Zwei Anfängerfragen: Wann Ableger bilden? Was tun gegen tote Bienen vor Flugloch?

  • Hallo Forum,


    meine zwei Völker habe ich einigermaßen über den Winter bekommen, eins auf zwei Zargen, das andere hat letzte Woche die Erweiterungszarge bekommen (von eins auf zwei).


    Bis vorgestern hatten wir hier recht gut Sonne, was die Bienen auch fleißig zum Fliegen und Pollensammeln genutzt haben. Leider war es gleichzeitig ziemlich kalt (ca 6 Grad) und es gab fies kalten Ostwind. Jeden Tag lagen abends vor den Fluglöchern viele tote Bienen auf dem Boden, ca 50 pro Beute, wenn nicht mehr. Manche bewegten sich noch ein bisschen.
    Die Beuten stehen Richtung Osten, bekommen also die volle Morgensonne ab. Ab dem frühen Nachmittag liegen die Fluglöcher und der Boden davor jedoch im Schatten. Ich fürchte, dass diese Orientierung bei dem beschriebenen Wetter (sonnig aber kalt und windig) für die Bienen ungünstig ist - sie werden u.U. von der frühen Sonne rausgelockt und dann von den Temperaturen und dem Wind kalt erwischt. Beide Völker haben noch den Mäusekeil. Wenn ich viel Flugbetrieb beobachten konnte, habe ich ihn tagsüber entfernt und abends wieder eingesetzt.
    Gestern und heute war es bedeckt bei unverändert kühlen Temperaturen, und die Bienen sind nicht geflogen.
    Vorgestern hatte ich erstmals Dachpappe als Einstiegshilfe an die Fluglöcher gelehnt (die Beuten stehen auf Betonplatten), viel geändert hat das allerdings nicht. Einmal habe ich einige Bienen zusammengekehrt und auf ein sonniges Plätzchen gekippt, nach kurzer Zeit wurden sie wieder "wach" und flogen auf.


    Gibt es außer der Dachpappe noch etwas anderes, das ich ausprobieren könnte? Vielleicht ein morgendlicher Sonnenschutz, der die Fluglöcher beschattet, wenn's wieder sonnig wird? Mit tut das immer so leid um die Bienen, die da komplett gelb eingestaubt und dick mit Pollen bepackt bewegungslos vor den Fluglöchern rumliegen.


    Und noch eine Frage:
    Meine Ableger habe ich letztes Jahr Anfang Mai und Anfang Juni bekommen. Wenn ich dieses Jahr zur Schwarmvorbeugung und Völkervermehrung von meinen eigenen Völkern Ableger bilden möchte, sollte ich das dann zu ähnlichen Zeiten machen? Oder verschiebt sich das durch die Kälte dieses Frühjahr noch weiter nach hinten? Also wie lange nach Einsetzen der Obstbaumblüte, z.B., kann oder sollte man mit der Ablegerbildung warten?


    Danke fürs Lesen und Überlegen! :)
    Viele Grüße, Marigold


  • Jeden Tag lagen abends vor den Fluglöchern viele tote Bienen auf dem Boden, ca 50 pro Beute, wenn nicht mehr.


    Einige tote Bienen ist normal. Du kannst versuchen einen Streifen vor den Beuten mit Dachpappe auszulegen. Vielleicht kommen einige Bienen auf der warmen Pappe wieder hoch.



    Beide Völker haben noch den Mäusekeil. Wenn ich viel Flugbetrieb beobachten konnte, habe ich ihn tagsüber entfernt und abends wieder eingesetzt.


    Würde ich nicht machen. Die Bienen orientieren sich ja auch irgendwie am Flugloch. Wenn also der Eingangsbereich ständig verändert wird, könnte es sein dass es die Bienen verwirrt.



    Und noch eine Frage:
    Meine Ableger habe ich letztes Jahr Anfang Mai und Anfang Juni bekommen. Wenn ich dieses Jahr zur Schwarmvorbeugung und Völkervermehrung von meinen eigenen Völkern Ableger bilden möchte, sollte ich das dann zu ähnlichen Zeiten machen? Oder verschiebt sich das durch die Kälte dieses Frühjahr noch weiter nach hinten? Also wie lange nach Einsetzen der Obstbaumblüte, z.B., kann oder sollte man mit der Ablegerbildung warten?


    Es gibt viele viele Mäglichkeiten Ableger zu bilden.
    -Zur Schwarmvorbeugung kannst du Mitte / Ende April (dieses Jahr wahrscheinlich etwas später) von jedem Volk ein bis zwei Brutwaben entnehmen und damit Ableger machen.
    -Wenn ein Volk bereits Weiselzellen angesetzt hat, kannst du die Königin entnehmen und einen Königinableger machen. Dämpft den Schwarmtrieb meist enorm.
    -Grundsätzlich kannst du bis in den Hoch / Spätsommer Ableger bilden. Je nach Stärke und Trachtsituation. (Evtl. auch über Kunstschwarm)
    -Auch kannst du die Varroabehandlung mit Ablegerbildung kombinieren. --> Komplette Brutentnahme.


    Viel Erfolg! :wink:


    LG


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Moin Simon und Danke für deine Gedanken!


    Einige tote Bienen ist normal. Du kannst versuchen einen Streifen vor den Beuten mit Dachpappe auszulegen. Vielleicht kommen einige Bienen auf der warmen Pappe wieder hoch.


    Werde ich machen, danke! Du meinst, zusätzlich zur Anflughilfe? Dachpappe habe ich ja jetzt genug.


    Würde ich nicht machen. Die Bienen orientieren sich ja auch irgendwie am Flugloch. Wenn also der Eingangsbereich ständig verändert wird, könnte es sein dass es die Bienen verwirrt.


