Hamburg summt

  • hallo Ihr,


    die Initiative "Deutschland summt" rollt jetzt auf Hamburg zu. Ausgehend von Berlin über Frankfurt und München ist jetzt unsere Hansestadt im Visier. Am Wochenende war hier die Auftaktveranstaltung.


    http://www.deutschland-summt.de/


    Medienwirksam soll "über die Biene als Botschafterin" aufmerksam gemacht und informiert werden über den Wert der Bestäuberinsekten, über ihre Bedrohung und über ihren Schutz. Dinge, die der BUND, der Nabu, das Netzwerk blühende Landschaften, Mellifera und Co und die Imkerschaft schon längst leisten.


    Trägt da jemand Eulen nach Athen ? Hamburg (und sicher auch Berlin, Frankfurt, München) summen schon längst - oder habe ich da etwas nicht verstanden ? Die Stiftung mit ihren Zielen klingt vordergründig gut. Ziele wie Artenvielfalt sind ok. Aber notwendig wären Initiativen, die die Lebensgrundlagen bestäubender Insekten (Schmetterlinge!) AUSSERHALB großer Städte schaffen und sichern. Statt dessen wird auf einen Zug aufgesprungen, der bereits ganz flott dahin eilt.


    Also mich interessiert: Welche Erfahrungen habt Ihr Berliner, Frankfurter, Münchener in Zusammenarbeit mit der Initiative gemacht ? Und wie, liebe Forumianer, bewertet IHR die Initiative ?

  • Hallo Reiner,
    direkt Erfahrungen habe ich mit der Initiative nicht gemacht und wirklich mehr als aus den Medien bekannt, kann ich dazu nicht beitragen.
    Du hast allerdings das Wesentliche schon genannt, denn es reicht nicht die Zahl derer zu erhöhen, die sich für die Bienenhaltung begeistern, sondern als erstes würde eine Verbesserung der Rahmenbedingungen erforderlich sein.
    Was nützt der Alibi-Stock auf dem Kanzleramt, wenn im Kanzleramt die Meinung vorherrscht den Agrar-Chemiestandort Deutschland weiter auszubauen?
    Das Imkern in Städten mag Vorteile haben was die Vielfalt des Nahrungangebotes betrifft und auch die möglichen Erträge sind hier eventuell höher und dennoch unterscheidet die Bienen rein gar nichts von ihren Verwandten außerhalb der Ballungszentren, die hier beworben werden. Im Gegenteil, der Einsatz von Bayer-Produkten teilt sich hier auf viele einzelne Anwender auf und somit kann davon ausgegangen werden, dass der Bienenschutz oftmals vernachlässigt wird.
    Leider kapituliert die Initiative hier und setzt eher auf die Zahl der gehaltenen Völker um den Fortbestand zu sichern? Für mich der falsche Weg und wenn es auch wenig opportun ist, so täte der Aufklärungsansatz mehr zum Ziel bei. Kritik, die sicher nicht nur bei der Initiative anzutreffen ist, sondern etwas was man auch dem NABU vorwerfen muss.
    Ändern muss sich unser aller Konsumverhalten, denn wer Tonnen von Lebensmitteln jährlich entsorgt, der Schöpft reichlich aus den Vollen und der Einsatz von Chemie zur Ertragsmaximierung auf deutschen Feldern ist mit solch Argumenten kaum zu rechtfertigen.

    LG
    Andreas

  • Die scheinen eher eine recht xxx mit den vor Ort bestehenden Imkern xxx, um sich dann deren Stände zu greifen und dort ihr Showprogramm abzuziehen. Nicht nur daneben, das Ganze sondern auch albern gerade in einer Stadt wie Hamburg, mit seit Jahrzehnten vielen Imkern, Belegstellen und so weiter. Ich hab bisher alle Anfragen, im Umfeld der Initiative mit zu erscheinen mit obigem Hinweis abgelehnt..

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von hartmut ()