Betäubender Biss der Honigbiene

  • Hallo!


    Ich habe folgendes Interessante gefunden:
    Im neuen März-Heft der Zeitschrift ‚Bild der Wissenschaft‘(03/2013) findet sich auf Seite 13 ein interessanter Artikel, dass sich die Biene gegen Wachsmotten und Varroamilbe mit einem Sekretet wehren kann. Sie sondert beim Biss ein natürliches Anästhekum aus ihren Mandibeldrüsen ab, welches mit dem häufig benutzten Betäubungsmittel Lidocain verwandt sei, aber weniger Nebenwirkungen besitze und trotzdem hochwirksam sei.
    Ich frage mich: Wenn die Honigbiene die Fähigkeit besitzt,die Milbe zu erwischen und zu betäuben, warum tut sie es nicht und wirft sie hinaus?
    Ein Abstract dieser Erkenntnisse des französisch-griechischen Forscherteams unter Prof. George Theophilidis an der Aristoteles-Universität in Thessaloniki findet sich hier:
    http://publicationslist.org/theophil
    Es ist die oberste Publikation im Jahr 2012, dann das PDF Zeichen rechts anklicken.
    Andreas

  • Schade, ich kann wieder mal nicht englisch. Aber gegen die Wachsmotte nimmt die Biene den Stachel, das habe ich gesehen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Drobi!


    In dem Fall sind fehlende Englischkenntnisse weniger schlimm. Die Forscher haben ihr Hauptaugenmerk darauf gerichtet, ob dieses betäubende Sekret der Biene namens 2-Heptanon geeignet sei, ein verbessertes Betäubungsmittel für den Menschen zu entwickeln.


    Dass die Biene mit dem Biss eine zweite chemische Verteidigungsmöglichkeit besitzt, war mir neu. Die stachellosen heimischen Bienen Amerikas sollen ihre Bisse als Hauptverteidigung einsetzen. Und sie sollen gut beißen können! Ob diese das gleiche Sekret oder noch wirksamere entwickelt haben, wird sich sicherlich einmal ein Doktorand vornehmen.


    Die Varroa muss dann aber gegenüber der Biene irgendeine Form von 'Tarnkappe' besitzen. Unsere westliche Honigbiene hätte jedenfalls die nötige 'Waffe' gegen sie, wenn die Varroen im Stock herum wuseln und auf den richtigen Zeitpunkt warten, in verdeckelungsbereite Waben zu schlüpfen.


    Gegen eine große Wachsmottenlarve hilft sicherlich nur der Stachel.


    Herzliche Grüße


    Andreas

  • Sie haben nur Wächterinnen benutzt und Bienen von Apis mellifera cypria, Apis mellifera ligustica und Apis mellifera macedonica.


    "All honeybees used in this study were guards from Apis mellifera
    cypria, Apis mellifera ligustica and Apis mellifera macedonica colonies. We
    determined which bees were guards through visual observation of
    colony entrances; guard bees were defined as those that were
    observed patrolling the entrance and inspecting incoming honeybees.
    When bees were required to bite, we used forceps to place
    them in close proximity to moving wax moth larvae and then
    applied light pressure to their thoraxes to induce them to bite."


    Suchen Wächterinnen auch im Stock nach Feinden?


