Hochböden - taugen die was?

  • Hallo Kollegen,



    ich werde im nächsten Jahr einige Böden austauschen müssen.
    Jetzt stellt sich mir die Frage, welche?


    Ich selbst imkere mit Dadant. Wagner bietet z.B. einen Boden an: Gitterboden mit Varroaschublade.
    Das ist für mich eine Option.
    Eine andere Sache, die ich gut finden würde, wären Hochböden, mit Trommelraum und Bausperre.
    Des weiteren haben die Serviceklappe hinten, wo man z.B. Behandlungen (Schwammtuch von unten) als auch Fütterungen mit Schüsseln durchführen könnte. Bis jetzt nutze ich Adamfütterer, aber das ist schon eine Riesenschlepperei, wie ich finde. Ich finde so eine Serviceklappe gar nicht schlecht. Hier fehlt dann nur noch die Bausperre und der Gitterboden.


    Das Problem ist, ich imkere mit Holzbeuten (was ich auch gut finde), doch dafür habe ich sowas noch nie beim Händler gesehen.


    Selbst bauen könnte ich theoretisch, nur fehlt mir ne präzise Tischkreissäge, und die kostet ja auch locker 600€ min., Zeit ist auch kostbar. Mit den Gitterböden komme ich gut klar, da weiß ich wie das alles funktioniert, aber den anderen Boden finde ich irgendwie praktischer.
    Was sagen, die Imker die den Hochboden kennen und evtl. Auch für Fütterung und Behandlung nutzen?

    Gruß Morris

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Morris () aus folgendem Grund: Bilder

  • Zitat

    Was sagen, die Imker die den Hochboden kennen und evtl. Auch für Fütterung und Behandlung nutzen?

    Ich finde einen Hochboden gut. Nur deine Forderungen nicht: Behandlung von unten und Fütterung von unten. Letzteres geht ja noch, ersteres funktioniert nicht. Bausperre benötigt man auch nicht. Bei der Wanderung ist der Hochboden besser. Bei Trachtmangel und Hitze hängen die Bienen auch nicht vor dem Flugloch. Solche Universalböden sind zu aufwendig. Letztlich ist die Sache auch eine Weltanschauung. Kaufe ihn, wenn er dir gefällt aber behandle nicht von unten.


    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Ich finde Hochböden besser, es ist noch Raum für die Klimatisierung vorhanden. Die Varroaschale ist unter dem Lüftungsgitter, da kommt man gut ran ohne die Kiste öffnen zu müssen.
    Mit einer sinnigen Tischlerkreissäge und Leimholzplatten aus dem Baumarkt kann man sie gut selber bauen


    Grüsse aus Werder

  • Hallo Frank,


    auch in flachen Böden ist die Windel/Varroaschale unter dem Gitter gut zugänglich. Der Marcus meinte (m.E.) die "Serviceklappe" oberhalb des Gitters. Theoretisch könnte man hier füttern, schwammtuchen und von unten ins Volk gucken. Der Remstalimker hat es recht gut beschrieben, das geht alles nicht besonders gut bis gar nicht. Vor allem eine Inspektion durch die Klappe wird von den Bienen gern mit einer ordentlichen Attacke beantwortet.


    Gruß Jörg

  • Ich sage Euch den Grund meiner Überlegungen: Ich möchte gerne ökonomisch, wirtschaftlich arbeiten. Ich schaue mir gerne Betriebsweisen bei Berufsimkereien an, da ich denke, dass man sich da viel nützliches abschauen kann und letzlich auch auf einen 1-Volk-Imker anwenden kann (bitte nicht auf die Goldwaage legen). Ich betreibe die Imkerei als Hobby, bin jedoch ambitioniert, aber da Zeit beim Vorhandensein einer tollen Familie mit Kleinkindern ein sehr wichtiges Gut ist, möchte ich gern ökonomisch arbeiten, ein bisschen so wie Berufsimker.


    Bei einem Vortrag, den ich letztes Jahr auf dem Apisticus Tag gehört hatte, stellte ein Berufsimker seine Betriebsweise vor, u.a. hatte er auch enen Hochboden und fütterte von hinten/unten. Sah und hörte sich unkompliziert und plausibel an.


    Auch zur Varroabehandlung von unten findet man viele Beiträge im Internet, in denen von der Unkompliziertheit dieser Methode gesprochen word.


    Lieber Remstalimker, Deine Bedenken bzgl. der Behandlung von unten bezoeht auf das Verbrausen und die schlechte Zirkulation, das vielleicht im Weg liegen des Schwammtuches (kann man ja ausschließen) oder?
    Ich verstehe das und würde dann auch darauf verzichten, für mich stellte sich das erstmal einfach in der Handhabung dar.

  • Hallo, Morris,
    Ich habe meine ersten 3 Völker samt Beuten mit hohen Böden von einem Berufsimker gekauft und dann Beuten mit flachen Böden bei Weber zugekauft, d.h. ich arbeite z.Zt. mit beiden Systemen. Vom Handling gefallen mir die flachen besser. Das Füttern von oben finde ich praktischer und auch die Mädels bleiben friedlicher. Ameisensäure (ich nehme den Liebig-Dispenser) sollte ohnehin von oben erfolgen, da die Dämpfe schwerer als Luft sind. Vom Arbeitsaufwand erlebe ich keine Unterschiede und bin gerade dabei, die hohen Böden durch flache zu ersetzen, damit es einheitlich wird. Es ist offensichtlich wirklich nur Gewohnheitssache.
    Gruß Ingrid

  • Hallo Morris


    Ich denke im Hochboden verpufft die Wirkung der AS- Behandlung, bzw wird nicht wirkungsvoll genug. Zum Hochboden habe ja meine Vorredner schon genug gesagt und das akzeptiere ich auch, jeder hat seine Erfahrungen. Ich denke wenn du nicht viel wanderst dann kommt man mit dem Flachboden besser, das ist meine Erfahrung, vor allem bei den Segebergern. Auch meine Holzmagazine haben Flachböden, ich kann mir gut vorstellen das im Hochboden viel verbaut wird, vor allem wenn man verpasst hat, zeitig genug eine Zarge drauf zu setzen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • In meiner Dadant-Frankenbeute haben mir die Damen die Bausperre an die Rähmchenunterträger gebaut - warum?
    War eine brisante Stimmung, als ich alles wieder gelöst habe.
    Die "Beobachtungsluke" konnte ich, Propolis sei Dank, ohnehin nicht mehr so einfach öffnen.


    Da ich nicht wandere, reichen Flachböden aus.

    Gruß aus Hildesheim - Holger - Buckfast in Segeberger Beute - 1 1/2 DNM - Bienen seit 2006

  • Hallo Morris,


    und nun auch noch meine Meinung:
    Bei uns wird viel in Segeberger geimkert. Und die meisten haben selbstgebaute 'Hoch'-Böden. Den die Böden sind ca. 75 bis 90 mm hoch. Früher waren sie alle unten geschlossen, heute wird ein Gitter eingebaut. Unter den Boden kommen gehobelte Latten (Dachlatten) mit einem Falz oder einer Nut in die die Windel geschoben wird. Ein Bekannter hat dafür OSB-Platten genommen, damit beim Transport mit der Sackkarre nicht plötzlich mal das Gitter zerreißt. Im Sommer legt er diese Platte als Anflugbrett vorne davor. Alle haben hinten ein herausnehmbares Brett, damit man die Stärke des Bien (Durchhängen oder nicht?) beurteilen kann. Bei Bedarf kann man dann mit einer Kelle auch leicht Bienen für Ableger oder Begattunskästchen (EWK) entnehmen. Außerdem lässt sich dort hervorragen Futterteig (2,5 kg) geben oder eine Schale mit Zuckerwasser einstellen. Ebenso kann man den Totenfall beurteilen und nach hinten wunderbar auskehren.


    Die As wird hier fast durchweg mit der Schwammtuchmethode von oben gegeben; denn die verdunstete As ist schwere als Luft und sinkt nach unten. Deshalb steht auch in der Literatur bei Behandlung von unten 50% mehr As geben. (Ob das so gut ist?)


    Vorne haben diese Böden eine drehbare oder herausnehmbare Klappe. Die drehbare Klappe hast man immer dabei, sie kann aber auch von Strolchen zugemacht werden. Und wenn man dann erst nach einer Woche, oder so ähnlich, wiederkommst? Zwischen dieser Klappe, mit oder ohne Drahtgitter und dem Flugloch befindet sich eine Terrasse für die Bienen.
    Eine Bausperre brauchen diese 'Hoch'-Böden nicht.


    Ich werde mir nur solche Böden zulegen und alle anderen zusammengestoppelten aussortieren. Es imkert sich mit ihnen einfach, sofern man noch die Knie bewegen kann. Anderenfalls müssten die Beuten doch sehr hoch stehen.
    Der Celler Hochboden ist so ähnlich, jedoch wirklich hoch gebaut. Siehe: http://www.holtermann-shop.de/popup_image.php/pID/3025&imgID=1


    Ich wünsche Dir die persönlich richtige Entscheidung.


    Wolfgang, der Heidjer


    PS.: Als kostengünstiges Material empfiehlt es sich im Baumarkt oder einer Zimmerei nach Nut-und-Feder-Dielen (Fußbodenbretter, Rauhspund o.ä.) zu sehen. Meistens sind sie im Baumarkt mit nur 19mm Dicke und ca. 95 mm Breite günstig zu erwerben. Sie gehören zum Lockpreisangebot. Die Längskanten besäumen, also von Nut und Feder befreien und oben hobeln. In der Fläche sind sie bereits einseitig gehobelt. Als Riegel für die Klappen nehmen die armen Heideimker kleine Holzstücke und eine Spax. Diese dient bei der beweglichen Fluglochklappe auch als Scharnier. - W.,d.H.

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Guten Tag,


    ich habe die Dadantbeuten von Assheuer,... sehr preiswert... Verarbeitung so weit gut... Dickwandig und schwer... und sehr einfache, flache Böden. Die "Metallkämme" die als Fluglochkeil mit geliefert werden fand ich persönlich grottenschlecht.. habe jetzt Holzkeile...


    FRAGE: Kann ich einfach einen Zargenring (Abstandring) zwischen Boden und BR legen, und so aus dem Flach- einen Hochboden machen?


    mfg Manfred

  • haben hinten ein herausnehmbares Brett, damit man die Stärke des Bien (Durchhängen oder nicht?) beurteilen kann. Bei Bedarf kann man dann mit einer Kelle auch leicht Bienen für Ableger oder Begattunskästchen (EWK) entnehmen. Außerdem lässt sich dort hervorragen Futterteig (2,5 kg) geben oder eine Schale mit Zuckerwasser einstellen. Ebenso kann man den Totenfall beurteilen und nach hinten wunderbar auskehren.


    Hallo Drohnenkönig,


    damit hättest Du sicher die Höhe also einen "Hoch"boden erreicht, jedoch nicht die Vorteile, die oben im Zitat genannt werden, weil Du keinen Zugang hast.
    Bei Wanderungen oder Verstellen oder beim Ausrangieren/ Parken hast Du ein weiteres Beutenteil (muß kein Nachteil sein)


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hey Marion,


    ich wandere zwar.. meine Bienen aber nicht... und ich würde ein "U" auf den Boden nageln und hinten ein Brett mit Haken festklemmen (aber nur zum reingucken, weil immer noch die 3 cm Bodenleiste vom Flachboden stört beim Gemüll ausräumen.. etc.).


    Füttern würde ich eh nicht von unten.. Es geht mir nur um den Trommelraum.. Luft im Sommer.. bei Hitze...


    lg manfred

  • Manfred,


    Hört sich zumindest praktikabel an, denke ich dann mal.
    Da sollen die Bastler und Tester was zu sagen.
    Kenne ich so aber nicht und ich selbst nutze Hochböden nicht, kenne die nur anschauungsweise.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Morris,


    seit 2009 imkere ich, und zwar mit Hochböden. Bin damit auch gut gefahren. Wie du schon sagst, sind der Varoa- und Bausperreneinschub von Vorteil, wie auch eine einfache Zusatztfütterung im Herbst oder Frühjahr möglich. Boden frei halten von hinten ist auch kein Problem.
    Problem ist, wenn der Varoaboden zu lange (im Sommer) noch eingesetzt bleibt, macht sich darunter die Wachsmotte in dem bienenfreien Raum breit.
    Vorteil vom Gitterboden ist sicher eine früher einsetzende und länger anhaltende Brutfreiheit.
    Wenn es allerdings im Frühjahr warm wird und die Völker schnell stark werden sollen, weil die Tracht zunehmend früher und plötzlich voll da ist, ist der hohe Boden eher von Vorteil.
    Beim Gitterboden könnte dann aber auch der Varoaboden wieder eingesetzt werden.


    Gruß biefred