Königin gefunden, was ist jetzt schon/noch machbar?

  • Hallo liebes Forum,


    nachdem ich schon eine ganze Weile hier im Forum lese, habe ich als Anfänger eine akute Frage.


    Vorher möchte ich mich kurz vorstellen. Mein Name ist Andreas, bin 47 Jahre alt, verheiratet und habe 2 Kinder. Schon seit meiner frühesten Kindheit interessiere ich mich für staatenbildende Insekten. Die letzten beiden Jahrzehnten befasste ich mich mit den Hummeln (habe jedes Jahr bis zu 8 Völker in meinem Garten) und den Hornissen (in der näheren Umgebung betreue ich 6 Hornissenkästen, die fast immer belegt sind).


    Nachdem ich endlich das Einverständnis meiner Familie für das Aufstellen von Bienen in unserem Garten erhalten hatte:-D, habe ich zunächst 2012 einen kompletten Lehrgang an der Imkerschule in SE absolviert. Im Juni quartierte sich dann ein fremder Bienenschwarm in einen meiner Hornissenkästen ein.....das war mein erstes Volk. Zwei weitere Ableger habe ich im Juli dazugekauft. Also bin ich mit 3 Völkern in den langen Winter gegangen (2-zargig, Segeberger Beuten).


    Bei der Oxalsäurebehandlung kurz vor Weihnachten ist eins der Völker "negativ" aufgefallen. Die Bienentraube des Volkes war wesentlich kleiner (ca. 3 Wabengassen) als die anderen beiden.


    Da gestern hier im Norden schönes Wetter vorherrschte, wollte ich die 2. Zarge des kleinen Volkes abnehmen und somit den Raum verkleinern. Dabei habe ich außerdem den Bienensitz ein wenig korrigiert (sie saßen in einer Ecke) und die mit Bienen besetzten Waben etwas in die Mitte verschoben.


    Als ich heute den täglichen Rundgang zu den Völkern machte, fand ich vor diesem Volk die tote, gekennzeichnete Königin (2012). Ich befürchte, dass das meine Schuld ist.......ich ärgere mich über mich selbst.


    Die anderen beiden Völker tragen Pollen ein und sehen sehr gut aus. Futter kontrolliere ich regelmäßig mittels Federzugwaage (als Anfänger hat man noch keine eingebaute Handwaage)........ist alles im grünen Bereich.


    Nun meine Frage: Was kann ich jetzt noch/schon mit dem Volk machen? Das Volk sieht sonst eigentlich noch gut und gesund aus.


    Gibt es vielleicht jemanden in Schleswig-Holstein oder Hamburg, der eine Ersatz-Königin nicht mehr benötigt und abgeben/verkaufen möchte?


    Viele Grüße
    Andreas

  • Nun meine Frage: Was kann ich jetzt noch/schon mit dem Volk machen? Das Volk sieht sonst eigentlich noch gut und gesund aus.



    Hallo Andreas,


    ich würde noch 1 Woche warten, bis es wärmer wird und dann sehen, ob Brut vorhanden ist. Es kann sehr gut sein, dass deine Bienen im Herbst noch umgeweiselt haben und sowohl die alte als auch die neue Königin gemeinsam in den Winter gekommen sind. Jetzt im Frühjahr fliegt die Alte raus und die Neue ist fleissig mit Eierlegen beschäftigt. Somit brauchst du keine neue Königin, nur weil eine alte Königin vor der Beute liegt.


    Stefan

  • Hallo Stefan,


    ich hoffe natürlich, dass Du Recht hast. Aber das wäre schon ein merkwürdiger Zufall, dass einen Tag nachdem der unerfahrene Imker "eingegriffen" hat, die Königin tot vor dem Stock liegt. Ich glaube, dass es viel wahrscheinlicher ist, dass ich Schuld an der Misere bin:evil:. Brut habe ich bei dem Korrigieren des Bienensitzes nicht gesehen. Dieses Volk hatte im Gegensatz zu den beiden anderen auch noch keinen Pollen eingetragen.


