Grobe Schätzung: Ab wievielen Völkern zahlt sich Imkerei in Deutschland aus?

  • Hallo ,

    Viele Rentner ( Rentnerin ) die selbst Kleinimker wahren , oder sind , würden sich gerne ein

    paar € dazuverdienen , so auf 450 € Basis .

    Wenn man gebraucht wird würden Sie kommen , so wie bei mir in der Arbeit im Baugewerbe ,

    die LKW Fahrer in Rente werden immer wieder gerne geholt wenn ein regulärer Fahrer

    ausfällt oder wenn viel Arbei da ist .

    Es bräuchte nur eine Vermittelungsstelle ( Forum ) für Imker .


    Grüße,


    Bertram

  • Das ist keine Frage des Stundenlohns, es gibt die Leute nicht. Wenn das gute Imker sind, imkern die zu der Zeit. Die anderen braucht keiner.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Morgen,


    das mit diesem "Ersatzmann" ist eh Perlen für die Säue. Hatten das bei uns im Dorf, dass ein mit mir befreundeter Landwirt durch einen Unfall längere Zeit ausgefallen ist.


    Was dort an Personal gesendet wurde war unter aller Sau - wie bereits geschrieben in der Hochsaison kriegst du 99% keinen der sein Handwerk versteht. Hätten fachkundige Freunde dort nicht mit angepackt, wäre das ein riesiger finanzieller Schaden gewesen.


    Grüße,

    Marco

    And that's the way it is (Walter Cronkite)

  • Und das war dann wahrscheinlich noch "normale' Landwirtschaft, wo es verhältnismäßig viele im Beruf ausgebildete Leute gibt, die nicht selbstständig sind. Ne ne, Ersatzmann für die Imkerei kannste knicken.

  • Das ist keine Frage des Stundenlohns

    Doch. Es gibt diese Leute nicht, weil es unattraktiv ist, so als Springer zu arbeiten. Die müssten auch ein Auskommen haben, wenn mal weniger oder keine Imker verunglücken oder erkranken. Oder bei den Einsätzen so gut bezahlt werden, dass sie die Zeiten ohne Einsatz überbrücken könnten. Das will aber keiner bezahlen, selbst wenn es in Form einer Versicherung ist. Wenn die Notfallimker bei einem Auftrag nur so viel verdienen, wie überall, ist es uninteressant. Das Risiko müsste abgedeckt sein.


    Gegner glauben uns zu widerlegen, indem sie ihre Meinung wiederholen und auf die unsere nicht achten. (vom guten alten Goethe)

  • Alternatives Modell: Halbtags angestellt arbeiten, was die KV und RV grundlegend absichert, und dann eine Nebenerwerbsimkerei.

    Wäre ich a.) jünger und b.) ein erfahrener Imker, dann würde ich so ein Modell durchrechnen (Bienen verschaffen mir derzeit ein weit größeres Gefühl von Sinn und Freude als der eigentliche Job, das kann ich auch nicht mit Geld quatifizieren).

    Meiner amateurhaften unvorbereiteten Meinung nach kann man so vielleicht das Gute aus beiden Welten vereinen, und mit einer Backup-Lösung langsam wachsen.

    Ich denke, nein.. ich bin mir sicher, dass das eine sehr gute Alternative ist. In der heutigen Zeit findet man immer einen Job - auch halbtags. Ist in den grundlegenenden existenziellen Belangen abgesichert und kann nach der Arbeit sein Geschäft aufbauen - Völker - Kunden. Wenn man es nach Jahren geschafft hat, einen großen Kundenstamm aufzubauen, wächst die Imkerei eben bis an eine Grenze, an der einem irgendwann klar wird... entweder weiter so (wird bei zunehmender Belastung halbtags in der Imkerei schwer) oder Sprung in die Selbstständigkeit mit dem Tragen diverser Risiken.

    Gut, wenn man einen Partner hat, der einen "sicheren" Job hat und zuverlässig Geld nach Hause bringt. Da kann sich der andere Partner bei den Bienen auslassen...

    Ich persönlich fände den Schritt zur Vollerwerbsimkerei auch gewagt, auch vor dem Hintergrund zunehmender Risiken für unsere Bienen... wir sind halt keine Handwerker und sehr auf äußere, unbeeinflussbaren Dingen ausgesetzt (Beutenkäfer, GVO, Pestizide, Asiatische Hornisse etc.)

    "Die Zukunft der Honigbiene liegt in den Kreuzungen!" - Bruder Adam

  • Dann schaut Euch doch mal im Ortsverein um und überlegt wen man von denen vernümpftig einsetzen könnte.

    Bei uns KEINEN!

    Zum Abfüllen und Etis kleben mag sowas ja noch funktionieren aber alles was richtig mit den Völkern zutun hat klappt nicht. Die Imkerei ist echt ein Knochenjob und gerade in der Saison ist Zeit nun mal Geld. Da wird zumindest bei mir echt ein anderes Tempo gegangen als bei denen im Verein.

    Kleines Beispiel: ein Kollege aus dem Verein muss jetzt von 12 Völkern dringend auf max 8 Verkleinern da er die viele Arbeit nicht mehr schafft.

    Nix gegen ihn aber sowas kann man in einer größeren Imkerei echt nicht brauchen.

    Überlegt doch mal wieviele aus Eurem Ortsverein (fachliches mal vorrausgesetzt) in der körperlichen Verfassung wären mal kurz am Nachmittag bei 50 Völkern Schwarmkontrolle zu machen:

    3 bis 4 Hr runterheben, draufheben und noch die Waben ziehen.

    Das klappt nicht!

  • Alternatives Modell: Halbtags angestellt arbeiten, was die KV und RV grundlegend absichert, und dann eine Nebenerwerbsimkerei.

    Wäre ich a.) jünger und b.) ein erfahrener Imker, dann würde ich so ein Modell durchrechnen (Bienen verschaffen mir derzeit ein weit größeres Gefühl von Sinn und Freude als der eigentliche Job, das kann ich auch nicht mit Geld quatifizieren).

    Meiner amateurhaften unvorbereiteten Meinung nach kann man so vielleicht das Gute aus beiden Welten vereinen, und mit einer Backup-Lösung langsam wachsen.


    Meine Grüße


    So habe ich das gemacht, bzw. mache das noch so ;)

    Vor 11Jahren mit Imkerei angefangen und Vollzeitjob. Dann nach ca. 5 Jahren auf 4Tage die Woche reduziert.

    Irgendwann gemerkt, dass ich trotz 4Tage Woche ca. 50-60std. in der Firma war und meine Imkerei/Bekanntschaften/Familie langsam den Bach runter geht und Job gewechselt.

    Jetzt wieder 5 Tage/Woche von morgens 7.00Uhr/7.30Uhr-12/12.30Uhr mit Möglichkeit Überstunden zu machen und diese abzufeiern. Die letzten 2 jahre hat die Imkerei wieder Spass gebracht ! :)

    Mittlerweile so eine geringe 3stellige Zahl an Völkern, ab diesen Jahr geht es langsam in die Gewinnzone (bzw. kommt drauf an wie man rechnet ;) ).

    Vorteil ist halt das schon erwähnte organische wachsen. Vorteil ist auch, dass man sich selbst in seinen Fähigkeiten mit der Zeit bessert, effektiver ist/wird.

    Nachteil ist halt, dass Geld immer knapp ist, bzw. sich pro Jahr immer Inselprojekte aussucht die zu finanzieren sind. Letztes Jahr z.B. neues Auto und man schon im Kopf hat, was man die nächsten 5 Jahre noch alles finanzieren muss ;)

    Vermarktung läuft bei mir über Supermärkte.

    Schätze das ich mit dieser Methode der Imkerei wohl 250Völker betreuen könnte (wenn alle benötigten Gerätschaften dafür vorhanden sein sollten und ich weiterhin so einen flexiblen Arbeitsplatz habe, wo ich auch mal 10std. arbeiten kann (bei regen/winter *gg*) und dafür dann mal einen Tag komplett in der Imkerei).



    Wolkenflug