Alternative zu Chaenomeles

  • Hallo


    Ich möchte gerne die Innenseite eines kleinen Zauns begrünen. Das Gewächs sollte sich klein halten lassen. Ca. 120cm hoch. Ausserdem sollte da auch im Winter was stehen, auch wenn es nur die Äste sind, welche dann neu austreiben. Es sollte sich auch in der Breite gut kontrollieren lassen. Dachte an eine Chaenomeles. Hat mich sehr angesprochen, mit den roten Blüten und den kleinen Früchten. Leider musste ich feststellen, dass es mir nicht erlaubt ist, diese Art zu pflanzen. Ist bei uns im ganzen Kanton verboten, da Feuerbrandwirtspflanze.


    Was könnt ihr mir für Alternativen vorschlagen? Immergün ist überhaupt kein Kriterium für mich.


    Was auf dem Grundstück schon am wachsen ist:
    Mahonie
    Schlehe
    Salweide
    Sieben Söhne des Himmels Strauch
    Schneebeere
    Prachtspiere
    Bauernjasmin
    Felsenbrine
    Wilder Wein


    Vielleicht etwas Neues? Was ich schön finde, ist, wenn im Herbst das Laub fällt und man bis zum Frühling lediglich holzige Triebe sieht, am liebsten mit Dornen (nein, ich habe keine Nachbarschaftsstreitiketiten und möchte niemanden fern halten). Ist bei meinem Szechuanpeffer so, das sieht wirklich genial aus. Natürlich sollen auch die Insekten was davon haben.


    Wie wäre es mit Hagebutte? Hat jemand Erfahrung damit?


    Bin mal gespannt...


    Grüsse
    David

    "There must be some kind of way out of here," said the joker to the thief. "There's too much confusion, I can't get no relief. Businessmen they drink my wine, plowmen dig my earth. None of them along the line know what any of it is worth." Bob Dylan

  • Hallo David!


    Ich nehme an, dass du mit der Prachtspiere den weissblühenden Strauch meinst, der erscheint wenn ich diesen Begriff google?
    Die mir ansonsten bekannte und dort auch Angezeigte ist hier bei uns nämlich ein krautiges Gewächs, nicht minder schön, aber weder kletternd noch ganzjährig präsent.
    Ich hatte bei deiner Schilderung der Umstände spontan den Jelängerjelieber / hier auch bekannt als Waldrebe, im Kopf.
    Ich habe damit hier einen Teil meines Hühnergehegezaunes begrünt, vielleicht so 3-4 Meter breit und ca. 1 Meter hoch. Sie ist äußerst wüchsig, lässt sich sehr leicht und dankbar führen, sieht auch kahl nett aus und blüht oft bereits im 2. Jahr nach Pflanzung. Auf Schnitt reagiert sie ebenfalls unempfindlich und, was für mich im Gegensatz zu vielen anderen Kletterpflanzen sehr angenehm ist, sie lässt sich auch leicht "sortieren", wenn man mal eine Zeit vergessen hat ,sie wie gewünscht zu führen.
    Andere Kandidaten wie z.B. Schlingknöterich, sind da diesbzgl. ein vollkommen anderes Kaliber und für derart kleine Flächen sicher nicht geeignet, sofern man neben der Hege und Pflege der Pflanze noch einen anderen Lebensinhalt hat :wink:.
    Für Bienen sind die Blüten des Jelängerjelieber allerdings nicht interessant, da zu langer Blütenkelch, aber Hummeln und div. Nachschmetterlinge freuen sich drüber.


    Wilden Wein würde ich aus optischen Gründen am Zaun nicht anwenden, ansonsten ist er aber natürlich auch unempfindlich, sehr interssant für blütenbesuchende Insekten und schnittresistent, aber auch er benötigt meines Erachtens zur wirklich pflanzengemäßen Entfaltung viel Platz.