    Andreas


    Andreas

  • Würde ich auch so sehen. Ist keine Brut und Königin vorhanden Volk mit einem anderen vereinen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • in der näheren Umgebung betreue ich 6 Hornissenkästen, die fast immer belegt sind


    Man kann gezielt Hornissen "halten" ?! Wußte ich nicht, ist ja ein Ding o) Räubern die auch untereinander?! Stell ich mir recht krass vor. Immerhin muss man sie nicht wegen irgendwas behandeln, sondern sie leben einfach ihr Leben in den von dir bereitgestellten Wohnungen, oder?
    So viel erst mal zu meiner persönlichen Neugier *g*


    Zu deiner Frage: würde ich (ebenfalls noch Anfänger allerdings) bei gutem Wetter, aber bald, mal nach Stiften etc schauen, evtl haben sie spät umgeweiselt und die alte Kö jetzt erst ausgeräumt? So lang das Mäusegitter davor ist kriegen sie die königiche Leiche ja auch nur schwer raus.
    Summen sie langanhaltend und laut auf wenn du sie störst, oder beruhigen sie sich, verglichen mit deinen Vergleichsvölkern, "normal" schnell wieder? Falls sie länger aufbrausen ist das auch ein Zeichen für Weisellosigkeit - zu dem Test muss man sie ja nicht mal auseinanderreisen: Klopfprobe, oder mal Mäusekeil entfernen etc sollte ausreichen um sie testweise zu alarmieren.


    Kös kriegt man u.U. im lokalen Imkerverein, ansonsten gibts im April vermutlich online bei den großen Imkereien auch Kös im Angebot. Oder halt vereinen und dann zu einem besseren Zeitpunkt einen zeitigen Ableger erstellen, dürfte man auch nicht viel verlieren dabei... aber da wissen die älteren Hasen sicher besser was das beste ist, hör' lieber auf die Erfahreneren *g*

    "Neunzig Jahre in einer Landschaft und in gesegneten frohstimmigen Stunden wird sie der Greis immer noch sehenswert finden, neugierig durchsuchen und Manches entdecken, als sähe er sie zum ersten Male mit reifem Auge."
    - Alexander v. Warsberg, Odysseeische Landschaften.

  • Drobi
    Danke für die Antwort. Wie sollte man am besten vereinigen?


    IamEdHahne
    Die Hornissen beziehen die Kästen ohne menschliches Zutun. Ich lasse aber immer alte Nestreste des Vorjahres in den Kästen. Das zieht die Hornissen magisch an, so dass eine Königin direkt dort beginnt oder dort eine Filiale gebildet wird. Behandeln muss man die Hornissen nicht, obwohl die auch genügend "Feinde" haben (z.B. Hummelwachsmotten).

  • Hallo,


    mal unabhängig von der Königinnenfrage: In der Segeberger Styropor würde ich ein kleines Volk im Frühjahr niemals in die Mitte rücken, sondern an den Rand. Warum? Weil der Wärmeabstrom an dieser Seite durch das Styropor absolut gestoppt wird und die Bienen die Brut viel leichter warm halten können. Bei kleinen Völkern empfiehlt es sich außerdem, sie auch an der anderen Seite vor Wärmeverlust zu schützen. Das ist möglich mit 2 Trennschieds und einer Wärmeisolierung dazwischen.
    Dieses Einengen ist bei Hinterbehandlungsbeuten Usus, bei Magazinen eher nicht, da die Völker meist größer überwintert werden als in Hinterbehandlungsbeuten. Wenn die Völker aber klein sind, hilft ihnen das Einengen auch bei Magazinen.


    Gruß Ralph

  • Hallo,


    mal unabhängig von der Königinnenfrage: In der Segeberger Styropor würde ich ein kleines Volk im Frühjahr niemals in die Mitte rücken, sondern an den Rand. Warum? Weil der Wärmeabstrom an dieser Seite durch das Styropor absolut gestoppt wird und die Bienen die Brut viel leichter warm halten können. Bei kleinen Völkern empfiehlt es sich außerdem, sie auch an der anderen Seite vor Wärmeverlust zu schützen. Das ist möglich mit 2 Trennschieds und einer Wärmeisolierung dazwischen.
    Dieses Einengen ist bei Hinterbehandlungsbeuten Usus, bei Magazinen eher nicht, da die Völker meist größer überwintert werden als in Hinterbehandlungsbeuten. Wenn die Völker aber klein sind, hilft ihnen das Einengen auch bei Magazinen.


    Gruß Ralph


    Hallo Ralph!


    Sag mal hammer's noch?
    Was wird denn da schon wieder alles hochgepäppelt und herumgedoktert?
    So einen Kümmerer würde ich kontrollieren, ob er auch wirklich weisellos ist.
    Ist eine eventuelle stiftende und korrekt begattete Königin drin, dann kannst Du diese mit ihren paar Bienen über ASG dem stärksten Volk aufsetzen.
    Mit "korrekt begattet" meine ich, dass Du verdeckelte Arbeiterinnenbrut finden musst.
    Brut war aber keine mehr drin, also wahrscheinlich ist da eher keine Königin mehr drin jetzt.


    Wenn du die Königin nicht findest, dann setz die Bienen auf über ASG.


    Sollte sich wider Erwarten doch ein Brutnest bilden und du findest eine Königin, na dann hast Du noch ein Völkchen, das ich persönlich zur Ablegerbildung auflösen würde.
    :daumen:
    So würde ich es machen und nicht lange herumdoktern mit einem Schied und so einen Krampf...

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo Stefan,


    Du hast was Entscheidendes überlesen, vermute ich mal:


    mal unabhängig von der Königinnenfrage: In der Segeberger Styropor würde ich ein kleines Volk .....


    Er hat Andreas dies prinzipiell zum Vorgehen des "in die Mitte Rückens" geschrieben.
    Als Tipp, wenn man nun kein Starkvolk zum Aufsetzen hat oder das Aufsetzen nicht will, weil unklar ist, warum man mickert oder weil man kein Risiko eingehen will,
    dann kann das doch als Tipp so stehen bleiben?


    Andreas ,


    erstmal willkommen hier.
    Keine Brut und Königin tot nach Eingriff. In diesem Falle bleibt Dir wohl nur der Tipp von Luffi!!! Also aufsetzen!


    Du machst vom Starken dann einen Ableger und der wird Dir vermutlich noch schneller groß als der Mickerling und kostet nichts.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • ...Was wird denn da schon wieder alles hochgepäppelt und herumgedoktert?
    ...
    Ist eine eventuelle stiftende und korrekt begattete Königin drin, dann kannst Du diese mit ihren paar Bienen über ASG dem stärksten Volk aufsetzen.
    ...
    Sollte sich wider Erwarten doch ein Brutnest bilden und du findest eine Königin, na dann hast Du noch ein Völkchen, das ich persönlich zur Ablegerbildung auflösen würde.
    ...So würde ich es machen und nicht lange herumdoktern mit einem Schied und so einen Krampf...


    Ich weiß, viele Imker lösen im Frühjahr alle Völker auf, die nicht stark sind. Aber was hat man davon außer einer leeren Beute? Und wieviel Nutzen bringt das anderen Völkern? Welches Risiko geht man ein, eine unerkannte Krankheit zu verschleppen? Für schwache Völker im Frühjahr gibt viele mögliche Ursachen: Zuviel Varroa bei der Winterbienenerbrütung, schlechte Königin, starker Totenfall beim OS-Träufeln, Nosemose u.s.w.
    Ein Teil dieser Ursachen ist beim Volk zu suchen, ein anderer Teil beim Imker. Wenn die Bienen nicht offensichtlich krank sind, verschone ich deshalb so ein Volk und versuche, es zu fördern. Ich bin schließlich Imker aus Liebhaberei und kann die Zeit dafür erübrigen. Sehr oft erholen sich solche Völker und erbringen noch einen guten Beitrag. Wenn das Volk wider Erwarten bis in den Mai schwach bleibt, kann ich es immer noch auflösen oder umweiseln.
    Wollte ich nur gesagt haben, auch wenn das hier ein wenig an der Hauptfrage vorbei geht.


    Gruß Ralph

  • Hallo Ralph!


    Das sieht fast wie eine Entschuldigung aus, wie du das jetzt sagst.


    Ich bitte eines zu bedenken:


    Jeder hat das Recht das zu schreiben, was er will in diesem Forum!
    Sie/er sollte die Regeln der Rechtschreibung einigermaßen beachten!
    Deswegen mag ich dieses Forum so und bin schon seit einigen Jahren immer wieder auch Spendierbiene...


