hoher Varroafall trotz konsequenter Behandlung

  • Ich habe gestern die Varroaschieber eingesetzt und bin heute nach der ersten Nachschau extrem negativ überrascht.


    Mein Altvolk hat keine Varroa in der Windel, der erste Ableger hat ebenfalls keine, der zweite Ableger hat jedoch ca. 50 Stück und das nach einem Tag.


    Zu meiner Betriebseise: ich habe alle 3 Völker nebeneinander am gleichen Standort stehen, habe im vergangenen S0mmer 2x mit 85%-iger Ameisensäure iebig-Dispenser behandelt und im Dezember mit Oxalsäure beträufelt.


    Ich würde es verstehen, wenn alle 3 Völker gleich befallen wären, aber dieses Ergebnis kann ich mir beim besten Willen nicht erklären.


    Ich werde jetzt als erste Massnahme die beiden nicht befallenen Völker an meinen anderen Standort ausserhalb des Flugkreises bringen und belasse das befallene Volk am alten Standort.
    Aber sonst fällt mir im Augenblick nichts ein.


    Wer hat schon ähnliche Erfahrungen gemacht? Was kan ich sonst tun?


    Ich danke im Voraus für Eure Ratschläge.


    Stefan

  • Zitat

    Mein Altvolk hat keine Varroa in der Windel, der erste Ableger hat ebenfalls keine, der zweite Ableger hat jedoch ca. 50 Stück und das nach einem Tag.

    Kann es sein das genau dieses Volk ziemlich viel ausgeräumt hat?
    Gruß Hermann

  • Hallo Stefan!


    Um diese Jahreszeit ist die Windeleinlage nicht wirklich aussagekräftig und du solltest keine voreiligen Schlüsse ziehen.


    Ein Volk fängt zu irgend einem bestimmten Zeitpunkt mit dem Brutgeschäft an. Die Varroen sind bestrebt möglichst bald in die Brut einzudringen. Nach 12 Tagen sind vermutlich alle verfügbaren Varroen in der Brut und im Falle einer Windelkontrolle würde keine einzige Milbe zu sehen sein.


    Wenn der Imker nach zwei drei weiteren Tagen wieder eine Windelkontrolle durchführt, wird er eine viel höhe Anzahl von Varroen finden, da zu diesem Zeitpunkt zufällig die erste Brut schlüft. Ein paar Tage später würde bei einer Windelkontrolle wieder nichts zu finden sein, da alle vorhandenen Varroen wieder in der Brut sind.


    Dieser Rhythmus verflacht sich nach ein paar Brutzyklen.


    MfG
    Honigmaul

  • Ich habe gestern die Varroaschieber eingesetzt und bin heute nach der ersten Nachschau extrem negativ überrascht.


    Mein Altvolk hat keine Varroa in der Windel, der erste Ableger hat ebenfalls keine, der zweite Ableger hat jedoch ca. 50 Stück und das nach einem Tag.


    Stefan


    Hallo,


    das kommt mir jetzt für einen Tag ziemlich viel vor. Normalerweise müssten die Völker fast "restentmilbt" sein.


    Entweder hat die AS-Behandlung nicht gewirkt, oder aber im Dezember war das Volk noch in Brut. Im Dezember empfehle ich die Behandlung zwischen Weihnachten und Neujahr.


    Ich hatte auch ein Volk, das trotz gleicher Behandlung im Spätherbst noch viele Milben hatte. Viele Milben bedeuten immer einen Behandlungsfehler im Jahre zuvor.
    Gruß
    KME

  • vielen Dank für die ersten Ratschläge.
    Mir gibt vor allem der Einwurf von Kai-Michael zu denken, dass möglicherweise das Volk im Dezember noch in Brut war.
    Das kann ich nicht ausschließen, weil ich bei der OS-Behandlung die Waben nicht gezogen habe.


    Gruß Stefan

  • Hallo Stefan,


    die letzten Tage haben die Völker den Totenfall raus geräumt. Was an toten Varroen auf den toten Bienen lag fällt durch das Gitter. Ich würde mal die Böden sauber machen und dann nochmal zählen, bevor ich über weitere Maßnahmen (Chemie) nachdenke.


    Falls tatsächlich soviel Milben fallen, war's vielleicht Räuberei. Wenn Du gleich viel eingefüttert hast, prüfe an denen mit den Milben mal das Gewicht.


    Ich habe noch ein Volk auf einer Stockwaage stehen (...reine Neugier), die hatte gestern eine Zunahme von 1,1kg - das ist ganz sicher kein Schneeglöckchenhonig ;-)


    Gruß Wolfgang

  • Danke Wolfgang,



    ich habe die Böden nicht gesäubert, weil ich dachte, das erledigen die Bienen.
    Tatsächlich liegen schon viele tote Bienen vor dem Flugloche aber norgen werde ich den Rest erledigen, um sicher zu sein, dass keine toten Milben mehr auf dem Gitter liegen.




    Gruß Stefan
    :oops:

  • Ich habe vor zwei Wochen den Schieber drunter. Auf der Windel sammelten sich in der Zeit Reste von Futterzellendeckeln und von Brutzellendeckeln und 3 Milben.
    Nach dem Reinigungsflug kam noch etwas Pollen und 40 Milben dazu.


    Ich Denke mal das waren Tote Milben die bei der Aufräumungsarbeiten so angefallen sind. Also aus meiner Sicht unkritisch.


    Gruß
    Heese

    .. und es gibt doch ein Leben vor dem Tod! (Prediger 3,22)

  • Hallo,


    das sieht man auch, wenn man den Schieber drin hat und mal den Fluglochbereich mit einem Stöckchen vom Totenfall befreite. In dem Bereich, wo man den Totenfall bewegt hat, rieseln sie!


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • ich habe die Böden nicht gesäubert, weil ich dachte, das erledigen die Bienen.


    Dann vergiss die Zahlen erst mal! Wenn da noch der ganze Wintertotenfall drauf lag hast du vermutlich die toten Milben des halben Winters mit dem Einschieben (und unbeabsichtigten Erschütterungen) durchgesiebt. Schau' dir http://www.toleranzzucht.de/fi…_Fassung_Dezember2010.pdf, Seite 32-33 an, ohne den Befall im Zeitraum von mindestens zwei, besser drei bis vier Wochen zu messen sind fundierte Aussagen zu dieser Zeit auf Grund des natürlichen Milbenfalls nicht zielführend.

  • Ich finde das immer total cool, wenn die gleichen Fragen zur gleichen Zeit in verschiedenen Ländern und Kontinenten (!) gestellt werden. :lol: Irgendwie erinnert mich das stets an die morphogenetischen Felder von Rupert. :p


    http://www.ruchewarre.net/viewtopic.php?f=6&t=4604



    Ein bisschen was dran muß sein, denn auch völlig "neue" Ideen werden plötzlich an verschiedenen Orten unabhängig voneinander diskutiert.