Durch unbekannte Gewässer

  • Hej


    Als Unwissender in diesen fuer mich "unbekannten Gewässern" habe ich (noch zumindest) die Freiheit alle möglichen Fragen zu stellen.


    Da ich versuchen möchte das natuerliche Leben der Bienen und des Bies zu verstehen so werden bestimmt viele meiner Fragen in diese Richtung gehen.


    Und hier kommt die erste:
    Bienen bauen ja ihre Waben von oben nach unten.
    Die Bienenstöcke werden allerdings immer oben aufgestockt wenn eine Zarge voll ist so wie ich das verstanden habe.


    Wieso erscheint mir das "verkehrt herum" und was weiss ich da nicht?

  • Hallo,
    Herzlich Willkommen hier im Forum :)
    Du hast in der Zarge Rähmchen. Diese werden ausgebaut. Bei Naturbau von oben nach unten. Ist nun die erste Zarge voll, gibst du den Bienen neuen Raum. Praktisch gut durchführbar, also von oben. Dort hast du wieder Rähmchen, die nun wieder von oben nach unten ausgebaut werden.


    LG


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Hej Simon


    Klar, also fangen sie "gefuehlmässig" immer wieder von "oben" (vorne?) an...wo sie doch ihrer Natur gemäss eigentlich weiter unten anbauen...
    Mir kommt es nicht darauf an was fuer mich bequem ist, sondern was den Bienen dient!


    Eines ist mir zB klar, nur ein Schiff wo die Besatzung wenig Stress hat ist ein gutes Schiff! Und kann ich den als Kapitän/Imker auffangen oder vermeiden, dann fahre ich fuer mein Gefuehl auf dem richtigen Dampfer mit dem richtigen Kurs.


    Daher meine Frage.


    Wieso sollen die Bienis immer wieder von oben weiterbauen...?
    Was sehe ich da nicht?

  • Hej,


    willkommen im Club!


    Wir sind hier alle Unwissende, die die glauben es nicht zu sein, die können sich die Vielfalt der Welt (... der Bienen o.ä.) bloß nicht vorstellen!


    Das Thema aufsetzen ist seltsam. Ich kann Dir nur mein angelesenes Wissen anbieten...
    Es hängt mit dem Alter des Bienenvolkes zusammen. Bernhard hatte mal einen sehr guten Artikel aus dem Englischen übersetzt, in diesem Bericht wurde die Zusammenhänge zwischen dem Alter des Volkes und der Bautätigkeit untersucht. Wenn ich den passenden Thread finde, dann poste ich den Link noch. Wenn das Volk neu gegründet wird, dann baut es in den ersten 12 (?) Monaten gut nach unten. In dieser Zeit wird das Brutnest gebaut, dann kann man auch Zargen untersetzen. Später wird nur noch das Honiglager gebaut und das geht wohl besser durch Aufsetzen...


    Gruß Jörg

  • Hej Jörg K


    Auf Bernad stiess ich schon vor etlichen Jahren in einem anderen Forum und seine Art hat mir schon immer schlicht und einfach gefallen.


    Und was ich in meinem einwöchigen "crash" Kurs schon gelernt habe: die Bienen sind so veränderlich wie das Meer und die See. Von daher also ein "bekanntes Thema" fuer mich.


    Als Aquarianer bin ich das Beobachten gewohnt, habe aber bisher diese Möglichkeit bei Bienen noch nicht gehabt...aber das haben andere und ich "sauge auf wie ein Schwamm".


    Es gibt auch hier keine "richtige" Antwort, aber es gibt Antworten, und damit komme ich weiter auf "meinem" Weg...


    Meine Frage habe ich noch immer...aber ich kann sie einfach mal rumdrehen um versuchen zu zeigen wie ich denke.


    Wir bauen ja von unten nach oben...und jetzt setze ich die Schwerkraft einfach mal zur Seite (als Imker kann ich das) und gerade wo wir am zehnten Stock von dreissig angelangt sind, uns freuen wie es wächst, so hebt jemand den skyscraper hoch , und sagt: fangt mal wieder vom Erdgeschoss an.


    Frust ist wohl nur der Vornamen...


    So ungefähr...


    Ob das praktisch ist, das ist eine andere Sache, und ich kann mir sogar denken, dass auch ich das praktisch besser finden werde...fuer mich...

  • Hej Drohn


    Die Sache mit dem Wind beim segeln habe ich zehn Jahre lang getestet und erlebt...allerdings auf einem kleinen 8 Meter Segelboot.
    Es geht tatsächlich gegen den Wind...aber auch da nur mit dem Wind!


    ...nach den Kapitänen von damals schreit heute auch niemand mehr...

  • Ich muß diesen besagten Artikel finden... Vielleicht kann Bernhard ihn nochmal posten?


    Meine vereinfachte Erklärung:
    Im ersten Jahr geht es für das Volk (Schwarm, Ableger etc.) um das pure Überleben. Da bauen sie nue das Brutnest plus ein Honiglager für das Allernötigste und das geht am besten nach unten. Im zweiten Jahr wird der Raum für das Honiglager für ein "Vollvolk" gebaut. Dabei ist es noch wichtig, daß (in der Regel) die Brut immer fluglochnah und das Honiglager fluglochfern ist. Deshalb nehmen die Bienen die aufgesetzten Honigräume, fluglochfern gern an. Ansonsten müssten sie das Brutnest verhonigen und den Wabenbau weiter nach unten verlängern...


    Übrigens:
    Deine Vorstellungsrunde war super und sehr beispielhaft!
    Die Kombination Deiner Interessen (Segeln, Aquarienfische und Bienen) ist super! Für mich ist außerdem Laufen (Joggen) noch sehr wichtig!


    Gruß Jörg, der mit Tanganjikas

  • Hej Jörg K


    Nur so vorweg. Das Segelbootchen hab ich schon vor Jahren verkauft, in meinem Aquarium (eins hab ich noch immer) schwimmen keine Fische, sondern es beherbergt nur Pflanzen. (und Tanganjikas fand ich schon immer schön!).


    Ich hab schon verstanden: Brut vorne also "frische Luft" schnell dran zu kommen und Futter, denn ohne kein Ueberleben im Winter, so sicher wie es geht. Das taten als das Futter noch knapp war wir Menschen auch (und das werden wir wieder tun wenn unser Futter wieder knapp wird).
    Das kann ich in meinem Torp noch spueren (gebaut 1870). Der Stall ist drei mal so gross wie das Haus!
    Die ersten Besitzer haben auch dort fuer das pure Ueberleben damals gebaut.


    Meine Frage ist, anders ausgedrueckt: wir Menschen bauen nach oben...Bienen nach unten...wenn sie können...und wenn der Platz nicht reicht, dann sagt der Mensch den Bienen: kein Problem, ich helfe Euch...und stockt seiner Natur gemäss oben auf.
    Während die Natur der Bienen vielleicht lieber "abgestockt" hätte.


    Mein Gedankengang angekommen?


    Uebrigens, wenn ich solche Fragen stelle dann sind das im Grunde Fragen an mich selbst die ich nur laut werden lassen...das ist niemals als Kritik gedacht.

  • Hallo Kap Horn,
    das soll jetzt wirklich keine Kritik an dir sein. Ich finde deine Vorstellung, deinen Lebenslauf echt beeindruckend. Toll auch dein riesiges Interesse an den Bienen. Ich habe selber vor einem guten Jahr erst begonnen und auch so viele Fragen gehabt und habe ich immer noch und habe so viel gelesen...
    Aber eines kann ich dir jetzt schon sagen: Wenn du dich bei jeder Frage über die Bienen so aufhängst wie mit dem Erweitern, wirst du nicht fertig und es wird dich irgendwann deprimieren :lol:
    Wir wissen einfach zu wenig über die Bienen und können selber oft nicht sagen, was nun einen Tick besser für sie ist.
    Aber lieber mehr Fragen als zu wenig :daumen:


    LG


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Hej simon


    Ich "hänge" mich nicht auf (hab ich zumindest nicht vor) ...das tun statt dessen scheinbar aber die Immen.
    Ich bin ein Mensch und als solcher suche ich eben "Grund"lagen um (dr)auf-zu-bauen


    Und meine Hoffnung ist ja mit den Bienen wirklich NICHT fertig zu werden...



    Daher ja auch meine erste Frage...


    Hepp


    Kap Horn

  • Jörg
    wg. des Artikels - suche mal nach "Walt Wright".


    @Cptn Horn
    Meine Antwort auf Deine Frage: Aufgesetzt wird aus Honiggier - Ausnutzen des Triebes, leere Waben über dem Brutnest unbedingt mit Wintervorräten zu füllen (Auslösen von "Paniksammeln").



    André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)