Frequenzüberwachung des Bienenvolks

  • Um den Schwarm zu fangen bevor er auszieht oder danach.
    Dazu benötigst Du auch die Kö.


    Hier habe ich bereits ein funktionierendes System das die Königin beim Schwärmen fängt.
    Bei Fa. Penso gibt es auch die Waage mit Schwarmalarm.


    Franky, du machst das mit einer Königin, die mit deinem Apinaut-System, d.h. einem Metallplätchen gekennzeichnet ist, das mit einem Magnet angezogen werden kann (im Gegensatz zu den nichtmagnetischen Opalith-Plättchen). Verlässt die Königin dann den Stock wird sie von dem am Flugloch platzierten Stabmagnet "aufgegabelt". Mit einer Stockwaage bekommst du dann eine SMS, dass der Schwarm raus ist.



    Eine el. Lösung, dass Du bei Schwarm einen Anruf erhälst habe ich auch schon.
    Jedoch hat mein Elektroniker keine Zeit das umzusetzen.


    Wie funktioniert das, basiert das auf der Apinaut-gezeichneten Königin? Heini hatte ja in http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=32478&p=347855#post347855 schon mal so was vorgeschlagen. Ich habe aber Zweifel, ob es einen günstigen Metalldetektor gibt, der so kleine Mengen Eisen erkennen kann, wenn da schnell die Königin vorbeihuscht.

  • Wir haben nun die Parameter (Sound Erkennung, Temperatur, Bienen zählen, Beute wiegen) und werden in den nächsten Wochen
    ein Gerät (Microcontroller + GSM-Modul) fertigstellen, dass eine SMS absetzt, wenn bestimmte Grenzwerte
    über - bwz. unterschritten werden. Durch die Erfassung des Gewichts, ist eine SMS - Stockwaage möglich.


    Hier nochmal ein paar Details zu den möglichen Vorhersage-Kennwerten:



    ** Sound


    Zuerst nochmal Danke an Bernhard für die Infos zum ApiMonitor http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=31220 Ich hätte nicht erwartet, dass die Geräusche im Volk so differenziert sind und man da doch einiges hören kann! Da gibt es übrigens noch andere, ganz krasse Dinge, wie man unter http://www.beehacker.com/wp/?p=240 Kommentar von beehacker
    January 18, 2013 lesen kann!


    Wie von Eddie Woods beschrieben taugt leider das Tüten und Quaken der (meist Jung-)Königinnen nicht für eine verläßliche Schwarmprognose http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=32478&p=348010#post348010, möglich scheint aber die Vorhersage durch die Messung von "warble" und "hiss" zu sein. (s. http://www.beedata.com/data2/l…enbees_files/image012.jpg). Hier hat man aber nun das Problem - oder den Vorteil, wie man es sieht -, dass es zwar ein langfristiger "Warnparameter" ist, aber nicht den genauen Auszugstermin anzeigt. Die Kurve bricht ja nach dem Schwarmauszug ab und wir wissen nicht wie lange das Volk braucht um das ursprüngliche Verhältnis von "warble" und "hiss" wieder herzustellen. Daher ist dieser Parameter, ich sage mal interessant, aber für eine kurzfristige Schwarmprognose eher ungeeignet, zumindest beim jetzigen Wissensstand.


    Ich habe ja schon im Thread zum Tuten und Quaken http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=29251&p=347733#post347733 darauf hingewiesen, dass nicht nur die Königinnen tuten, sondern auch die Arbeiterinnen und zwar während der Schwarmphase wenn es um das Aufheizen der Flugmuskulatur gibt. Im Posting oben ist ein Zitat von Seeley bei dem es um den Vorgang _auf der Schwarmtraube_ geht, also schon nachdem der Schwarm den Stock verlassen hat.


    Nun habe Ich noch etwas gesucht und bin bei Seeley: Honeybee Democracy. auf S. 38ff unter "departure of the parental nest", also genau das was uns für eine Alarm-SMS interessiert fündig geworden:



    "every few seconds, each scout will pause by a quiet bee and briefly press her thorax against the other bee while activating her flight muscles to produce a 200- to 250-hertz vibration that lasts for a second or so. This signal is called worker piping. it sounds (because of high-frequency harmonics) like the engine of a Formula One race car making an all-out acceleration, and it informs the quiescent bees that it is time to warm their flight muscles [...] The piping by the scout bees is intermittent and faint at first, but over the next hour or so it gradually becomes steady and loud."


    Das "worker piping" wird sicher leiser sein als das der Königinnen, nur frage ich mich, warum das Eddie Woods nicht gefunden hat?? Oder ist Seeley da zu verallgemeinernd? Kann ich mir aber eigentlich nicht vorstellen!


    Nun kommt neben der Messgröße Sound noch die Temperatur ins Spiel. Sie triggern sich vermutlich beim Schwarmakt. Seeley vermutet nämlich, dass der finale Teil des Schwarmakts von der erhöhten Temperatur getriggert wird:


    Zitat

    Ultimately, the piping-hot scout bees sense that all their hive mates are flight ready--perhaps by consistently contacting suitably warmed bees--at witch point the scouts start producing a second arousal signal, the buzz-run, in which each scout bee runs about the nest in great excitement, tracing out a crooked path, buzzing her wings in bursts, and bulldozing between sluggish bees. The message now is 'Time to go!'"



    ** Temperatur


    Damit hätten wir neben dem Sound eine zweite Prädiktorvairiable. Michael hat ja schon Temperaturpeaks gefunden: http://mietz.imkerforum.de/Schwarm_2012.html Noch deutlicher sind sie beim Hobos-Volk zu sehen, http://www.hobos.de/de/lehrer-…hobos-live/messwerte.html, öffentlicher Schlüssel: 5107e9e801d8f, vermutlich weil hier die Sensoren offen in den Wabengassen des Volks sind und nicht in den Mittelwänden eingegossen. Man sieht Maximaltemperaturen um 38° C, die Heizpeaks sind ca. +2° C über den normalen Werten und dauern nur ca. 5 Minuten an, bei etwas großzügiger Interpretation 10 Minuten. Auch bei einem anderen Projekt http://openenergymonitor.org/emon/beehive/v2 werden Temperatur-Maxima berichtet (siehe 25th June 15.15 hrs), nicht so hoch wie bei Tautz, aber der Schwarm war das Maxima innerhalb von 4 Monaten! Wieder Danke an Bernhard, der das Temperatur-Schwesterprojekt "entdeckt" hat.



    ** Bienen-Aus- und -Einflug


    Das ist der offensichtlichste Prädiktor. Wenn sehr viele Bienen in sehr kurzer Zeit aus dem Volk stürzen, muss ein Schwarm abgegangen sein. Zur Messung gibt es bereits mehr oder weniger erprobtes Material und eine Diskussion auch hier: http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=30644



    ** Gewicht


    Dies scheint ebenfalls ein verlässlicher Parameter zu sein, da diverse Stockwaagen das ja schon machen. Leider sind die recht teuer. Wir sind gerade am recherchieren was es hier für Möglichkeiten gibt und ob das die Kasse hergibt.



    Wer Intesse hat, kann seine Ideen gern noch in der Entwicklungsphase einbringen.



    Gerne Ideen, Bedenken, Kritik, Hinweise und Vorschläge hier posten. Der Mini-Computer Arduino und ein GSM-Modul sollten technisch kein Problem sein, wir knabbern aber noch an der Stromversorgung. An einer Steckdose sehe ich momentan - außer viel Arbeit :-) - keine unlösbaren Probleme für so ein Teil, die Stromversorgung ist aber der happige Teil. Der Counter frißt mit den IR-LEDs einiges und auch das Modem ist nicht ohne. Wer da Empfehlungen oder Ideen hat, gerne her damit!


    Wir möchten so eine Plattform möglichst offen gestalten, damit man auch - je nach eigener Idee und den Vorstellungen - zusätzliche Dinge dranhängen kann. Daher auch einen Arduino als Plattform für den es viele Tutorials, sehr nette und hilfsbereite Foren und viel getestete Hardware und Software-Sketches gibt. Ob's ein Eigentor wegen der Energieversorgung wird, mal schauen. Jedenfalls soll das die Möglichkeit schaffen weitere Dinge, wie eine Diebstahls-Warnung, etwa durch Magnetschalter oder Neigungssensoren, Sensoren, die schauen ob die Futtertasche schon leer ist oder oder oder ... dranzuhängen.

  • Hallo Clemens,
    Hab auf Youtube einen Film wo der Schwarm leider schon hängt.
    Beim Ausziehen habe ich leider noch keine gefilmt.
    Penso hatte extra mal einen Fangstab vors Flugloch und über Wochen gefilmt und auf den Schwarm gewartet.
    Leider hat er "nur" ca. 50 Kg Honig gehabt und keine Schwarmkontrolle gemacht.
    (seitdem glaube ich dass dauernde Schwarmkontrollen zum Schwärmen anregen)


    Aber er hat auch Daten wo du siehst wie der Schwarm auszieh.
    Metalldedektor, vergesst es
    Ist zwar mit sehr viel Aufwand möglich (es ist auch sonst recht viel Metall in der Beute)
    Und dann hast du die Kö immer noch nicht.


    Ich hab es so.
    Fangstab zur Schwarmzeit vor jedem starken Volk bei meinem Stand um die Ecke.
    Keine Schwarmkontrolle sondern nur gelegentliches Schröpfen.
    Mein Grosser (10Jahre)bekommt 5€ wenn er einen Schwarm hängen sieht.
    Also macht er täglich eine kleine Runde am späten Mittag und hat ein Erfolgserlebniss.
    Ich spare mir erstmal die ganze Elo. und separiere am abend den Schwarm + Altvolkkontrolle.


    Gegenüber dem Flügelschneiden habe ich die Vorteile:
    1. Kein Flügelschneiden
    2. Ich weis welches Volk schwärmen wollte
    3. Ich habe die Königin sicher gehalten frei zur Verwendung und nicht irgentwo im Gras liegen
    4. Beim Flügelschneiden weis man nicht wo die Kö liegt und kann es somit komplett verpassen.
    5. Meine Kös haben das alle gut überlebt und sind nicht von Vögeln gefressen worden oder was man sonst so hört.


    Ich muss allerdings zugeben, dass ich bis jetzt noch nie die Flügel geschnitten habe und die Schwierigkeiten nur von anderen kenne.

    Grüßle
    Franky ( Erfinder des Apinaut-Systems )

  • Hallo Clemens,


    danke für die gute Zusammenfassung der Möglichkeiten/Probleme.
    Ich habe mir auch so meine Gedanken gemacht und denke, dass die einfachste Variante die Gewichtsmessung (Abnahme) zur Erkennung des Schwarmauszuges ist.
    Leider wohl auch die teuerste, was die Gewichtssensoren betrifft.


    Hier noch eine gute Seite zu den verschiedenen Stromsparoptionen des Arduino: http://www.gammon.com.au/forum/?id=11497
    Mit Solarpanel und gutem Lademodul sollte die Stromversorgung kein Problem sein.


    Gruß Jan

    Dubium sapientiae initium. Zweifel ist der Weisheit Anfang. René Descartes


  • Eine el. Lösung, dass Du bei Schwarm einen Anruf erhälst habe ich auch schon.
    Jedoch hat mein Elektroniker keine Zeit das umzusetzen.


    Das ganze hat jedoch einen Haken.
    Du musst für jedes Volk ein Paar € spendieren, ein Handy Vorort haben und dann auch noch den Schwarm abpflücken.


    Hallo Franky,


    wir hatten auf Deine elektronische Lösung gehofft... Was ist davon fertig gestellt ?
    Unser Problem ist, dass wir nicht täglich am Stock sind. Wir benötigen eine Meldung, wenn die Königin ausgeschwärmt ist !


    Bei unserer Lösung wird kein Handy, sondern ein GSM - Modul benötigt, was mehrere Beuten "bedient".
    Zur Zeit ist der Plan, eine "Kontrolleinheit" mit mehreren Sensoren für 3 Beuten.
    Ziel der "großen Messung" bestehend aus Waage, Temp, Tonermittlung und Bienenzähler ist es, max. 2 Komponenten später zu installieren um eine Schwarmvorhersage durchführen zu können. Die anderen Sensoren sind erstmal zur Falschkontrolle gedacht, um sicher einen Schwarm zu erkennen.


    Was passiert mit einer Königin und dem Volk, wenn sie mehr als 1 Tag nach Ausflug am Fangstab hängt ? (weil man nicht am Stock war!)


    Gruß,
    Nik

  • Hier noch eine gute Seite zu den verschiedenen Stromsparoptionen des Arduino: http://www.gammon.com.au/forum/?id=11497
    Mit Solarpanel und gutem Lademodul sollte die Stromversorgung kein Problem sein.


    Hi Jan, danke für den Link, sehr, sehr hilfreich!! und eine prima Übersicht was welche Einsparung bringt! Hmm, das bedeutet dann doch, dass es eine "bare bones"-Arduino werden muss, weil voltage regulator und USB-Chip zu viel ziehen. Eigentlich wollten wir das vermeiden, damit man eben schnell mit Standard-Komponenten und als Elektronik-Laie auch die Möglichkeit hat kleine Veränderungen vorzunehmen, ohne IC flashen, großartig löten ... Aber vielleicht kann man dann das "Evil Mad Scientist Board" empfehlen.


    Beim GSM-Modul ist der Verbrauch vermutlich (??) nicht so kritisch, da man es ja pro Tag nur ein, zwei Minuten anschalten muss um die täglichen Daten auf einen Server zu bekommen oder eben eine Warn-SMS abzusetzen. Man muss aber aufpassen, welches Modell für Batteriebetrieb geeignet ist, da wohl einige Module zeitweise Peaks bis > 2A ziehen, die sind dann für Batterie ungeeignet, warnen sogar die Anbieter auf ebay.


    Ein guter Tip aus dem Artikel ist auch LEDs nur zeitweise anzuschalten, der Bee Counter hat ja 44 Stück, und wenn die dauern leuchten wird es stromtechnisch teuer. Tom von der instructables-Seite hat in Version 2 schon eine zusätzliche Platine mit RTC eingebaut, die das komplette Modul samt Teensy (ein Arduino-Clon mit etwas mehr ports) in der Nacht abschaltet. Das spart schon einiges. Nachteil bei einer Einzelansteuerunge jedes IR-Moduls ist halt, dass ich nochmal Ports und Leitungen brauche.


    Gibt es von den IRs, das sind "Reflexions Lichtschranken", hier etwa "IR Reflectance Sensor QRE1113", s. https://www.sparkfun.com/products/9542? eigentlich auch one-wire-Varianten, irgend etwas in Richtung I2C? Ich glaube Michael hatte bei der Termperaturmessung I2C Sensoren verwendet http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=25886&page=11 was den Aufbau deutlich vereinfacht hat. Naja, die müssten bei uns dann auch einzeln ein- und ausgeschaltet werden ... hab' wenig Ahnung von I2C-Lichtschranken, falls jemand Ideen hat ...

  • Hallo,


    ich habe das Ganze jetzt nicht verfolgt.
    Aber vielleicht ist das eine Idee (wenn sie nicht schon hier benannt wurde):
    Statt Opalith ein RFID aufkleben (kann man ja auch in der Jahresfarbe "anstreichen").
    Beim Ausflug passiert die Queen einen RFID-Sensor und gibt per Handy Alarm.
    Es könnten auch mehrere Beuten über ein Handy melden.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Radix,
    was hast du davon wenn du weist dass deine Kö an einem Aussenstand grade abhaut?
    Dann musst Du schnell losgehen und sie suchen / einsammeln ...
    Dazu noch der technische Aufwand.
    War mir alles zu kompliziert.


    1. Du brauchst an jeder Beute einen Sensor
    2. Diese müssen miteinander verbunden sein um dann eine Meldung lossenden zu können.
    (bei meiner 4er Aufstellung gäbe das ein Kabelwirrwar oder per Funk)
    3. Stromversorgung auf dauer nicht zu unterschätzen.
    4. Fehlalarme durch Feuchtigkeit,Erschütterung, Tiere etc
    5. Klauschutz?
    6. Darf nix kosten
    7. Soll ewig halten
    8. Für einen grösseren Stand kommt da recht viel Geld zusammen.


    Hallo Nik
    Sensor habe ich.
    Da war ich wirklich eine Weile lang dran, da das meiste nicht klappt.
    Auswertung und Meldung habe ich wegen dem oben beschriebenen Aufwand noch nicht realisiert.
    Auch fehlt mir schlichtweg die Zeit.


    Viel Spass am Basteln und Austesten

    Grüßle
    Franky ( Erfinder des Apinaut-Systems )

  • Statt Opalith ein RFID aufkleben (kann man ja auch in der Jahresfarbe "anstreichen").
    Beim Ausflug passiert die Queen einen RFID-Sensor und gibt per Handy Alarm.
    Es könnten auch mehrere Beuten über ein Handy melden.


    Sollte theoretisch gehen, die Spezifikation von RFIDs, die dafür bereits verwendet wurden unter http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=32478&p=348330#post348330 Ich habe aber keine Ahnung, was so ein RFID-Reader an Stromverbrauch hat.

  • Hi Clemens,
    Mein Sensor gibt das Signal.
    Du kannst jetzt kommen um den Schwarm zu ernten:))


    Der Rest ist Betriebsgeheimniss, ich brauche ja noch etwas falls ich mal zuviel Zeit haben sollte.

    Grüßle
    Franky ( Erfinder des Apinaut-Systems )

  • Der Rest ist Betriebsgeheimniss, ich brauche ja noch etwas falls ich mal zuviel Zeit haben sollte.


    Hmm, das verstehe ich nicht, die ganzen Postings vorher schreibst du, dass die Elektronik für so was zu störanfällig ist, zu viel Strom braucht und lieferst ein Argument nach dem anderen warum die ganze Sache wenig Sinn machen soll und nun ist es so geheim, dass du ein "Betriebsgeheimnis" daraus machst, Du bist doch der Betrieb, oder?!


    Wir haben hier massig Ideen, Rechercheergebnisse und Konzepte unters Volk gebracht, wäre schön, wenn sich da andere ebenfalls beteiligen würden und nicht nur Ideen abgreifen.