Spätsommerpflege ohne Varroazide

  • Hallo,


    hab hier im Imkerfreund etwas darüber gelesen, Thema wurde aber nur angeschnitten.
    Sagt jemanden von euch das etwas?
    Da heißt es Ronny Kiesewetter praktiziert ein Halbzargen-Fangwaben-Verfahren. Königin wird für 20 Tage auf eine brutfreie Zarge gesperrt?
    und
    Rainer Rodenwald stllt die 3 x 9-Methode der Brutentnahme vor. Verdeckelte Brut wird entnommen und in "Brutscheunen" konzentriert?


    Und dann?
    Kann mir jemand von euch bitte diese zwei Methoden näher erläutern?!


    LG
    Sandra

  • hallo Sandra,


    so wie Du schreibst, klingt es, als ob Du den Rundbrief von Rainer Rodenwald (Union der Basiszüchter) auch bekommen hast. In dem Rundbrief stellen beide ihr Verfahren vor.


    R.Rodenwald scheint es im Sommer/ Herbst 2012 erstmals durchgeführt zu haben. Also noch etwas taufrisch, würde ich sagen.


    R.Kiesewetter werde ich gelegentlich (per mail) fragen, wie lange er sein Verfahren - er nennt es "Halbzargen-Fangwabenverfahren" - schon praktiziert und mit welchen Ergebnissen.


    Seine Kontaktdaten schicke ich Dir gern (per PN), wenn Du sie nicht selber hast.

  • Hallo Sandra,


    wenn Du TBE (Totale Brutentnahme) in die Suche eintippst, dann wirst Du verschiedene Freds dazu finden. Die ganz simple TBE mit oder ohne Fangwabe bewirbt der Ralph Büchler gern. Dazu gibt es mehrere PDFs im Netz.


    Klappt sehr gut!


    Gruß Jörg

  • Hallo Bienenhummel,


    das kommt natürlich auf Deine Völker an.


    Ich habe das im letzten Jahr erstmalig gemacht. Aber die Brutwaben nicht gesammelt, sondern die Völker nur grob in die neue Kiste gefegt und die alte weggestellt. Mit einer Fangwabe oder dann doch Milbenbehandlung ist der Flugling behandelt und wenn Du den Brutling Nachschaffen läßt, dann bekommst Du auch hier ein Zeitfenster für eine Behandlung o.ä.


    Gruß Jörg

  • Hallo Jörg,


    mich würde das Verfahren sehr interessieren und habe schon von mehreren gehört, daß es ganz gut funktionieren soll.
    Ich erinnere mich aber daß ich im letzten Jahr noch später im August das Brutnest kontrollierte (Zweizargig, oberste Zarge voller Futter) und mich ein großes Brutnest überrascht hat. Da waren 7 von 9 Waben mit verdeckelter Brut. Hätte ich die entnehmen müssen, wäre von diesem Volk nicht viel übrig geblieben...


    Darum frage ich, weil ich mir noch nicht vorstellen kann, was da auf mich zukäme bzw. wie viele Waben anfallen etc.


    Danke Dir,


    Alex

  • Hallo Alex,


    ich habe das PDF von Ralph Büchler vor längerem mal gelesen...


    Bei mir hat es gut funktioniert. Von 7 Völkern haben sich 6 sehr gut entwickelt. Du kannst entweder Fangwabenverfahren oder (konventioneller) Varroabehandlung durchführen und Du kannst entweder die Völkerzahl mit der Maßnahme verdoppeln oder mit den schlüpfenden (und behandelten) Bienen andere Völker verstärken.


    Von den Völkern machst Du praktisch immer einen Flugling und einen Brutling. Wenn die TBE vor Ende Juli (bei mir kurz vor Ende der Lindenblüte) machst entwickeln sich beide Volksteile zu ordentlichen überwinterungsfähigen Völkern.


    Gruß Jörg

  • Hab mir das PDF gerade durchgelesen. Klingt nach einem ausgeklügelten, gut durchsetzbaren System.
    Jedoch frage ich mich, warum das nicht schon viel mehr durchgeführt wird. Der einzige für mich ersichtliche Nachteil ist der erhöhte Aufwand.


