BSV-Entlohnung

  • Hallo Zusammen,


    nach erfolgloser Such möchte ich mal fragen:


    Ist man vom "Guten Willen" seines BSV abhängig?


    Bekanntlich braucht man für die Wanderung und den Völkerverkauf ein Gesundheitszeugnis. Dafür benötigt man aber zwingend den BSV (habe ich 2012 gelernt :wink:). Da der BSV weder von der Wanderung noch von dem Verkauf der Völker profitiert, ist das für ihn nur Arbeit. Es sei denn....
    Gibt es eine Entlohnung seitens des Veterinäramtes? Oder müßte man das im Verein regeln? Oder muß das jeder selber mit dem BSV regeln?
    Der Verein verfügt doch über gewisse Probenkontingente, die über Fördermittel bezahlt werden, ist da eine irgendwie geartete Entlohnung des BSV inbegriffen.


    Die Abhängigkeit des gemeinen Imkers vom BSV ist sehr offensichtlich. Hat der Imker einen Anspruch auf die Futterkranzproben? Kann er sie, wenn der BSV ihn immer wieder vertröstet, beim Veterinäramt einfordern.
    Bei der AFB-Bekämpfung ist das gemeinsame Anliegen offensichtlich, aber welcher BSV ist schon gerne für lau Dienstleister beim Kohlemachen mit Bienen?


    Ich habe fast die Befürchtung, man muß irgendwie miteinander auskommen (wie im richtigen Leben), weil es keine klare Regelung gibt.


    Was meint ihr?


    Viele Grüße
    Chrischan (Zumerstenmalthemenvorschlager)

  • HI Crischan,
    wir haben hier einen sehr engagierten BSV, er bekommt eine Aufwandsentschädigung, die aber eher gering ist. Etwa 10 Euro pro Gesundheitszeugnis gehen direkt ans Vet-Amt.
    Meines Wissens kannst Du Dich auch direkt an den Amtsveterinär wenden.
    Du kannst auch BSV werden, darfst dann aber Deine eigenen Völker nicht selbst beproben.
    Grüße
    apirita

  • Witzig,


    das Thema genau hatten wir heute Morgen beim Frühstück, da unser BSV leider verstorben ist.
    ich sagte so larifari. Dann mach ich das halt.
    Und dabei kamen genau diese Fragen auf:


    Wie lange dauert der Lehrgang zum BSV
    Wer bezahlt ihn
    Bekommt der BSV eine Aufwandsentschädigung?
    WER begutachtet die Bienen des BSV, wenn er seine eigenen Völker nicht beproben darf?


    LG: Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • okay, also Antworten für FFM:
    - der Lehrgang besteht aus 2 Kursen zu Bienenkrankheiten, Kurse zB in Kirchhain
    - der FFMer IV hat den Kursbesuch samt Hotelübernachtung bezahlt
    - bei uns bekommt der BSV zB etwa 20 Euro fürs Gesundheitszeugnis plus 10 Euro ans Vet-Amt, der Imker zahlt also rund 30 Euro insgesamt. Hinzu kommt Kilometergeld für den BSV. Henrys Rechnung zur AFB-Sanierung hat aber gezeigt, dass bei einem realen Einsatz dieser Größe die Aufwandsentschädigung ein Witz ist.
    - Wir haben 2 BSVs in der Stadt. Die können sich also gegenseitig beproben.
    In anderen Städten oder Bundesländern mag es anders geregelt sein.
    Grüße
    apirita

  • @ Chrischan:


    Um nicht nur von einem BSV in Verein (Mülheim) abhängig zu sein, haben wir insgesamt fünf BSV. Überlichweise bekommen die Vereine im Gebiet des IVR über den Kreisimkerverein ein jährliches Kontingent an kostenlosen Proben zur Verfügung gestellt (werden von der TSK bezahlt). Hier wird normalerweise bei der Verteilung an die Vereine geschaut, wo die Not an größten ist in Zeiten der AFB. Im letzten Jahr gab es für uns sieben Probenbehälter bei ca. 38 Mitgliedern.


    Das Gesundheitszeugnis kann dir allerdings nicht der BSV ausstellen, sondern nur der zuständige Amtsveterinär für den z.B. der BSV die Proben zieht. Kommst Du über deinen Verein in den Genuss der durch die TSK gesponsorten Proben, fallen für dich keine Kosten für den BSV an, da hier die Fahrtkosten von ca. 10,00 € je Probe ebenfalls übernommen werden. Allerdings musst die wohl für das Gesundheitszeugnis beim Vetrerinäramt bezahlen.



    Schöne Grüße


    Mintard

  • Das Gesundheitszeugnis kommt schlussendlich vom Amt und muss auch von diesem unterzeichnet werden. Ein Zeugnis, das nur der BSV unterschreibt, ist nicht gültig.
    Der Amts-Vet hat aber häufig keine Zeit, sich die ganzen Bienenvölker anzugucken bzw. hat er auch u.U. keine Ahnung von Bienen. (bei uns hat er Ahnung, aber das ist evtl Ausnahme). Also muss der BSV ran.
    Crischan, ich glaube, sich gut stellen ist deshalb nicht falsch.
    Grüße
    apirita

  • 2,60 € Probenahme oder Durchsicht auf Faulbrut
    1,64 € Behandlung oder Abtötung pro Volk
    0,25 € pro gefahrenen Kilometer


    Das sind die Sätze der Sächsischen TSK nach der sich die Vet-Ämter richten. Das Ausstellen einer Bescheinigung über die Seuchenfreiheit ist ein Verwaltungakt und vom "Verursacher" mit der Mindestgebühr 20 € zu erstatten. Dazu kommen die Kosten, die die TSK nicht ersetzt. Da das Vet-Amt aber die Erstattung der TSK gleich als kompletten Kostenansatz des BSV ansieht und kein BSV je geltend gemacht hat, daß es nach den guten Sitten nicht möglich ist, amtlich anzuordnen, daß ein BSV draufzahlen muß um für das Amt zu arbeiten, kriegt der BSV auch nur genau die TSK-Sätze und zwar auch direkt von der TSK.


