Bienen ohne Gesundheitszeugnis und Futterkranzprobe

  • Hallo liebe Gemeinde,


    ich habe ein Angebot über Bienen bekommen. Der Imker die diese verkauft ist aber keinem Verband oder Verein angeschlossen und sagt er habe für die Bienen weder Gesundheitszeugnis noch Futterkranzprobe (Originalton: Was ist das?) ist aber schon 20 Jahre dabei und seine Bienen sind gesund...;). Wie verhalten? Finger weg oder kaufen und dann auf eigene Kosten Gesundheitszeugnis und Futterkranzprobe erstellen? Ich darf doch eigentlich nicht mal ohne diese Dinge die Bienen transportieren, oder? Wer kann mir da bitte einen Rat geben. Vielen Dank und viele Grüße


    Klaus

  • Hallo, Klaus,
    frage doch mal, ob Du selber eine Futterkranzprobe nehmen und einschicken kannst. Darauf sollte sich ein serioeser Imker schon einlassen!
    Ansonsten lieber Finger weg, Imker, die schon "20 Jahre dabei sind" und immer noch nicht wissen was eine Futterkranzprobe oder ein Gesundheitszeugnis ist, sind ein imkerliches Gesundheitsrisiko!


    Melanie

  • Wer kann mir da bitte einen Rat geben?

    Ich!


    Vorgeschrieben ist die Seuchenfreiheitsbescheinigung bei Transporten über Kreisgrenzen oder aus Sperr- oder Verdachtsgebieten. Im Kreis - egal wie groß der ist - können Bienen ohne Seuchenfreiheitsbescheinigung transportiert werden, wie man will. Das führt zwar zu Widersinnigkeiten bei großen Kreisen oder bei Kreisen mit Kreisfreien Städten darin ist aber so.


    Der Übertritt über die Kreisgrenze ist ohne Seuchenfreiheitsbescheinigung nicht erlaubt. Im Kreis kennt das Veterinäramt ja alle Bienenvölker ... :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Zitat

    Ist der in Deinem Flugkreis?


    Nein zum Glück nicht!


    Zitat

    frage doch mal, ob Du selber eine Futterkranzprobe nehmen und einschicken kannst. Darauf sollte sich ein serioeser Imker schon einlassen!


    Komme ich da nicht in Zeitnot? Noch haben wir hier Schnee und bis man dann die Beuten öffnen kann, wer weiss wann das ist. Dann noch 3 Wochen bis zur Auswertung?

  • Hallo,


    auch wenn ich jetzt aufgefressen werde: Hier werden die Pferde ZU scheu gemacht meines Erachtens


    Ich habe unseren Vorstand dieses Jahr mehrfach nach einem Besuch zwecks Gesundheitszeugnis angeschrieben und bekomme immer die Antwort:
    Solange im Landkreis verstellt wird, bedarf es das nicht.


    Auf näheres Hinterfragen wurde mir zudem noch mitgeteilt, dass in unserem Verein regelmäßig von verschiedenen Mitgliedern Futterkranzproben gezogen und eingereicht werden.


    Auch bei mir drängelte es, denn der zuständige BSV hat erst ende April überhaupt Zeit dazu, bis dann die Ergebnisse kommen, dauert es nochmal gute 3 Wochen, ich würde aber gerne vorher welche abgeben.


    Ich persönlich habe aus Unerfahrenheit und Unwissenheit heraus meine ersten Bienen ohne Gesundheitszeugnis erhalten, die Schwärme ohen solches gefangen und selbst meine letzten Bienen ohne eines gekauft.
    Innerhalb unserer Imkerkreise werden die Ableger hin und her gegeben - ohne Zeugnis.


    Ist das jetzt wirklich alles ein unzulässiger Vorgang?


    Wie schaut es eigentlich mit dem Königinnenversand aus - was wäre, kämen diese aus einem kranken Volk?
    Das ist natürlich nur eine hypotetische Frage


    Ich persönlich schaue mir einen Bienenstand an, den Imker, seinen Standplatz und alles drum herum. Da alleine sieht man schon oft, was einen erwartet.


    @ Klaus: Solange diese Kälte herrscht, würde ich sowieso keine Völker umstellen oder erwerben.
    Der Imker sollte schon zumindest wissen, was eine Futterkranzprobe ist und zudem, auch ohne verinsmitgliedschaft einen BSV ordern können.


    LG: Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Hallo Anni,
    Henry hat das schon treffend geschildert.
    Innrhalb der (Landkreis-) Kreisgrenze braucht man kein Gesundheitszeugnis.


    Königinnenzüchter werden hoffentlich ihre Völker jährlich untersuchen lassen.
    Allein weil man schon aus kranken Völkern nicht nachzieht und kranke Völker nicht zur Nachzucht verwendet.
    Und um schon auf Wunsch eines Kunden ein aktuelles Gesundheitszeugnis beifügen zu können.


    Schwärme brauchen kein Gesundheitszeugnis, weil
    a) sie keine Bienenvölker im Sinne der Bienenseuchenverordnung sind und
    b) sie dieses nicht mitführen können :wink:


    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Der Imker die diese verkauft ist aber keinem Verband oder Verein angeschlossen und sagt er habe für die Bienen weder Gesundheitszeugnis noch Futterkranzprobe (Originalton: Was ist das?) ist aber schon 20 Jahre dabei und seine Bienen sind gesund...;).


    Um ein Gesundheitszeugnis zu bekommen, bedarf es keiner Mitgliedschaft eines Vereines oder Verbandes.


    Wenn er ein Gesundheitszeugnis möchte, braucht er nur sein zuständiges Veterinäramt anrufen und einen Bienensachverständigen ordern.
    Jedoch...so wie es sich liest, möchte dieser Imker gar kein Gesundheitszeugnis.:wink:


    Herzliche Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Zudem ist es auch nicht so, dass nur ein BSV dier Futterkranzprobe ziehen kann. Das kann jeder, sollte sich nur an die paar Regeln halten, die zu beachten sind. Und dann ab damit in´s LAbor. Anders sieht es im FAlle eines AFB-Verdachtes, Untersuchungen im Auftrage des Amtstierarztes usw. aus. Da muss dann dessen BSV oder Obmann ran.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Wie schaut das denn aus, wenn ein Imker zwei Standorte in zwei Landkreisen hat?
    Für mich ergibt sich dieses Jahr die Chance einen zweiten Standort zu bekommen. Der liegt günstige 5-6 km Luftlinie entfernt - aber eben gerade so eben noch im Nachbarlandkreis.


    Braucht's da auch für jeden Transport eines jeden Ablegers ein Gesundheitszeugnis?


    Danke,


    Alex

  • ... wenn du eine Kopie des Gesundheitszeugnises im Handschuhfach deponierst bist du auf der sicheren Seite... wenn man ein Pferd oder sonst ein Tier transportiert, musst Du auch den Ausweis dabei haben.
    Du solltest aber beide Stände gemeldet haben.
    Gruß Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Anni : bei meinem ersten Gesundheitszeugnis kam der BSV auch nicht in die Pötte, auch so die Ausreden, im Kreis bräuchte ich das nicht...da habe ich gesagt, dass ich die verkaufen will, und dann ging es auf einmal schneller :wink:
    Jetzt haben wir zum Glück einen neuen...der nimmt das ernster:daumen:


    Gruß Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Eine Seuchenfreiheitsbescheinigung stellt das Vet.-Amt aus. Entweder bezieht sie diese auf eine Laboruntersuchung oder/und die Begutachtung der Völker. Das Vet.-Amt kann darauf vertrauen, daß der Imker in der Lage ist, Futterkranz-(sammel-) proben selbst zu ziehen und den Laborwert übernehmen. Muß es aber nicht. Da AFB - und darum geht es im Wesentlichen - eine Anzeigepflichtige Seuche ist, wird das Vet.-Amt ohnehin vom Labor informiert, wenn etwas Positives dabei war. Eine falsch negative Probe zu ziehen ist jedoch kein Problem und führte dann zur Bescheinigung der "Seuchenfreiheit". Deshalb ist in unserem LK nur BSV's gestattet, verwertbare Futterkranzproben zu ziehen - allerdings auch bei eigenen Völkernn.


    Die Seuchenfreiheit wird immer für untersuchte Stände ausgestellt und es ist geregelt wieviele Einzelvölker am jeweiligen Stand wie zu untersuchen sind. Wer Völker oder Stände über Kreisgrenzen bewegt, braucht die Bescheinigung. Sie hat dann eine Gültigkeit die mitreist muß aber beim Vet.-Amt des Wanderziels hinterlegt und wieder abgerufen werden. Wer regelmäßig Völker in zwei Kreisen betreut und die dort auch überwintert, muß eine Lösung mit beiden Veterinärämtern finden. Hielte er sich an den Gesetzestext, verletzte er schon das Verfahren, wenn er einen Ableger zur Begattung auf den Außenstand verbringt und dann zurückholt ohne die Seuchenfreiheitsbescheinigung im Kreis des Außenstandes zu hinterlegen. Da helfen nur individuelle Lösungen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder


  • Hallo Anni ,dein Vorstand hat Recht mit dem Landkreis. Zum BSV würde ich den Vorstand anrufen und ein Ultimatum stellen und droh mit Vereinsaustritt oder direkt beim Kreis-Vet anrufen. Ein Vorstand der nicht in die Pötte kommt ist nicht haltbar. Auch kann man den BSV aus dem Nachbarverein anrufen es braucht nicht der Vereins BSV zu sein. Tolle Blamage für deinen Vereins BSV.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.