Detailfragen Ausstattungsvarianten von Dadantbeuten

  • Hallo,


    momentan habe ich ja noch Leihbeuten und eine Bienenkiste.
    Heuer, in meinem 2. und damit ersten vollständigen Bienenjahr soll es mit eigenen Beuten weitergehen und ich habe mich nach reiflichem Überlegen für Dadant 12 modifiziert entschieden. Diese möchte ich im März besorgen.


    Leider musste ich feststellen, dass es selbst dann, wenn man diese Entscheidungshürde überwunden hat, immer noch unzählige Dinge gibt, bei denen man sich irgendwie entscheiden oder festlegen muss oder dies aufgrund von mangelnder Einschätzungsfähigkeit glaubt, dies tun zu müssen.


    Deshalb bitte ich um ein wenig Hilfe bei meinen Fragen, vermutlich kommen in den nächsten 2 Wochen noch ein paar dazu.


    Im Honigraum scheinen ja Abstandsstreifen üblich zu sein. Es gibt sie in Holz und als Metallschiene.
    Vorerst möchte ich mit Dickwaben arbeiten und diese später mit einem Messer statt einer Entdeckelungsgabel entdeckeln.


    1 Welche Argumente gibt es für/gegen Holzrechen oder Metallrechen aus Eurer Erfahrung heraus?


    2 Wie sieht es überhaupt mit dem Metall aus, ist Alu ähnlich empfehlenswert wie Edelstahl?


    Bei einigen Herstellern wird sowohl ein Abtrennschied als auch ein Trennschied gleichzeitig angeboten.
    3 Wo liegt denn da der Unterschied, das selbe scheint es nicht zu sein?


    Bei der Abstandsregelung im Brutraum habe ich mich bereits gegen Hoffmann-Seitenteile entschieden, da es offenbar bei so großen Rähmchen doch problematisch ist, die wieder auseinanderzubekommen.


    4 Aber welche der vielen anderen Möglichkeiten für welchen Zweck? Oder ist das reine Geschmacksache? Da ist die Rede von Polsternägeln, Kufenabstandshaltern, mal aus Messing, mal aus Nickel, Plastikröllchen... :confused:


    Und dann habe ich die Sache mit den verschiedenen Deckeln irgendwie noch nicht gerafft.


    In jedem Falle möchte ich ganz oben einen Metalldeckel haben.
    5 Aber dann, braucht man jetzt einen Innendeckel oder einen Stülpdeckel oder beides und warum?
    Die Beuten sollen frei im Garten stehen.


    6 Ist es wirklich praktisch, statt einem extra Bienenfluchtrahmen einen Innendeckel mit verschließbaren Bienenfluchtlöchern zu verwenden? Bedeutet ja, dass man für die Zeit, in der die Bienenflucht gesetzt ist, keinen Innendeckel hat, und das hängt ja auch irgendwie mit der Frage 5 zusammen.


    7 Überhaupt, welche Bienenflucht? 
    Da gibt es ja die tollsten Konstruktionen und jeder Hersteller meint, die, die er gerade auf Lager hat, sei die beste. Was habt ihr für Argumente für welches System?
    Zunächst erscheint es zwar weniger wichtig, aber davon hängt ja auch die Form der Löcher in dem Rahmen ab, der als Bienenfluchtrahmen verwendet werden soll. So einfach wechseln geht dann ja nicht mehr.


    Soweit erstmal danke für das Lesen bis hierher und danke für Antworten!


    Gruß
    hornet

  • Hi Hornet
    Das sind ja viele fragen auf ein mal grins :wink:
    So zu 1ten ich habe Holzrechen oden im HR ich finde sie machen sich gut zu Metall habe ich keine Erfahrung.
    3tens Trennschied brauchst du um den Brutraum einzuengen derschliesst nicht dicht ab die Bienen können ihn umlaufen .
    Abtrennschied und Trennschied die meinen das gleiche denke ich bei so einer Grossraumbeute brauchst du das .
    Hoffmnannseitenteile im BR sind nicht so gut Polsternägel sind super habe ich auch und keine Probleme damit .
    Zu 5tens du brauchst einen Innendeckel mit Isoliermatte und ein Aussendeckel aus Metall ist am Besten, nicht aus Holz.
    Metall hält länger denke daran das das zwischen Innendeckel und Aussendeckel ein Abstand sein muss wegen des Schwitzwassers.
    Meine Beuten habe ich von FA Weber und bin damit zufrieden auch seine Bienenfluchten funktionieren super .Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen .
    Mfg Sven :wink:

  • Hallo Hornet,


    hier meine bescheidene Meinung:


    zu 1) vor ein paar Wochen wurde das schon diskutiert und m.E. war die Empfehlung Holzrechen. Ich selbst nehme gar keine Rechen, Abstandshalter o.ä. im HR, weil ich nicht wandere.


    zu 2) Alu wozu? Alu könnte (rein werkstofftechnisch) durch die AS weiß anlaufen, ist aber nicht schlimm.


    zu 3) Das typische Schied hat ja die Außenmaße eines Rähmchens. Vielleicht hat ein Anbieter bienendichte Trennschiede für 4-fach-Ablegerböden gemeint.


    zu 4) Ganz klar: Polsternägel, am Besten vernickelt. Über Alternativen würde ich nur aus Kostengründen nachdenken.


    zu 5) Zu Innendeckel usw. habe ich keine Erfahrung. Ich benutze nur selbstgebaute, gedämmte Stülpdeckel, die ich direkt auf die Folie lege. Obendrauf Zinkblechdeckel oder gleich den Stülpdeckel aus einer Siebdruckplatte.


    zu 6) Ich habe separate Bienenfluchten (weil kein Innendeckel). Wichtig ist m.E. ein gewisser Abstand zu den Rähmchen (nach oben und unten). Deshalb sehen meine Fluchten fast wie flache Zargen aus. Ist aber natürliche auch eine Lagerplatzfrage.


    zu 7) Ich benutze große weiße rautenförmige und gelbe sternförmige Bienenfluchenten - beide gleichgut.


    Gruß Jörg


  • 1 Welche Argumente gibt es für/gegen Holzrechen oder Metallrechen aus Eurer Erfahrung heraus?


    ich habe beides und bevorzuge die Metallrechen, da die Rähmchen in den Holzrechen gerne mal kräftig klemmen (durch Verkitten und manchmal auch Quellen des Holzes)


    Bei einigen Herstellern wird sowohl ein Abtrennschied als auch ein Trennschied gleichzeitig angeboten.
    3 Wo liegt denn da der Unterschied, das selbe scheint es nicht zu sein?


    Die Abtrennschiede (meine sind von Wagner) dichten seitlich ab (nach unten nicht) und sind manchmal kaum zu bewegen, so stramm sitzen sie. Dann ist Nacharbeit mit einer Feile angesagt. Ich habe inzwischen fast überall Futtertaschen als Schiede drin. Die haben ziemlich genau die Größe eines Rähmchens (so wie ein Schied sein sollte) und sind im Herbst auch zum Füttern zu verwenden.


    Bei der Abstandsregelung im Brutraum habe ich mich bereits gegen Hoffmann-Seitenteile entschieden, da es offenbar bei so großen Rähmchen doch problematisch ist, die wieder auseinanderzubekommen.
    4 Aber welche der vielen anderen Möglichkeiten für welchen Zweck? Oder ist das reine Geschmacksache? Da ist die Rede von Polsternägeln, Kufenabstandshaltern, mal aus Messing, mal aus Nickel, Plastikröllchen... :confused:


    ich komme mit den Polsternägeln gut klar, das Material ist wahrscheinlich fast egal. Bei Nickel hätte ich Bedenken wegen des Allergiepotentials (beim Menschen, nicht bei den Bienen). Ist aber meistens nicht deklariert und mit Hausmitteln nicht so einfach zu erkennen.


    7 Überhaupt, welche Bienenflucht?
    Da gibt es ja die tollsten Konstruktionen und jeder Hersteller meint, die, die er gerade auf Lager hat, sei die beste. Was habt ihr für Argumente für welches System?
    Zunächst erscheint es zwar weniger wichtig, aber davon hängt ja auch die Form der Löcher in dem Rahmen ab, der als Bienenfluchtrahmen verwendet werden soll. So einfach wechseln geht dann ja nicht mehr.


    Ich habe diese gelben, runden. Meistens funktionieren sie einwandfrei, manchmal nicht. Dann sind fast immer ein paar Drohnenzellen im Honigraum über dem Absperrgitter gewesen.


    Klaus

  • Moin,


    Rechen, wenn man festsitzende HR will, Fixierung der Abstände/ Vorgebe braucht. Wenn Du nicht wandern willst, geht es auch ohne: Daumen dazwischen, Abstand so bzw per Augenmaß regeln. Ich bpersönlich hab keine Rechen.


    2. Die Aluschienen sind schön, weil man darauf sehr gut die BR-Rähmchen schieben kann. Ansonsten schon beantwortet oben.


    3. Trennschied ist das, was allgemein immer mit "Schied" gemeint ist, hat die Maße der Brutraumwaben, ist umlaufbar für die Bienen. Abtrennschied ist NICHT umlaufbar, schließt dicht ab, benutzt man zur Ablegertrennung (2 Ableger in einer Beute, erspart den unsinnigen Ablegerkasten)


    4. Bloß keine Hoffmanns!!! Ich plädiere auch für Polsternägel. 7mm oder 5 mm, kommt auf deine Rähmchenbreite an und den angestrebten Wabenabstand (35 mm oder 32 mm)


    5. Innendeckel deshalb, weil der den Wabenraum dicht abschließt. Setzt Du den Außendeckel sofort drauf, ist da normalerweise Luft (was bei Räuberhochsaison ggf nicht so gut ist und auch bzgl Ameisen und Co.) Nimm sofort einen mit Loch, dort hinein kommt die Bienenflucht. Somit hat man den Vorteil, dass umgedreht ein Innendeckel vorhanden ist, andersherum kann man diesen dann als Bienenflucht einlegen.
    Du kannst Dir aber auch Bienenfluchten extra zulegen, kommt drauf an, was Du willst und wie Du arbeitest.
    Fluchten: Ich persönlich habe alles von den Bergwinkelwerkstätten, die bieten die großen Fluchten mit vielen Ausgängen an, funzen einwandfrei.
    DenHolzstülpdeckel brauchst Du als Abschluß für alles.
    In den Innendeckel kommt Isolierung, darüber der Holzdeckel, dann der MEtalldeckel als Außenschutz.


    Grüße


    MArion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo miteinander!
    Ich persönlich habe mich gegen die vernickelten Pilzköpfe entschieden, nachdem ich gesehenhatte wie bei einem Brutraumrähmchen nach dem Winter (vermutl. im Zshng. mit Säurebehandlung)das Nickel abplatzte und darunter eine hässliche grünspanschicht zum Vorschein kam.
    Also habe ich jetzt die Messingpilze von Wagner in Gebrauch.


    Die Holzrechen im HR haben den Vorteil, dass die Rähmchen ziemlich wackelsicher in den Zargen klemmen und beim hochkant abstellen oder so nicht rauspurtzeln.


    MfG André

  • Weiß nun nicht, was bei Dadant üblich ist, aber Rechen - ob Metall oder Holz - sind bei anderen Beutensystemen unüblich: Ich würde schon schauen, dass man die Waben auch in der Beute schieben kann. Von Dickwaben würde ich dir wegen des höheren Wassergehalts abraten. Ich imkere mit Hoffmann und würde auch hier - ob Honigraum oder Brutraum - nichts anderes verwenden, besonders wenn du auch mal wandern möchtest.

  • Hallo, ich finde die Rechen im Honigraum ideal, bei mir sind 11 Waben drin. Im Brutraum habe ich Rahmen mit Hoffmann, aber werde ich in Zukunft nicht mehr nehmen.
    Viele Grüße, Heiner

  • Clemens,


    hier ist von Dadant die Rede: Dadant und Hoffmannrähmchen..... :eek: ist fast schon ein No-go, obwohl man sowas Paradoxes echt kaufen kann. (Das so schöne blättern/Schieben mit Platz im Brutraum geht dann nämlich wegen den aneinanderbappenden Rähmchen wieder nicht mehr). Mit Pilzköpfen oben und unten angebracht kann man davon ab auch prima Wandern.
    Dickwaben im HR gehören ebenso fast zum Standart bei Dadant, selbstverständlich kann man auch zwölf reinmachen.
    Und zig nicht nur Berufsimer beweisen jedes Jahr aufs neue, dass das mit den Dickwaben und dem Wassergehalt ein hartnäckiges Gerücht sein muß..
    Hast Du persönlich schon mal mit Dickwaben im Honigraum zu viel Wasser im Honig gehabt?


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Clemens,


    hier ist von Dadant die Rede: Dadant und Hoffmannrähmchen..... :eek: ist fast schon ein No-go, obwohl man sowas Paradoxes echt kaufen kann. (Das so schöne blättern/Schieben mit Platz im Brutraum geht dann nämlich wegen den aneinanderbappenden Rähmchen wieder nicht mehr). Mit Pilzköpfen oben und unten angebracht kann man davon ab auch prima Wandern.
    Dickwaben im HR gehören ebenso fast zum Standart bei Dadant, selbstverständlich kann man auch zwölf reinmachen.
    Und zig nicht nur Berufsimer beweisen jedes Jahr aufs neue, dass das mit den Dickwaben und dem Wassergehalt ein hartnäckiges Gerücht sein muß..
    Hast Du persönlich schon mal mit Dickwaben im Honigraum zu viel Wasser im Honig gehabt?