    Eine Frage habe ich aber noch zu der Anleitung: 300 Bienen pro Brutseite kommen mir verdammt wenig vor. Schaffen die es wirklich die Brut zu wärmen? Es ist ja auch noch ganz frische Brut dabei. Ich dachte immer dass man Sammelbrutableger richtig mir Bienen vollstopfen soll, damit sie die Brut erwärmen können.


    LG


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Hallo Simon

    Ich dachte immer dass man Sammelbrutableger richtig mir Bienen vollstopfen soll, damit sie die Brut erwärmen können.


    LG


    Simon


    Ich glaube Du verwechselst "Brutscheune" und "Sammelbrutableger".


    Bei einer TBE kommen die Brutwaben in eine sogenannte "Brutscheune".
    In Brutscheunen reichen wirklich ne Handvoll Bienen/pro Wabe.


    Sammelbrutableger werden zur Vermehrung/Königinnenzucht verwendet.
    Da ist es von Vorteil, wenn die Kiste voller (Pflege)Bienen ist.


    Herzliche Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Vielen Dank Regina :p_flower01:


    Das heißt, dass ich die Bienen in der Brutscheune nach 21 Tagen wieder zu anderen Völkern fege, um die zu verstärken, oder? Kann ich das Konzept aus dem PDF nicht auch mit mehreren Brutablegern machen? Sprich, dass ich die Bienen nachher nicht mehr zurück gebe sondern sie als eigene Ableger überwintere? Ich dachte so ca. 3 Wirschaftsvölker ergeben nach TBE einen Brutableger. Ist das möglich? :confused:


    Und klappt das in den meisten Fällen wirklich mit dem behandeln? Laut PDF muss man ja, sofern der Varroadruck nicht zu groß wird, nach TBE nicht mehr behandeln. Ausser im Winter dann mit OS.


    LG
    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)


  • Das heißt, dass ich die Bienen in der Brutscheune nach 21 Tagen wieder zu anderen Völkern fege, um die zu verstärken, oder?


    Ja

    Zitat

    Kann ich das Konzept aus dem PDF nicht auch mit mehreren Brutablegern machen? Sprich, dass ich die Bienen nachher nicht mehr zurück gebe sondern sie als eigene Ableger überwintere? Ich dachte so ca. 3 Wirschaftsvölker ergeben nach TBE einen Brutableger. Ist das möglich? :confused:


    Möglich ist alles.:wink:
    Wenn die Brutscheunen stark genug sind, und kein Volk eine Verstärkung benötigt, bilde ich zusammen mit den Brutscheunenbienen und einer jungen, legenden Reservekönigin einen KS, den ich in eine neue Beute mit MW unterbringe.
    Wenn Du den KS nicht zu spät bildest, gibt das noch ein überwinterungsfähiges Volk.


    Zitat

    Und klappt das in den meisten Fällen wirklich mit dem behandeln? Laut PDF muss man ja, sofern der Varroadruck nicht zu groß wird, nach TBE nicht mehr behandeln. Ausser im Winter dann mit OS.


    Wichtig ist immer den Varroabefall zu kontrollieren.
    Es gibt Völker, die schaffen es ohne Behandlung.
    Es gibt aber auch Völker, die trotz Fangwabe immer noch sehr viele Milben haben.
    Die würde ich dann vorsorglich behandeln.


    Herzliche Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Hallo,


    ich wundere mich immer wie wenig ansprechend die Suchmaschine, die in diesem Forum wirklich sehr gut ist (im Vergleich zu anderen Foren), auf viele Leute wirkt.
    Wenn ich "Totale Brutentnahme" eingebe finde ich 3 Seiten mit Ergebnissen, unter anderem das:


    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=22353&page=8&highlight=Totale+Brutentnahme


    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=27939&page=8&highlight=Totale+Brutentnahme


    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=27775&page=2&highlight=Totale+Brutentnahme


    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=29094&page=5&highlight=Bauerneuerung


    Beim Googeln findet man das:


    http://www.herdecker-imker.de/index-Dateien/Page3855.htm


    http://www.bienenland.de/wisse…ur-varroabekaempfung.html