Bienen auf La Palma

  • Hallo,
    wollte einfach mal ein paar Urlaubseindrücke mit euch teilen . Schließlich kann man auch im Urlaub nicht anders, man muss überall schauen, ob irgendwo Beuten stehen. Da es keinen separaten Themenblock für Imkerei im Ausland gibt, poste ich es erstmal hier, also versteht mich nicht falsch, ich will definitiv keine palmesischen Bienen importieren ;-).


    Auf der Kanareninsel La Palma wird noch die einheimische Biene gehalten, z.T. in Imkereien mit beachtlichem Völkerbestand. Ich hab mal ca. 50 Völker auf einem Stand gezählt. Man findet aber auch viele Stände, die schon bessere Zeiten gesehen haben, um es mal vorsichtig zu formulieren. Die Biene ist eine ziemlich dunkle, weswegen sie mir schon mal sehr gut gefallen hat :o) und wird in Magazinen, wahrscheinlich Langstroth, gehalten, ich habe nichts anderes gesehen. Die Tracht ist sehr vielfältig und je nach Höhenlage herrschen ganz unterschiedliche Planzen vor. Die Insel ist wie ein Schüttkegel und innerhalb weniger Kilometer liegen ganz verschiedene Pflanzengemeinschaften vor. In den tieferen Lagen vorherrschend Kräuter, wie z.B. Fenchel, und in den mittleren ebenfalls Kräuter und vielerelei Laubbäume. In den höheren Lagen gibt es Baumheide (Erica arborea) für alle Heidehonig-Fans, auch wenn der Honig etwas anders als der von der Besenheide schmeckt. Die Baumheide blühte gerade und duftete... Bienen habe ich aber nicht drin gesehen, nur Hummeln.
    Fotos schicke ich an Hartmut, da ich selbst scheinbar nix hochladen kann.


    schöne Feiertage
    Stefan

  • Auf der Kanareninsel La Palma wird noch die einheimische Biene gehalten... Die Biene ist eine ziemlich dunkle


    Und obwohl der Stephan immer von Dunklen Bienen redet und versucht, diese auf eine Stufe mit der ehemals bei uns heimischen Dunklen Biene zu stellen, ist und bleibt seine Biene Haplotyp A - und nicht M (Mellifera).


    Die Kanarische Biene gehört auf die Kanaren!


    Wer diese Biene einführt und damit Legoimkerei betreibt, wird - nach Stephans eigenem Bericht über die vertauschte Housel-Anordnung - sein blaues Wunder erleben...


    Gut Stich!
    André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

  • Negativ, weder die reinrassige Biene, noch der Hybride von ihr, ist mir bisher ohne Housel schlecht im Gedächtnis geblieben. Die Damen schlagen sich tapfer an meinen Ständen. Es sind Bienen und weniger das, was der Mensch in sie hinein interpretiert. Mein Legobaukasten wird mit ihr bereichert.

  • Moin ihr beiden Antworter


    Habt ihr auch was zum Thema zu sagen?
    Was habt ihr in eurem letzten Urlaub für Beobachtungen gemacht?
    Versucht bitte beim Thema zu bleiben


    Gruß Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Ende September/Anfang Oktober war ich auf La Palma und habe natürlich auch nach Bienenständen Ausschau gehalten. Man sieht dort deutlich mehr Stände als hier, häufig in Straßennähe, meistens so 10 bis 20 Kisten. Mir ist auch aufgefallen, dass die Bienen dort deutlich dunkler als hier sind.
    Der lokale Honig kostet fast durchweg um die 4 EUR/kg und ich habe keinen mit Sortenbezeichnung gesehen. Der dunkle flüssige Honig von dort war extrem lecker, sehr intensiver Karamellgeschmack.
    Die Insel ist auf jeden Fall einen Besuch wert, wegen der Vulkane und auch wegen der vielen Klima- und Vegetationszonen auf kleinem Raum. Nicht so schön ist der "Bananengürtel" mit seiner Monokultur auf den unteren 300 Höhenmetern


    Schöne Feiertage
    Klaus

  • Moin, ich selbst fahre gern nach La Gomera, die klenste und grünste der 7 Hauptinseln, mit großen Waldbeständen (auch noch den verheerenden Waldbränden diesen Jahres) und einer weitgehend intakten Natur. Auf La Gomera muss es mindestens EINEN Insel-Imker geben, denn in fast jedem der kleineneren (nicht bei Spar) Läden verkauft er (vermutlich ein ER) seinen Honig,... dünnflüssig, "hell"-durchsichtig, armomatisch und für mich unglaublich wohlschmeckend...


    lg manfred

  • Hallo,
    ja, erstmal schön, dass wir wieder zum Thema zurück gefunden haben ;-). Wenn La Gomera noch grüner ist, als la Palma, ist es sicher eine reise wert. Ich dachte La Palma ist die grünste, deswegen waren wir auch dort.
    Dass große Bienenstände oftmals direkt an der Straße sind, ist mir auch aufgefallen. Einmal sogar in einem Gebiet, das mir mit seinen Kieferbeständen und kahlen Lavaflächen richtig "dürre" vorkam. Aber es war auch ein trockenes Jahr (wir waren im April 12 da), da der Winterregen ausgefallen war. Sonst soll es dort wesentlich grüner sein, und wahrscheinlich gibt es dann viele blühende Kräuter.
    Dueppi : Den Karamellhonig hatten wir auch, wirklich lecker. Allerdings war es das Pfund-Glas, das so bei ca. 5€ lag, also schon ordentlich.
    Die Bananen schmecken dort übrigens extrem aromatisch, fast wie Ananas. Aber die Plantagen verunzieren die Insel wirklich sehr.


    lg
    Stefan

  • 10 Tage war ich jetzt auf La Palma, davon möchte ich Euch erzählen.


    Untergebracht waren wir in einer kleinen Ferienanlage wenige Kilometer oberhalb Puerto Naos, also im sonnigen Westen der Insel. Die Temperaturen liegen hier bei ca. 20 Grd. Im Schatten, mittags unter der Sonne ist es deutlich wärmer. Um diese Zeit blüht es hier überall, die Bienen finde eine vielfältige Tracht. Aufgefallen sind mir Mandel- und Orangenbäume, eine gelbblühende Gänsedistel (Sonchus hierrensis) die aussieht wie ein Riesenlöwenzahn (Bild 1).


    Der Pfefferbaum summt vor Bienen, besonders in den Vormittagsstunden, zahlreiche Feldblumen wie blauer Natterkopf und ein Busch-Natterkopf (Echinum virescens), der überall wächst und an dem man Bienen sehr gut fotografieren kann (Bild 2).


    Natürlich war ich gespannt auf die Kanarische Biene, die dunkler sein soll als unsere einheimische Bienenmischung. Ich hab dutzende von Fotos gemacht, auf unterschiedlichen Trachtpflanzen. Hier eine Auswahl der besten Fotos (Bild 4 und 5).


    Bienenstände selbst konnte ich - bis auf einen - nicht finden. Peter (aus dem Erzgebirge, danke Peter !) hatte mir in meiner Region einen Stand beschrieben. Hier ist er (Bild 3). Die Bienen trugen eifrig Pollen ein und Drohnen waren zu sehen. Die kleineren Kästen sind wohl für Ableger oder Königinnenzucht gedacht. Genau untersucht habe ich das nicht und wollte auch nicht zu nahe dran gehen.


    Der einheimische Honig ist tatsächlich sehr lecker. Wir haben einen dunklen Honig entdeckt, mit kräftigem Geschmack. Vieleicht liegt das an einem großen Anteil Esskastanie. Ausgedehnte Wälder Esskastanie habe ich bei einer Wandertour im Osten der Insel gesehen. Auch Baumheide (Schreibt der Wanderführer) macht einen kräftigen Anteil im Honig aus.

  • HAllo Reiner,


    ganz herlichen DAnk für den schönen Bericht und die tollen Fotos. Die Biene scheint ja recht dunkel zu sein, und auf dem einen Foto ließe sich ja sogar fast der Flügel vermessen. Zumindest der Cubitalindex scheint recht niedrig zu sein.


    Gruß
    KME

  • Die Biene scheint ja recht dunkel zu sein, und auf dem einen Foto ließe sich ja sogar fast der Flügel vermessen.


    hallo Kai, danke für die Blumen.


    ich fand es tatsächlich nicht so einfach, die Bienen dort als "Dunkle" zu identifizieren. Das liegt zum einen sicher an meiner mangelnden Erfahrung mit dunklen Bienen. Zum anderen habe ich aber (selten) auch welche mit gelben Ringen gesehen, sodass ich davon ausgehe, das es alle möglichen Überrgangsformen und Kreuzungen auch auf La Palma gibt.


    Und letztlich ist es auf den Bildern auch nicht so eindeutig, denn das Licht und der Hintergrund bei der Aufnahme können den Gesamteindruck mal mehr ins helle oder Dunkle verfälschen.


    Anyway. Das Thema La Palma/ Bienen/ Konzepte bleibt offenbar spannend.

  • hallo Kai, danke für die Blumen.
    ...sodass ich davon ausgehe, das es alle möglichen Überrgangsformen und Kreuzungen auch auf La Palma gibt.
    ...Anyway. Das Thema La Palma/ Bienen/ Konzepte bleibt offenbar spannend.


    Hallo Reiner,


    ja, diese Vermutung mag stimmen. Ich weiß auch nicht, inwieweit diese Biene mit der Afrikanischen Linie verwandt ist bzw. von ihr abstammt.


    Bei der Sicula aus Sizilien verhält es sich ähnlich: obwohl "dunkel" im Erscheinungsbild, hat sie laut meinem Freund und Züchter Carlo Amodeo:


    http://translate.google.de/translate?hl=de&sl=it&tl=de&u=http%3A%2F%2Famodeocarlo.com%2Fit%2Fape_presidio_slow_food%2F


    Afrikanische Gene in sich, die u. a. eine bessere Widerstandskraft gegenüber Parasiten und Räuberbienen gestatten. Beides konnte ich anhand von Versuchen mit der Sicula in Kiel vor 2 Jahren bestätigen.


    Es bleibt interessant.
    Gruß
    KME

  • Wer weiß, vlt. haben die Phönizier oder danach die alten Römer hunderte besetzte afrikanische Klotzbeuten/Strohkörbe auf diese Inseln gebracht, und damit die schwarzen dort heimischen Bienen nachträglich vermischt! :wink::p

    Mit freundlichen Grüßen, Lachnide