Gesundheitszeugnis für Ableger

  • ...Ich finde nirgends Infos, WIE/Wann die FB ausbricht.


    Kommt darauf an, womit das Volk infiziert ist.


    FB-Typ „ERIC 1“: Bienenlarven werden infiziert durch sporenbelastetes Futter. Sterben sie während der Verpuppung unter der Verdeckelung, stammen die Sporen von ERIC 1. Das gibt das Schadbild, das das wir kennen. Eingesunkene Deckel usw…
    Die Masse, die wir durch das Quirlen als Schleimfaden rausziehen war keine Puppe mehr, sondern nur noch die Hülle, randvoll mit mit Sporen. In den Zellen trocknet die Sporenmasse ein. Und dieser „Schorf“ enthält Mrd. von Sporen.


    FB-Typ „ERIC 2“: 90% der mit ERIC 2 infizierten Maden sterben in den ersten 6 Tagen, also noch vor der Verdeckelung.
    Das ist sehr heimtückisch, weil die Bienen die infizierten Larven ausräumen und wir die Infektion nicht sehen. Die Sporen können Jahre unentdeckt bleiben, in der sie sich verbreiten. ERIC 2 ist trotzdem der ungefährlichere Genotyp, weil die Belastung durch das Ausräumen immer wieder sinkt und wir bei einer Laborprobe solche Völker retten können.


    Es erkranken nur die Larven. Erwachsene Bienen erkranken nicht, aber sie sind die Überträger.


    Für die Praxis ist eine Unterscheidung Typ 1 oder 2 unwichtig.
    1 Made = 2,5 Mrd Sporen!

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Hardy,


    danke, das sind Infos, mit denen ich was anfangen kann.
    Bedeutet letzendlich, dass FB immer vorhanden sein kann, man dies nur durch regelmäßige Proben ausschließen kann.


    Trotzdem erschreckend, wie es doch so unterschiedlich gehandhabt wird:


    Der Eine entnimmt seine Proben selber und schickt sie ein,
    der Nächste lässt die Völker einfach nur durch einen BSV begutachten ohne Futterkranzprobe...


    Alles noch sehr unausgereift.


    LG: Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • ...Der Eine entnimmt seine Proben selber und schickt sie ein,
    der Nächste lässt die Völker einfach nur durch einen BSV begutachten ohne Futterkranzprobe...
    Alles noch sehr unausgereift.


    Hallo Anni,


    nein, es ist schon ausgereift, nur noch nicht überall angekommen.
    Offenbar auch nicht bei den Vet`s.


    Ein BSV, der keine Proben nimmt, ist fehl am Platze.
    Es steht jedem frei, selber Proben zu nehmen. Aber es gibt dann kein Gesundheitszeugnis.
    Und sollten Sporen gefunden werden, wird der Befund an den Vet weitergeleitet.


    Der Schluß: Keine Angst vor Faulbrut. Aber wachsam bleiben.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Zitat

    Solche BSV dürfte es nicht geben. Futterkranzproben sollten überall zwingend erforderlich sein, denn einen Röntgenblick um Sporen zu erkennen hat keiner.

    Hallo, mir kommt das als eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme vor. Die Institute erfinden immer neue Arbeitsfelder auf Kosten der Imker, welche ohnehin als dumm angesehen werden. Originalzitat: "Das versteht der kleine Imker nicht," ja selbst, wenn er zwei Staatsexamen in Biologie hat. Im Ballungsgebiet einer Großstadt mit angrenzenden Kreisen, ist eine Futterkranzprobe kaum durchführbar. Besonders die viel gelobten freien Bienhalter lassen nie untersuchen. Ich warte schon seit 10 Jahren auf Nachricht der Gemeinden bezüglich der Bienenhalter.


    Die Regel in BW ist durchaus praktikabel. Untersucht werden Völker von Wanderimkern auf klinischen Befall. Die Faulbrutprobleme sind bei uns deshalb nicht größer als in anderen Bundesländern. Nur ein Gebiet fällt auf und das schon seit einem Jahrzehnt und wo, in der Nähe des lieben Drohns. Das Imkerkataster aus Deutschland ist etwas nachlässig und nicht vertrauenswürdig.


    http://imkerkataster.de/fbk.php
    http://www.lvwi.de/bienen_seuchenstand.html?&no_cache=1


    Die Ballungsgebiete in BW liegen im Regierungsbezirk, in welchen sicher ständig zur Sanierung Futterkranzproben gemacht werden und die Sache nie konsequent saniert wurde. In unserem Gebiet ist der Fall nach kurzer Zeit erledigt


    Besser sind Imker mit scharfem Blick und konsequentem Handel. Faulbrut darf man auf seinem Stand nicht dulden.
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • ...Deshalb jährliche Beprobung durch BSV. Dann werden die Anfänge erkannt und man kann einfach sanieren...


    Bei uns im Landkreis Barnim, Land Brandenburg gibt uns nur die Sanierung mit Feuer. Ebenso soll es in Berlin sein. Im vergangenen Jahr hat ein Imker bei Eberswalde freiwillig beproben lassen. Es wurden Faulbrutsporen gefunden. Der Amtsvet hat die sofortige Vernichtung des ganzen Standes verfügt. Nix Anfangsverdacht, nix Wiederholung der Beprobung, nix Untersuchung auf klinische Zeichen, nix Kunstschwarmsanierung.
    Als Folge vermutlich aber auch nix mehr mit freiwilliger Beprobung von Seiten der Imker, die sind nämlich lernfähig.
    Ob man so der Faulbrut beikommen kann?


    Gruß Ralph

  • Hallo Ralph,
    auch wenn ich jetzt wieder von einigen Haue bekomme:
    Wann hat Euer Amtsveterinär denn seine Dissertation gemacht und was oder wieviel hat er im Studium von Bienen kennengelernt?
    AFB-Sporen sind im jeden Volk, Frage ist nur, wann es kritisch ist?
    Geringer Befund lässt durchaus eine Sanierung zu.
    Sonst könnten wir gleich alle Völker abschwefeln und alles Material verbrennen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Lieber Lothar,


    das bei Ralph ist kein Einzelfall. Bei uns im Kreis geschieht das genau so. Da sind die Hessen und andere etwas weiter. Wenn dort bei Futterkranzproben wenige Sporen gefunden werden gilt das nicht als Faulbrut und der Imker kann selbst sanieren, auch mit Hilfe der BSV. Solange so was nicht auch bei uns der Fall ist, bin ich auch gegen Futterkranzproben ohne Verdacht. Wenn bei uns bei Proben Sporen gefunden werden steht sofort der Amtsvet mit der Fackel vor der Tür, er muss nämlich keulen (O-Ton Vet.), ich glaube der ist noch vor den Betroffenen informiert. Und die BSV in dem Gebiet, die anderen Imker schon gar nicht bevor nicht das Sperrgebiet berechnet worden ist, werden aus Datenschutzgründen nicht informiert. Selbst erlebt.


    Alois

  • Halllo Herbert,
    hier im Ort macht eine Tierärztin die Einführungslehrgänge für Neuimker.
    Ist aber keine Amtsveterinärin.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Mann bin ich froh, daß ich im fortschrittlichen Saarland lebe...


    Als BSV würde ich mit solchen Vet`s nicht zusammenarbeiten und es denen auch sagen! Notfalls mit Hilfe der Presse.
    Sollen sie doch selber die Proben ziehen...:evil:


    Hat der Landes-Imkerverband keine Möglichkeit, mal im Gesundheitsministerium, oder wer immer da ganz oben zuständig ist, vorstellig zu werden?
    Oder vielleicht in Verbindung mit bienenwissenschaftlichen Instituten?


    Kann doch nicht angehen, daß so ein Stümper Bienen vernichtet, nur weil er nicht lernfähig oder -willig ist.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Bienen sind sehr wahrscheinlich für die meisten Amst. Vet. das absolute Stiefkind und werden leider im Seuchenfall so auch behandelt.
    Unser Vet. ist zum Glück selber Imker und hat nach langen Bemühungen erreicht das eine Sanierung möglich ist.
    --
    Sporen der Faulbrut befinden sich in etwa 3- 5 % der Bienenvölker und nicht in allen Völkern.
    Bei der Nosemose ist es anders hier befinden sich Sporen in allen Bienenvölkern.


    Gruß Enrico

  • Nach meinem Kenntnisstand gibt es in so gut wie allen Völkern Sporen. Überwiegend jedoch in so geringen Mengen, dass es weit unter der Schadschwelle liegt. In diesem Fällen gelten die Völker umgangssprachlich als 'sporenfrei'.
    In Niedersachsen dürfen die Imkervereine in jedem Jahr kostenlos einige Futterkranzproben untersuchen lassen. In unserem Verein sind es jährlich fünf Proben, die von wechselnden Imkern selbst genommen und vom Verein über den Kreis-IV eingeschickt werden. Damit möglichst viele dieses Recht genießen können, spricht der Vorsitzende verschiedene Imker an. Der Verein bekommt auch die Rückmeldungen.
    Sollte das Ergebnis positiv ausfallen, also AFB vorhanden sein, so gibt es nicht den mittelalterlichen Scheiterhaufen, sondern Celle rückt mit zwei PKW-Anhängern und der darauf befindlichen kompletten Sanierungstrasse an. Es wird eine Großveranstaltung geplant und durchgeführt, in die alle im Umfeld tätigen Imker eingebunden werden, nicht nur die vom Schadensfall betroffenen. Diese 'Sanierungsparty' beginnt mit einem theoretischen Teil und der folgenden Praxis, bei der möglichst alle Imker an allen Stationen zum Einsatz kommen sollen, um so möglichst viel auch praktische Erfahrungen zu sammeln. Bevor die betroffenen Imker mit ihrem Material und ihren Bienen wieder abreisen, sitzen nochmal alle zusammen und lassen diesen Aktionstag ausklingen.
    Irgendwo im Netz gibt es dazu auch einen Film.
    Wie sagte schon Raiffeisen? "Einer für Alle, Alle für Einen." So verliert auch die AFB ihre Schrecken; denn einziehen kann sie bei jedem Volk, weil Bienen, insbesondere aber Drohen, weit fliegen und auch andere Völker besuchen. Nur wir Imker müssen dann, wenn wir von einer möglichen Belastung erfahren, auch handeln.


    Ich wünsche allen Imkern AFB-freie Völker und verständige Amtsveterinäre!


    Wolfgang, der Heidjer, der froh ist in der Nähe von Celle zu wohnen und zu imkern.

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)