    Elias

  • :p_flower01:Der Bienengott Ah Mucen Cab
    Auch die Maya und Azteken im Alten Mexiko betrieben Bienenhaltung. Honig war den
    Maya heilig und außerdem ein wichtiger Exportartikel. Man vermutet, dass der
    herabstürzende Gott im Templo del Dios Descendente in Tulum auf Yukatan den
    Bienengott Ah Mucen Cab darstellt. Bei Festen bestrichen sich die Priester der Maya die
    Lippen mit Honig. Die Maya fertigten Abbilder ihrer Gottheiten aus Maismehl und Honig
    und verzehrten diese während der Feste.
    „Ah Mucen Cab“ ( übersetzt:“Honigsammler“), auch „Ah Muzen Cab“ oder „Ah Muzencab“
    genannt, war in der Mythologie der Maya der Bienengott. Bekannt auch als
    „herabstürzender Gott“ oder „herabsteigender Gott“. Laut den Chilam Blam Büchern
    gehört Ah Mucen Cab mit zu dem Kreis jener, welche die Welt erschaffen haben. In der
    Sprache der Maya ist das Wort für Honig dasselbe Wort wie für die Welt. Ah Mucen Cab galt
    als der Schutzherr des Honigs, der Bienen und den aus Honig hergestellten
    Met ( Blache ).
    Auf vielen Fresken, wie zum Beispiel in den archäologischen Stätten von Coba, Tulum,
    Sayil und Chichen Itza sieht man den Bienengott Ah Mucen Cab als herabstürzenden Gott
    ( mit dem Kopf nach unten ) abgebildet. Aufgrund dessen, dass sich im Weltbild der Maya
    die Sonne um die Erde drehte, gingen sie davon aus, dass der Bienengott am Morgen im
    Osten aufstieg, und dass er nach dem Wecken der Natur am Mittag in Richtung Westen
    wieder herabstieg. Sobald der Bienengott die Erde bei seinem Abstieg erreichte,
    verwandelte er sich in einen schwarzen Panther. Als schwarzer Panther durchquerte er
    danach die Unterwelt in Richtung Osten. Dort angekommen, stieg er am Morgen wieder
    als Bienengott auf. Um zu gewähren, dass der Bienengott jeden Morgen im Osten neu
    aufstieg, wurden dem Bienengott Ah Mucen Cab Opfergaben dargebracht.
    Die Maya kultivierten die Bienen intensiv für die Honigproduktion. Der traditionelle Maya-Name für Melipona beecheii ist
    Xunan Kab, was wörtlich Königliche Dame bedeutet. Diese Bienen waren ein Symbol des
    Bienen-Gottes Ah Muzen Cab und waren Gegenstand religiöser Zeremonien. Familien
    hatten Bienenstöcke an ihrem Haus.
    Auch stachellos können sich die Bienen durch Bisse wehren, die einem Moskito-Stich
    ähnlich sind. Traditionell wurde ein wilder Bienenstock kultiviert. Dazu wurde der Ast um
    den Bienenstock geschnitten um ihn transportieren zu können. Der Ast wurde dann an
    beiden Enden mit Holz oder Ton verschlossen und mit Lehm versiegelt. Das hinderte die
    Bienen daran ihre Brut, Polen und Honig in der Wabe zu vermischen. Die Brut ist in der
    Mitte des Stocks und der Honig wird in Gefäßen an den Enden des Stocks gespeichert.
    Ein austauschbares Gefäß an diesen Enden erlaubte den einfachen Zugriff auf den Honig
    ohne den Stock zu zerstören. Mit der richtigen Pflege können solche Bienenstöcke viele
    Jahre und sogar Generationen nachhaltig genutzt werden. In archäologischen
    Ausgrabungen von Mesoamerika wurden Steinscheiben gefunden, die als Verschlüsse
    von Bienenstöcken gesehen wurden.
    Balche, ein alkoholisches Getränk wie Met, wird aus fermentiertem Honig und der Rinde
    des Balche-Baumes gemacht. Das Getränk hat entheogene Eigenschaften, ermöglicht
    mystische Erfahrungen in rituellen Praktiken und wurde als Medizin benutzt. Die
    halluzinogenische Wirkung kommt vom Balche-Baum oder von dem Honig der Balche-
    Blüten. Toxische und halluzinogene Stoffe können im gesammelten Honig und Pollen
    bestimmter Pflanzentypen gefunden werden. Das Wachsgießen wurde ebenfalls von den
    Maya praktiziert.


    @DD: Tja...der Baum...
    @Alle: treibt jedes Jahr Blüten

  • Danke Andreas, für den kurzen Einblick, danke Drohn, wieder etwas schlauer, aber in der Art habe ich mir das schon gedacht.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Elias!


    Neugierig wäre ich schon, ob nur wie hier untersucht Wächterinnen diesen Stoff in den Mandibeldrüsen entwickeln oder ob nicht auch die Baubienen, die ja der gleichen Altersklasse entsprechen, siehe Seeley, und laut diesem variabel einsetzbar seien, ihn haben. Dann hätten wir ja Wächterinnen im Innendienst. Ich weiß, reine Spekulation eines imkernden Laien. Aber interessant wäre es schon.


    Andreas