"Windel" wann bzw. von wann bis wann???

  • Hallo,


    ich bin etwas verunsichert, denn soll ich nun nach OS-Behandlung (war am 16.12.) die Windel nun draußen lassen? Oder habt ihr den Boden immer offen, außer bei AS- und OS-Behandlung wegen Milbenzählung?
    Ist das besser, da ja etwas kälter für die Bienen und die nicht so schnell in Brut dann gehen, oder doch noch lassen wegen Milben zählen?
    Milben sind genügend (so ca. 300-600 je nach Volk) runter gefallen.
    Es gibt ja auch keine Möglichkeit mehr zur weiteren Behandlung, denn 2x OS ist nicht und verdampfen von OS ist glaub ich nicht erlaubt und
    auch garnicht nötig bei meinen Völkern.


    Stimmt es, wenn die Königin mit der Eiablage beginnt, dann hört sie grds. nicht mehr auf, auch wenn das Wetter wieder kälter wird?


    Vielen Dank für Eure Antworten und allen
    einen Guten Rutsch ins neue Jahr!


    Gruß
    Sandra

  • Hallo, Sandra,
    ich schiebe die Windel nur für die Varroabehandlung rein - bei der Winterbehandlung auch nur wenn ich nun unbedingt wissen will, was und wieviele da nun so fallen. Das reicht aber für ein-zwei Wochen; dann wieder raus damit. Die Immen brauchen im Winter einen warmen Kopf und kalte Füße.
    Manche schieben den Schieber auch im zeitigen Frühjahr rein (das kann dann sogar Namen bekommen wie das "Wärmebrett nach Hans Beer") um die Frühjahrsentwicklung zu fördern. Aber auch dafür wäre es jetzt noch zu früh.
    Also raus mit dem Schieber und die Immen machen lassen. Übrigens kann die Königin die Eiablage auch unterbrechen und wiederaufnehmen; das auch mehrfach. Allerdings versuchen sie immer, die Brut so lange wie möglich zu halten.
    Manchmal findet man im Frühjahr Völker die neben vollen Futterwaben verhungert sind weil sie eben die Brut nicht aufgegeben haben und es nicht geschafft haben, den Futterkontakt zu halten. Das ist dann besonders tragisch. Ich gucke daher ganz gerne schon mal kurz Anfang März in die Völker; je nach Witterung.


    Daher also auch besser die Windel raus um ihnen keine zusätzliche Brutmotivation zu geben...allerdings momentan schwierig, bei den Temperaturen werden bestimmt viele Völker wieder in Brut gehen...und wenn es dann wieder kalt wird...brrrrr....


    Guten Rutsch für Dich und Deine Immen!
    Melanie

  • @ Melanie
    sehr schön geschrieben! Versteht JEDER ! DANKE!!!


    @ Sandra
    wenn so etwas zurück denke war es in den letzten Tagen im LKR PAF schon lecker warm.
    Hast mal nachgesehen ob auf deiner Windel nicht noch etwas anderes lag als nur
    Milben und abgeschabter Wachs ?
    gruss
    rudi

  • @ Gerstunger: danke für den link, den hab ich auch schon gefunden


    melanie : danke für die schöne informative Beschreibung (mein Pate meinte mal, dass die Königin selten wieder mit dem Brutgeschäft aufhören würde trotz schlechter Witterung)


    HonigBombus : blöde Anfängerfrage, aber WAS sollte noch auf der Windel liegen? Ja es war allerdings schon recht warm bei uns und ich habe kein gutes Gefühl mit meiner ersten Überwinterung!


    Gruß
    Sandra

  • Zum OS-Träufeln braucht man keinen Varroaschieber. Zum OS-Bedampfen muss man ihn während der Bedampfung einschieben, kann ihn aber sofort danach wieder heraus ziehen.
    Die Information, die man aus dem Varroatotenfall nach der Behandlung heraus lesen will, sollte man wegen der das Gitter bedeckenden toten Bienen nicht überschätzen. Sie kann grob falsch sein und gibt auch keine Hilfe für weiteres Handeln.
    Wie Melanie schreibt, kann man im Frühjahr durch Verschließen des Bodengitters die Frühjahrsentwicklung fördern. Dabei kann man auch feststellen, ob es einen abnorm großen Varroatotenfall gibt, und diese Völker diesbezüglich überwachen.


    Gruß Ralph

  • Hallo
    da hat Melanie wirklich einen guten Beitrag geschrieben.
    Also ich bin einer der hat bei den Segebergern jetzt schon den Einschub drin, ich wohne aber an einer zugigen Ecke.


    Wer ein sehr geschütztes Plätzchen und auch weiter im Westen liegt sollte das so machen wie Melanie.
    Sandra würde ich mal raten, lass bei dem schwächsten Volk mal den Schieber drin und bei den anderen raus und Anfang März siehst du mal nach, ob da ein Unterschied bei den Völkern ist.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Manchmal findet man im Frühjahr Völker die neben vollen Futterwaben verhungert sind weil sie eben die Brut nicht aufgegeben haben und es nicht geschafft haben, den Futterkontakt zu halten. Das ist dann besonders tragisch. Melanie


    Melanie,


    das ist das Erste mal, dass ich so eine Aussage lese und mir geht ein derartiges Licht auf, was letztes Jahr mit meinen Bienen passiert ist!
    Genau das von Dir beschriebene Bild bot sich uns im Januar letztes Jahr und keiner wusste, was passiert war.
    Sie waren vom Futter abgerissen, Brut und tote Bienen waren vorhanden.


    LG: Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • @ Anni,
    Ja, dieser Futterabriss kann (muss aber nicht) passieren, wenn das "Weihnachtshoch" Anfang des Jahres so lange und mild war, dass die Immen stark in die Brut gegangen sind. Wird es dann drastisch kalt (wie im Februar 2012) dann wollen sie manchmal die Brut auf Gedeih und Verderb nicht verlassen. Selbst das kann ja noch funktionieren, wenn sie die milde Phase genutzt haben, um ausreichend Futter in den Brutnestbereich umzutragen. Haben sie aber eben nicht genug Futter umgetragen bzw. die anschließende Kaltphase ist zu stark und zu lang, dann reicht das eben nicht mehr und sie müßten die Brut aufgeben. Machen manche aber eben partout nicht und sterben lieber mitsamt der Brut.


    Dazu kommt, dass manchmal leere Waben (leergefressene Futterwaben oder arg spät gegebene Mittelwände, die noch ausgebaut aber nicht mehr großartig für Brut und Futter genutzt wurden) wie Trennschiede wirken und die Traube auf dem Brutnestchen vom Winterfutter abschneiden. Während starke Wintertrauben sich über diese "Trennschiede" hinwegsetzen können, sind die schwächeren Völker dazu oft nicht mehr in der Lage.
    Daher lohnt sich der frühe Blick wie er bei den Dadant- und anderen Großraumimkern eh üblich ist (von wegen Schied-setzen): Dann kann man solche Waben rausnehmen und Futterwaben heranrücken.
    Aber so ein Eingriff sollte die Ausnahme sein; das ganze Szenario ist eh extrem und sicherlich nur selten zu finden - da muß schon eine entsprechende Wetterlage und die Volkskonstitution (und womöglich eine genetische "Wir-halten-die-Brut-bis-zur-letzten-Biene"-Prägung) entsprechend zusammenkommen.
    In diesem Winter bin ich auch wieder wachsam, denn es derzeit (zu) mild und der Bienenflug bei manchen Völkern mit starkem Wasserholen läßt ahnen, dass die wieder am Brüten sind...wenn es jetzt wieder arg kalt wird, kann sich das wiederholen. Daher also immer ein Auge auf dem Wetterbericht und Schiede raus. Sibirische Kälte ohne Schnee für längere Zeit wäre von Übel...


    Herzliche Grüße
    Melanie

  • melanie :
    Da Du Dich ja jetzt als Imkerfachbuchautorin geoutet hast, will ichs wagen auf potentiell unkorrekte Ausdrucksweise hinzuweisen. Die Beiträge von "Fachpersonal" werden sicher von Neuimkern eher ungefiltert gelesen, als jene von "Benutzern" wie mir. Da sollte die Terminologie schon korrekt sein.


    Mit "Großraumimkern" meinst Du sicher eher "Großwabenimker", worauf Du anderorts schon hingewiesen wurdest. Denn sonst müsste ich annehmen Du meinst Zander-Zweizargen-Imker o.dgl., welche einen Größeren "Raum" vorweisen können.


    Und die "Schiede", die jetzt raus sollen, sind doch sicherlich eher Windeln - oder?


    Nicht bös gemeint von


    André

  • @ Anni,
    Dazu kommt, dass manchmal leere Waben (leergefressene Futterwaben oder arg spät gegebene Mittelwände, die noch ausgebaut aber nicht mehr großartig für Brut und Futter genutzt wurden) wie Trennschiede wirken und die Traube auf dem Brutnestchen vom Winterfutter abschneiden. Während starke Wintertrauben sich über diese "Trennschiede" hinwegsetzen können, sind die schwächeren Völker dazu oft nicht mehr in der Lage.
    Herzliche Grüße
    Melanie



    Ich denke eher, dass sie das mit Schieden meinte!


    LG: Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Hallo, André,
    nein, ich meine "Großraumimkern" - das ist für mich das Imkern mit einem großen Brutraum...wie immer der nun aussieht. Aber eben nicht geteilt in mehrere Zargen mit einzelnen Wabenetagen; letztlich packe ich darunter jeden ungeteilten Brutraum also auch Bienenkiste, Anastasias Kiste usw. Korrekterweise muß man von "Großraum-Magazinbeuten" schreiben wenn man das auf Dadant, DN 1,5 oder solche Rähmchen-Systeme einengen will...aber da gibt es noch keine einheitliche Terminologie und das mag der nächste Autor wieder anders sehen.


    Und mit den "Trennschieden" meine ich Waben, die eben als Leerwaben wie Schiede wirken. Varroa-Schubladen oder -schieber oder "Windeln" sollten jetzt aber auch raus ;-))


    Herzliche Grüße
    Melanie

  • Hi Melanie!



    ...das kann ja noch funktionieren, wenn sie die milde Phase genutzt haben, um ausreichend Futter in den Brutnestbereich umzutragen. Haben sie aber eben nicht genug Futter umgetragen bzw. die anschließende Kaltphase ist zu stark und zu lang, dann reicht das eben nicht mehr und sie müßten die Brut aufgeben.


    Dazu kommt, dass manchmal leere Waben (leergefressene Futterwaben oder arg spät gegebene Mittelwände, die noch ausgebaut aber nicht mehr großartig für Brut und Futter genutzt wurden) wie Trennschiede wirken


    Wie tragen die Bienen das Futter in der Regel um?
    Einfach von der nächst liegenden Wabe - oder von der entferntesten (Rand-)Wabe zuerst?
    Wenn sie mit der nächsten Wabe anfangen, dann schaffen sie sich sozusagen selbst solche von Dir erwähnten Hürden?


    Kann man solche Probleme irgendwie auf der Windel erkennen?


    Danke Dir,


    Alex

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