Honigraum oder Brutraum aufsetzen?

  • Hallo zusammen,


    eines meiner drei Völker (einzargig überwintert auf 9 Waben Zander, Ableger aus dem letzten Jahr) hat die Waben schon gut gefüllt mit Bienen und nun stellt sich mir die Frage, wie es erweitert werden soll/muss/kann.


    Soll/Muss ich einen weiteren Brutraum aufsetzen, um den Bienen Raum zu geben?
    Soll/Kann ich bereits auf den Brutraum den Honigraum aufsetzen?


    Weiteres "Problem" ist, dass ich für das Zuhängen von Rähmchen nur Mittelwände zur Verfügung stehen habe.


    Freue mich, auf Eure Antworten.


    Gruß
    beehouse
    Christoph

  • In unserem Bienenkurs haben wir gelernt:
    bei der Salweidenblüte auf 2 Bruträume erweitern (ja, nur MW geht auch)
    bei der Kirschblüte den Honigraum aufsetzen


    Zu früh gibt es (fast) nicht, nur ein zu spät (weil die Bienen sonst schwärmen)


    Die Salweide blüht zumindest bei uns schon, ich habe also meine Ableger aus dem letzten Jahr auf 2 Zargen aufgestockt.

  • Hallo Beehouse,
    deine Informationen sind dürftig. Wo imkerst du wie lange. Auf jeden Fallt, wenn du nicht anderes hast Mittelwände aufsetzen. Jetzt kommt die Gretchenfrage. Bist du ein Hardcorimker, dann benötigst du schon den Honigraum. Aber da benötigst du Erfaaaaaahrung. Gehörst du nicht zur Abteilung der Presser, dann wird das ein Brutraum. Das ist bei Neunerzargen auch eher zu empfehlen. Setze einfach mal ohne Absperrgitter auf und du wirst sehen was passiert. Du kannst bei der nächsten Erweiterung die Honigwaben raufhängen. Ist nicht elegant aber pssst, das machen viele so.:lol: Ich kann das nicht, weil meine BW nicht in den HR passen.


    Remstalimker
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:


  • Hallo Christoph.
    Hier werden deine Fragen beantwortet.
    Schau mal hier >>> http://www.imkerforum.de/showthread....208#post356208 <<<
    Oder hier >>> http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=33566 <<<


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Ich würde vor abgeschlossener Durchlenzung nichts aufsetzen, wenn wieder kaltes Wetter vorausgesagt ist (was für Berlin z.B. der Fall ist). Die Durchlenzung beginnt mit dem ersten großen Brutbeginn (in Berlin am 7.4. erfolgt) und endet mit dem Schlupf des ersten großen Brutsatzes, also 3 Wochen später (in Berlin am 28.4.). In dieser Zeit schwindet die Bienenmasse, erst danach "explodieren" die Völker. Aufgesetzte Zargen führen zu Wärmeverlusten bei kaltem Wetter, diese wiederum zu einer verzögerten Entwicklung des Brutnests. Daher würde ich erst mit dem Ende der Durchlenzung aufsetzen oder bei erwartetem warmen Wetter (was in Berlin nicht der Fall ist), falls die Völker die bestehende Zarge einigermaßen füllen.
    Unter Berliner Verhältnissen würde ich in diesem Jahr daher ein Aufsetzen von Zargen nach dem 28.4. empfehlen. Schwarmgedanken? Unsinn! Vor dem Ende der Durchlenzung nimmt ein Volk an Bienenmasse nur ab! Erst danach ist an Überfüllung der Völker zu denken.
    Falls Ende April hier schon die Kirschblüte vor der Tür stehen würde, würde ich die zweite Brutzarge und den Honigraum gleichzeitig geben, dabei die zweite Brutzarge untersetzen, nicht aufsetzen (da sonst der Honig nicht im Honigraum landet). In anderen Jahren kann ein Aufsetzen der 2. Brutzarge günstiger sein.
    Zeitpunkte für Erweiterungen, Aufsetzen oder Untersetzen von Zargen, Gabe von Honigraum werden in keiner Weise durch den Kalender bestimmt, in nur geringer Weise durch die Entwicklung vonTrachtpflanzen, sehr stark durch den Beginn der Durchlenzungsphase und sehr stark durch die Stärke und die Baubereitschaft der Völker.
    Deshalb halte ich es für grundlegend falsch, Erweiterungsmaßnahmen am Kalender oder an der Blüte irgendwelcher Pflanzen festzumachen. Eine differenzierte Betrachtung aller Einflüsse ist erforderlich. Daher ist ein konkreter Rat aus weiter Ferne immer problematisch und oft falsch.


