effizient Wachs einschmelzen

  • Hallo liebe Imkergemeinde,


    nun ist es wieder soweit, das Einschmelzen von Altwaben steht an. Ich benutze dafür einen Dampfwachsschelzer (Eigenbau) bestehend aus Segberger Zargen, Sieb, Trichter un einem Dampferzeuger für Tapetenablöser aus dem Baumarkt.
    Das ganze zieht sich ewig hin. Man braucht eigentlich noch nicht mal einen Taschenrechner, um mit einer groben Überschlagsrechnung herauszufinden, dass man wirtschaftlichen (und erst Recht energetischen) Unfug treibt.
    Für einen Sonnenwachsschmelzer reicht die Sonne noch nicht und außerdem ist mir das zuviel Gematsche mit Futterresten.


    Meine Frage: Wie macht ihr das? Gibt es eine schnelle und effizient Art, Altwaben mit Futterresten einzuschmelzen oder sollte man sie lieber gleich verbrennen? Mir tut es leid ums Wachs aber sow ie ich das momentan mache ist das sehr frustrierend.


    Ich hoffe, dass jemand von Euch das Problem schon gelöst hat.


    Viele Grüße
    Michael

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  • Hallo Michael,


    ich habe 3 solcher Dampfentsafter.



    Ist allerdings nur für Kleinmengen á la Sonnenwachsschmelzer geeignet.
    Ich schneide das Wachs aus den Rähmchen und wässere sie über eine Nacht in warmem Wasser. So haben sich die Häutchen der Brutzellen voll Wasser gesogen und nehmen nicht statt dessen Wachs auf (Erhöht die Ausbeute) und die Futterreste haben sich auch größtenteils aufgelöst.
    Tja und dann kommen die Waben (wie gesagt ohne Rähmchen) brockenweise in den Dampfentsafter.
    Geht prima.


    Gruß
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Hallo Michael


    also ich benutze auch so einen Dampfwachsschmelzer wie du, aber mit einem Dampferzeuger vom Profi. In 20 min sind die Rähmchen sauber und der Trester muß nur noch abgekratzt werden, ich möchte das Teil nicht mehr missen, vor allem immer einsatzbereit, sonst auch Sonnenwachsschmelzer.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Michael stellst genau die richtige Frage. ;)
    Ich werde es jetzt mit nass einschmelzen probieren. Den Entsafter kann ich nicht raten - das zieht sich auch ewig.
    Am preiswertesten wird wohl eine große Tonne voller Wasser und ein Holzfeuerchen unten drunter sein.

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Hallo Michael!


    Ich hab auch noch nix Geniales - also gut, dass Du fragst :wink:.
    Bisher hab ich portionsweise in einer sehr großen Edelstahlschüssel ausgeschnittene Stücke geschmolzen. Das ist Geigel... kommt allerdings auch Wachs dabei raus und frau läßt ja nix verkommen :cool:.


    Hier schwärmte doch jemand über diesen Tapetenablöser und Rähmchen in einem Hobbock, oben Loch für die Dampfzufuhr und unten irgend eine Vorrichtung zum ablassen. Warum sollte das nun aber besser gehen als bei Dir? Kleineres Innenvolumen?
    Ich find`s gerade nicht wieder.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Bin damit ziemlich zufrieden, wobei ich vereinzelt auftretende alte Schinken dann doch verbrenne, weil zuviel Aufwand, die ausgeschmolzenen Waben vom Trester zu befreien. Bei ein, zwei Jahre alten Waben muss ich nur noch das Rähmchen kurz ausklopfen und könnte quasi am noch heißen Draht direkt die neue Mittelwand auflegen:


    http://www.imkerforum.de/attachment.php?attachmentid=845&d=1240439380

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Bin mitten am Schmelzen. Folgender Aufbau mit `ner alten Styrobeute:


    Boden, Zarge, Eimer mit etwas Wasser, Trichter, Gitter, 2 Zargen, voll mit Rähmchen,
    Deckel mit Tapetenablöser (35.-). Schlauch durch ein Loch im Deckel reingeführt.
    Schmelzzeit etwa 1 Std. (Schaltuhr).


    Langsames Abkühlen bis zum nächsten Tag.
    Trester vom Block abkratzen. Bleibt eine Scheibe Wachs übrig.


    Diese sammeln und dann nochmal auf`s Gitter gelegt und Dampfer an.
    Reicht für den Verkauf.


    Wenn alles fertig ist, die Rähmchen nochmal im Kochkessel schwenken und abkratzen.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Ich schmelze derzeit in Peters Dampfwachsschmelzer. Rund. Doppelter Boden mit Wasser drin. Steigrohr innen mit Dampfglocke. Erstes Anheizen auf Gaskocher 6kW ca 60 Minuten. Später ca. 20 Minuten, im Zyklus. Fassungsvermögen 9 (manchmal 10) Waben DNM, Hoffmann. Etwa 3-10 Durchläufe bis ich den Trester ausschaufeln muß. Wichtig: Immer erst Wasser nachfüllen, dann ent- und beladen! Sonst zählt die Wiederaufheizzeit sinnlos mit und man arbeitet zudem in heißem Dampf.


    Modifikationen:
    - Auslauf gekürzt um Verstopfung zu vermeiden und Eimer ungekippt wechseln zu können.
    - Einfüllstutzen mit Reduzierstück auf 1" aufgeweitet, damit nicht immer beim Nachfüllen gezielt werden muß und der Wasserstand zu hoch im Einfüllrohr steht. (Geplant: Wasseranschluß)
    - Alles mit Dämmung versehen.


    Wichtig: Schmelzer immer vollbetanken, ehe man den auskühlen läßt. Der Einfüllverschluß wird durch Wachsreste verlötet und somit läßt er sich kalt nicht oder nur mit gewaltiger Gewalt öffnen. Folglich läßt der sich dann nicht auffüllen.


    Dennoch glaube ich, daß die Naßmethode im Waschkessel über alles, die bessere Lösung darstell. Die Rähmchen werden sauberer, die Wärme wird durch Alträhmchen und Tresterbriketts kostengünstig erzeugt, dem Gebäude bleibt der Wasserdampf erspart ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin Moin,


    Erst mal herzlichen Dank für Eure Anregungen.
    Ich werde es wohl mit Nassauschmelzen versuchen. Ein Waschkessel ist mir zu groß, aber da findet sich vielleicht noch eine andere Lösung.


    Hardy : So habe ich es auch gemacht, bin allerdings mit der Dauer und dem Energieaufwand nicht einverstanden. Ich wollte etwas effizienteres. Gerade Waben mit Futterresten brauchen ziemlich lange.


    Jetzt bin ich erst mal damit durch und habe Zeit mir eine bessere Lösung einfallen zu lassen.


    Einen schönen Abend Euch allen
    Michael

  • Futterreste sind immer ein Problem und auch mit der Waschkessel-Methode dauern solche Waben deutlich länger als nur alte bebrütete.
    http://www.landlive.de/videos/9208/


    Aber wenn wirklich viel Futter drinnen ist, wirst du ums nass Ausschmelzen nicht rum kommen. Wenn dir der 100l Kessel zu groß ist, vielleicht mal mit 'nem 30l-Einkochtopf versuchen, so richtig vorstellen kann ich es mir aber nicht.

  • Hi Micha,
    Bevor du die Wachsmengen ins kochende Wasser wirfst, stecke sie in einen engmaschigen Kartoffelsack,
    da gehst du den grössten Schweinereien aus dem Weg


    ... und dann das Futter auspressen oder wie?

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Einkochautomat funzt supergut - alles rein, mit etwas Wasser, damit es nicht anbrennt.
    Und es geht ziemlich schnell.
    Kann man danach aber nicht mehr als Einkochautomat benutzen....:cool:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen