Selbstgegossene Mittelwand wird sehr dick

  • Liebes Forum,


    ich habe mir in den letzten Wochen eine Gußform gebaut, indem ich eine Mittelwand mit Silikon abgeformt habe. Die Gußform liegt zwischen zwei Siebdruckplatten, eine Anleitung habe ich über dieses Forum mit einem Link auf eine ausländische Seite gefunden.


    Jetzt stehe ich vor folgenden Problemen:


    1.) Wenn ich das Wachs eingiesse, wird es sehr schnell hart. Bis ich den Topf zurückgestellt und die Oberseite der Form aufgeklappt habe, ist die Masse schon wieder relativ zäh, so dass sich eine sehr dicke Mittelwand ergibt. a) Wie bekomme ich die Mittelwand dünner? Muss ich heisser giessen, die Presse vorwärmen? Fester pressen (Schraubzwingen)? b) Würde das (ausser höherem Wachsverbrauch) überhaupt stören? Oder bauen da die Bienen genauso gut hinein und alles bleibt auch stabil nach dem Einlöten? Oder reissen die dicken Wände vielleicht sogar leichter aus?


    2.) Ich bekomme die Wand sehr schlecht aus dem Silikon. Wenn ich das in einigermassen warmem Zustand mache, wellt sich die gesamte Mittelwand, wenn ich warte, bis das Wachs kälter wird, bricht es leichter... Tips? Trennmittel?


    Danke Euch für Eure Hilfe,
    Viele Grüße
    Pisolo

  • Hallo Pisolo,
    handgegossene Waben sind immer etwas dicker. Du hast in Problem, das sich andere wünschen, schnelles Erkalten.
    Die Angaben der Wachstemperatur sind allgemein zu niedrig. Ich lasse das Wasserbad immer kochen. Ein Pressdruck auf den Deckel ist auch notwendig. Bis deine Schraubzwinge greift ist es eh zu spät. Ich gieße im Freien bei 5 - 10° C.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo Pisolo,


    ich hatte mir auch eine gebaut.
    Mittelwände werden dicker, aber sie bleiben ja in Deinem Eigentum.
    Wachs etwas heißer werden lassen und dann schnell arbeiten.
    Trennmittel: Blumensprüher mit Wasser und `n Schuß Spüli...

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Moin Radix


    Nimm mal als Trennmittel Honig und Schnaps, 1 : 1 bis 1 : 2 gemischt.
    Der Alkohol verfliegt bis zum Einsatz in den Bienen.


    Ich pinsel bei meiner Form damit die Scharniere und Metallteile ein. Ausserdem nehme ich es zum Trennen der Weiselnäpfchen von der Edelstahl Form.


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Alkohol und Honig sollte ich vielleicht lieber trinken! ;-) Wieviel Wachs giesst Ihr eigentlich ein? Nur eine Kelle voll an den hinteren Rand und dann nach vorne pressen mit der Form? Oder badet Ihr die komplette Form in Wachs, auch wenn dann deutlich mehr Überstand abläuft?

  • Zitat

    Die Angaben der Wachstemperatur sind allgemein zu niedrig. Ich lasse das Wasserbad immer kochen.

    Das sehe ich auch so. Bei der Herstellerangabe meiner Gussform soll die Temperatur des Wachses bei ca. 70° liegen, das Ergebnis beim pressen waren auch zu dicke Mittelwände die teilweise auch noch Schwundrisse bekamen. Ich erwärme das Wachs in einem großen Topf auf dem Elektrokocher bis es fast zu sieden beginnt, allerdings ohne Wasserbad, seitdem funktioniert die Sache recht gut.
    Gruß Hermann
    P.S. ich gieße immer nur eine Kelle in die hintere Hälfte der Form und schließe dann langsam damit die Luftblasen entweichen können

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Bienenhäusler () aus folgendem Grund: Nachtrag

  • Hallo Imkerfreunde


    Nochmal zu den dicken Mittelwänden, die lieben die Bienen überhaupt nicht, weil dadurch der Wärmehaushalt, vor allem im Brutraum nicht mehr stimmt. Andererseit versuchen die Bienen den Mittelsteg dann auszuziehen, das macht ihnen aber sehr viel unnötige Arbeit, habe ich gelesen.
    Deshalb bei den selbstgegossenen MW drauf achten. so dünn wie möglich. Eine originale MW-Presse DN hätte ich noch abzugeben.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Zitat

    1.) Wenn ich das Wachs eingiesse, wird es sehr schnell hart. Bis ich den Topf zurückgestellt und die Oberseite der Form aufgeklappt habe, ist die Masse schon wieder relativ zäh, so dass sich eine sehr dicke Mittelwand ergibt. a) Wie bekomme ich die Mittelwand dünner? Muss ich heisser giessen, die Presse vorwärmen? Fester pressen (Schraubzwingen)? b) Würde das (ausser höherem Wachsverbrauch) überhaupt stören? Oder bauen da die Bienen genauso gut hinein und alles bleibt auch stabil nach dem Einlöten? Oder reissen die dicken Wände vielleicht sogar leichter aus?



    Zitat

    Nochmal zu den dicken Mittelwänden, die lieben die Bienen überhaupt nicht, weil dadurch der Wärmehaushalt, vor allem im Brutraum nicht mehr stimmt. Andererseit versuchen die Bienen den Mittelsteg dann auszuziehen, das macht ihnen aber sehr viel unnötige Arbeit, habe ich gelesen.
    Deshalb bei den selbstgegossenen MW drauf achten. so dünn wie möglich. Eine originale MW-Presse DN hätte ich noch abzugeben.




