Umsiedelung aus Wildbau in 2-Raum-HB-Beute nach Zarge

  • Ich habe im letzten Jahr 3 Schwärme geschenkt bekommen und musste sie - meine Magazinbeuten waren
    noch in der Projektphase - in 3 von 12 vorhandenen Hinterbehandlungsbeuten unterbringen.
    Die Umsiedelung in Hohenheimer Einfachbeuten im Herbst habe ich, nachdem sie mir an einem Schwarm
    gezeigt wurde, als blutiger Anfänger dann selbst gemacht. Wenn ich vorher geahnt hätte, wie sie
    verlief, hätte ich allerdings nie mit der Imkerei angefangen.
    Letztlich haben aber alle 3 Schwärme - bis jetzt - überlebt !


    Jetzt zum eigentlichen Thema : Die zwölf Hinterbehandlungsbeuten standen seit Mitte der achtziger Jahre
    leer. Meine Schwester hatte die Imkerei damals aus Zeitgründen und wegen einer Allergie aufgegeben.


    Trotzdem lebte seit mindestens 10 Jahren in einer der Beuten ein Bienenvolk. Ob es sich stets um das
    Gleiche handelte - ich weiß es nicht. In 2006 erinnere ich mich aber an einen Riesenschwarm in
    unmittelbarer Nähe ( ca. 15 m ). Als er aufflog und weiterzog, wurde es schattig !
    Da es im Ort sonst keine Bienen gibt, kann er eigentlich nur aus dieser Beute gekommen sein.
    Ich bin sicher, dass sie auch dieses Jahr wieder schwärmen und möchte den Schwarm einfangen.


    Darüber hinaus will ich aber das Volk aus der alten Beute heraus holen und dafür gibt es zwei Gründe :


    - Ich habe keinerlei Nutzen von dem Volk, die Umwelt schon
    - Die Milbe


    entweder sie haben die Milbe, wovon auszugehen ist, und sind damit eine ständige
    Bedrohung für die anderen Völker,


    oder sie haben sie aus irgendwelchen Gründen nicht oder kommen mit ihr klar,
    da sie ja anscheinend ohne Behandlung überleben. Im letzteren Fall würde ich gern wissen,
    ob diese Eigenschaft nach der Umsiedelung erhalten bleibt.


    Es handelt sich um eine Zweiraumbeute mit einem festen Absperrgitter. Ob Rähmchen mit Mittelwänden
    drinnen sind oder einfach nur Wildbau, weiß ich nicht. Ich vermute aber, dass es nur Wildbau ist.
    Vor einem Jahr habe ich mit einem erfahrenen Imker den Versuch gemacht, die Klappen auf Rückseite
    zu öffnen. Erst mit einem Nageleisen war das möglich. Der Honig floss in Strömen, wir haben die
    Klappen wieder geschlossen.


    Mein Problem ist also : Wie bekomme ich das Volk da heraus ?


    Meine erste Idee war, von oben in der Mitte der Fläche ein Loch mit ca. 70 mm Durchmesser zu
    bohren und eine Zarge mit Mittelwänden aufzusetzen ( evtl. sogar zweimal ). Mit etwas Glück würde
    das Volk die Zarge als Honigraum annehmen. Da ich aber ganz sicher weiß, dass die Beute ein
    Absperrgitter hat ( es ist bei allen anderen fest installiert ), würde ich Ihro Majestät dort
    nie begrüßen können.


    Was also kann ich tun ?

  • Erst mal Vorstellen und Hallo sagen . Dann gibt es auch Antworten .Und Profil ausfüllen nicht vergessen .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Dein "wildes" Volk kommt in den speziellen klimatischen Bedingungen dieser einen, honiggefüllten HBB klar.


    Isolation!
    Pufferwirkung der thermischen Masse - Reduzierung Wärme-Strahlungsverluste!!!


    Wenn Du die jetzt in eine dünnwandige, angeblich moderne Beute geringer thermischer Masse und ungünstiger Isolierwirkung
    mit durch den Imker aufgezwungener Strömung und Belüftung umsetzt, ist zu 99,9% Essig mit der Resistenz!


    Nicht, weil ein Umsetzen per se nicht möglich ist. Sondern weil die heutigen Beuten NICHT bienenbiologisch, sondern (ungewollt) milbenbiologisch optimiert sind.



    LG André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

  • Hallo Andre,


    Danke für die Antwort !