    Es ist bei normalen Rähmchen schon manchmal schwierig "trockenen" Honig zu schleudern. Einfach mal die Waben einzeln im Honigraum messen: Nur der Unterschied zwischen Randwaben und zentralen Waben sollte einem zu denken geben. Selbst wenn das üblich sein sollte, muss es nicht gut sein. Wenn du nur im Rahmen der Lebensmittelverordnung bleiben möchtest, geht das auch mit Dickwaben, bei DIB oder Bio-Richtlinien machen aber 1 bis 2 Prozentpunkte einiges aus. Und auch neuere Untersuchungen zur Lagerfähigkeit und den Lagerbedingungen von Honig (einer der letzten Ausgaben des dbj) zeigen, dass die 18% noch lange kein Garant für gärungsfreien Honig sind. Nur weil ich ein, zwei Waben weniger zu entdeckeln habe und das Entdeckeln schneller geht würde ich mir das zusätzliche Wasser nicht einhandeln wollen! Ganz alleine bin ich mit den Beobachtungen wohl auch nicht: http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=9510 , dbj 03/2008 Beitrag "Nur reifen Honig ernten" von Liebig "Zur Überprüfung dieses Ergebnisses wurde der Wassergehalt des Honigs von Volkern, deren Honigräume aus rnit acht Dickwaben ausgestatteten Flachzargen bestanden, rnit dern von Volkern rnit zehn Zanderwaben im Honigraum verglichen. Dieser Versuch fuhrte zum gleichen Ergebnis. Deshalb ist von der Verwendung von Dickwaben im Honigraum abzuraten."


    Dickwaben hören sich verlockend an, wenn sie mal ausgebaut sind braucht man kein Absperrgitter mehr, weniger entdeckeln, schneller entdeckeln. Ich war da auch schon drauf und dran mit Flachzargen und Dickwaben zu imkern. Der Wassergehalt war aber der entscheidende Grund es sein zu lassen.


    Ja, so selten? http://www.imkertechnikwagner.de/rahmen.html#dadant Mit Hoffmann hast du sicher Recht, auch mit Zander brauchst man ohne Stockmeißel nicht an die Bienen zu gehen. Die ersten Rähmchen bei mir hatten aber Bügel, und die waren nicht immer genau, sind dann doch an der Seite vorbeigerutsch, haben sich beim Auskochen gelöst, ... Mit Hoffmann hat man halt ein Stück, keine zusätzliche Arbeit, mittlerweile bekommt man sie sogar fast für den Preis von gleichschenkligen Seitenteilen. Mit Hartholz sind sie auch für Draht ohne Ösen geeignet. Ich möchte nichts anderes mehr. Den Stockmeisel darf man halt beim der Durchschau nicht vergessen ... :-)

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  • Hallo Clemens,


    OK, ich hab den Stockmeißel eher so zum Suchen oder Ablegen und bin als "Klebebetongeschädigte" zu verstehen :wink:
    Bisher habe ich mit dem bißchen Ernte im ganz unteren Wassergehaltsbereich geglänzt. Mir bekannte Dadantimker haben damit auch keine Probleme aber ich lese den Einwand immer wieder.
    Persönlich hab ich auch kein Problem damit, eine Wabe mehr reinzugeben.
    Aber wir kommen OT


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • ...Und zig nicht nur Berufsimer beweisen jedes Jahr aufs neue, dass das mit den Dickwaben und dem Wassergehalt ein hartnäckiges Gerücht sein muß..
    Hast Du persönlich schon mal mit Dickwaben im Honigraum zu viel Wasser im Honig gehabt?...


    Mmmm, das ist noch eines meiner größeren Probleme mit Dadant.
    Seit ich die 12-er Dadantse in Gebrauch habe, ist der Wassergehalt öfters Grenzwertig bzw. sogar zu hoch.


    Auch ich bekomme dann von erfahrenen Dadantlern aus dem Forum geschrieben, dass man mit diesem System genau so trocken imkern kann, wie mit anderen Systemen. - Nur ich kriegs nicht hin.


    Im letzten Sommer hab ich bei den paar Kilo Sommertracht bei den Dadies 20,?? % gehabt und bei meiner Frankenbeute-Zander 18,??%.
    Jetzt wollte ich dieses Jahr einen Teil der HR mit 11-er oder 12-er Rechen ausstatten und rief diesbezüglich bei Herrn Wagner an. Der wollte das Geschäft nicht machen. Er meint das wäre absolut unnötig. Er vermutet, ich würde zu schnell zu viel Raum geben.


    Nu bin ich gespannt, wie es dieses Jahr wird, wenn ich den zweiten HR erst gebe, wenn der erste so gut wie voll ist.


    MfG André