Schwarmfangkasten

  • Moin, moin!


    Das Thema Schwarmfangkasten ist ja schon eininge Male diskutiert worden (über Vor und Nachteile der einzelnen Kästen) und ich selber habe auch meinen ersten Schwarm in einem Ikea-Korb bekommen.
    Für die anstehende Saison wollte ich mich auch mit einem Schwarmfangkasten ausrüsten, sprich der Einfachheit halber ein Ikea-Korb mit Deckel, Zurr-Gurt, feddich.


    Was ich daran noch nicht so ganz verstehe ist, wie man die Nachzügler in den Korb bekomme im Gegensatz zu einem Schwarmfangkasten mit verschließbarem Flugloch.
    Ich stell mir das so vor:
    Schwarm wird vom Ast, etc. in den Kasten/Korb gekehrt und hoffentlich ist die Kö mit dabei.
    Deckel drauf und der Schwarm ist weitesgehend eingefangen.
    Bei einer Holzkiste mit Deckel kann das ganze gedreht werden und nun wird der Deckel zum Boden und die Traube kann sich oben sammeln.
    Jetzt würde ich noch ein kleines Flugloch aufmachen, damit ich die Nachzügler noch einsammle.
    Wie mach ich das bei dem Ikea-Korb?


    Grüße


    Andreas

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Die Bienen hängen teilweise außen, einfach einpacken und als Beifahrer mit nach Hause nehmen. :wink:


    Ich finde die Schwarmfangbeutel ziemlich gut. Die kann man gut aufhängen. Füttern ist schwieriger, also nix für Kunstschwärme. Aber dafür lassen sie sich gut falten und in der Tasche mitnehmen.

  • Wie mach ich das bei dem Ikea-Korb?


    Indem Du auf den Ikea-Korb verzichtest, auch wenn es schmerzt.


    Zunächst brauchst Du einen Stein, aber nicht unbedingt, sozusagen als Tüpfelchen auf dem I. Faust- bis kindskopfgroße Steine, daran mangelt es eigentlich nie, findet man immer (gut, in der Schwarmfanghektik vielleicht nicht sofort, aber wie gesagt, der Stein ist schon Luxus und findet nur Erwähnung, weil er kostenlos ist).
    Dann noch einen Eimer - weil der eigentlich in jedem Haushalt in irgendeiner Form ohnehin vorhanden ist. Wieder keine Chance, ein Extragerät zu erstehen. Schade, ist aber so. (Als Imker verfügst Du evtl. sogar über einen Hobbock - der ist noch besser, da größer und breiter, ein Schwarm läßt sich da bequemer hereinstoßen oder -fegen. Und der Hobbock hat, als Krönung des Ganzen, das I-Tüpfelchen des Steines noch übertrumpfend, einen Deckel, ein schon fast unanständig zu nennender Luxus, der Dir aber gelegen kommen kann.)
    Da da ja nun ein Schwarm ist, hast Du als verantwortungsvoller und weitsichtiger Imker natürlich auch ein Heim für diesen, also eine Beute - optimalerweise mit Absperrgitter. (Das nenne ich weder luxuriös noch dekadent, sondern einfach nur praktisch und erforderlich.)
    Also lauter Dinge, die "eh da sind".


    Nun fegst Du also Deinen Schwarm in den Hobbock, legst das ASG drauf (auf daß die Königin nicht entweicht und alle Nachzügler guten Zugang haben) und legst den Stein auf das ASG. (Vorsicht: nur bei metallenen ASG zu empfehlen!) Wenn kein Starkwind herrscht, braucht es den Luxusstein aber nicht. In Verbindung mit dem dekadenten Hobbockdeckel, den Du schräg über den Stein legst, kommst Du bzw. die Bienen aber in den Genuß von Schatten, wenn die Sonne scheint, und Schutz, wenn es gerade regnet. Geradezu römische Dekadenz, möchte man meinen. Nach einiger Zeit, wenn die Anwesenheit der Königin klar ist und der Großteil der Bienen sich am ASG eingefunden hat, kippst Du die muntere Truppe in die eh vorhandene Beute.


    Die Beute ist verbraucht, das ASG bald auch, der Hobbock wartet auf Honig bzw. der Eimer feiert eine freudige Wiedersehensfeier mit dem Wischmopp, und der Stein, ja, ich weiß nicht? Vielleicht legst Du ihn an eine gut merkbare Stelle, daß Du ihn beim nächsten Schwarm schneller findest?


    Robert

    Was auch immer geschieht: nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken! (E. Kästner)

  • Hallo,
    eine ganz normale Holzkiste mit Lüftung und verschließbarem Deckel, so wie, wie soll ich es sagen, also das sieht so aus wie, ach ja, ein 5 Waben Ablegerkasten. Oder da gibt es noch so einen, also eine Holz- oder Styroporkiste mit einem gelöcherten Boden und einem Deckel, ach je, wie nennt man das nochmal, irgendwie, ach ja, mein Imkerpate nennt es Beute.
    Schwarm reinstoßen, Deckel fast komplett drauf und warten bis es Abend wird. Alternativ erst mal in die Kneipe gehn und seine Heldentat begießen. Eine Lokalrunde schmeissen vor Freude, und bei Dunkelheit wieder hin. Deckel ganz drauf, Flugloch verschießen und Gurt drum, und gut iss.
    Ikea-Plastekisten sind für mich ungeeignet, weil z.B. die Honigfeuchte Wabe drin nicht stehen bleibt. Sie ist wie ein Dauermagnet für einen Schwarm. Und die Luftlöcher fehlen auch. Und wenn ich den Schwarm sowieso umlogieren will, bietet sich eine Beute einfach an, außer man muss 23,6 m hoch in den Baum, dann ist Bernhards Stützstrumpf bestimmt praktischer.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der einen zweiten Schutzanzug hat für den Helfer, der die Beute über seinem Kopf hochhält während er schüttelt

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Also Robert,
    Du bist ja auch ein Böser, und vor allem, schneller als ich. Er war einsam aber schneller, Unrecht war sein Gesetz. Und den Stein zum beschweren meines Seegeberger Deckels hätte ich fast vergessen. Ich nehme gerne dazu einen Dachziegel.
    Viele Grüße ind Hobockland
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Das mit dem Hobbock oder der Beute und dem Absperrgitter klingt einfach, zumal man die Teile eig. immer da haben müßte.
    Ich dachte immer nur, daß der Schwarm sich gerne oben unterm "Deckel" sammelt, wie es auch die Traube in eine frisch eingeschlagene Beute macht.
    Mit dem Ikea-Korb meinte ich das hier: http://www.ikea.com/de/de/cata…query=DOKUMENT+Papierkorb
    Allerdings müßte man dann das Gitter rundherum ev. mit Papier/Pappe o.ä. verschließen, damit die Bienen nur oben über das Absperrgitter in den Korb krabbeln. Deckel drauf, feddich.
    Alternativ das hier:p http://bienen-ruck.de/imkersho…zeit/2430-kunstschwarmbox
    Der SChwarmfangsack ist natürlich sehr leicht und kann man quasi immer am Mann haben.
    Danke für die Infos

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Moin,


    hat jemand einen aktuellen Link zu einem Seerosenkorb?


    Gruß Jörg


    Warte doch auf die Papiermülleimer (Drahtkorb) aus dem Angebot des Nord/Süd Discounters.
    Kaum teurer - endlos stabil !


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Der Schwarmfangbeutel wird direkt vor dem Flugloch befestigt. Er ist für die Korbimkerei gedacht und wird mit vier Öhrstiften angesteckt. Für Beuten bräuchte man selbstgebaute Adapter, die an der Beute bienendicht befestigt werden können und an deren anderen Seite der Schwarmfangbeutel um einen Wulstkragen mit einem Bindfaden befestigt werden kann. Außerdem darf der Schwramfangbeutel erst direkt bevor ein Volk schwärmt angebracht werden. Also muss man diesen Moment einschätzen können. Ist der Schwarm im Beutel, so wird dieser bis zum Abend im Schatten aufgehängt. Restliche Bienen des Schwarmes hängen dann außen am Beutel und werden abends zusammen mit dem Beutelinhalt in die neue Wohnung geschlagen.


    Schwärme, die sich bereits niedergesetzt haben, lassen sich einfach in einen 10 l -Eimer hineinschütteln oder fegen, nachdem man sie eingesprüht hat. Wichtig ist lediglich, dass die Kö dabei ist, also die dickste Traube im Eimer gelandet ist. Ist der Eimer lichtundurchlässig, so kann man ihn einfach neben der Scharmansatzstelle in den Schatten auf den Boden legen. Dabei muss das Bodenende etwas höher liegen als die offene Seite. Man kann auch einen Sack so über den Eimer legen, dass ein Drittel der Öffnung zugehängt ist. Die Bienen mit der Kö versammeln sich dann an der höheren Stelle und bleiben dort sitzen. Besser wäre es, wenn man diese Bienen in einen Korb einschlägt, den man ebenso hinlegt. Aber auch in eine Beute kann man den Schwarm einschlagen und kippt die Zarge rund 1o cm vom Boden hoch. In allen Fällen werden in den nächsten 30 bis 45 Minuten die restlichen Bienen des Schwarmes dort hineinziehen. Nur wenn dieses Angebot zu warm in der Sonne steht oder irgendwie unangenehm für die Bienen riecht, werden sie nochmals ausziehen.


    Das anstregenste beim Schwarmfangen ist diese lange Zeit des Wartens.


    Dann ab auf den Standplatz, sofern es ein Vorschwarm ist; denn der hatte sich ja vom Ursprungsvolk mit begatteter Kö abgesetzt und fliegt deshalb auch nicht zurück. Nachschwärme müssen drei Tage in Kellerhaft. Verschiedene Nachschwärme eines Tages können gefahrlos zusammengeschlagen werden, damit das Volk nicht zu klein ist. Die Bienen werden dann eine Kö auswählen. Wichtig ist, dass Naturschwärme in den ersten drei Tagen nicht gefüttert werden, die Bienen haben sich vorher vollgeschlagen und halten das gut aus. Füttert man sie zu früh und dann auch noch zu viel, so werden sie rausgefüttert oder anders ausgedrückt, sie hauen ab weil sie für das viele Futter ja noch kein Wabenwerk haben und denken draußen ist der Himmel auf Erden.


    Viel Spaß mit den unkomplizierten Schwärmen, die selten so sitzen wie es auf den Bildern der schlauen Büchern zu sehen ist.


    Wolfgang, der Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Ach Wolfgang,


    ich hab mich schon an Deinen Rat gehalten und den Sonnenschein auf Schnee der 8 km Laufstrecke heute genossen.


    Jetzt hab ich auch noch Bilder zum Träumen im Kopf -


    aber immer noch kein Wetter


    Grüße weiterhin aus der Nähe des Ofens...


    Marion :wink:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Moin Marion,


    ist es nicht wunderbar: Alles zu seiner Zeit! Gerne wäre ich auch gelaufen. Leider bleibt mir als (Un-)Ruheständler dazu momentan keine Zeit.
    Alles Gute!
    Wolfgang

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)