    Hallo Pisolo!
    Du musst dir den Wachstopf und die Gussform vom Arbeitsablauf her günstig aufstellen, sodass du keine unnötigen Wege und Handgriffe durchführen musst. Mit einem Schöpfer (dieser muss die passende Größe haben) gießt du das Wachs in einem Zug entlang des Schanieres ein und schließt die Form sofort. Ein paar Sekunden fest andrücken und dann ca eine Minute warten und fertig ist die Mittelwand. Je heißer das Wachs und je fester du die ersten paar Sekunden drückst, desto dünner wird die Mittelwand. Heißes Wachs hat aber den Nachteil, dass die Form langsamer auskühlt.


    Ob Bienen dicke Mittelwände nicht mögen bezweifle ich, jedenfalls wird das überschüssige Wachs abgetragen und als Zellwand hochgezogen, sehr gut zu sehen bei halb ausgebauten Waben, wenn man sie gegen das Licht hält. Das heißt, dass bei dicken Mittelwänden die Bienen weniger Wachs produzieren müssen. Ich bemühe mich, dass meine Mittelwände 80 - 85 g/Zanderwabe haben. Wenn sie dünner sind, sind sie schwieriger zum Einlöten.


    MfG
    Honigmaul


  • Trennmittel: Blumensprüher mit Wasser und `n Schuß Spüli...


    ...ich kann diesem Rat nicht beipflichten und würde davon dringend abraten, dem Sprühwasser Tenside = Waschmittel/Geschirrspülmittel beizufügen.
    Das mag zwar - etwas - die Herrausnahme der MW erleichtern, (das hat man früher bei den Alu-Klapp-MW-Pressen so gemacht, da wurde vor kurzem eine hier im Imkermarkt angeboten) doch möchte ich zu bedenken geben, dass die an den MW anhaftende Waschsubstanzen ihre Wirkung später im Bienenstock entfaltet. Tenside werden nicht nur z.B. zum Spülen > entspannen des Wassers verwendet > der Schmutz wird leichter weggespült (vereinfacht dargestellt), sondern auch in der Medizin eingesetzt. Hierbei steht die bessere Aufnahme der Medikation im Vordergrund. Die Mengen dort sind sehr gering. Gleiches geschieht mit der Gabe von MW, denen ein Spülmittel anhaftet. Ich würde es nicht machen.


    Besser ist Alkohol z.b. Spiritus und Wasser im Verhältnis 1 :1 oder 2 : 1.


    Jonas

  • ...Hierbei steht die bessere Aufnahme der Medikation im Vordergrund. Die Mengen dort sind sehr gering. Gleiches geschieht mit der Gabe von MW, denen ein Spülmittel anhaftet. Ich würde es nicht machen.
    Besser ist Alkohol z.b. Spiritus und Wasser im Verhältnis 1 :1 oder 2 : 1.


    Ist `ne Überlegung wert...


    Ich gieße immer 2 Kellen Wachs. Jeweils eine rechts und eine links am Scharnier entlang und presse dann zu.
    Wegen der Wärme: Ich baue mir noch eine zweite Presse. Material habe ich schon da. Ist ja wirklich nicht teuer.
    Und dann im Wechsel gießen.
    Die Waben löse ich mit Preßluft von der Platte.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Liebes Forum,
    1.) Wenn ich das Wachs eingiesse, wird es sehr schnell hart. Bis ich den Topf zurückgestellt und die Oberseite der Form aufgeklappt habe, ist die Masse schon wieder relativ zäh, so dass sich eine sehr dicke Mittelwand ergibt. a) Wie bekomme ich die Mittelwand dünner? Muss ich heisser giessen, die Presse vorwärmen? Fester pressen (Schraubzwingen)? b) Würde das (ausser höherem Wachsverbrauch) überhaupt stören? Oder bauen da die Bienen genauso gut hinein und alles bleibt auch stabil nach dem Einlöten? Oder reissen die dicken Wände vielleicht sogar leichter aus?


    2.) Ich bekomme die Wand sehr schlecht aus dem Silikon. Wenn ich das in einigermassen warmem Zustand mache, wellt sich die gesamte Mittelwand, wenn ich warte, bis das Wachs kälter wird, bricht es leichter... Tips? Trennmittel?


    Danke Euch für Eure Hilfe,
    Viele Grüße
    Pisolo


    Hallo Pisolo. Folgender Vorschlag. Diesen Einkochtopf bei Ebay kaufen mit Termostat .
    http://www.ebay.de/itm/Einkochautomat-/170977957485?pt=Sonstige_Hauselektronik&hash=item27cf14966d
    Dazu dann einen dieser Wachseimer. Art. Nr.3825 Die Griffe liegen auf den Topfrand auf.
    http://www.holtermann-shop.de/…/category/wachseimer.html


    Den Wachs bis auf ca.75° im Wachseimer im Wasserbad erhitzen. Die gute Suppenkelle aus der Küche mit Wachs füllen und das Wachs hinten in die Form geben und Form zuklappen, etwas andrücken -fertig. Nix mit Topf zurückstellen oder so .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von derbocholter () aus folgendem Grund: das Wachs........

  • Zitat

    Mit deiner Methode kann es zum Siedeverzug kommen und die Wachssuppe dich verbrühen

    Kann ich mir nicht vorstellen, zum einen hab ich ein Gefäß mit großer Oberfläche, zum anderen wir ja laufend drin rumgerührt. Ich verlasse allerdings nie den Arbeitsplatz wenn Wachs auf der Platte steht, wenn doch wird der Topf runtergezogen.
    Gruß Hermann