    Ich dachte, dass es ihnen nichts ausmacht, wenn ich den Keil morgens/mittags entnehme, weil sich dann die Öffnung ja vergrößert. Abends pack ich ihn ja auch erst wieder dran, wenn keinen Bienen mehr unterwegs sind. Mir war es halt auch wichtig, dass sie bei der Kälte wieder fix in die Beute rein können und nicht erst noch lange draußen warten müssen. Da war schon immer ein ziemliches Gedrängel.



    Es gibt viele viele Mäglichkeiten Ableger zu bilden.
    -Zur Schwarmvorbeugung kannst du Mitte / Ende April (dieses Jahr wahrscheinlich etwas später) von jedem Volk ein bis zwei Brutwaben entnehmen und damit Ableger machen.
    -Wenn ein Volk bereits Weiselzellen angesetzt hat, kannst du die Königin entnehmen und einen Königinableger machen. Dämpft den Schwarmtrieb meist enorm.
    -Grundsätzlich kannst du bis in den Hoch / Spätsommer Ableger bilden. Je nach Stärke und Trachtsituation. (Evtl. auch über Kunstschwarm)
    -Auch kannst du die Varroabehandlung mit Ablegerbildung kombinieren. --> Komplette Brutentnahme.


    Prima, danke! :) Ich glaube, die normalen Ableger Anfang/Mitte Mai mache ich auf jeden Fall. Und vielleicht hinterher noch einen Königinableger.


    Viele Grüße :Biene:

  • Hallo Marigold!
    Anflughilfe kann man machen, muss man aber nicht :wink: Schau dir Klotzbeuten an. Da fliegen die Bienen einfach an einen Baumstamm, komplett ohne Anflugbrett. Du kannst es ja mal versuchen, dass du breitflächig vor den Beuten Dachpappe auslegst. Im Moment wirds sicher nicht schaden.


    Das mit dem Mäusekeil rein und raus war eine Überlegung von mir. Ob die Bienen wirklich Orientierungsprobleme damit haben weiß ich nicht. Das weis eigentlich bis heute niemand richtig an was und wie sich Bienen orientieren, :p
    Auf jeden Fall kannst den Mäusekeil bald komplett rausnehmen. Es soll ja HOFFENTLICH wärmer werden!!!


    LG


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Betr.: "Dachpappe"
    Ich weiß ja nicht, was hier unter Dachpappe verstanden wird.
    Nach meiner Vorstellung ist es dieses Schwarze Zeug aus Bitumen (?), das bei Wärme weicher und klebrig wird.
    Ob das für die Bienen so toll ist, wenn die darüber laufen und dann eventuell Material in die Beute eintragen und die Füße an den Waben wieder abtreten?
    Gruß Hubert

  • Betr.: "Dachpappe"
    Ich weiß ja nicht, was hier unter Dachpappe verstanden wird.
    Nach meiner Vorstellung ist es dieses Schwarze Zeug aus Bitumen (?), das bei Wärme weicher und klebrig wird.
    Ob das für die Bienen so toll ist, wenn die darüber laufen und dann eventuell Material in die Beute eintragen und die Füße an den Waben wieder abtreten?
    Gruß Hubert


    bei den jetzigen Temperaturen? :wink: 
    Ab 15 Grad kommt die Pappe dann natürlich wieder weg, weil überflüssig und zu heiß ...


    LG


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Ich hab meine Holzgestelle auf denen die Beuten stehen auch gegen Feuchtigkeit mit Dachpappe eingeschlagen und vorne das Stück bis zum Boden (Holz+Stein, knapp 30cm) damit ausgelegt. Quasi als Anflugbrett. Das wird in der Sonne warm ja.... Aber flüssig wird das nicht. Dächer werden ja in der Sonne bei hohen Temperaturen auch nicht komplett flüssig oder?
    Bei 40 grad wirds vllt klebrig, dafür sind die Pappen ja aber mit Sand überzogen.
    Hatte letztes Jahr keine Probleme damit.

  • Bei 40 grad wirds vllt klebrig, dafür sind die Pappen ja aber mit Sand überzogen.


    Nach wenigen Jahren ist der Sand weg. Holzbrettchen sind besser - wenn überhaupt.
    Meine haben auch ohne Landebrett keine Probleme ins Flugloch zu kommen (die Bäume hatte auch keine).
    Günter

  • Nach wenigen Jahren ist der Sand weg. Holzbrettchen sind besser - wenn überhaupt.
    Meine haben auch ohne Landebrett keine Probleme ins Flugloch zu kommen (die Bäume hatte auch keine).
    Günter


    Das mag Stimmen. Die Dachpappe ist aber für sagen wir mal 2 Jahre eine Alternative. Aber wie du schon sagst. Es mag den Prozess des Landens/in die Beute einlaufens vereinfachen und vielleicht eine Minute sparen. Geht aber auch so :)

  • Hallo,


    Direktflug klappt doch fast immer,
    solche, die weit entfernt landen und dann laufen sind selten.
    Eine Beutenfront reicht, will ich meinen.
    Jedoch erweitert ein Anflugbrett bis nach unten sozusagen um einen "unteren Stammbereich".
    Erst wenn es richtig voll wird an einem Flugloch, welches nicht über gesamte Breite offen ist,
    dann landen sie mehr an der Front und laufen ein Stück. So hab ich`s in Erinnerung.


    Wer vor dem Stamm bereits zu kalt ist im Frühling, stürzt vorm Baumvolk in die Tiefe! Weiter weg vom Flugloch als unsere es je sind, oder?
    Und diese fängt das schräge Anflugbrett. (und dusselige Jungbienen danebengegangene)
    Das ist vielleicht dann doch die ein oder andere!


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper