"Flade" Futterteig - wie soll das gehen?

  • Ich habe gestern wegen der anhaltenden Kälteperiode zum ersten Mal selber Futterteig aus Staubzucker, Wasser und etwas eigenem Honig gemischt, um ihn auf die Waben aufzulegen. Irgendwo im Forum wird empfohlen, eine dünne Flade aufzulegen - allerdings ist mein Futterteig sehr klebrig und sehr brüchig geworden. So kann ich mir nicht vorstellen, wie man da eine Flade machen soll, die man auflegen kann. Ich habe also eine dünne Schicht auf Papier etwas trocknen lassen, und das Papier dann so oben aufgelegt (natürlich Papier oben, Futterteig unten).


    Gibts da vielleicht bessere Methoden, oder hab ich irgendwo was falsch gemacht?

  • Hallo Herbert!


    Futterteig stellt man 1:3 her- ein Teil Honig, drei Teile Puderzucker, Wasser ist nicht nötig. Wenn die Konsistenz stimmt, kannst Du den Teig wie Kuchenteig dünn ausrollen und auf die Oberträger legen. Warum fütterst Du nicht direkt mit eigenem Honig, wenn Du noch welchen hast? Futterteig ist bei den derzeitigen Temperaturen nicht optimal...


    Gruß,
    zonia

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Hallo Herbert,
    ich mußte dieses Jahr auch schon nachfüttern.
    Methode: Honig mit Puderzucker solange mischen bis eine reichlich zähe Konstistenz entsteht. Damit das etwas einfacher anzurühren ist, habe ich den Brei bei ca. 30 Grad gerührt.
    Anschließend in warmen Zustand in Gefrierbeutel laufen lassen und verschweißt. Nach Abkühlung ist das eine flache, durchaus feste Platte, die ich unten aufgeschnitten
    und auf die Oberträger gelegt habe. Durch die Temperatur im Stock wird es für die Bienen gut verwertbar, falls sie Wasser finden, bzw. vom Kondeswasser nehmen können.


    Von den div. probierten Methode war dies die Beste.


    Gutes gelingen
    Salli

  • Hallo Herbert!


    Futterteig stellt man 1:3 her- ein Teil Honig, drei Teile Puderzucker, Wasser ist nicht nötig. Wenn die Konsistenz stimmt, kannst Du den Teig wie Kuchenteig dünn ausrollen und auf die Oberträger legen. Warum fütterst Du nicht direkt mit eigenem Honig, wenn Du noch welchen hast? Futterteig ist bei den derzeitigen Temperaturen nicht optimal...


    Gruß,
    zonia


    Ich habe mich nach diesem Rezept gehalten, bzw. das auf 1,5 kg Staubzucker runtergerechnet: http://www.bienenforum.com/for…eicht-und-einfach-gemacht



    Wir haben fast keinen Honig mehr, und ich bin unsicher, ob nicht auch der eigene eher Gesundheitsprobleme macht als Zucker.



    Er ist auch sehr kristallisiert, d.h. für die Mischung als Futterteig ohne Wasser müsste ich ihn vermutlich erst erwärmen und verflüssigen?

  • Gebe mal mein Rezept für geprüften FT hier rein


    wenn man nur wenige Völker hat, hat sich folgendendes Rezept bei mir bewährt, die meisten Rezepte sind zu dünn, also sicher nicht über 10% Feuchtigkeit


    Man nehme 1Kg Puderzucker in einen Kunststoffsack
    Mische 100 Gramm Honig mit 75 ml warmen Wasser, und schütte diese Lösung in den oben genannten Kunststoffsack
    und lasse das ganze gut durchziehen, oder helfe mit kneten nach
    Anschliessend verschlisse man den FT gut, am besten mit verschweissen, so ist der FT fast unbegrenzt haltbar


    Dieser FT hat einen Wassergehalt von 7,91% und eignet sich super für Not und Reizfütterung,
    Fladen auf einer Seite kleinen Schlitz rein 5 x1 cm und direkt auf die Rähmchen auflegen, Schlitz quer zu den Rähmchen


    Deckel drauf und fertig


    Ich mische aber auch grössere Mengen mit diesen Rezept 10 Kg Puderzucker, 1 Kg Honig und 750 ml Wasser

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • Hey hey,


    ja, da hat natürlich jeder seine Rezeptchen. In solchen Fragen finde ich das Buch 'Weiß: Der Wochenend-Imker' eigentlich immer äußerst nützlich. S. 150 ff. gibts da allerlei Rezepte und Tipps wie mans am bequemsten herstellt.


    Er empfiehlt: 1 Teil (ver)flüssig(t)en Honig, max. 10% warmes Wasser dazu. Dann 3 Teile Puderzucker, das Ganze so lange verkneten bis nichts mehr an den Händen kleben bleibt und der ganze Puderzucker aus der Schüssel mit eingeknetet ist. Gibt ne gute Konsistenz, wenn man es in Folie noch ca. 1 Woche auf Zimmertemperatur ziehen läßt ist's ideal.

    "Neunzig Jahre in einer Landschaft und in gesegneten frohstimmigen Stunden wird sie der Greis immer noch sehenswert finden, neugierig durchsuchen und Manches entdecken, als sähe er sie zum ersten Male mit reifem Auge."
    - Alexander v. Warsberg, Odysseeische Landschaften.

  • Wie hier im Forum schon sehr oft geschrieben wurde, ist Futterteig zur Notfütterung ungeeignet! Die Bienen benötigen für die Verarbeitung Wasser, das sie bei dieser Kälte nicht holen können. Besser Flüssigfutter z.B. ApiInvert im ZipLock-Beutel oder wie ich es mache in 3 Ltr. Gefriebeutel, die mit dem Küchenfolienschweißgerät verschlossen werden.

  • Wie hier im Forum schon sehr oft geschrieben wurde, ist Futterteig zur Notfütterung ungeeignet! Die Bienen benötigen für die Verarbeitung Wasser, das sie bei dieser Kälte nicht holen können. Besser Flüssigfutter z.B. ApiInvert im ZipLock-Beutel oder wie ich es mache in 3 Ltr. Gefriebeutel, die mit dem Küchenfolienschweißgerät verschlossen werden.


    Mein Rezept in Verbindung von Kondenswasser hat genug Wassergehalt 7,91%. Natürlich geht es nicht mit Apifonda oder anderen Fertig FT oder ähnlichen


    Ürigens das von IamEdHahne oben angeführte Rezept hat einen viel niedrigeren Wassergehalt 1,87% nur

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • Hallo Kurt,
    und außerdem füllt es die Honigräume schneller, gell?


    So langsam geht es mir hier wie dem Drohn, wenn Ironie nicht mehr hilft, vielleicht tut es ja Sarkasmus

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Kannst Du die 1,87% mal vorrechnen, Kurt?


    Und handelsübliche Futterteige haben um die 10% Wasser. Warum geht Deiner in der Aufnahme besser als diese?


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Wir haben fast keinen Honig mehr, und ich bin unsicher, ob nicht auch der eigene eher Gesundheitsprobleme macht als Zucker.
    Er ist auch sehr kristallisiert, d.h. für die Mischung als Futterteig ohne Wasser müsste ich ihn vermutlich erst erwärmen und verflüssigen?


    Ja, vorsichtig erwärmen. Falls die Mischung zu weich wird, einfach noch mehr Zucker untermischen. Warum sollte der eigene Honig Deiner Bienen ihnen Gesundheitsprobleme verursachen?

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Hallo,


    ich mach Futterteig mit 5 Kilo Puderzucker und 500 Gramm verflüssigtem Rapshonig. Anschließend wird der Glas aus dem der Honig kam mit kochendem Wasser gefüllt, zugeschraubt, kurz geschüttelt und das Honigwasser mit reingekippt. Kurz mit Stockmeisel durchspachteln und dann nen paar tage durchziehen lassen.


    Honig, Zucker und Zuckerteig sind Hygroskopisch, das heißt sie ziehen Wasser an. Wenn es draussen 5 Grad hat und das Volk brütet, verdunstet in der Bienentraube Wasser aus der Brut und kondensiert dort wo es kälter ist. Durch die Kondensation und den Hygroskop-effekt nimmt die Oberfläche des Futterteiges mehr wasser auf und die Bienen können ihn abnehmen und verwerten.


    Den einzigen Grund den ich gegen Futterteig anführen möchte ist die fehlende Möglichkeit zum Abkoten, wenn die Bienen größere Mengen Zucker im Winter verarbeiten. Außerdem sollte man eine Folie zwischen Teig und Oberträger legen und genau im Bereich der Winteraube ein Loch von Ca. 2x2 cm reinschneiden, sonst wird der Teig zu flüssig und weich und läuft die wabengassen runter.


    Mfg Malte Niemeyer


  • Ganz einfach weil er 10% Honig hat


    Und zur oberen berechgnug, die stimmt ganz bestimmt


    weil er ja den 1 Teil Honig mit 10% Wasser verdünnt hat, der Honig aber selber ca 18% Wasser hat


    Also z.B 3 Kg Puderzucker 1Kg Honig der mit 10% Wasser verdünnt ist ergibt die 1,87% oder 118 ml Wasser

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • Morgen Malte,


    Den einzigen Grund den ich gegen Futterteig anführen möchte ist die fehlende Möglichkeit zum Abkoten, wenn die Bienen größere Mengen Zucker im Winter verarbeiten.


    Genau dann scheint mir Zucker angesagt weil Zucker für die Bienen weniger Ballaststoffe enthält als Honig oder sehe ich das falsch?


    Groeten, Wilfried.

    ...und der Blick auf die Biene wird der Blick auf die Landschaft sein (Bernhard Heuvel, 08.11.2013)