Alte Beuten im Bienenhaus- Was damit machen?

  • Hallo,


    habe heute bei der Besichtigung eines Bienenhauses zur Wiederinbetriebnahme 10 alte Beuten vorgefunden. Diese sind ganz interessant.
    Es sind einzargige Brutzargen, auf die dann kleinere Honigraumzargen ähnlich DN aufgesetzt werden.
    Außenmaße der Brutzargen 490x490 mm, Innenraum 380x400, da passen dann 10 DNM Waben rein, leider sind die dazugehörigen Rähmchen 8mm höher, als der derzeitige Standard. Zur Hinterseite hin, hat jede Beute ein verschiebbares Fenster, das man je nach Anzahl der Rähmchen schieben kann, wie ein Trennschied. Nach oben hat der Deckel jeder Beute im vorderen Bereich ein Loch, 5cm Durchmesser, da kann man dann füttern. Ein Imkerkollege sagte mir, dass da früher ein Futtereimer aufgesetzt wurde. Das war wohl eine spezielle Konstruktion.
    Die Beuten haben keinen Varroaboden, was wohl damals noch nicht Standard war. Der Imker hat vor etwa 10 Jahren seinen Betrieb eingestellt. Genaue Gründe sind nicht mehr zu erfahren, er ist im Altersheim und hat alles vergessen.
    Nun ist die Meinungsbildung gefragt.
    - Nehme ich die Beuten wieder in Betrieb, müßte ich alle mit Varroaboden und Schieber ausstatten.
    Gibt es evt. fertige Varroaböden für dieses Maß zu kaufen. Leider haben die diversen Internetlieferanten keine Massangaben, um die Kompatibilität zu prüfen.
    - Oder besorge ich mir neuere Beuten und stelle diese hinein, eine echte Kostenfrage.
    Eigentlich ist es schade um diese schönen Fensterbeuten.


    Kann jemand etwas zur Meinungbildung beitragen?
    :confused:
    Schönen Gruß,


    Christian

  • 10 DNM Waben rein, leider sind die dazugehörigen Rähmchen 8mm höher, als der derzeitige Standard.


    Etwas mehr Platz am bodennahen Flugloch schadet nicht.


    Zitat

    Nehme ich die Beuten wieder in Betrieb, müßte ich alle mit Varroaboden und Schieber ausstatten.


    Das ist Quatsch!
    a) Du kannst auch ohne Gitterboden im Juli behandeln!
    b) Ein Gitterboden vermindert nicht die Milbenlast.


    Zitat

    Gibt es evt. fertige Varroaböden für dieses Maß zu kaufen.


    zu 99,9% nicht.



    LG André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

  • Hallo Christian,


    das ist wieder so eine Einstellungssache ... ich bin auch immer wieder hin und hergerissen.


    Wenn Du Nerven hast und es Dir nicht um das letzte Kilo Honig geht, probier es doch einfach aus. Hast Du jetzt schon Bienen? Bei alten Sachen besteht natürlich immer auch die Gefahr von Krankheiten (AFB), aber 10 neue Beuten kosten auch wieder eine Menge Geld und so weiter ...


    @Traugott: Ich weiche bei schlechtem Wetter auch gern in meinen Bienenwagen aus, das Dach ist gut, aber das Licht ist lausig!


    Gruß Jörg

  • Hallo Andre,



    Etwas mehr Platz am bodennahen Flugloch schadet nicht.



    Diese fremden DN-Rähmchen sind nicht kompatibel mit meinen Beuten, da diese diese 8mm höher sind. Wenn ich meine Rähmchen-Maße benutze, da hast Du recht, dann wäre es unten etwas mehr Platz. Nochmal zurück zum Thema, ich könnte die fremden/gebrauchten Beuten, nur mit deren Originalrähmchen benutzen. Ich wäre auch gezwungen, selbst Rähmchen zu machen, das passt nicht ins Preis-/Zeitgefüge, bei 1EUR/Rähmchen.



    Das ist Quatsch!
    a) Du kannst auch ohne Gitterboden im Juli behandeln!
    b) Ein Gitterboden vermindert nicht die Milbenlast.
    zu 99,9% nicht.
    LG André


    zu a) und b) Den Gitterboden sehe ich eher notwendig zur Analyse der Milbenlast. Meine Frage ist: Gibt es noch einen weiteren Grund für die Verwendung eines Gitterbodens? Könnte es sein, dass heruntergefallene Milben, sich wieder Bienen suchen könnten, anstatt durch den Gitterboden zu fallen und dann sterben? Ich war bisher der Meinung, dass Milben, die bspw. bei der Thymolbehandlung herunterfallen bereits das Zeitliche gesegnet haben.
    Vielleicht könnte mir da jemand erschöpfende Antwort geben?


    Schönen Gruss, Christian

  • Moin Christian!


    Zu deiner Ausgangsfrage: Ich würde die alten Beuten zu einem schönen Lagerfeuer einladen, so quasi als Einweihung des zu renovierenden Bienenhauses. Alternariv kannste die natürlich auch gründlichst ausflämmen, ich würde allerdings zu vorheriger Demontage raten, alleine schon wegen der Fenster(scheiben) und evtl. gründlichererer Flämmereiwirkung. Diesbzgl. habe ich allerdings keinerlei Erfahrungen.


    Dem entgegen steht natürlich die anschließende Frickelei mit den offensichtlich nicht mit Rähmchen-"Stangenware" kompatiblen Beuten sowie nach wie vor vom Grundsatz her die Krankheitsthematik.


    Und ich persönlich muss gestehen, dass ich deinen gedanklichen Ansatz der wiederaufspringenden Milben gar nicht allzu abwegig finde, da ich selber auf nicht ausreichend eingefetteten Windeln bereits Milben erlebt habe, die überwiegend mehr oder (nur z.T.) minder vital herumliefen und tw. sogar auf meinen nach Bienenvolk riechenden Finder aufkrabbelten.
    Das diesen ein nahe unter den Rähmchen befindlicher, geschlossener Boden entgegenkommt, kann ich mir gut vorstellen, da auch der Innenboden einer bienenbesetzten Beute erfahrungsgemäß gut von den Bienen belaufen wird.


    Ich hoffe dies hilft dir weiter?!


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Zitat

    @Traugott: Ich weiche bei schlechtem Wetter auch gern in meinen Bienenwagen aus, das Dach ist gut, aber das Licht ist lausig!


    Da gibt es noch mehr Nachteile, deswegen bin ich froh über die Freiaufstellung, was für mich anfangs undenkbar war. Das Bienenhaus dient mittlerweile nur noch als Lagerschuppen; im Sommer stehen gelegentlich ein paar Ableger drin (in arg provisorischen Beuten).


    aber 10 neue Beuten kosten auch wieder eine Menge Geld und so weiter ...


    Eben.
    Was ich andeuten wollte: wer sich das eigentlich überflüssige Bienenhaus spart, der kann sich manches andere leisten. Und die Schleuder gib't gratis dazu. :wink:

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher