Bienenbiologie und Imkerei

  • Etwas Bienenbiologie - rund um die Imkerei


    Eine Studie von Pettis et al. (1997) stellte fest, wann Bienen Weiselzellen ansetzen.


    1) Die Präsenz und "Stärke" des Königinnenpheromons scheint eine Rolle zu spielen. Bei alten Weiseln werden schneller Weiselzellen angesetzt, als bei jungen Weiseln.


    2) Junge Brut. Wenn viel und überwiegend junge Brut im Stock ist, werden weniger/keine Weiselzellen angesetzt. (Viel Brut = junge, vitale Königin?)


    3) Alte Brut. Wenn überwiegend ältere Brut im Stock ist, neigen die Bienen zum Ansetzen von Weiselzellen zur stillen Umweiselung.


    Ich glaube, es war auch Bretschko, der fortlaufend junge Brut nach unten und alte Brut nach oben stapelte. (Zwei Bruträume.)



    Faktoren, die im Zusammenhang mit der Sammelleistung stehen. (aus verschiedenen Studien zusammengestellt)


    1) Die Anwesenheit von 2-heptanon (C7H14O) führt zur einer Steigerung der Sammelleistung - aber auch dazu, daß die Bienen aktiv Parasiten zu beißen.


    2) Verfügbarkeit von leeren Waben.
    - je mehr leere Waben, desto höher der Sammeleifer. Hier scheint auch der Geruch der Waben ausschlaggebend zu sein. => Frische Waben dünsten Aldehyde aus: Octanal (70%), Nonanal, Decanal. (Nach Rinderer et al.)


    3) Anzahl Flugbienen und Volksgröße. Siehe Bretschko, Bergmann&Bergmann.


    4) Präsenz von junger Brut und junger Königin.


    5) Vorhandensein von 12-18 Tage alter Bienen -> das sind "Speicherbienen", die den Sammlerinnen den Nektar abnehmen. Die Wartezeit der Sammlerinnen von der Ankunft bis zur Entladung ist entscheidend für den Sammeleifer. Je eifriger ihnen der Nektar abgenommen wird, desto eifriger fliegen sie wieder los. Diese Tatsache wird durch die Erkenntnis gestützt, daß kurze Wege in den Honigraum auch zu mehr Honig führen. Genauso wie eingeengte Völker mehr Honig bringen können - je dichter die Bienen sitzen, desto schneller geht die Abnahme.

  • Hallo Miteinander,
    die Punkte 2 und 3 beim Thema "wann Bienen Weiselzellen ansetzen", hätten sich Pettes et. al. (1997) zu erforschen sparen können:
    Das ist die altbekannte These von Gerstungs Futtersaftstau.
    Fehlen tun in dieser Auflistung die Punkte Vererbte Anlagen und einfach der einzige Grund fürs Schwärmen:
    Erhaltung der Art (Vorschwarm) und Vermehrung (Nachschwärme).
    Über die erbarmungswürdige Ausnahme des Hungerschwarmes brauchen wir nicht diskutieren.
    Wer diese bekommt, ist alles andere, nur kein Imker.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.