    Und Felsenbirne und die strauchige Prachtspiere könnten an einem Zaun, je nachdem wie sehr sie in die Breite gehen dürfen, auch unter dem erforderlichen, massiven Schnitt leiden, sodass sie zumindest nicht wirklich ansprechend wachsen bzw. auch kaum zur Blüte kommen.
    Ich habe derzeit eine wild versäte Felsenbirne zwischen, die an / in einem Grenzzaun steht und daher Richtung "unseres" Weges regelmäßig geschnitten wird. Das unter Erhaltung der arttypischen Wuchsform der Pflanze zu gewährleisten ist eine echte Herausforderung, die nicht immer erflogreich zu bewältigen ist.
    Und auch die strauchige Prachtspiere lebt aus optischer Sicht von den frühhjahrs überhängenden, von zahllosen Blüten flächig weiß überzogenen Zweigen und ist daher meiner Erfahrung nach in schmaler Form auch überhaupt nicht schön, da sie kaum zur Blüte kommt und sie ihren arttypischen Wuchs nicht ausleben kann.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Nimm Waldrebe / Jelängerjelieber. :wink:


    Gruß
    Patrick, der verschnittene Pflanzen furchtbar findet.

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo Patrick


    Danke für die ausfürhliche Antwort.
    Ja mit Prachtspiere meine ich genau diesen, musste auch wieder googeln um den Namen zu finden. Diese, die Felsenbrine und all das andere wächst da schon, aber eben nicht am Zaun, das darf richtig wuchern und auch richtig gross und breit werden. Wilder Wein wächst da auch schon. Über die ganze Mauer hängt dieser hinunter. Sieht traumhaft aus, v.a. wenn die Blätter dann rot werden.


    Ich suche etwas anderes, als eine Kletterpflanze. Es soll nicht nur den Zaun begrünen, sondern auch etwas hinter dem Zaun stehen. Habe mir auch schon überlegt, dort richtig viele Alpendisteln zu pflanzen. Habe ich schon an einer anderen Stelle und wenn man diese nicht schneidet, dann bleiben die Disteln fast den ganzen Winter stehen. Werden dann braun, aber das ist ja egal. Nur werden diese gern vom Wind oder bei starkem Scchneefall heruntergedrückt und knicken ab. Dann ist da auch nichts mehr. Möchte im Winter keinen nackten Zaun da stehen haben. Will aber auch nichts Immergrünes, dass nicht blüht.


    "Rosa rugosa alba" würde mir gut gefallen, aber ich habe keine Erfahrung mit Hagebutten. Sieht jedoch sehr schön aus. Es sollte etwa bis 1m hinter den Zaun verwachsen und sich auf etwa 120cm Höhe beschränken lassen.


    Gruss
    David

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  • Für eine Strauchhecke, nach den geforderten Kriterien, würde ich spontan Ligustrum vulgare, Prunus spinosa und Cornus mas (im Mengenverhältnis 50/30/20) vorschlagen. Sind Heimisch, erfreuen Bienen, Vögel und Mensch, und sind einfach in der Pflege, können problemlos zurück geschnitten werden (nach vielen vielen Jahren, Stichwort Verjüngungsschnitt).


    Hagebutten und Felsenbirnen wachsen meiner Meinung nach eher sperrig, weniger geeignet für eine volle Hecke.

    Mit freundlichen Grüßen, Lachnide

  • N`Abend David!


    Na wenn die lieben Kleinen Platz kriegen, dann würde auch ich zu einer Kombipflanzung raten, die in sich schön verwachsen darf, aber sprichwörtlich im Rahmen bleibt bzw. dort zu halten ist. Da sind die o.g. Pflanzen sicherlich nicht verkehrt.
    Da ist diese Hundsrose aber auch nicht fehl am Platze und auch die sind sicherlich recht schnittfest. Wie man sie halbwegs dicht im Wuchs hält weiss ich nicht, aber auch hier gilt: Versuch macht kluch. Die gibt es meines Wissens auch in versch. Rosa-Tönen, sodass du im Falle des Gefallens noch ein bisschen mehr Farbvielfalt hättest.
    Aber auch verschiendene andere Rosenvarietäten ursprünglicher Natur sind sehr schön für derartige Pflanzungen, weil sie auch schön überhängen, rasant wachsen und blühen. Wie die botanisch heissen weiss ich nicht, aber sie haben schlichte, recht kleine und natürlich einfache Blüten und bilden diese kleinen, länglichen Hagebutten aus, die man neben den juckpulverartigen Hagebutten der von dir genannten Rosen so kennt. Also ich kenn` die zumindest :wink:.


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo David!
    Ich würde dir auch zu Cornus mas raten. Blüht extrem früh und ist ein schöner Strauch, dessen Früchte auch noch gut schmecken und sehr gesund sind (helfen sogar bei Magenbeschwerden).
    Als zweiten Strauch würde ich die Blutjohannisbeere nehmen. diese blüht auch schon sehr früh und ist bei mir im Garten der am intensivsten beflogene Strauch sowohl von Bienen als auch den ersten Hummelköniginnen. Eine wahre Freude davor zu stehen und zu beobachten.
    Viele Grüße,
    Jogi

    "Er (der Mensch) nennts Vernunft und brauchts allein, um tierischer als jedes Tier zu sein"
    J.W. Goethe

  • Hallo,


    ich empfehle nicht nur Ramblerrosen, sondern habe es auch selbst getestet:
    Bei mir eine "Bobby James", einmalblühend, dafür überreich. Bei uns war es eine Übergangslösung an einer Böschung anstatt der üblichen doofen Bodendecker, außerdemnur eine Pflanzstelle, von dort aus nach links und rechts geleitet und gelegentlich festgesteckt. Denn die Rose muß ja nicht in einen Baum klettern oder eine Pergola hoch. Man leitet lediglich den Jahreszuwachs (der ist ordentlich!) in die gewünschte Richtung oder auch wieder zurück. Im Frühjahr kann man ggf. Abgestorbenes ausschneiden.
    Jedenfalls wird man mit einem Blütenmeer belohnt, alles nur noch Rosen und die Sorte blüht lange und duftet, ist regenbeständig und wurde immer fleißig beflogen. Sie bildet dann auch noch schöne kleine Hagebutten.
    Da hier nun die Sackgasse ausgebaut und die Grundstücksgrenze damit definiert ist, habe ich das Prachtstück zurückgeschnitten, die Arbeiter um Ausgrabehilfe gebeten (ruckzuck mit entsprechendem Gerät) und sie 20 m vom Bienenstand unter die alte Weide gepflanzt. Sie wird mit dem diesjährigen Austrieb den Anschluß in die Zweige wohl schaffen und ich freu mich schon auf die zweite Weidenblüte :-D.


    Einen Eindruck, wie es am Zaun sein könnte hier


    Bilder zur Sorte hier


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Formica
    Die Kornelkirsche wäre auch eine Möglichkeit, aber die Blutjohannisbeere kommt sicher hin, toller Tip. Danke


    Hallo Marion
    Sieht wirklich schön aus. Ich glaube fast, die werd ich mir besorgen. Aber für einen Bogen, der noch auf eine Pflanze wartet, nicht für den Zaun.


    Gruss
    David

    "There must be some kind of way out of here," said the joker to the thief. "There's too much confusion, I can't get no relief. Businessmen they drink my wine, plowmen dig my earth. None of them along the line know what any of it is worth." Bob Dylan

  • Hallo, David, viel Spaß bei deinem Vorhaben! Ich plane grad selbst eine längere Hecke und möchte neben Blütengehölzen auch Rosen pflanzen. Bei Wildrosen muß man wohl etwas aufpassen, die können ganz schön groß werden und wohl auch reichlich Ausläufer bilden, die Hundsrose ist wohl so ein Kandidat. Es gibt aber auch ganz viele naturnahe Strauchrosen, die „manierlich“ wachsen und auch reichlich Hagebutten bilden. Ich geb dir mal zwei links, bitte nicht als Schleichwerbung verstehen, aber sehr schön zum Schmökern. L.G.


    http://www.naturgartenplaner.d…-buecher/naturnahe-rosen/


    http://www.rosenhof-schultheis…sen_bis_15_m/listall.html