    Es gibt keine dummen Fragen, sondern nur dumme Antworten!


    Wenn du die Imkerei aus lauter Liebhaberei betreibst, dann mag das alles so passen wie Du es machst.


    Ich (persönlich) pass nicht mehr auf diese Kümmerervölker auf.
    Jede Königin darf - falls ich dies so einschätze als Bienenzüchter - leben, so lange wie diese es schafft!


    Nahezu keine Königin wird von mir derzeit abgedrückt!


    Jede macht Bienen und das ist gut so.


    Ich mag nur das "Herumdoktern" nicht!


    Man(n)/Frau sollte soviele Bienenvölker halten, dass er/sie nicht jedem Mickerling nachweinen muss.


    So habe ich es die letzten Jahre gehalten und ich bin sehr gut damit gefahren, weil ich eben unter anderem Bienenliebhaber bin, vor allem aber bin ich BienenZÜCHTER. Ich möchte mich aber mit meinen zwei bis drei Völkern nicht mit Kapazitäten wie dem Paul Jungels oder dem Thomas Rüppel messen.


    Dagegen bin ich ein ganz ganz ganz kleiner!
    Aber schon wenn man umlarvt züchtet man!


    Ich bin sehr direkt!


    Und?
    Ist das ein Problem?


    Bei mir braucht sich keiner entschuldigen!


    Marion
    Freilich darfst Du Mickerlinge auf 0,15 DNM Waben an den Rand der Segeberger rücken und durchpäppeln.


    realy no problem!


    Aber wieso kann der Anfänger nicht aufsetzen?


    Weil er nicht mit mehr als einem Volk angefangen hat, auch wenn das jeder sagt:


    Man braucht als Anfänger drei Völker:


    eines zum probieren
    eines zum totguggen
    eines für den Honig.


    Nicht kleckern, sondern klotzen!


    Bienen lieben nur den Überschuss.


    Alles andere ist Mumpitz...

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo Luffi,


    ich habe an HBB gelernt und dort gehörte das Einengen im Frühjahr zur Pflicht. Die Völker wurden auch klein ein- und ausgewintert. Die Bienenstände waren keine Liebhaberbienenstände sondern Institutsbienenstände. Unsere Vorgabezeiten für die Volksbearbeitung lagen bei 7min/Volk!
    Das Einengen in Magazinen benötigt keine langen Zeiten, sondern ist mit wenigen Handgriffen erledigt. Es ist auch kein"Herumdoktern" sondern geübte Praxis aus der HBB-Imkerei.
    Also tu mir den Gefallen und sei ein wenig bescheidener, wenn dir Handlungen begegnen, die du nicht kennst!
    Du hast auch noch nicht verraten, warum du anstelle von Kleinvölkern unbedingt leere Beuten haben möchtest. Die kannst du doch auch noch im Mai haben, wenn die Situation mit den Kleinvölkern klarer geworden ist und die Beuten für Ableger gebraucht werden.
    Unklar bleibt auch, warum du unbedingt schwache Völkchen anderen Völkern aufsetzen und damit damit die Gefahr der Verschleppung von Krankkeiten eingehen möchtest. Jedes schwach auswinternde Volk ist ein potenzieller Krankheitsfall! Beobachten und abhängig von der weiteren Entwicklung Nichtstun, Sanieren, Umweiseln oder, wenn nichts anderes möglich ist, Abschwefeln ist meines Erachtens der weniger riskante Weg.


    Gruß Ralph

  • Ich kapiere nicht das Problem. Koenigin tot. Also ist schon eine andere drin oder wird dann nachgeschafft. Arbeitsaufwand fuer den Imker = 0.


    Wo ist der Vorteil der anderen Vorgehensweisen??


    Wird eine Jungkoenigin Ende April/Anfang Mai nicht begattet oder wo liegt das Problem? Tut mir leid, irgendwie scheine ich auf dem Schlauch zu stehen. Bei konsequenter Imkerei auf Honigertrag gilt natuerlich dass nur die Staerksten ueberleben (gelassen werden).
     
    Fuer den Anfaenger oder Leute "neben der Spur" mag ein Volk einen Eigenwert haben, unabhaengig vom erwarteten Honigertrag.


    ( :) ) ??