    Ich hatte insgeheim schon befürchtet, dass sich das Volk nach der Umsiedelung an die anderen angleichen würde ( was die Milbe betrifft ).
    Einen Grund dafür hatte ich auch in der dann völlig anderen Ernährung vermutet.


    Meinst Du mit Isolation das, was mir ein Imker hier vorgeschlagen hat : Schaff die Beute 2 oder 3 Kilometer weit weg, damit sie Deine Völker nicht
    beeinträchtigen ( dann tun sie es aber möglicherweise bei anderen Imkern, ist das eine Lösung ? )


    Gruß


    Kurt

  • Lieber Josef,
    dass sich auch in diesem Forum ein paar Oberlehrer und Profilneurotiker tummeln, habe ich auch ohne Deinen
    äußerst konstruktiven Beitrag bereits festgestellt. Heute keinen Anderen gefunden, dem Du mal über's Maul fahren konntest ?


    Bleib ganz ruhig brauner ,hätte meine Frau jetzt zu mir gesagt.!
    Wo Josef Recht hat hat er Recht!!!
    Und einen besseren Umgangston bitte!


    grußStephan

  • Das meinte ich rein wärme- und strömungstechnisch!
    Das Volk kommt offenbar auch derzeit mit der an diesem Standort herrschenden Reinvasion klar!


    Seid nett zueinander!



    André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

  • Hallo und herzlich willkommen hier im Forum, Kurt!


    Ich würde an deiner Stelle möglichst versuchen, dass Volk im Spätfrühling / Frühsommer (bei möglichst gutem Bienenbesatz!) von möglichst vielen Seiten freizulegen, was allerdings de facto immer Matscherei mit sich bringen wird.
    Hält sich diese im Rahmen, würde ich versuchen einen KS aus der vorhandenen Bienenmasse zu bilden und natürlich idealerweise die Königin mit in diesen integrieren. Alternativen mit Wabenbau umschneiden etc. wären mir persönlich zu aufwendig und aller Voraussicht nach mit noch mehr Sauerei verbunden.
    Den KS kann man dann wie einen regulären KS nach einer Zeit einschlagen in die Beute der Wahl.


    @ Josef und Kurt, wenngleich auch ungerne:
    Recht habt ihr beide, allerdings denke ich:
    a) sollte nicht jeder neue Nutzer immer und immer wieder auf seine in manch individueller Wahrnehmung verankerte "Pflicht" hingewiesen werden, sein Profil unmittelbar bei Anmeldung "adäquat", was immer dies in der jew. individuellen Wahrnehmung auch heißen mag, auszufüllen.
    Dies kann manch Nutzer, sowohl den neuen, als auch und insbesondere längerfristig präsente, mental und schlimmstenfalls physiologisch anspannen. Negativ.


    b) Empfinde auch ich eine gewisse Abneigung gegenüber Benutzern, sei es neuen oder "gestandenen", die ihre Beiträge ohne jegliche Form der Begrüßung, des persönlichen (soweit möglich) Bezuges und ohne abschließenden Gruß verfassen.
    Letzteren kann man sogar in die Signatur einspeisen, sodass ein Vergessen unmöglich ist, zumindest für die anderen User.


    c) Seid nett zueinander! :-D


    In diesem Sinne grüßt ganz individuell
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Im Frühjahr die Beute verschließen, CO2 einleiten, Bienen betäuben und dann alle Waben bienenfrei ausschneiden, die Bienen vom Boden zusammenkehren und in eine neue Beute geben. Waben entsorgen oder mühevoll in Rähmchen basteln.


    Ein Ausschneiden eines ganzen Volkes mache ich nicht mehr mit wachen Bienen, die können besser für einen Moment schlafen gehen. Schadet ihnen nicht/kaum und es ist angenehmer zu arbeiten.


    Gruß
    Bernhard

  • Hallo, von einem, der genau so angefangen hat.


    Wenn Du lediglich der Natur was Gutes tun möchtest, dann lass es wie es ist und beobachte.


    Wenn Du um der Erträge der Bienen Willen imkern willst, dann solltest Du m.E. das Volk umschneiden.
    Besorg Dir guten Stichschutz, viel Rauch und ein großes scharfes Messer.


    Dann öffne die Tür und schneide duch den Spalt die Waben irgendwie von der Tür ab.


    Nun schneid die Wabenstücken raus. Achte, w.mgl. darauf die Königin nicht zu verletzen.


    Die Wabenstücken mit Brut kommen in ein leeres Rähmchen. Entweder mit Naturschnur (die wird von den Bienen später selbst entsorgt) das Rähmchen umwickeln oder mit gebogenen Drahtstücken am Oberträger befestigen.


    Dieses Stückwerk neben einigen Mittelwänden in die neue Beute hängen, am Standort der Alten.


    Schließlich noch Futterwaben zusammenstückeln und links und rechts zu den Brutwaben.


    Dann die alte Beute vor die neue auskehren.
    Beute zu und erst mal ´ne Weile nicht mehr öffnen, damit sich die Bienen einrichten.


    Das Ganze bitte nicht während der Winterruhe.


    Mach dir keinen Kopf über evtl. Königinnenverlust oder die vielen Matschbienen - Umschneiden ist nun mal eine Sauerei, aber die Bienen haben, wenn Brut da ist alle Möglichkeiten, sich selbst zu erhalten.


    Eine Behandlung, würde ich nicht sofort machen, aber wenn dann sicher ist, dass eine Königin legt, wäre eine solche wohl doch angezeigt.


    MfG André

  • Danke für den Beitrag, Patrick !


    Die "Matschmethode" wollte ich aber unter allen Umständen vermeiden.


    Ich erinnere mich noch gut, wie ein erfahrener Imker beim Versuch, die Beute zu öffnen, die Fassung verloren hat. "Wir machen das ganze Volk kaputt, wir müssen das wieder zumachen"


    Mir persönlich hat die Umsiedelung der 3 Schwärme mit mäßig Wildbau schon vollauf gereicht, vielleicht bin ich auch ( in dieser Beziehung ) zu zart besaitet.



    Andre : "Das Volk kommt offenbar auch derzeit mit der an diesem Standort herrschenden Reinvasion klar!"


    Das war bis zum letzten Frühjahr richtig, die Situation hat sich jetzt aber grundlegend geändert :


    Es sind jetzt 3 Völker in unmittelbarer Nachbarschaft, die die Milbe haben ( vorher gab es im Umkreis
    von mindestens 1 km keine Bienen ). Außerdem stellt sich nun das Problem der Reinvasion auch für die
    3 anderen Völker. Das heißt, ich muss handeln ! Insbesondere deshalb, weil ich keine AS-Behandlung an
    dieser Beute durchführen kann ( von einem gerollten Schwammtuch mal abgesehen, das in das von
    Waschbären schon erweiterte Flugloch geschoben werden kann )


    Bernhard : Deinen Vorschlag muss ich erst mal sacken lassen ! Wo finde ich Details wie Vorgehensweise,
    Dosierung etc. ?


    Gruß


    Kurt

  • ( vorher gab es im Umkreis
    von mindestens 1 km keine Bienen ). Außerdem stellt sich nun das Problem der Reinvasion auch für die
    3 anderen Völker. Das heißt, ich muss ...


    Hallo Kurhesse,


    da wage ich es gleich zu wiedersprechen, du unterschätzt die Natur. Wenn du wüsstest, wieviele Bienenvölker unentdeckt in Kirchtürmen, Mauerritzen und Baumhöhlen stecken, dann kann ich mit 100%iger Sicherheit sagen, dass auf den von dir angesprochenen rund 315ha (1km Umkreis) noch andere Bienenvölker leben, die du nicht kennst ;).


    Wenn du eh dort deine Bienen hälst, wäre es auch eine "Überlegung" wert, den Bienenstock weiterhin "sich selbst zu überlassen" und im Mai die eventuell anfallenden Schwärme einzusammeln. (Quasi eine Bienenkisten-Betriebsweise). Jedenfalls würde das ein Öffnen der Beute vermeiden.


    Stefan

  • Wenn Du Bedenken wegen der Reinvasion hast, so behandle die anderen Völker!


    Wenn das "wilde" seit Jahren dort überlebt, ist es mit sicherheit keine Milbenschleuder!



    LG André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

  • Da ich aber ganz sicher weiß, dass die Beute ein
    Absperrgitter hat ( es ist bei allen anderen fest installiert ), würde ich Ihro Majestät dort
    nie begrüßen können.


    Was also kann ich tun ?


    Untersetzen heisst das Zauberwort, ist aber wahrscheinlich nicht möglich, oder doch?

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • Hallo Kurt


    wenn du schon so ein Naturvolk hast und die Gene scheinen ja gut zu sein, würde ich den Vorschlag von Kurt gut heißen, ernte die Schwärme so lange es geht und besiedele damit deine neuen Beuten.
    Sonst viel Glück mit deinen Bienen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)