Weisellos nach Auswinterung - nun Abgekehrt

  • Hallo Zusammen,


    nach Völkerdurchsicht habe ich gestern bei einem Volk keine Stifte, keine Kö und wenige (ca. 10) Dohnenzellen (verdeckelt) entdeckt.
    Alle anderen Völker sind schon in Brut und haben viele Stift.
    Daher vermutete ich ein Drohnenbrütiges-Volk.
    Volk wurde 30m entfernt abgekehrt und eine Wabe mit frischen Stiften eines anderen Volkes eingehängt.


    Meine Fragen nun:
    Ich weis nicht genau, ob das Volk alle Drohnenmütterchen durch das abkehren verloren hat.
    Zieht das Volk sich eine neue Königin alleine heran, wenn es jetzt Stifte hat?
    Ist diese Königin gefährdet durch evtl. neue Drohnenmütterchen?
    Kann die neue Königin schon Begattet werden? (Fliegen die Drohnen schon aus?)
    Was kann ich tun, wenn das Volk sich keine neue Königin ranzieht?


    Danke für kurze Hinweise!


    Freundliche Grüße
    D.

  • Ich verstehe nicht ganz was Du gemacht hast. Hast Du die Waben genommen und abgefegt, und dann das Volk wieder aufgebaut, so dass die abgefegten Bienen wieder auf die alten Waben drauf konnten?
    Ich kenne Abfegen eigentlich nur als abfegen mit gleichzeitigem Entfernen des Stocks, so dass die Arbeitsbienen sich in die benachbarten Völker einbetteln, die Drohnenmütterchen aber (wenn sie soweit kommen) von den Wachen abgestochen werden. Dass man alle Bienen abfegen und wieder in den alten Stock einfliegen lassen könnte, ist mir tatsächlich noch gar nicht in den Sinn gekommen.

  • ja, komplett abgefegt und nun hoffe ich, dass die Drohnenmütterchen nicht fliegen können und nicht zum Stock zurück kommen.
    (Wurde mir in meinem Verein so beigebracht, wenn ich ein drohnenbrütiges Volk habe...)

  • Hallo Daniel!


    Ich glaub Du hast da was mißverstanden. Wie meine Vorredner schon sagten weit weg tragen/fahren (30 m sind ok). Einqualmen und nach ein paar Minuten abkehren und den Stock entfernen! Bienen mit Gastgeschenk (Honig) werden nach persönlicher Überprüfung (Stockwache) in die verbliebenen Völker eingelassen.
    Die alten Volkswaben dann einschmelzen oder eingefrieren bis die Sonne scheint (Sonnenwachsschmelzer).


    Was versprichst Du Dir von Deiner Vorgehensweise (neue Drohnenmütterchen?):confused:. Wenn eine Wabe mit frischen Stiften eingehängt wird - sind denn genug Drohnen um diese Jahreszeit vorhanden? Oder züchtest Du damit nur neue Drohnenmütterchen? Bewährtes hat seinen Sinn!:p_flower01:


    Vg Ruth

  • Hallo Daniel,
    das passt schon was du gemacht hast, vorerst.
    Es gibt die Theorie, dass Drohnenmütterchen nicht fliegen können. Obs stimmt? Glaub ich weiß niemand so richtig, oder?
    Das Problem sehe ich eher in der Begattung der Königin, die sie sich ziehen.


    Vielleicht kann dir ein alter Hase im Forum über die weitere Vorgehensweise weiterhelfen.
    Viel Erfolg!


    LG


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Hallo Simon,
    als alter Hase im Forum würde ich als weitere Vorgehensweise den Schwefelstreifen empfehlen...
    als jemand der zu sehr an der Völkerzahl hängt das Einbetteln lassen in den Nachbarvölkern.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Daniel,


    ich habe das mal so gemacht mit einem drohnenbrütigen Nachschwarm, was nun nicht vergleichbar ist mit der Zusammensetzung eines über den Winter drohnenbrütig gewordenen Volkes: Du hast alte Winterbienen drin.


    Bei mir hat es geklappt.
    Durch regelmäßiges Zuhängen von Brutwaben werden, bis die neue Königin reif ist und legt, die Bienen davon abgehalten, wieder Afterweiseln auszubilden (bzw hören diese auch auf, welche zu sein).
    Ob eine Jungkönigin in >2 Wochen begattet wird, halte ich nun nicht so sehr für fragwürdig. Das kommt darauf an, wieviele Drohnen schon in Deiner Umgebung heranwachsen und auch schlüpfen durften.


    Insgesamt ist das aber ein Gebastel und es wäre wohl vernünftiger, das Volk aufzulösen.
    Damit haben seine Bienen noch eine Aufgabe und verstärken die anderen, du benötigst keine Brut von jetzt noch im Aufschwung steckenden Völkern, deren Entnahme diese schwächt.
    Damit hast Du ein geschwächtes gesundes Volk und ein sowieso schon zurückliegendes Winterbienenvolk, welches nun noch Nachschaffung abzuwarten hat.
    Besser entnimmst Du denen später Bienen zur Vermehrung (in welcher Form auch immer), das bringt sicherere Ergebnisse.
    Meine Meinung dazu.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Vielen Dank für die schnellen Hinweise!


    - Abschwefeln würde ich meine Völker nie.
    - Um meine weiteren Völker nicht zu schwächen (weitere Brutbretterentnahme) werde ich mich vielleicht für das Auflösen entscheiden. Bei meiner Völkeranzahl (5) ist dies sehr schade, aber wenigstens sind die anderen vier, die in der Nähe stehen dann ein wenig kräftiger...

