dürften momentan also einige Arbeit in Reparatur der Waben stecken/gesteckt haben.


    Das Volk war und ist mein stärkstes, es hat jede Menge Honig und Pollen eingetragen gehabt und auch schon mächtig Brut, selbst Drohnen sind schon wieder unterwegs gewesen. Varroabehandlung letztes Jahr durch Nassenheider mit AS 85 und im Winter Oxalsäurebeträufelung.
    Es laufen keine kranken, verkrüppelten Bienen herum und abgesehen von den Milben auf der Schublade gibt es auch sonst keine Zeichen einer Belastung. Auf ein anderes (Spinnen-?)Tier auf der Schublade gehe ich in einem anderen Beitrag ein.


    Für mich ist das die erste Beute mit Drahtgitterboden und Varroschublade, meine bisherigen Leihbeuten, mit denen ich letzten Sommer begonnen hatte, hatten alle geschlossene Böden.
    Daher habe ich die Varroaschublade momentan noch drin, einfach auch aus Neugier.
    Und deshalb habe ich jetzt diese Vaorroen gefunden.
    Alle tot, keine schien sich zu bewegen.


    Die Schublade habe ich jetzt jeden Morgen (also gestern und heute) komplett abgewischt, da sie bereits nach je einem Tag voller Gemüll, Nektartropfen und sonstiger Abfälle waren wegen der intensiven Sanierungstätigkeit durch den Eingriff vom Montag.



    Jetzt meine Frage:
    Könnte es sein, dass das keine neuen/aktuellen Milben sind, sondern "alte" vom letzten Jahr, die jetzt nur beim Saubermachen und Umbau der beschädigten Waben verstärkt aus irgendwelchen bisher vergessenen Ecken herausgeworfen werden? Ist es eventuell ganz normal, dass nach solchen Eingriffen vermehrt "altes Material" herausfällt?
    Oder wie kann ich feststellen, ob ich ein aktuelles, aktives Varroaproblem habe?


    Natürlich werde ich die Schublade jetzt zur weiteren Kontrolle drin lassen, heute waren auch wieder ein paar drin, aber "nur" noch fünf.
    Deshalb auch mein Verdacht, dass die Milben eher eine Folge der Aufräumarbeiten sein könnten.


    Was würdet ihr jetzt tun? Was, wenn weiterhin Milben fallen und was, wenn es jetzt rasch aufhört?
    Ohne den Umzug hätte ich jetzt gar keine Milben gesehen und es wäre eh seinen Gang gelaufen.


    Gruß
    hornet

  • Hallo,


    erst mal weiter beobachten und über eine gewisse Zeit den täglichen Varroafall ermitteln, wäre wohl richtig. In der Bewertung kann man sich nach "Varroa unter Kontrolle" richten: Bei mehr als 10/Tag ist eine Behandlung dringend erforderlich. Falls es dazu käme, wäre mein Vorschlag:
    Sanierung nach dem offenen Kunstschwarmverfahren mit Fangwabe. Die Fangwabe muss entweder aus einem gesunden Volk stammen und muss möglichst junge Brut enthalten - oder sie darf nur junge offene und keine verdeckelte Brut enthalten. Für die nachfolgenden 4 Wochen ist dann allerdings mit keinem Honigertrag zu rechnen.


    Gruß Ralph

  • Hallo Hornet,


    ich habe auch im März bei einigen Völkern erstaunlich viele Milben auf den Windeln gefunden. Meine Erklärung dafür ist, daß die Winterbehandlung bei mir teilweise nicht so gut funktioniert hat. Die Milben sind in die erste Brut im Februar eingestiegen und wurden vielleicht beim Ausräumen/Erfrieren der Brut im März wieder rausgeworfen. Vielleicht noch nicht richtig ausgereift oder beschädigt, erfroren oder ...
    ich werde auf jeden Fall Ende April diese Völker mit Puderzucker bestäuben und dann mal schauen, was da so runterfällt.


    Gruß Jörg

  • Hallo,


    Natürlich werde ich die Schublade jetzt zur weiteren Kontrolle drin lassen, heute waren auch wieder ein paar
    Deshalb auch mein Verdacht, dass die Milben eher eine Folge der Aufräumarbeiten sein könnten.


    Gruß
    hornet


    Hallo hornet, die Milben werden schon Aktuell aus natürlichen in deinem Bienenvolk herschenden Totenfalls ein.
    Wer glaubt alle Milben durch eine oder zwei Varoabehandlungen zu vernichten befindet sich im Irrtum.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Hornet,
    bei Unruhe im Volk kommt es schon Mal zu erhöhtem Milbenabfall.
    Und Umquartieren ist nunmal Stress pur für ein Bienenvolk.
    Das hat man bei Wanderungen auch, das da übermäßig viel Milben unterm Gitter sind.
    Trotzdem mal die nächsten zehn Tage den natürlichen Milbenfall (ohne Stress) beobachten, als Vergleich.
    Meist pendelt der sich in einem Bereich ein, der vertrtbar ist.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Lieber Hornet, warte jetzt nach dem Umsetzen der Bienen eine Woche ab. Nach dieser Woche bestimme den Varroabefall mit der Puderzuckermethode. Sollte der Befall unter 3 % liegen kein Problem. Über 3-6% Befall engmaschige Kontrolle im 3 Wochenrhythmus und eventuell Notfallbehandlung ( Kurzzeit Ameisensäure ), damit fällt allerdings die Frühtrachthonigernte flach !
    MfiG Avis

  • Danke Avis!


    Gestern waren es noch fünf, heute keine einzige Milbe mehr. Die Beute steht im Garten, ich werde jeden Tag schauen. Wenn in den nächsten ein bis zwei Wochen gar nix oder höchstens eine oder zwei Milben pro Tag abfallen - würdest du dann trotzdem die Puderzuckermethode machen?


    Gruß
    hornet