• Hallo


    ist jemand im Verein Union für Basiszucht?
    Betreibt jemand Zucht der Landrasse?
    Was sind eure Erfahrungen?

  • hallo Markus,


    es gibt eine Webseite der Union der Basisizüchter, da könntest Du Dich zunächst mal in das Thema einlesen.


    http://www.basiszuechter.de/


    Begründet wurde die Union von Wolfgang Golz ( 1927 - 2007). Ich selbst schätze ihn sehr, obwohl ich ihn zu seinen Lebzeiten nie kennengelernt habe. Er hat, wie ich finde, wichtige und fundierte Aufsätze zur Bienenhaltung geschrieben und war ein Weggenosse von Bruder Adam.


    Ich selbst bin mal der UdBZ beigetreten und finde die Idee der Basiszucht sehr sympatisch, sehe das aber nicht dogmatisch.


    Schmeiss mal die Suchfunktion an mit den Stichwörtern "Golz" und "Basisizucht". Da solltest Du hier einiges finden.

  • Hallo


    ist jemand im Verein Union für Basiszucht?
    Betreibt jemand Zucht der Landrasse?
    Was sind eure Erfahrungen?


    Hallo,


    der Name "Basiszucht" ist schon sehr irreführend. Man kann nicht von "Zucht" sprechen, denn ein Züchter wählt auch die väterliche Seite aus, was hier nicht der Fall ist.


    Es handelt sich eher um eine Standvermehrung nach dem Zufallsprinzip.


    Im übrigen gibt es auch keine "Landrasse". Dies ist lediglich ein Begriff zur Beschreibung der an einem Ort vorherrschende Biene. In Deutschland ist dies die Carnica mit Einflüssen der Buckfast.


    Gruß
    KME


  • Es handelt sich eher um eine Standvermehrung nach dem Zufallsprinzip.


    Das kann man SO nicht ganz stehen lassen. Es erfolgt eine scharfe Selektion der mütterlichen Seite. Nicht umsonst hat GOLZ eine Stockkartensymbolik entworfen mit der die EIgenschaften der Völker notiert werden können und an auf einen Blick die subjektive Qualität der Völker erkennen kann.
    Die väterliche Seite wird durchaus auch gezielt dadurch beeinflußt, dass man einen Begattungsstand mit seinen besten Völkern schafft. Golz hatte seinen im Teufelsmoor. Langfristig führt das im eigenen Bereich zur Anreicherung der vorhandenen Drohnen mit einegm Material und somit eine gewisse Begattungskontrolle.
    Man kann dieses Verfahren auch schlecht reden, es würde jedoch flächendeckend eingesetzt zu einer ganz erheblichen Besserung der Population in DE führen, viel mehr als die 10% der Völker die mit "Reinzuchtköniginnen" ausgestattet sind.


    LGR

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    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Lieber Kai, rede die Basiszucht nicht schlecht ! Ich habe als Imker die Möglichkeit auf die Mutterline Einfluss zu nehmen. Durch die Polyandrie besteht nur die Möglichkeit der künstlichen Besamung, damit ich auf der Vaterseite sicher bin. Interessant für Dich: Ich wohne an der Schweizergrenze. Dieses Jahr habe ich bei zwei Geschwisterköniginnen zwei unterschiedliche Drohnen festgestellt. Eine Linie grau, Cubitalindex 2,1- 2,4, die andere Drohnenlinie schwarz, Cubitalindex 1,3-1,4 ! Daraus kannst Du schliessen, die Mutter der Geschwisterköniginnen ist eine Carnica x begattet unter anderen von einem A.m.nigra Drohn. Die Söhne ihrer Töchter sind zur Hälfte A.m.nigra. Obwohl Hybridbienen sind sie brav und gut zu halten. Deshalb ist für mich die Basiszucht, für den Erhalt der lokalen Bienen, ein ganz entscheidender Schritt! Mater est certa, Pater non certer. Diese Aussage gilt bei der Bienenzucht noch mehr, als bei Säugetieren!
    Liebe Grüsse Avis

  • Lieber Kai, rede die Basiszucht nicht schlecht !Liebe Grüsse Avis


    Hallo,


    das habe ich auch keineswegs vor, im Gegenteil. Für die große Masse der Imker ist es wohl der beste Weg, die Qualität seiner Bienen zumindest zu halten, was wünschenswerte Eigenschaften vie Sanftmut und Honigertrag betrifft. Auf diese beiden sollte man sich konzentrieren, mehr bekommt man ohnehin als Privatmann nur schwer unter einen Hut.


    Dennoch bei der Basiszucht von "Zucht" (im engeren Sinne) zu sprechen, halte ich für wenig trefflich. Ich bin doch kein Züchter, wenn ich mich der Basiszucht verschreibe. :p


    Gruß
    KME

  • Bei der Basiszucht wird ja auch nicht von Zucht gesprochen, sondern von Basiszucht. :u_idea_bulb02:

  • :lol: Züchten tust du bereits, wenn du eine Auswahl aus mehreren Individuen triffst, wer sich vermehren darf.


    Hallo,


    nein, stimmt nicht.


    Laut herrschender Definition setzt Zucht u. a. die kontrollierte Fortpflanzung voraus. Diese ist bei der "Basiszucht" nicht gegeben.



    Von daher können wir hier nicht von Zucht sprechen.
    Gruß
    KME

  • Sabi(e)ne hat insofern recht, dass jede Auswahl der zur Vermehrung verwendeten Bienen, eine Zuchtauswahl darstellt. Bei Menschen, Schweinen, Kühen, Schafen oder Kaninchen ( Säugetiere ) haben wir immer zwei Elter und damit ist die Genetik der Nachkommen eindeutig bestimmt. Bei Bienen haben wir das Problem, dass die Mutter ausgewählt werden kann, nicht aber die Väter! Es ist auch nicht ein Vater, sondern es sind 10-20 verschiedene Väter, entsprechend haben wir 20-40 Geschwistergruppen, für Bienen ein Segen, die genetische Vielfalt betreffend, für die Züchter( Menschen) ein Griff in die Wundertüte! Es bliebe für die Zucht nur eine kontrollierte Anpaarung über künstliche Insemination. Dann haben wir aber das Problem mit epigenetischen Effekten. In der Genetik hat sich gezeigt, dass künstliche Befruchtung, In vitro Fertisilation und Klonung von Embryonen verschiedene epigenetische Programme startet! "Das Gleiche ist nicht Dasselbe!" Am Schluss steht
    die Erkenntnis: Natursprung und "Liebe" sind eine entscheidende Vorraussetzung für die Lebenskraft der Kinder!
    Liebe Grüsse Avis