Gewerbe Anmelden!?

  • Hallo Imkerfreunde,


    sicherlich hat ja jeder von Euch :wink: ein Gewerbe angemeldet.Oder esst ihr den Honig selber auf?
    :lol:Meine Frage ist wenn ich meinen Honig für eine gewisse Finanzielle Gegenleistung abgebe,muß ich dann Gewerbe anmelden oder gibt es eine Grenze unter der mann das nicht braucht.
    Zweite Frage:Wenn ich ein Gewerbe angemeldet habe,kann ich dann Schleuder,Beutenteile u.s.w von der Steuer absetzten?


    Gruß Alex

  • Gewerbe muss man erst ab einem bestimmten Umsatz anmelden. Ich glaube das sind im Augenblick 17500€ (Umsatz! nicht Gewinn)
    Hast Du ein Imkergewerbe gemeldet, kannst Du wohl auch die Anschaffungen absetzen.


    Wenn ich das alles aber richtig überblicke, ist es eher von Vorteil, KEIN Gewerbe gemeldet zu haben.

  • Das bedeutet wenn ich nicht mehr als 17500 Euro Umsatz mache .Also kauf von betriebsmitteln und verkauf von Honig, ist alles in Butter?
    Aber beim Finanzamt muß ich das trotzdem irgendwie melden oder nicht?

  • Soweit ich weiß musst Du Deine Einnahmen bei der Einkommenssteuer dann angeben. Das war's (Angaben ohne Gewähr, ich habe bisher nur 10kg Honig geerntet).



    Umsatz: Das was Du verkauft hast interessiert. Wie teuer Deine Schleudern waren, interessiert das Finanzamt nicht. (Ausser Du hast das Gewerbe gemeldet, dann kannst Du da ja die Ausgaben wieder geltend machen)

  • Hallo !


    Hallo Imkerfreunde,


    sicherlich hat ja jeder von Euch :wink: ein Gewerbe angemeldet.Oder esst ihr den Honig selber auf?


    Ich gehe davon aus das praktisch kein Imker ein Gewerbe angemeldet hat.
    Wir auch nicht .... da gibt es eine theoretische Völkergrenze (Menge) ab der in die finanzsteuerliche Mühle kommts,
    da geht aber praktisch kein "Freizeitimker" dran.



    Zweite Frage:Wenn ich ein Gewerbe angemeldet habe,kann ich dann Schleuder,Beutenteile u.s.w von der Steuer absetzten?


    Gruß Alex


    Aber nur von der Steuer die Du auch einnimmst.


    Such mal unter dem Begriff: "landwirtschaftliche Urproduktion", denn das ist Honig nämlich.


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Jungs und Mädels,


    das ist nicht schön, daß hier keiner von den Wissenden mal konkret und richtig antwortet:
    Als Honigimkerei kann man kein Gewerbe anmelden, da es sich bei Honigimkerei um Urproduktion und eben kein Gewerbe handelt. Fertig - Ende - Aus. Daher handelt es sich bei Einnahmen aus einer Honigimkerei auch nie um Einnahmen aus Gewerbebetrieb. Imkerei ist wie auch Jagd und Streuobstwirtschaft Urproduktion.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ja, manchmal schon erschütternd, wer alles was zu sagen weiß, ohne etwas zu wissen.


    Also: Die Viehzucht fällt nach § 6 Gewerbeordnung (GewO) nicht unter den Anwendungbereich der Gewerbeordnung. Also gibt es keine Anzeigepflicht nach § 14 GewO. Das gilt auch für den Verkauf auf Wochenmärkten usf. Nach § 55a GewO braucht keine Reisegewerbekarte, wer selbstgewonnene Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft, des Gemüse-, Obst- und Gartenbaues, der Geflügelzucht und Imkerei sowie der Jagd und Fischerei vertreibt.


    Die 17.500-Euro-Grenze ist für Imker ohne Bedeutung. Es handelt sich hier um die Kleinunternehmergrenze nach § 19 Umsatzsteuergesetz (UStG). Für Imker gilt aber - wenn er nicht per Antrag beim Finanzamt darauf verzichtet - die Durschnittssatzbesteuerung nach 24 UStG. Damit entfällt die Kleinunternehmergrenze wie auch der weitere Vorsteuerabzug. Damit ist die Umsatzsteuer für Imker kein Problem. Buchhalterisch kann man sie außen vor lassen, darf sie aber trotzdem ausweisen (mit dem besonderen Satz von 10,7%).


    Natürlich wird ein Imker einkommensteuerpflichtig, wenn er aus seiner Imkerei positive Einkünfte hat. Es gibt hier keine besondere Untergrenze oder Freibeträge. Nach einen finanzbehördeninternen Regelung werden Imker mit weniger als 20 Völkern nicht zur Einkommensteuer veranlagt. Das sollte aber im Einzelfall mit dem Finanzamt abgeklärt werden, weil es hier keinen Erlass auf Bundes- oder Länderebene gibt.


    Jenseits dieser Grenze ist der Imker nach den alllgemeinen Maßgaben aufzeichnungs- bzw. buchführungspflichtig. Dann ist natürlich ein Betriebsausgabenabzug für alle betrieblichen Aufwendungen möglich und für die Überschuss- bzw. Gewinnermittlung auch erforderlich.


    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Ja, da bin ich mir sicher.
    Ich gebe mir ja auch alle Mühe, die Gesetzestexte anzugeben. Da kann jeder gern nachlesen.
    Ich such Euch auch gern noch die Erläuterungen dazu im Umsatzsteuer-Anwendungserlass und der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung raus.


    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hier war die Frage nach der Gewerbeanmeldung.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Stimmt ganz genau was WFLP oben geschrieben hat.
    Imkerei ist eine landwirtschaftliches Gewerbe . Imker ist ein Landwirt .
    Referent des Landesverband Württembergischer Imker e.V .
    Ist einer davon mit 40 – 60 Volker. Erläutert am Honigseminar.
    Es gibt verschiedene gründe dafür. Landliebe zum Beispiel.