Bienen ohne Gesundheitszeugnis und Futterkranzprobe

  • Ich glaube wirklich, daß es wenig Sinn hat, Euch weiter zu aggitieren. Müßte bei jeder Ortsveränderung eine Befundung durchgeführt werden oder würde die freiwillig gemacht, dann würden Ausbrüche eher bemerkt. Jede Woche eher, die ein AFB-Ausbruch bemerkt und unter Kontrolle gebracht ist, bedeutet weniger flächenhafte Ausdehnung und weniger zu untersuchende, zu tötende oder zu sanierende Völker.


    Es geht bei der Untersuchung nicht um die Bedtätigung, daß die Völker gesund sind. Es geht darum, kranke zeitig zu entdecken. Das ist im Sinne der Imker und zwar der mit den übernächsten Nachbarständen. Die werden nämlich nicht mehr infiziert, wenn die Verdachtsgebietesuntersuchung negativ und die Sanierung positiv abgeschlossen ist.


    Wann und wie wollt Ihr denn die AFB entdecken? Wenn die Völker eingehen und stinken? Dann laßt Euch den Vorwurf machen, daß Ihr das mindestens ein Jahr eher anhand einer Gutterkranzprobe hättet feststellen und die Nachbarsknfektion hättet vermeiden können.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry, bitte beantworte doch noch Lothars Frage. Agitationsfrei.


    Ich denke, jeder versteht, warum Du Dich so engagierst.
    Das ist die eine Seite.


    Die andere Seite ist, daß man sich nicht unbedingt ein Bußgeld einer Behörde einhandeln will.


    Die dritte Seite ist, daß die Verordnung ein Papiertiger ist und z.T. am Ziel vorbeischießt.
    Denn das (möglicherweise) kranke Zeugs nichtwandernder Imker entdeckt so niemand rechtzeitig.



    LG André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

  • Wandert einer irgendwohin, kommt wieder und wird - weil er wieder wandern will - positiv getestet, dann weiß ich, wo er die Faulbrut her haben kann und es wird genau dort und um den Stand herum ein Verdachtsgebiet ausgerufen und sämtliche Völker beprobt.


    Ich bin letztes Jahr einem noch schnell abgewanderten Imker nachgereist, der beim Abwandern einem Standimker im Verdachtsgebiet aufgefallen war. Diese Bienenbewegung hätte leicht durch die Lappen gehen können, da sie im Kreis stattfand und hier keine Untersuchungspflicht besteht, weil auch das hiesige Vetamt von Bewegungen im Bezirk nichts wissen wollte. Diese Bienen wären also nie untersucht worden. Selbst wenn sie 3 Tage vor Ausrufung aus dem AFB Sperrgebiet abwandern. Nicht dieses Jahr. Und nächstes vor der nächsten Wanderung auch nicht.


    Und das findet Ihr gut?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder


  • daß die Verordnung ein Papiertiger ist und z.T. am Ziel vorbeischießt.
    Denn das (möglicherweise) kranke Zeugs nichtwandernder Imker entdeckt so niemand rechtzeitig.


    Meine Güte, es geht doch nicht um die Entdeckung!! Es geht um gespeicherte Zusammenhänge, Wege.


    Entdeckung frühzeitig und flächendeckend ginge doch wenn überhaupt möglich nur mit Zwangsbeprobung, außerdem müßte dann gewußt werden, welcher Imker wo wieviele Schwärme von wem hingestellt hat.


    Je mehr Transparenz, desto mehr Zusammenhänge, wenn irgendwo was gefunden wird.


    Sonst ist freie Bahn.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Und das findet Ihr gut?


    Hallo Henry!


    Das ist sicherlich nicht gut!


    Absolut das letzte was man sich vorstellen kann.


    Ich erwarte als Wanderimker ja auch, dass der Bereich/Tracht die ich anwandere frei von Faulbrut ist.


    Sonst würde ich dort nicht anwandern.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo Miteinander,
    doch, durchaus ernst gemeint die Frage, ab wann fängt Verbringen an einen anderen Ort an?
    Ob die Verordnung wirklich nur ein Papiertiger ist, lass ich mal dahingestellt.
    Mir fallen aber einige Dinge auf:
    -ich wander nicht, also brauch ich keine Untersuchung,
    -wenn ein Volk verdächtig ist, erledigen wir das selber,
    Oder der Fall in der Nachbargemeinde: dort besteht seit Jahren(!) ein Faulbrutsperrgebiet.
    Entweder sind die zu bl... das in den Griff zu bekommen,
    oder man wünscht sich dort keine Konkurrenz, weil dort große Saatgutbetriebe sind mit entsprechendem Anbau und vorallem Zwischenanbau von Phacelia.
    Vor Jahren der Fall in R. : der Sperrbezirk wurde mit Landkarte veröffentlicht.
    Wer meint, da wird mit dem Zirkel ein Kreis um den Stand gezogen und das ist dann der Sperrbezirk, irrt.
    Da gab es eine "Einbuchtung".
    Was steht noch mal im Verordnungstext?
    Da dürfen keine Beutenteile, Bienen und Bienenprodukte herausgebracht werden.
    Ach ja, dort in der Einbuchtung firmierte ein Imkereibedarfshandel.
    Wenn es wirklich um den Schutz der Völker geht, dann sollte eine AFB-Untersuchung Pflicht sein.
    Es gibt vorbeugende Medikamente, aber die will man aus nachvollziehbaren Gründen hierzulande nicht einsetzen.
    Ein Grund ist, das ohne deren Einsatz es relativ wenige Fälle von AFB gibt.
    Aber das spricht nicht unbedingt gegen deren Einsatz.
    Ein weiteres Diskussionsfeld...
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • @ Marion


    Ist genau so, wie mit den Kameras und der Verbrechensbekämpfung.
    Verhindern tun die auch nichts.:evil:
    Aber den Schuldigen kann man später greifen, wenn das Opfer totgeschlagen ist. :roll:


    Ich begreif' diese Logik nicht.

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

  • Wo spricht hier jemand von Schuldigen?
    Es geht doch dann um die Eindämmung der Ausbreitung.


    Die Verorndung verhindert keine Faulbrut. Das stand aber doch bereits weiter oben.
    Es kann jeder freiwillig beproben oder über den Verein. Macht ja keiner.
    Es gibt auch erstaunlich viele Leute, die gehn nicht zur Vorsorge: Da findet sonst noch jemand was! :roll:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Genau das isses.


    Zudem gibts die Probleme erst, seit die Vetämter Großkreise zu verwalten haben. Der Lothar hat ja mal gesunde befundete Bienen mit Zeugnis irgendwoher gekriegt und das seinem Amte mitgeteilt und das Zeugnis vorgelegt. Folglich herrscht dort jetzt sowas wie relative AFB-Freiheit. Da keiner mit unbefundeten Völkern an seinen Ort wandern kann, kommt auch keine hin. Käme sie doch hin, fiele sie auf, sobalb einer seiner Nachbarn oder er versuchte, sie als Wanderimker oder Völkerverkäufer zu verbreiten, weil der dann untersuchen muß.


    So einfach könnte das sein. Und hilft genauso nicht, wie eins Vorsorgeuntersuchung. Hilft nur zu entdecken.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • ...Es kann jeder freiwillig beproben oder über den Verein. Macht ja keiner.


    Das stimmt so nicht ganz.
    Ich habe in meinem Verein eine Liste rumgehen lassen.
    Freiwillige Einträge für kostenlose Beprobung.


    Leider hat sich kaum die Hälfte eingetragen.
    Als dann herauskam, daß die Kosten doch jeder selber tragen muß, sind wieder einige abgesprungen.
    Soviel zur Verantwortung meiner lieben Kollegen.


    Ich bin für eine Zwangsbeprobung für alle, alle 2 oder 3 Jahre.
    Und für Bestrafung wilder Imker ohne Standortmeldung!


    Freiwilligkeit könnt ihr vergessen.
    Auch Sinnvolles funktioniert nur mit Druck.
    Siehe Tempolimit, Anschnallen und Handy am Steuer...

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Ich bin für eine Zwangsbeprobung für alle, alle 2 oder 3 Jahre.
    Und für Bestrafung wilder Imker ohne Standortmeldung!


    So sollte es gehen, leider nur so. :daumen:

  • Nein, das funzt nicht, weil immer irgendwer ungemeldet in der Gegend rumsteht, von dem niemand was weiß....
    Man sollte selbst so imkern, als wäre die AFB überall (was sie ja definitiv auch ist), dann ist allen geholfen. Und Futterkranzproben tun ja wirklich nicht weh.
    Nicht mal, wenn man sie selbst zahlt.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Nein, das funzt nicht, weil immer irgendwer ungemeldet in der Gegend rumsteht, von dem niemand was weiß....


    Eben, deswegen ordendliche Bestrafung wenn er dann erwischt wird. Das muß im Geldbeutel richtig weh tun...
    In dem Falle habe ich auch nichts gegen "Denunziation".
    Ist reiner Selbstschutz!

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.