    Konkret bedeutet das: Henry fährt von Leipzig aus zu einem Imker in ... na egal ... 40 km halt - einfache Strecke - und guckt sich dort 10 Völker an und nimmt zwei Sammelproben, die er zum LUA nach Leipzig bringt. Abgerechnet wird dann (80 km x 0,25 = 20,00 €) + (10 Völker x 2,60 € = 26,00 €) = 46 €
    Tatsächlich gefahren wergen aber noch 16 km zur Probenabgabe, die tauchen nicht auf, die merken wir uns aber.


    Selbst mit Mithilfe des Imkers dauert die Begutachtung von 10 Völkern und das Abkratzen der Proben mindestens 60 Minuten. Versucht das erst mal! Nur 6 Minuten für ein Volk. Sind es HB locker mal das Doppelte. Die Fahrt insgesamt dauert 2 x 45 Minuten und durch die Stadt zum LUA dann nochmal 'ne halbe Stunde. Macht 4 Stunden Einsatz. Das Auto rollte 96 Km dabei und kostete - zumindest meines - wohlwollend gerechnet 0,46 € pro Kilometer zusammen also 44,16 € Der fette Rest von 1,84 € geht entweder für Gummihandschuhe, Probetüten und Schleierabschreibung drauf oder ergibt den Stundensatz von weniger als einer Kugel Eis.


    Wie das Problem aussieht, wenn der BSV mal eben die 2 Völker seines Nachbarn ansieht kann man schnell nachvollziehen: 5,20 € gibt das. Dauert 'ne Halbe Stunde und mit 16 km Fahrt zum LUA kommt man auf einen Stundensatz von etwa 2,16. Negativen 2,16 € sozusagen.


    Zum Spaß kann man sich ja mal ausrechnen, was rum kommt, wenn man wegen 2 Völkern 40 km weit fahren muß. :cry:


    Man kann es drehen und wenden wie man will: Als BSV macht man die Arbeit und legt auch noch Geld dazu. Mein Stundenverrechnungssatz im Unternehmen liegt bei 75 €, den muß ich ja nicht ansetzen - bin ja Fachkraft, wrisch ja Lehrgangk und zweitens nehm ich mir ja frei dafür. :p Rechne ich halt ganz unten mal so Taxifahrn: 1,50 € der echte Kilometer, 20 € für's Warten / Stunde


    Im ersten Fall machte das ca. 160 € im zweiten ca 35 €. (Dem EDV-Fuzzy brächte das ... :-? nein, lieber nicht ...)


    Nur falls jemand nochmal einen blöden Spruch seinem BSV gegenüber machen muß, bezüglich der Kosten der Faulbrutuntersuchung: Taxifahrer würden den Job wohl nicht machen. Und mein Verein hat sich mit einem riesigen Freßkorb bei mir bedankt, denn die wissen um die Problematik und ich weiß was es heißt, wenn Imkers ihren Geiz überwinden. Also ich hätte meinem BSV solch einen Freßkorb nicht bezahlt, der wird doch schließlich von der TSK entschädigt, der kriegt doch Geld dafür ....

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Na toll Henry, jetzt macht die Ausbildung zum BSV keinen Spaß mehr :-(, trotzdem mache ich sie weiter :lol:

    Es ist eine Gute Tat, die Du Dir nur selbst honorieren kannst. Wenn das die beprobten Imker auch so sehen, kriegste auch mal ein Bier oder eine Tüte neue Kartoffeln. Noch dazu, sozusagen. Zumindest weißt Du , was Du getan hast und für wen und wer Dich dafür bezahlt. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • danke für die Aufklärung, ich werde es auch noch überdenken.

    Bistu anderen Bundesland! Machstu Bienen nich für dem Geld! Machstu Bienen für dem Honig und für "Gutt Geht" Du und Deines Kinder und ganze Welt! Für dem Geld bloß traurig. Für dem Bienen ganz gutt. Brauchma so Du!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Trotzdem ist der BSV wichtig. Vielleicht sollte jeder Verein einen oder zwei haben, ähnlich wie bei anderen Sportvereinen, die manchmal verpflichtet werden Leute zur Schiedsrichterausbildung zu schicken oder Jugendmannschaften aufzustellen, wenn sie in einer höheren Liga spielen wollen. Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass man als Verein " seinen " BSV unterstützen könnte. Aber dann müsste man von den anderen drei Vereinsmitgliedern eben knapp mehr als den Beitrag für TSK, Versicherung und Landesverband erheben :-).


    Viele Grüße
    Wolfgang, der sich verneigt vor so viel Gemeinnutz

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Oh Henry,
    hast Du auch so ein schönes Angebot bekommen, die Holzfässer als Honigglasverkleidung, oder hast Du versucht bei Lugar die Preise im Katalog zu erfragen, oder warst Du gar auf dem gleichen Honigkurs wie ich?
    Viele Grüße nach Leipzig, der Wiege der deutschen Sprache, gell, nö?

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.