Digitaler Refraktometer ATAGO PAL-22S

  • Hallo zusammen,


    wir sind im Verein gerade am überlegen, ob wir einen digitalen Refraktometer als "Master-Gerät" zur Kalibrierung kaufen wollen. Hat jemand Erfahrungen mit dem ATAGO PAL-22S? Gibt es vielleicht vernünftige Alternativen?


    Würde mich freuen, wenn es Hinweise gäbe...


    Hintergrund:
    Bei den preisgünstigeren Refraktometern haben wir eine Tendenz zum Drift festgestellt. Ich vermute, das liegt an den Kunststoff-Linsen bzw. -Gehäusen. Meiner liegt z.B. von Mai bis September im Auto in der Mittelkonsole, andere Imkerkollegen machen das genauso. Ich könnte mir vorstellen, dass die Temperaturwechsel im Auto eine Rolle spielen (Kunststoff-Relaxation).


    Gruß Wolfgang

  • Hallo zusammen,


    Hintergrund:
    Bei den preisgünstigeren Refraktometern haben wir eine Tendenz zum Drift festgestellt. Ich vermute, das liegt an den Kunststoff-Linsen bzw. -Gehäusen. Meiner liegt z.B. von Mai bis September im Auto in der Mittelkonsole, andere Imkerkollegen machen das genauso. Ich könnte mir vorstellen, dass die Temperaturwechsel im Auto eine Rolle spielen (Kunststoff-Relaxation).


    Gruß Wolfgang


    hallo Wolfgang,
    ich kalibriere mein Refraktometer mit Honig. Entweder mit meinem den ich habe prämieren lassen oder ich kaufe einem Kollegen ein Glas ab was dieser hat prämieren lassen und wo der Wassergehalt bekannt ist. Ist ja nicht unbedingt jedes Jahr nötig. Auch das digitale Refraktometer ist nicht ewig lang genau und muß auch immer wieder mal geeicht werden.
    zum Hintergrund: na da wird mit deinem Refraktometer das gleiche passieren wie mit einem Fernglas. In der Sommerhitze werden dort die Kitte, mit denen die Linsen festgeklebt sind, weich und die Gläser rutschen mehr oder weniger rasch aus der Fassung. Ein Auto im Sommer (Mai-September) ist nicht ganz der richtige Aufbewahrungsort für optische Geräte. Auch in der Mittelkonsole (ist zwar Fußraum) können die Temperaturen locker die 60°C überschreiten. Ich glaube der ADAC hat das mal getestet im Zusammenhang mit Spraydosen, die dann teilweise explodiert sind.


    Gruß Alois

  • Hallo Alois,
    der Tipp mit dem Honig aus der Analyse ist eine gute Idee. Ich hab letztes Jahr zwei Proben analysieren lassen.


    Ich werde auf jedem Fall den Refraktometer nicht mehr die ganze Saison im Auto liegen lassen...


    Gruß Wolfgang

  • Moin,


    es ist nicht sinnvoll, die Refraktometer anhand von anderen Refraktometer und einem zufälligen Medium abzugleichen. Es gibt Kalibriersteine dafür oder Flüssigkeiten. Die sorgen dafür, daß auf den Punkt kalibriert wird, von dem aus die Temperaturkompensation ausgeht und minimieren so die Verzeichnung durch ungenaue Kompensation im Gerät. So einen Kalibrierstein haben wir im Verein auf unsere Refraktometer gelegt und waren erstaunt. Honig aus dem Glas ist nicht homogen genug und sein Wasserwert stammt auch bloß wieder von einem Refraktometer.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,
    das ist ja alles richtig was Du schreibst - nur musste ich die Erfahrung machen, dass das Thema nicht so einfach ist. Die bei meinem Refrakt. mitgelieferte Kalib-Flüssigkeit war leer und da fing die Suche an.


    An's Telefon ging beim Lieferanten nie jemand ran, auf E-Mails kam keine Reaktion (...obwohl kein billiger China-Müll, hat rund 80€ gekostet der Refrakt.). Bei der Recherche im Web bin ich immer wieder darüber gestolpert, das man nicht mit jeder Kalibrierflüssigkeit jeden Refraktometer kalibrieren kann. Also einfach irgendeine Kalib.-Flüssigkeit kaufen und hoffen, dass es dann schon passt? Da hab ich kein gutes Gefühl dabei...


    Da im Verein schon Einige über das Thema gestolpert sind, kam die Idee auf den Atago zu kaufen. Da hätte ich dann doch deutlich mehr Vertrauen richtig zu kalibrieren. Natürlich muss man den Vorgang entsprechend vorbereiten (flüssiger/homogener Honig, Temperaturangleichzeit, usw.).


    Zumal die Flüssigkeit, die bei meinem Refrakt. dabei war ekelhaft gestunken hat...


    Gruß Wolfgang
    ...heut schön mit Gross- und Kleinschreibung, damit's nicht wieder 'nen Rüffel gibt

  • Kalibrierflüssigkeiten haben ein definiertes Brechungsverhalten. Im einfachsten Fall stellt man die selbst her oder läßt das nen Apotheker machen. Je mehr man ansetzt, desto genauer wird es. Da es um Massen geht kann man 80g Zucker mit 20g Wasser lösen. Wasser verdunstet, Zucker wird zersetzt. Die Lösung ist also nicht lagerbar. Es ist aber keine Lösung, die nur auf ein Refraktometer passen würde. Die Kalibriertemperatur, die kann sich von Gerät unterscheiden. Doch auch das ist nich wirklich wichtig, wenn Kompensation automatisch oder mit Tabelle gemacht wird.


    Deshalb sind kaufbare Festkörper definierter Brechung das Mittel der Wahl. Die haben eingravierte Werte und werden in Wasser aufgelegt und fertig.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo !


    Einfach im nachsten Laborbedarf nachfragen,
    oder zum nächsten Labor in diese Richtung fahren (z.B. BI).


    Da gibts das zu kalibrieren fix und fertig.


    Ach so, hier hat es (nicht vom Verein sondern Eigentum - den Kompanie ist Lombanie) das ApiOptic Digital.


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Warum liegt ein Refraktometer auf der Mittelkonsole? Messungen von einzelnen Waben ist eh eine Spielerei. Mein Billigrefraktometer stimmt mit jenem des Institutes genau überein. Was soll dass bisschen Gestank beim jährlichen Kalbrieren.
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo Henry,
    bei meinem Refraktometer war ein kleiner Glaskubus dabei, den man zusammen mit der Flüssigkeit zur Kalibrierung nutzen sollte. Könnte es sein, dass die Flüssigkeit nur den guten Kontakt auf der Kontaktfläche herstellen sollte und sonst gar keine Funktion hat? Werde ich morgen gleich mal ausprobieren...


    Gruß Wolfgang

  • ... Könnte es sein, dass die Flüssigkeit nur den guten Kontakt auf der Kontaktfläche herstellen sollte und sonst gar keine Funktion hat? Werde ich morgen gleich mal ausprobieren...

    Deshalb heißt die auch Kontaktflüssigkeit. :daumen:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder