Grobe Schätzung: Ab wievielen Völkern zahlt sich Imkerei in Deutschland aus?

  • Moin
    Gehört die Imkerei heutzutage tatsächlich noch zur Landwirtschaft?
    Früher war dem sicherlich so, doch heute wird die Biene in der deutschen Landwirtschaft doch immer weniger gebraucht.
    Was müsste sich ändern, damit sich die Imkerei wieder lohnt?
    Elk

  • Mein lieber Elch,
    die Imkerei hatte in der Landwirtschaft schon immer eine Sonderrolle. Am Anfang hatte sie wohl einiges, was sie in die Nähe der Jagd brachte ( Wild und Hund und Bien ). Später eher eine Passion von Schwerbehinderten, Kriegswitwen und einsamen Sonderlingen, Einzelgängern, Eremiten. Dann wurde sie zum Heimfluchtprojekt älterer Herren, zum Hobby von Rentnern und nach Almoei aussehenden Kauzen. Natürlich gab es auch viele Landwirte, die Bienen hielten, aber Landwirtschaft in dem Sinne von Feldfrüchten oder normaler Tierhaltung war die Imkerei nie. Natürlich gibt es Profis, es gibt viele Nebenerwerbler aber die allergrößte Zahl dürften Hobbyimker sein und davon die allermeisten schon knapp an der Knackigkeitsgrenze. Ich erinnere nur an das Standardmenü bei unseren Imkerversammlungen, eine Bowu mit Brot und ein kleines alkoholfreies Bier.
    Mal sehn, was man bei den Großimkertagen in Soltau so isst und trinkt.
    Und wenn Du noch wissen willst, was man tun könnte, um die Wirtschaftlichkeit der Imkerei zu erhöhen, dann sehe ich dich bestimmt dort in Soltau, wo sich die treffen, die davon leben. Du erkennst mich an der Krone auf dem Kopf und dem Honigglas in der Hand
    Viele Grüße
    Bienenköniggibmirhonig

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

    Einmal editiert, zuletzt von Bienenköniggibmirhonig () aus folgendem Grund: Honigglas, nicht Bienenglas, das wäre ja ekelig

  • ...weil die Kapitalintensität sehr gering ist....


    Hallo Wolfgang,


    findest Du wirklich? Hast Du schon überschlagen, wie viel Invest man für den Aufbau z.B. einer 100-Völkerimkerei benötigt ...


    Ich habe betriebswirtschaftlich wirklich keine Ahnung (kein Quatsch!), aber einem kleinen Handwerksbetrieb (KFZ, Elektro o.ä.) wäre bei geringerem Invest sicher deutlich "mehr" zu erwirtschaften.


    Das, wenn man sein Hobby zum Beruf machen kann und dabei noch sein eigener Chef wäre, ein Traum ist, steht auch für mich außer Frage!


    Gruß Jörg, der nächsten Montag dann doch wieder ins Büro trotteln wird

  • Moin Bienenkönig
    Mangels Völkerverlusten erreiche ich dieses Jahr wohl auch meine Knackigkeitsgrenze.
    Um aber weiter zu kommem, stehen Investitionen und Arbeitsspitzen an, die ich allein kaum zu schultern vermag.
    Nebenher muß ich andersweitig noch meinen Lebensunterhalt bestreiten.
    Warum sind Imker in der Regel seltsame Sonderlinge oder werden sie es erst über die Biene?
    Ich prüfe nochmal meine Kamikazefähigkeit und entscheide dann, ob ich mich euch anschliesse.
    Wie kommst du nach Soltau?
    Gruss, der Elch

  • Hallo Elk,
    übermüdet und mit dem eigenen Auto. Irgendwo an Magdeburg vorbei schräg aufwärts. Und dich erkenn ich am Geweih bzw. an den Schaufeln? Es ist tatsächlich so, dass nach dem Krieg viele Kriegsversehrte und Witwen in der Imkerei waren, teilweise aus Mangel an anderen Möglichkeiten, oder weil die Imkereien von den Männern die im Krieg blieben übernommen und weitergeführt wurden. Und wenn ich mich in manchen Imkervereinen oder Foren so umsehe, dann denke ich mir den Rest. Das ist ja nicht schlimm, und das sagt dir einer, der im Schachclub in der Bezirksliga gespielt hat. Auch in den Schachclubs gibt es ein prozentual stark ausgeprägtes Schachwesen, der nicht immer auf der Höhe der Zeit ist, was die Auswahl seines Rautenpullies zur braunen Kordhose betrifft, eine Einheit bildend mit den fettigen, etwas zu langen Haaren über der 6o- er Jahre Kassenbrille mit dem Aschenbecherboden als Glas. Vor denen hatten wir immer Angst, die waren durch die Bank weg saugut und brutal auf dem Brett.
    Aber natürlich gibt es unter den Imkern auch tolle Kerle, nette Mädels und richtig dufte Typen. Die meisten davon findet man hier im Forum unter der Bezeichnung "Gast" :-).
    Also dann bis Soltau ( hoffentlich zahlt sich das aus :-)
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo Jörg,
    Kapitalintensität meint das Verhältnis von Kapitaleinsatz und Arbeitskraft. Das ist in der Imkerei weit niedriger als in anderen Branchen, weit niedriger z.B. als in anderer Landwirtschaft, wo schon ein Traktor eine Viertelmillion kostet.
    Das Investment für eine Imkerei mit 100 Völkern wird bei nicht mehr als 50.000 Euro liegen. Versuch mal mit dieser Summe eine Kfz-Werkstatt aufzumachen!


    Gruß Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo


    "Wolfgang, der sich sicher ist, dass nur die Architekten wirklich gut verdienen"


    Dazu eine Frage: 'verdienen' oder 'bekommen'? ----------------- ;-)


    @ ELK:
    Auf die Frage, wie man nach Soltau kommt: 1. Soltau hat keinen Flugplatz, also entweder zu Fuß, per Fahrrad oder mit einem motorbetriebenen Straßen- oder Schienenfahrzeug.


    @ Bienköniggibmirhonig:
    Ich werde darauf achten, ob wirklich ein gekröntes männliches Haupt zu entdecken ist.


    @ all:
    Schaut beim DBIB auf die homepage in das Vortragsprogramm und dann kommt her. In der Aula ist Platz genug.


    Und zum Thema Essen in der Alten Reithalle: Ja, Bockwurst und Brot gibt es auch. Und jede Menge Kuchen. Muss am Sonntagabend alles verkauft sein. Ist vom und für den IV Soltau. dafür arbeiten wir auch die Tage, bis zum Ausfegen.


    Dann bis Sonnabend und Sonntag in Soltau!
    Wolfgang, der Heidjer, der aber aus Schneverdingen kommt.


    PS.: Der DBIB vergibt wieder den schönen, aber wenig begehrten, schwarzen Pinsel. Wer bekommt ihn in diesem Jahr?

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Mal ne kurze Off-Topic Frage.


    Ich bin ja im Moment noch in Hannover. Von hier ist der Weg nach Soltau also überschaubar.
    Andererseits hab ich ja noch nicht mal den Grundkurs gemacht (Anmeldung ist aber rausgeschickt).
    Würdet ihr sagen es lohnt sich für mich da mal hinzufahren?
    Ich meine das ist ja das Treffen der Berufimker und ich bin ja noch vom Hobbyimker weit entfernt.




    Gruß

  • War letztes Jahr in Soltau und im Vergleich zu anderen Imkertagen oder dem Apisticus-"Tag" eher enttäuscht, sowohl vom Programm als auch den Vorträgen. Donaueschingen ist da 'ne ganz andere Nummer und auch Münster lohnt sich eher.

  • Wow, der thread ist ja ganz schön aus dem Ruder gelaufen, gut so! :daumen:


    Um die Diskussion nochmal zu strukturieren:
    1.) Ich rechne keinerlei Zeiten oder einen Stundenlohn an, weil das unter "Hobby" fällt
    2.) Fixkosten werden über 3 oder 5 Jahre abgeschrieben, einfach der Übersichtlichkeit halber (Schleuder, Beuten, ...)
    3.) Ich verkaufe nur Honig, keine Pollen, Königinnen, etc...
    4.) Wieviele Völker brauche ich dann ungefähr, damit ich meine Fix- und variablen Kosten nach ca. 3 bis 5 Jahren decke? Kann ich das mit 4 Völkern schaffen? Oder mit 20?


    Viele Grüße!


  • Wirtschaftlich ist, wenn...

    Ja klar, schrieb ich doch, wenn der Ertrag gleich oder größer ist als der Aufwand. Was alles zum Aufwand gehört, ist je nach Betrieb unterschiedlich.
    Zum Aufwand gehört auch der eigene Lohn und ob man sich unterbezahlt, legt man selbst fest.


    Wie könnte denn eine Erwerbsimkerei mit möglichst wenig Schulden aufgebaut werden ?




    Hier gilt nichts anderes wie für alle Selbstständigen

    :daumen:




    Was müsste sich ändern, damit sich die Imkerei wieder lohnt?

    Allgemein: nichts oder höchstens das Wetter manchmal - vielleicht kriegen wir das ja nochmal unter Kontrolle:p - Was müsstest Du ändern, damit Imkerei für Dich Lohn abwirft ???




    die Imkerei hatte in der Landwirtschaft schon immer eine Sonderrolle.

    Nö, finde ich so pauschal nicht, bevor es Rohr- und Rübenzucker für billig gab, war die Imkerei normaler Bestandteil der Landwirtschaft.
    Wenn heutige Landwirtschaft, mit ihrer starken Spezialisierung, betrachtet wird, fallen einem noch mehrere "Sonderrollen" auf, z.B. Pilzzucht, Teichwirtschaft, Sonderkulturen im Pflanzenbau, Ziegenhaltung usw., doch letztendlich gehören alle dazu.




    Wieviele Völker brauche ich...damit...ich meine...Kosten nach ca. 3 bis 5 Jahren decke?

    Du bist mir ja echt n Spassvogel :cool:
    Pisolo, wenn wir Dir das ausrechnen sollen, dann brauchen wir doch bloss noch die genauen Zahlen Deiner Ausgaben und durchschnittlichen Erntemenge, 500g willst Du ja für 5,-€ verkaufen, wie wir schon wissen.



    Gruß Molle

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

    2 Mal editiert, zuletzt von molle ()

  • hi,


    ich hab die Tabelle irgendwo aus dem Anfang überarbeitet - hatte die gleiche Fragestellung


    hier für alle die es interessiert


    https://drive.google.com/file/…YellVaUk/edit?usp=sharing


    was mich am meisten überrascht, ist was 5kg Honig pro Volk im Jahr mehr oder weniger ausmacht, ob bzw. ab wann sich so was rechnet


    bei Fragen, wie die Tabelle zu bedienen ist (ist komplett variabel - alles was blau ist wird allerdings errechnet bzw. wo anders aus der Tabelle geholt - hier nichts ändern) einfach her damit

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher