Reinvasion ???

  • Hallo,
    der Winter ist lang, da macht sich Imker so seine Gedanken:wink:. .... zum Thema Reinvasion bei Bienenvölkern.


    Meine Frage an alle : Wer hat oder kennt einen Hieb und Stichfesten wissenschaftlichen Beweis der die Theorie der Reinvasion von Bienenvölkern mit Varroamilben belegt.


    Bevor ich nun gesteinigt werde ob meiner Unverschämtheit die Heilige Kuh schlachten zu wollen stelle ich folgendes in den Raum :


    - trotz intensiver Suche im Web und in der Fachliteratur ist es mir nicht gelungen auch nur eine einzige wissenschaftliche Untersuchung mit entsprechenden signifikanten Ergebnissen zu finden !
    (Dieser Nachweis könnte wohl nur durch konseqentes Markieren der Bienen und entsprechende Völkerbeobachtungen erfolgen.) Ist ein Verflug über größere Entfernungen 100-1000m wie oft zitiert überhaupt Nachgewiesen.
    Warum sollte eine Varroageschädigte Biene, die angeblich nicht einmal den eigenen Stock mehr findet , jetzt plötzlich zielgerichtet einen fremden ,weit entfernten anfliegen ?


    Was ich statt dessen zuhauf fand :
    - die "Feststellung" das die Völker an Reinvasion zugrunde gingen.
    - " Müller schreibt von Meier ab" und giebt es als sein eigenes Wissen aus.
    - Reinvasion ist so selbstverständlich das es offensichtlich keines Beweises Bedarf.
    (Parasitierte oder tote Völker sind Beweis genug. )
    -Die Feststellung das auch Völker ohne Reinvasion innerhalb eines Jahres bereits im Herbst zusammenbrechen können.


    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Reinvasion muss ja auch nicht durch sich verfliegende Bienen stattfinden.
    Wenn ein Varroa-Volk ausgeräubert wird, steigen die Milben auch auf die räubernden Bienen um, dadurch kann auch Reinvasion entstehen.

  • Reinvasion muss ja auch nicht durch sich verfliegende Bienen stattfinden.
    Wenn ein Varroa-Volk ausgeräubert wird, steigen die Milben auch auf die räubernden Bienen um, dadurch kann auch Reinvasion entstehen.


    Hallo Chris,
    ich glaube dieses Parameter wurde bei dem Versuch berücksichtigt (wird zumindest kurz darauf eingegangen) und dennoch ist der Eintrag zumindest in der Studie entfernungsabhängig. Ich bin nun leider zu faul zu suchen ob irgendwo die vollständige Dissertation zu finden ist, wo eventuell ausführlicher berichtet wird.


    LG
    Andreas

  • Hallo Finvara


    Ich bin der Meinung das es eine (Reinvasion), bei normalen kaum Völkern gibt, die aber nur damit zu tun hat, das sich die Milbe, wie wir es erlebt haben ausbreitet, die führt aber nicht zum Völkerzusammenbruch.


    Eine Reinvasion, die zum Völkerzusammenbruch führt, liegt meiner Meinung nur an Völkern, die selbst vor dem Zusammenbruch stehen und von gesunden Völkern, wie schon erwähnt, ausgeraubt werden.
    Dann gibt es noch die Möglichkeit, das Milbenvölker die Ihre Königin verloren haben, wo sich dann die Bienen in gesunden Völkern einbetteln, was dann ebenfalls zum Zusammenbruch führen kann.
    Ein Volk was für die (Reinvasion) in Frage kommt, hat auf alle Fälle eine brutfreudige Königin, aus welchen Gründen auch immer.
    Milben können sich auch auf der Blüte wartend, an die nächste Biene festklammern.


    Hoffe das ich mich nachvollziehbar ausgedrückt habe.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Moin
    Ich sehe in dem Thema Reinvasion ein großes Potential, Imker gegeneinander auszuspielen und von wichtigeren Themen abzulenken.
    LG Elk


    Hallo ELK,
    dazu gehören immer mehrere um sich ausspielen zu lassen. Wir haben nun auch noch Teile aus der Masterarbeit von Fr. Frey hier zur Auswahl, die allerdings wieder auf Renz verweist und feststellt das eine klare Aussage nicht möglich ist, da auch hier verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Die Bienendichte bspw. ist ein wichtiger Indikator in der Arbeit von Frey.
    Lt. Renz fällt der Zeitpunkt in die Zeitspann in der Imker ohnehin die Milbenlast der Völker im Auge haben und die Selbstkontrolle ob die Behandlung gewirkt hat unerlässlich ist. In soweit dürfte eventuelle Reinvasion eigentlich kein Problem darstellen.
    Problematisch wird’s erst dann wenn man die Kontrolle ob die Behandlung den gewünschten Wirkungsgrad erreicht hat aus welchen Gründen auch immer weglässt.
    Der Versuchsaufbau von Renz ist nun leider auch schon 10 Jahre alt und aktuellere Untersuchungen sind mir leider auch nicht bekannt.

    LG
    Andreas

  • Hallo,
    und Danke an alle für die Antworten.


    Und genau dort kristallisiert sich die von mir angesprochene Problematik bereits deutlich heraus. In keiner dieser Feldstudien ist wirklich nachgewiesen ob der Eintrag von Varroen wirklich unmittelbar aus Fremdvölkern erfolgt. Die Anzahl der abgefallenen Milben innerhalb eines bestimmten Zeitraumes zu zählen ist zwar bezüglich des Varroaeintrages und momentanen Befalles des Volkes aussagekräftig, aber die Herkunft der Varroen wird damit keinesfalls bewiesen. ( Leider )


    Alle angeführten Studien ( sorry, sie waren mir bekannt) , sind diesbezüglich nicht aussagekräftig.


    Zur Reinvasion durch Räuberei sei kurz gesagt das ich diese nicht anzweifle. Aber sie stellt die Ausnahme dar. ( Sollte sie zumindest.) Allerdings schließe ich mich hier der Meinung von Luxnigra an. Von dem Häufchen Elend was man da noch vorfindet sollte für ein gesundes Volk kaum eine nennenswerte Gefahr ausgehen.
    Reinvasion durch Verflug innerhalb eines Standes auf wenigen Metern ist natürlich selbstverständlich und schon deutlich gefährlicher ( wir alle kennen die Problematik der "Randvölker". Je nach Hauptwindrichtung und Gelände sind sie entweder die stärksten oder schwächsten.)
    Darüber giebt es keinen Zweifel. Aber seine eigenen Bienen zu behandeln hat jeder Imker selbst in der Hand.
    Reinvasion durch Königinnenverlust ist meines erachtens vernachlässigbar. Ist es doch gerade die Königin die man dann mit einer Kaffetasse voll Bienen noch im leeren Stock vorfindet.


    Denken wir an die so oft zitierten Vorwürfe : ".... und schon wieder hat Imker .... die hälfte seines Bestandes verloren. Zurückzuführen ist dies mit Sicherheit auf die fehlerhafte Varroabehandlung der umliegenden Hobbyimker... " ...USW:, USW. !
    Jeder kennt das , wir dürfen es jedes Jahr aufs neue lesen, und nicht nur von Hobbyimkern .


    Hier stellt sich meines Erachtens die Frage : Ist dies wirklich so ? Eine Theorie ist noch lange keine bewiesene Tatsache nur weil sie alle kritiklos nachbeten.


    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Also für Dr. Liebig gibt es keine "Reinvasion". Er erklärte uns kürzlich bei einem Vortrag in Fritzlar, dass schon der Begriff idiotisch sei, ganz zu schweigen von dem mit dem Begriff beschriebenen Sachverhalt.
    Klar, Liebig hat auch nicht die Weisheit mit dem großen Löffel gefressen, selbst wenn er gerne so auftritt. Aber seine Argumentation klang plausibel.


    Grüße,


    vic

    «Kasseler Stadthonig» – Ertragreiche und sanftmütige Buckfast-Bienen in 10er-Dadant, rund 30 Völker auf verschiedenen Dächern in der Kasseler Innenstadt.

  • Für Dr. LIebig gab es auch kein Bienensterben 2008 am Oberrhein!


    Wer schon einmal wären der Einfütterungsphase gesehen hat wie Minischwärme aus sehr kranken Völkern ausgezogen sind. Dem ist das Wort Re- oder einfach Invasion sehr wohl plausibel.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Fr. Frey hat auch schon in einem anderen Projekt, bei dem es um Varroatoleranz ging, auf dem Truppenübungsplatz Münsingen entsprechende Versuche gemacht. Auch die ergaben eindeutig, dass es Reinvasion gibt. Warum auch nicht? Wenn der Parasit seinen Wirt umbringt, dann muss er schauen, dass er anderswo überleben kann. Ansonsten wird kein Parasit seinen Wirt so schädigen, dass er eingeht. Also stimmt entweder das eine, oder das andere.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Der Josef Bretschko schreibt von einer Untersuchung von Imdorf und Kilchenmann 1991, die sich mit der Reinv. befassen.


    Dieser Tatbestand, bewegte ihn zu einer flächendeckenden, zeitgleichen Behandlung.


    Was ich ihm vor 15 Jahren nachplapperte, singen die Spatzen nun großspurig auf ihren Versammlungen vom Dach, nur viel zu spät.


    Für mich gibt es die Reinv. schon, wo sollten denn die Bienen der Varroafluchtschwärme denn hin?


    So schreibt aber auch J. Br. es gibt signifikante Unterschiede zw. den Völkern, ob sie die Reinvasisten rein lassen oder nicht.


    Seis denn.


    Die Reinv. spielt m. M. nach keine Rolle mehr, ob die Völker eingehen oder nicht.


    Sie sterben schon mit 2000 Milben, wenns denn die Varroa unbedingt sein muss.


    Ich bin nach, wie vor der Meinung, sterben tun sie mehr oder weniger am Perga.


    Und da kann sich jeder zusammenreimen warum dem so ist.


    Griass Simmerl