  • ...wenigstens sind die anderen vier, die in der Nähe stehen dann ein wenig kräftiger...


    Genau Daniel.
    Abkehren, Stock entfernen oder schließen, Futterwaben aufheben oder aufteilen. Fertig.
    Bald kommt die SchwarmZeit, wo du Ableger bilden kannst/solltest.
    Und schwuppdiwupp hast du dein 5. Volk wieder.


    Grüße
    Mirko


    Ps. Außerdem sind echte Schwarmköniginnen (solche, die schon als Ei in eine Weiselzelle gelegt wurden) ohnehin wertvoller als jede aus der Not...mal schnell umfunktionierte Nachschaffungskönigin.

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Gerstunger () aus folgendem Grund: Nachtrag

  • Hallo,


    ich habe bis jetzt mit Erfolg zwei drohnenbrütige Völker mit einem Ableger vereinigt. Ich empfehle dir die Waben samt Bienen und Aftermütterchen zu nehmen und hinter einem Schied oder über ASG einem anderen Volk zugeben. Die Bienen würden sich mit großer Wahrscheinlichkeit für die begattete Kö entscheiden. Was mit den Aftermütterchen passiert, weiß ich nicht, aber sie verschwinden mit der Zeit.
    Einmal habe ich die Annahme kontrolliert und neben der normalen Brut der Kö haben noch eine Weile Aftermütterchen gestiftet (deutlich an den Zellen zu sehen, über 10 Stifte in einer einzigen Zelle). Aber die Stifte von Afermütterchen wurden immer entfernt, die wurden nicht verdeckelt.
    Wichtig ist, dass du den Ableger oder das Volk nicht sehr störst (ohne Rauch und ruhig arbeiten) oder sein Brutnest auseinander nimmst, damit die Wache der Kö im Takt bleibt und die Kö sich weiter normal verhält.


    Viele werden jetzt nur die Kopf schütteln. Ich hatte am Anfang auch mein Zweifel, bis ich auf einen Rat von einem Züchter gehört habe und es selber ausprobiert habe.


    LG Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Hallo Miteinander,
    bewährt hat sich das Abfegen in einiger Entfernung vom Stand.
    Man kann auch der Natur freien Lauf lassen, wenn man Räuberei riskieren kann.


    Hallo Salsero,
    spricht in meinen Augen nicht gerade für den Züchter, wenn er drohnenbrütige Völker vereinigen muss.
    Auch wenn diese Methode klappt.
    Ein Züchter sollte doch genug "Bienenmaterial" haben, das er ein drohnenbrütiges Volk abschreiben kann.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.


  • spricht in meinen Augen nicht gerade für den Züchter, wenn er drohnenbrütige Völker vereinigen muss.
    Auch wenn diese Methode klappt.
    Ein Züchter sollte doch genug "Bienenmaterial" haben, das er ein drohnenbrütiges Volk abschreiben kann.


    Hallo Lothar,
    es geht darum ein drohnenbrütiges Volk schonend und ohne großen Aufwand zu retten. Der Züchter ist ein netter Imkerfreund von mir (und in diesem Forum angemeldet), der keine Geheimnisse für sich hält und gute Tipps für die Allgemeinheit gibt. Seine Kö habe ich selber getestet und bin damit sehr zufrieden. Ich wollte nur sagen, dass ich die Methode nicht erfunden habe, sondern auch nur ausprobiert habe und von dem Erfolg begeistert bin.


    Ich weiß ja genau, dass viele nur das Abkehren in 10, oder 50 oder 100 m Entfernung für sinnvoll halten und habe das erwähnt:

    Zitat

    Viele werden jetzt nur die Kopf schütteln. Ich hatte am Anfang auch mein Zweifel, bis ich auf einen Rat von einem Züchter gehört habe und es selber ausprobiert habe.


    Ein drohnenbrütiges Volk kann man mit viel weniger Aufwand und viel schonender für die Bienen mit einem Ableger beweiseln. Die Erfolgschancen sehen gut aus. Ich kann aber nur von meinen zwei Fällen berichten. Es wäre schön, wenn andere, die Reserve-Ableger haben, das testen können und weiter berichten.


    LG Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Hier ein kurzer Nachtrag meinerseits:


    Nach dem Abkehren und dem zusetzen einer offenen Brut, hat das Volk seine Drohnenmütterchen verloren und eine Königin nachgezogen.
    Bereits vor mehr als zwei Wochen hat die neue, bereits begattete Königin eine komplette Brutwabe bestiftet gehabt.
    Ich freue mich sehr über den Erfolg, auch wenn ich bei diesem Volk eher weniger Honigertrag erwarte.
    Das absolut besondere an diesem Volk: Ein solch ruhiges Volk habe ich noch nie erlebt. Ich züchte meine Völker immer mehr richtung Sanftmut als Ertrag, aber so viel "Ruhe" bei einem Volk habe ich noch nie gesehen. (Wahrscheinlich ist das Volk einfach nur froh nach dem langen Winter ohne Königin, wieder eine Mutter zu haben...)


    Grüße Daniel

  • Hallo Daniel,


    ich hatte einen ähnlichen Fall. Zur Aufzucht der neuen Brut, würde ich an Deiner Stelle, aus den jetzt erstarkten Nachbarvölkern auslaufende Brut zuhängen. So dämpfst Du den Schwarmtrieb bei den anderen und stärkst Deinen Nachzügler.


    LG Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene: