schimmel...

  • Hallo!


    Bin Jungimker und hab mich tierisch gefreut, dass ich bisher drei meiner vier Völker über diesen nicht enden wollenden Winter gebracht hab. Heute wars in bayerisch Schwaben mal etwas sonniger, da hab ichs nicht mehr ausgehalten und bei einem meiner Völker (DN Heroldbeute, auf zwei Zargen überwintert) einen Blick unter die Folie gewagt. Was seh ich am Rand: Schimmel. Dann hab ich die hinterste Wabe raus, darunter: noch mehr Schimmel und untem am Boden tote Bienen in Matsch und Schimmel.
    Hab mich dann mit einem erfahrenen Imker bei mir im Ort kurzgeschlossen. Auf seinen Rat hin hab ich die untere Zarge raus, hab bei der Gelegenheit auch gleich den kompletten Boden ausgetauscht (hatte noch einen sauberen auf Lager) und hab die obere Zarge mit den meisten Bienen wieder raufgestellt. Die Bienen, die in der vormals unteren Zarge auf den oberen Rähmchenrändern saßen, hab ich in den anderen Kasten eingekehrt.


    Jetzt zu meinen Fragen:


    1. Hab ich richtig gehandelt?
    2. Wie zur Hölle kann ich bei einer Heroldbeute diesen blöden Schimmel verhindern?


    (Ich muss dazu sagen, dass meine Beuten etwa dreißig cm über dem Boden auf einem Balkengestell stehen. Die drei Kästen waren bisher den ganzen winter mit einer Folie und Blech bedeckt. Die Folie vor allem, damits von den seiten und hinten nicht so hinwettert. Die Folie hab ich jetzt heute abend weg, in der Hoffnung, dass der Wind jetzt n bisschen hinkann und die ganze Sache mal ein bisschen belüftet)


    Schon im Voraus danke für die Antworten!

  • Hallo tuixui,
    jetzt hast Du sicher das Richtige gemacht.
    Für den kommenden Winter würde ich empfehlen:
    Offener Boden (mit Gitter natürlich).
    Die Beute nicht mit Folie schützen - Holz muss atmen können.


    Sollte das mit dem offen Boden bis zum Spätsommer nicht klappen, dann
    darauf achten, dass die Beute mit einer leichten Neigung nach vor aufgestellt ist (sprich hinten höher als vorne).
    Es hatte sich früher, vor dem offen Boden, BEI MIR bewährt wenn ich in der unteren Zarge die beiden Randwaben entnommen habe.
    Das Volk sollte auch wirklich im Herbst zwei Zarge besetzten. Gerade bei späten Ablegern ist es besser auf einer Zarge zu überwintern - geht auch bei DN.
    Gruß Eisvogel
    Kurze Nachfrage:
    War die untere Zarge die Du entfernt hast leer? Nicht nur von Bienen, auch von Futter?

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Ok danke für die Antwort.


    Ja, das hab ich jetzt auch gemerkt, dass so ein geschlossener Holzboden nicht das wahre ist. Da muss ich nachrüsten.


    Ja, die untere Zarge war (bis auf sehr geringe Futterreste leer). Und die meisten Waben haben halt an den Rändern echt ziemlich geschimmelt.
    Ein Volk hab ich aber schon auf einem Gitterboden. Da ist aber bis jetzt noch der Varroaboden drin (Bitte nicht schimpfen, hab die Funktion erst jetzt gecheckt ((ANFÄNGER)).) Soll ich den Varroaboden jetzt rausnehmen oder ist das bei der Witterung ein zu brutaler Schock für die Mädels?

  • Hallo,
    den Varroabodenschieber würde ICH jetzt nicht entfernen, vielleicht in 3 Wochen oder 4 Wochen; es hängt von Deiner örtlichen Wettersituation und der Entwicklung Deiner Völker ab. Das kann man nicht aus der Ferne entscheiden.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo tuixui,
    ich habe auch solch Heroldbeute, auch keinen offenen Boden, also kein Gitter sondern nur Holz.
    Hat im ersten Jahr auch geschimmelt. Der Tip von Eisvogel, vorne und hinten eine Wabe
    draussen zu lassen funktioniert nicht nur, der wirkt Wunder. (gute Luftzirkulierung)
    Der funktioniert so gut, dass ich immer noch keinen Gitterboden rein gebaut habe.
    Schimmel ist natürlich auch weg :wink:
    gruss
    rudi

  • Ok. Dann weiß ich, wie ichs nächsten herbst mach. Jetzt ists wohl fürs Wabenrausnehmen fast schon zu spät, wenn jetzt dann irgendwann in naher Zukunft doch mal der Frühling Einzug halten sollte.


    Aber echt Danke für die Antworten, super!!!:daumen:

  • Ich hab' meine Bienen auch in Heroldbeuten. Früher - mit 10 Waben und geschlossenem Boden - hatte ich auch das Problem. Nun überwintere ich mit offenem Gitterboden und 9 statt 10 W. Im Herbst füttern wir mit einer 2 Waben breiten Futtertasche ein, dafür müssen eh zwei Rähmchen im B2 raus, nach der Einfütterung wird dann eine Wabe nach oben gehängt, damit sind es dann unten und oben je 9 Waben, alles mittig ausgerichtet und seit dem ist es kein Problem mehr!


    Durch den Innenfalz kann bei Schlagregen doch mal etwas Wasser in die Beute laufen, daher sollte die Amerikanische Trageschiene rechts und links nicht ganz bis zur Beutenwand gehen, damit das Wasser wieder ablaufen kann und nicht unter den Rähmchenohren steht.

  • Danke Nico für diese Frage:p_flower01::daumen:


    Der Drohn sagt nur: http://de.wikipedia.org/wiki/Penicillium


    Und ja, genau dieser Schimmel bildet sich, wenn in einer Leerzarge ein Eimer steht, in dem frische gekochte Linnentücher liegen. Zuerst werden sie rot und dann ist genau der richtige Zeitpunkt um sie raus zu holen und die Salami oder den Schinken damit einzuwickeln und zu impfen.



    also....ist Schimmel vielleicht sogar gesund für Bienen?


    Danke mal
    sagt
    der
    Drohn

  • Neeee, nicht wirklich.


    Schimmel ist immer dann gesund, wenn er stabilisiert und kontrolliert werden kann vom Wirtsorganismus. Ist wie mit der Lüftung und Ventilation. Kalt-feuchte Schimmelecken sind nicht das Optimum eines gesunden Körpers.


    Pilze sind sehr mächtig! Wehe dem, der davon überrascht wird.

  • http://www.amazon.com/gp/product/0982426712?ie=UTF8&tag=wrightfood-20&linkCode=as2&camp=1789&creative=9325&creativeASIN=0982426712
    siehe hier!
    leider gibt es kein gutes Buch auf Deutsch das mir bekannt ist.
    Da wird auch die antibiotische Wirkung gegen erklärt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Botulinumtoxinhttp://de.wikipedia.org/wiki/BotulinumtoxindD

    Botulium ist meiner Meinung nach ein großer Bienenkiller, leider darf darüber nicht gerne berichtet oder geforscht werden, da ja Honig mit im Spiel ist.


    Der
    Drohn

  • Hallo


    wir imkern mit Dadant (12) und waren dieses Frühjahr (endlich ists da) auch sehr überrascht bei der ersten Durchsicht, dass es praktisch keine Futterwabe gab, die nicht leicht geschimmelt ist. Zwar war noch kein richtiges "Fell" da und es konnte auch längst noch nicht laufen, aber eindeutig alles grau geschimmelt. Nicht allzu schön, aber unseren Mädchen schiens prächtig zu gehen, die waren putzmunter.


    Ob das evtl auch davon kommt, dass der letzte Sommer sehr nass war und die deshalb das Futter nicht trocken genug bekommen haben?:u_idea_bulb02: Schließlich klagten die Imker in unserer Region über genau dasselbe Phänomen bei ihrem Honig, den sie deshalb nicht verkaufen konnten, weil einfach noch zu viel Wasser drin war....


    Sind die Gedanken völlig abwegig?:Biene:
    Und sollte man sehen, dass man die Waben gewechselt bekommt??


    LG von der grübelnden Susi

    Falls fallend du vom Dach verschwandest, so brems, bevor du unten landest.:u_idea_bulb02: