Oxalsäurebehandlung bei nicht brutfreiem Volk - was passiert?

  • Hallo zusammen,


    als Einsteiger quält man sich immer wieder mit neuen Fragestellungen:


    Was sind die Folgen bei einer Oxalsäurebehandlung bei einem nicht brutfreien Volk?
    Evtl. "nur", dass die bereits gedeckelte Brut nicht behandelt werden kann und sich die Varroa so ausbreiten kann, oder?


    Gibt es weitere Folgen?



    Gruß
    beehouse

  • Evtl. "nur", dass die bereits gedeckelte Brut nicht behandelt werden kann und sich die Varroa so ausbreiten kann, oder?


    Genau. Obwohl "nur" hier relativ ist, da dann die Varroabelastung so stark sein kann, dass das Volk im nächsten Jahr schon sehr früh eine zu hohe Belastung hat.

  • Was sind die Folgen bei einer Oxalsäurebehandlung bei einem nicht brutfreien Volk


    a) Du behandelst ein brütendes Volk:
    und tötest einen Teil der Ansitzenden Milben.
    Die restlichen Milben und die, die sich grad in der Brut entwickeln, vermehren sich im Volk


    b) Du behandelst ein brutloses Volk:
    und tötest einen Teil der ansitzenden Milben.
    Der Rest an Milben vermehrt sich im Volk


    c) Du behandelst garnicht :
    Alle Milben, die den Winter überleben, vermehren sich im Volk


    Mit der Winterbehandlung hast Du also die Möglichkeit, die Anzahl der Milben, die im Frühling pro Volk an den Start gehen, zu beeinflussen.

  • OK, soweit so gut.


    Eine weitere Frage:
    Warum muss ich unbedingt die herabfallenden Milben zählen? Welche Folgen ergeben sich daraus?
    Eine weitere Oxalsäurebehandlung wird ja nicht empfohlen wegen Überlastung der Bienen.

  • Was sind die Folgen bei einer Oxalsäurebehandlung bei einem nicht brutfreien Volk?


    Die Wirksamkeit sinkt. Ich konnte das im Jahr 2011 vergleichen: 3 Völker hatten Brut, die anderen Völker hatten keine.
    Um das zu ermitteln, waren 2 Behandlungen erforderlich. Das Verhältnis der Fallzahlen von 2. Behandlung zu 1. Behandlung ist annähernd der überlebende Milbenanteil, dieser abgezogen von 100% ist die Wirksamkeit.
    Die 1. Behandlung war Ende November, die 2. Behandlung um den 20. Dezember.
    Bei den brutfreien Völkern lag die Wirksamkeit oberhalb von 95%. Bei den Völkern mit restlicher Brut lag sie darunter; der schlechteste Wert lag bei 82%.
    In sehr grober Näherung kann man sagen, dass durch die Restbrut ein um den Faktor 3-4 höherer Restmilbenbestand entsteht. Ausgewirkt hat sich das 2012 jedoch nicht in merklicher Weise.
    Fazit: Bitte keine Panik wegen Restbrut am Ende des Jahres.


    Gruß Ralph

  • @beehouse


    Richtig,


    es sei denn, Du hast Bienen in Österreich, dann könntest Du OS auch mehrfach verdampfen :wink:


    Letztendlich ist es nur eine Vergewisserung, was die Behandlung an Toten auf die Unterlage befördert hat. (An Verfälschung denken, Totenfall auf Gitter)


    Du mußt also nicht unbedingt.



    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper


  • Eine weitere Frage:
    Warum muss ich unbedingt die herabfallenden Milben zählen? Welche Folgen ergeben sich daraus?
    Eine weitere Oxalsäurebehandlung wird ja nicht empfohlen wegen Überlastung der Bienen.




    Hallo Beehouse!


    Deine Frage ist berechtigt. Einerseits ist es völlig belanglos wie viele Milben fallen, denn die im volk verbliebenen Milben lassen sich dadurch auch nicht ermitteln, was aber wichtig wäre. Andererseits, vorausgesetzt die Behandlung hat gewirkt, kann man Rückschlüsse auf den Behandlungserfolg der Sommerbehandlungen schließen und dadurch ev. was daraus lernen.


    MfG
    Honigmaul