Gefälschte Pestizide auf den Äckern Europas

  • Nach illegalen Pestiziden wird nicht gesucht und untersucht.


    Habt ihr gesehen? In den im Film gezeigten Lager war Imidacloprid dabei. Wie viel Tonnen waren das nochmal?

  • Hallo, ich habe mal weiter gegoogelt. Die Reportage wurde bereits 2011 produziert,
    und z.B. am 16.2.12 auf ARD gezeigt.
    Leider gibt es noch keinen 10 Punkte Plan dagegen.


    Wieso auch .... Henrike teilte meine Gedanken.

  • Einfach mal pesticide und z.B. Imidacloprid einfügen man ist tatsächlich sofort auf seiten zum Bestellen.
    vorallem die Mengen:
    Trademark: xingbai
    Packing: as Your Required
    Origin: Hebei China
    Production Capacity: 8000000t/Year

  • Moin, moin,


    und illegal sind ja nicht die Substanzen, meistens, sondern der Umstand, dass sie am Patentschutz vorbei produziert und am Zoll vorbei eingeführt werden. Außerdem fehlen da natürlich die Hinweise zur Anwendung, und genau in die Richtung wird die Argumentation laufen: Bei freiem Handel kann man die Eifuhr sowieso nicht verbieten, also sollten doch nicht die genau dosierten und dokumentierten deutschen Präparate zugunsten brauner Papptonnen verboten werden... Free Dope for Bauer Piepenbrink! (Also, bezahlen soll er es natürlich schon, aber an Bayer...)


    Interessant wäre aber auch mal, ob es bei xingbai um ein Jointventure handelt, und wenn ja, mit wem... Vielleicht sehen wir hier die Früchte der Reisen von Wirtschaftsdelegationen mit KanzlerIn im Gepäck nach China? Oder es kommt deutsche Anlagentechnik zum Einsatz?


    Ansonsten ist dieses natürlich auch die Strafe für die Geizgeilheit hierzulande...


    Wenn das nun niemand kaufen würde, wären diese Angebote sicher nicht so zahlreich und ausdauernd im Netz.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Das ist schon eine gute Reportage, aber wenn man´s ganz zynisch betrachtet, kann man das auch als Werbefilm betrachten:


    Jetzt wissen die Landwirte endlich alle, wie sie das Zeug viel günstiger erwerben können.


    :roll:


    Da würde ich mir keine Gedanken machen. So wie die Imker wissen, wie und wo es alle die kleinen unerlaubten Varroa Mittelchen und Oxalsäure Verdampfer etc. günstig und diskret zu erwerben gibt, wissen es die Bauern auch auf Ihrem Gebiet.
    Und auch unter den Bauern gibt es wie unter den Imkern welche, die Mittel, die in Deutschland verboten sind mit der Begründung anwenden, das sie im Nachbarland legal und in jedem Markt zu erwerben sind, und dabei noch billiger und besser wirksam sind.
    Der Unterschied liegt eigentlich in der Risiko Bereitschaft.
    Während für einen Imker das Risiko eigentlich gleich null ist, da Kontrollen und Strafen ja praktisch nicht existieren, schön demonstriert durch die Tatsache, das diese Mittelchen und Methoden von den Anwendern öffentlich berichtet werden, riskiert der Landwirt der solche Mittel illegal anwendet Dank "cross compliance" schnell mal den ganzen Hof.
    Wenn er erwischt wird.
    Und da ist das Risiko nach meiner Ansicht bei den Landwirten entschieden größer.
    Zum einen gibt es da regelmäßige Kontrollen.
    Zum anderen muss ein Landwirt immer damit rechnen, das er bei besonderen Vorkommnissen (Vergiftungsfällen) in seiner Region eine Sonderkontrolle bekommt.
    (Vor zwei Jahren hatte ich z.B. nach einem Vergiftungsfall ,den ich bearbeitete und bei dem der Verursacher nicht zu ermitteln war, Besuch von zwei Beamten, die nur den genauen Standort der betroffenen Bienen wissen wollten, um alle Landwirte im Umkreis einer Sonderprüfung zu unterziehen. Dabei war das gefundene Mittel zugelassen.)


    Die Landwirte, die ich so kenne, halte ich für zu intelligent, da wissentlich für ein paar Euro die Existenz aufs Spiel zu setzen.


    Von daher halte ich die Wahrscheinlichkeit, das ein Landwirt wissentlich gefälschte oder verbotene Pestizide einsetzt für gering. Ausnahmen gibt es natürlich immer.


    Ich denke, die Gefahr liegt eher beim Handel. Da ist bestimmt eine große Gewinn Spanne zu realisieren wenn man für die gefälschten Pestizide auch die Begleit Papiere fälscht und dann den Landwirten als Original verkauft.


    Gruß Hubert

  • Hallo Miteinander,
    das sehe ich wie Hubert.
    Kein Landwirt wird wissentlich gefälschte PSM kaufen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Moin, moin,


    etwas vorsichtiger: Kein kluger Bauer wird es so kaufen, dass man beweisen kann, dass er es wissentlich und willentlich gekauft hat.


    Die Wirkstoffe sind ja oft zugelassen, die ausgebrachte Menge aber ist schwer rückzuschließen. Schon kurz nach der Spritzung legt sich da keiner mehr fest, ob die Aufwandmenge pro ha mit dem erlaubten übereinstimmt. Man könnte zum Beispiel so die Dosis und damit die Wirkungssicherheit erhöhen. Ohne zu dokumentieren. Spritzen tut meist der Lohnunternehmer, und der verkauft Wirkungssicherheit, sozusagen eine 0-Schadinsektengarantie. Dem würde das womöglich zufriedene Kunden bescheren, und wenn er bei der Buchhaltung sauber sägt, kommt ihm da so schnell keiner drauf.


    Der Handel riskiert auch seine Lizenz. Es zeigt sich mitunter, dass es halt Händler gibt mit einem erweiterten Begriff vom Unternehmerrisiko. Solche Bauern gibt es auch.


    Ich erinnere von früher durchaus Medikamente, die vom Holländer kamen und der war kein Tierarzt. Die Medikamente aber waren einfach nur billiger. Ich erinnere auch, zum Beispiel, Chloramphenicol i.M., im Schweinemaststall. Wartezeit 3 Monate.


    Wenn das Zeug hergestellt und grau vermarktet wird, landet es auch irgendwo auf den Kulturen. Vielleicht weniger in Deutschland, aber beschwören würde ich es nicht.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hi Clas,
    sehe ich genauso.


    Ich privat, Frage an den Spritzenkutscher : Was spritzt du da ?
    Antwort : weiß ich nicht, fahre nebenbei für nen Lohner
    Fage an den Lohner : was spritzt ihr da ?
    Antwort . weiß nicht , gibt der Landwirt vor
    Frage an den Landwirt : Was spritzen die da ?
    Antwort : Keine Ahnung, macht alles der Lohner
    Frage an die Landwirtschaftskammer. Was spritzen die da ?
    Antwort : Weiß nicht, die sind alle fachmännisch ausgebildet, haben Kurse belegt, die machen alles richtig.
    Antwort Helmut : Leckt mich doch alle am A....
    mit freundlichen Grüßen
    Helmut

  • Schönen Aufdnacht!


    Stichwort: Landwirtschaftskammer!


    Nun, es wird ja immer behauptet, sie, die Landwirte lernen es ja auch nicht anders.


    Was ja auch so stimmen mag.


    Hab vor einigen Wochen wieder mal nen Vortrag gehalten in der Ldw. Schule.


    Sagt der Lehrer: Er glaube nicht, dass es ohne chem. PSM geht - undenkbar.


    Das wird Überzeugungsarbeit kosten - wahrscheinlich jahrelange.


    Nichtdestotrotz - möchte ich mir als moderner Landwirt - nicht immer vorhalten lassen müssen, dass ich Umweltverschmutzer Nr. Uno bin.
    (siehe: "home", die Geschichte einer Reise)


    Es gehört schon ein Maximum an Selbstverantwortung hinzu, es selbst in der Hand zu haben, was ich auf meine Felder, Äcker und Wiesen so ausbringe.


    Als Imker kann ich es mir auch nicht erlauben Antibiotika in meine Völker zu kippen und ich muss auch jedes Jahr umdenken oder so manches hinterfragen.


    Manch einer, macht es sich schon leicht mit dem Satz: Wachsen oder weichen.


    Im Ösiland gehts ja auch.


    Allein im Salzburger Land gibts schon über 50% Biobetriebe - Heumilchbauern!


    Respekt sog J nur!


    Und wo glaubts Ihr, dass die Milli landet?


    In der bayrischen, hießigen Molkerei.


    Ja, do frog J mi!?



    -



    Es liegt wohl an der Politik!


    Drum denkts nach, was Ihr so wählt im heurigen Jahr!


    Griass Simmerl