Brutwabenwachs für Mittelwände teilweise wiederverwenden?

  • Guten Abend,


    da es jetzt schon Januar ist, habe ich die Tage mal überschlagen, wieviel Mittelwände ich noch habe. Resultat: für 2013 sind es zu wenige. Daher überlege ich gerade, wie ich genügend zusammen bekomme.


    Über das Jahr habe ich ein paar Kilo Wachs von unbebrüteten Waben/Wildbau/Deckelwachs gesammelt. Diese werde ich zu Mittelwänden umarbeiten. Leider habe ich aber auch dann noch zu wenig Mittelwände.
    Die Frage ist nun, ob ich mein Wachs das ich von alten, bebrüteten Waben gewonnen habe, auch wieder als Mittelwände verwenden kann? Da ich nur mit organischen Säuren behandle sind sie sicher rückstandsfrei von Behandlungsmittel. Jedoch habe ich gehört, dass sich in der Umwelt vorhandene Pestizide auch von alleine im Wachs anreichern. Daher bin ich nun unschlüssig, ob ich wenigstens ein Teil dieses Wachs (zumindest ist es von mir ;-) ) als Mittelwände im Brutraum wieder einsetzen soll oder nicht? Im Honigraum kommen bei mir eh nur eigene Mittelwände aus Deckelwachs zum Einsatz.


    Eine mögliche Alternative wäre, nachweislich Rückstandsfreie Mittelwände (z.B. über Dr. Wallner aus Hohenheim) anzukaufen.


    Ich würde mich freuen, wenn der ein oder andere mir seine Vorgehensweise bzw. Empfehlung mitteilen würde.


    Einen schönen Abend noch.
    Viele Grüße,
    Stefan


  • Eine mögliche Alternative wäre, nachweislich Rückstandsfreie Mittelwände (z.B. über Dr. Wallner aus Hohenheim) anzukaufen.


    Also ich würde lieber das eigene Wachs aus Brutwaben verwenden bevor ich neues (unbekanntes) Wachs zukaufe. Dieses Wachs ist auch nicht besser oder schlechter als das Wachs aus deinen Bruträumen.


    Ich habe zum Start meiner Imkerei Mittelwände gekauft und dabei Wert darauf gelegt, dass diese "sauber" sind. Es sind die "pestizidfreien MW mit Zertifikat" von bienenweber.
    Auf dem mitgelieferten Untersuchungsbericht sind unter anderem Spuren von DDT, irgendwelchen Holzschutzmitteln, Pflanzengiften etc (nach 1 Jahr habe ich die genauen Substanzen und ihren Werten nicht genau im Kopf, zum Suchen bin ich jetzt zu faul ;).


    Zwar sind diese Mittel im verschwindenden Bereichen, jedoch trotzdem nachweisbar.
    Ich denke dein Brutraumwachs wird nicht unbedingt besser oder schlechter sein.


    Solange meine Imkerei noch wachsen soll/kann/darf, werde ich nach Möglichkeit auf mein eigenes Wachs zurückgreifen (auch Brutwabenwachs) statt unbekanntes Wachs zuzukaufen. Später werde ich dann (bei Wachsüberschuss meiner Imkerei) auf Brutraumwachs verzichten und nur Entdeckelungs- und Drohnenwachs zu Mittelwänden verarbeiten.


    Stefan

  • Hallo!


    Bei mir kommen alle Waben und jeder Wachskrümel, der irgendwo anfällt, in den Dampfwachsschmelzer. Man liest oft die Forderung, nur reines Deckelwachs zur MW-Produktion zu verwenden. Das würde mir niemals reichen! Wie so oft, prallen auch hier Anspruch und Wirklichkeit aufeinander. Auch wenn man die Videos anschaut, die zum Thema Wachsschmelzen in anderen Freds verlinkt sind, da sind überall schwarze Brutwaben zu sehen, die in den Kessel wandern. Eigenes Wachs ist mir in jedem Fall lieber. Viele Zertifikate sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind.


    Gruß vom Wachs-Sammler

  • Hallo Stefan,
    nimm dein Brutraumwachs. Ich habe belastbare Ergebnisse aus Untersuchungen, dass sich bei konsequenter Anwendung organischer Säuren die Belastung des Honigs zu Null abbaut.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Vielen Dank für die Antworten. Dann werde ich für die Honigräume Mittelwände aus meinem Deckelwachs verwenden und für den Brutraum dann Mittelwände aus Brutraumwachs.
    Irgendwann hoffe ich dann doch, dass ich genügend Mittelwände aus Deckelwachs herstellen kann ;-).


    Viele grüße,
    Stefan

  • Kaufe einfach vernuenftige Mittelwaende und mustere nach und nach die alten Waben aus. Ich bestelle immer direkt bei Dr. Wallner; da bekommt man eine Rueckstandsanalyse gleich mit und das ist mir mehr wert als irgendwelche Bio-Label. Da ich die dann noch zum groessten Teil nur streifenweise verwende (weil eben Naturbau-Imkerei) langen weniger als 4 Kilo pro Jahr und ein wachsender Anteil stammt wirklich von den eigenen Immen. Nach drei Jahren kann man dann von einer guten Wachsqualitaet ausgehen...allerdigs lohnt die eigene MW-Presse immer noch nicht ;-))


    Melanie

  • Hallo Stefan


    ich lasse mein eigenes Wachs in der Oberschwabengold Imkerei 88326 Aulendorf umarbeiten, das geht innerhalb einer Woche und ich bin damit sehr zufrieden. Die Umarbeitungsgebühr ist auch sehr preiswert. Die haben da eine der modernsten Anlagen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • NEIN, HABEN DIE WIRKLICH
    Zitat:
    Sehr geehrter Imker, wir verarbeiten hier ihr Eigenwachs mit der modernsten Wachspresse Deutschlands. -Letzte Rechnung für 16,49 kg pro kg 2,51Euro gleich 41,39 Euro plus Verpackung und Transportkosten plus MWST 64,72 Euro----wer macht es billiger ? Ich und die Bienen sind von der Qualität überzeugt.


    Es muss jeder selber wissen was er macht, ich sage zum Thema nichts mehr. :-D

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Ich habe zum Start meiner Imkerei Mittelwände gekauft und dabei Wert darauf gelegt, dass diese "sauber" sind. Es sind die "pestizidfreien MW mit Zertifikat" von bienenweber.


    Steht da auch dabei woher das Wachs stammt?
    BIO-Wachs z.B. aus Afrika ist für meinen Geschmack kein BIO....


    Alex

  • Steht da auch dabei woher das Wachs stammt?
    BIO-Wachs z.B. aus Afrika ist für meinen Geschmack kein BIO....
    Alex


    Ist Du das? :)


    Ich war auch ein wenig enttäuscht, als ich die Mittelwände von Biorat bekam und lesen musste, dass das Wachs aus Äthiopien stammt.
    Leider bezieht sich BIO immer nur auf die Herstellung, der Transport wird ausgeklammert.


    Gruß Jan

    Dubium sapientiae initium. Zweifel ist der Weisheit Anfang. René Descartes

  • Die eine Seite der Erklärung ist, dass nirgends mehr BIENEN-Wachs entsteht, den man Bio-zertifizieren kann. In Afrika sollen das die letzten Räume der Welt sein, in denen Bienen noch unbelasteten Wachs herstellen.


    Die andere Seite ist, dass Bio sich tatsächlich vor allem auf Inhaltsstoffe konzentriert (ausgerechnet bei Honig bekommen die Bio-Definierer da Probleme, weil sich Immen nicht so richtig lenken lassen), und ökologische Gesichtspunkte (Energieverbrauch, Wasserabdruck) vernachlässigt.
    Schlimmes Beispiel: Bio-Sprit heißt so, weil er Anteile biologisch hergestelltenen Treibstoffs enthält. Dieser Bio-Anteil wird so unökologisch hergestellt, dass selbst die Autofahrer nicht so richtig ran wollen...

  • Dr. Wallner verkauft keine Bio-Mittelwände, sondern "rückstandsfreie Mittelwände" mit Zertifikat. Er schreibt selbst: "Mittelwände ohne messbare Rückstände von Varroabekämpfungsmitteln, Pflanzenschutzmitteln, Holzschutz- und Wachsmottenbekämpfungsmitteln sowie Repellents. Absolut unverfälscht. Frei von Faulbrutsporen und anderen Krankheitskeimen. Mit Analysen-Zertifikat. Für den Start in die ökologische Imkerei". Meines Wissens kam bei meiner letzten Bestellung das Wachs aus Äthiopien.
    LG winolf

  • In Afrika sollen das die letzten Räume der Welt sein, in denen Bienen noch unbelasteten Wachs herstellen.


    Moin,
    das ist aber ein Trugschluß!
    Fast nirgendwo auf der Welt wird so unkontroliert und unsachgemäß mit Insektiziden und Dünger umgegangen wie in vielen teilen Afrikas!
    Auch der Systematische Landaufkauf durch Länder wie China und Indien, sorgt sicher nicht für mehr Transparenz oder einem fleglicheren Umgang mit der Natur!
    Da werden riesige Flächen in z.B. Äthiopien oder Eritrea von Chinesischen Firmen zu Hochagrarzonen gemacht.
    In anderen gegenden wird dann wiederum die hier in Europa verbotenen und nicht mehr verkäuflichen Gifte weiter eingesetzt!
    Schaut euch mal an wie lange DDT noch in Afrika verwendet wurde nachdem es hier längst verboten war!
    Das von dort das letzte unbelastete Bienenwachs kommen soll ist wohl eher ein frommer Wunsch!
    Afrika wird die gleichen Fehler machen wie die Europäer, Amerikaner und Asiaten vor Ihnen! Da lernt man nicht von anderen, wenn der Naturschutz das Wachstum behindert!
    Erstmal,
    Borderbee