    Gruß Ralph

  • So unterschiedlich ist die Welt. In BW melden die Waagen schon zur Hälfte Zunahmen. Ein nicht geringer Teil, auch kein Abnahmen. "Durchlenzung" ist nur etwas für schwache Völker, die starken kümmern sich keinen Teufel darum.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo Beehouse,


    die Besonderheit dieses Jahres ist, dass Ende der Durchlenzung und Kirschblüte wahrscheinlich zusammenfallen werden. Wenn dein Volk stark ausgewintert wurde, ist in diesem Jahr das folgende Verfahren für dich optimal:
    Mit Ende der Durchlenzung setzt du die 2. Brutraumzarge mit Mittelwänden oben auf. Die Bienen werden die Zarge ausbauen, z.T. bebrüten und z.T. mit Honig füllen. Wenn sich die 2. Zarge einigermaßen mit Bienen gefüllt hat, entnimmst du alle Waben, die keine Brut enthalten, und setzt sie in eine 3. Zarge, füllst den Leerraum in beiden Zargen mit Mittelwänden auf und gibst zwischen die 2. und 3. Zarge das Absperrgitter.


    Gruß Ralph

  • So unterschiedlich ist die Welt. In BW melden die Waagen schon zur Hälfte Zunahmen. Ein nicht geringer Teil, auch kein Abnahmen. "Durchlenzung" ist nur etwas für schwache Völker, die starken kümmern sich keinen Teufel darum.


    Remstalimker


    Dann hat bei euch die Durchlenzung früher begonnen. Die Bienenmasse kann nicht vor Ende der Durchlenzung zunehmen.


    Gruß Ralph

  • Ralph


    Deshalb halte ich es für grundlegend falsch, Erweiterungsmaßnahmen am Kalender oder an der Blüte irgendwelcher Pflanzen festzumachen.
    Gruß Ralph


    Ralph. Woher kommt denn bei dir im Frühjahr der Honig,wenn nicht aus den Blüten ?


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • ..Ralph. Woher kommt denn bei dir im Frühjahr der Honig,wenn nicht aus den Blüten ?..


    Ja, er kommt aus den Blüten. Wenn dann auch noch die arbeitende Schar vorhanden ist, die den Honig aus den Blüten holt, steht dem Erfolg (fast) nichts mehr im Wege. Wenn man aber den Blick nur auf das Produkt "Honig" richtet und dabei die arbeitende Schar vergisst, wird der Erfolg eingeschränkt sein oder ausbleiben. Am besten ist es, nach einem Optimum zu suchen. Mein Beitrag #7 unter diesem Thema könnte ein Beispiel dafür sein.


    Gruß Ralph

  • So unterschiedlich ist die Welt. In BW melden die Waagen schon zur Hälfte Zunahmen. Ein nicht geringer Teil, auch kein Abnahmen. "Durchlenzung" ist nur etwas für schwache Völker, die starken kümmern sich keinen Teufel darum.


    Remstalimker


    Ja, die starken räubern unglaublich in allem, was nach Honig bzw Futter riecht!
    Wird mancher eine sehr Frühe Tracht an klaren "Akazienhonig" schleudern können, ohne dass die blühen... :-D


    LG
    Ralph

  • Der Imkermeister in Kirchhain prognostizierte in seinem Vortrag einen Totalausfall der Frühtracht in diesem Jahr.

  • Hallo Miteinander,
    so lange man keine Brut umhängt, kann man ruhig mit Mittelwänden erweitern.
    Absperrgitter kann man noch weglassen.
    Einzargig überwinterte Völker erweitert man für gewöhnlich mit einem Brutraum.
    Warum keine Brut umhängen:
    ein zusammenhängender Brutraum kann von den Bienen besser gewärmt werden.
    Umgehängte Brut vergrößert die zu wärmende Fläche, da kann es jetzt noch an genügend Bienen zum Wärmen fehlen.
    Warum schon jetzt umhängen.
    es dauert eine Weile, bis die Bienen merken, das da jetzt noch zusätzlicher Raum ist.
    Und es schadet nicht, das dieser nur Mittelwände hat.
    Wenn das Wetter stimmt und die Bienen genügend Baubienen haben, gehen sie schon von selbst ans Werk.
    Das auch. wenn Imker mal nicht gerade vor Ort ist...
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.