Pressrähmchenbeute (Rheinheimerbeute)

  • Hier eine Anfrage an "nostalgische" Imker. Wer kennt noch die Pressrähmchenbeuten von Otto RHEINHEIMER. Das war wohl nicht nur ein sehr bienenkundiger Mann, sondern auch in technischer Hinsicht äußerst ideenreich (er hatte mehrere Patente auf Imkereigeräte angemeldet). Er lebte in der DDR und später (so meine ich zumindest) in Münster, Westfalen. Er muss Kenntnis von Johann THÜR gehabt haben (oder auch Kontakte), der in seinem Werk "Bienenzucht - naturgerecht, einfach und erfolgssicher" immer wieder auf die "Nestduftwärmebindung" als Voraussetzung für ein gesundes Bienenvolk hingewiesen hat. RHEINHEIMER greift diesen Gedanken auf.
    1952 erschien ein kleines Büchlein von RHEINHEIMER: "Anleitung zur zeitgemäßen Bienenzucht". Darin zeigte er sich als vorausschauender Imker, der sich auch Gedanken zur bienengemäßen Imkerei machte. Dabei stellt er seine Pressrähmchenbeute vor, in der die Bienen wie in einer Klotzbeute gelebt haben, da nur nach unten die Rähmchen offen waren (seine Rähmchen hatten oben und an der Seite die Breite von 35 mm). Auch THÜR muss schon mit einer ähnlichen Beute geimkert haben, jedenfalls verweist RHEINHEIMER auf den Österreicher.
    Gibt es Imker, die noch mit dem RHEINHEIMER-System geimkert haben, die vielleicht noch entsprechende Beuten (oder Baupläne) aufbewahrt haben?
    Danke für alle Hinweise!


    Freundliche Grüße
    Bernd

  • Hallo Bernd


    Habe hier das Buch von Rheinheimer vor mir liegen und kann nicht ganz nachvollziehen was Die Rheinheimer Beute mit einer Klotzbeute gemeinsam haben soll ? Das ist doch eher eine Lagerbeute mit 17 Rähmchen. Bei dem Pressrähmchen handelt es sich um ein Bruträhmchen und darüber ein 1/2 Rähmchen als Honigwabe die jederzeit entfernt werden kann, Ausführung als Dickwabe.
    Habe so ein 2.Buch noch da.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Guten Abend Drobi,


    besten Dank für Deine Reaktion auf meine Anfrage. Die Ähnlichkeit mit einer Klotzbeute (oder auch Korb) sehe ich darin, dass RHEINHEIMER in seinem Buch eine Schließrahmenbeute vorstellt, bei der alle Rähmchen miteinander verbunden sind, zusammengepresst also. Da er die Rähmchenleisten 35 mm breit macht, gibt es also keinen Zwischenraum zwischen den Rähmchen, der Wabenbau ist also eine geschlossene Einheit. Nur von unten können die Bienen den Bau betreten- Zum Honigraum führen schmale Einschnitte in den Oberträgern, durch die die Arbeitsbienen schlüpfen können, aber nicht die Königin. Er bezweckt damit die Erhaltung der Nestluft, ähnlich wie das THÜR wollte. Natürlich ist der Vergleich mit der Klotzbeute hinkend, weil er ja trotzdem die Rähmchen auseinander nehmen kann, falls er das wünscht und weil er ja - wie Du richtig bemerkst - die Dickwaben über dem Brutnest hat. Trotzdem imponiert mir der Versuch, die Stabilimkerei mit einer imkerischen Mobilität zu kombinieren. Meine Kenntnisse beruhen auch nur aus dem von Dir genannten Buch, von dem ich aber recht angetan bin, denn was RHEINHEIMER schreibt hat Hand und Fuß, auch wenn wir heute natürlich einige Dinge anders sehen.
    Vor längeren Jahren habe ich versucht die Spuren von Otto RHEINHEIMER zu verfolgen, aber ich bin nicht sehr weit gekommen. Nun hoffte ich auf diesem Weg vielleicht Imker zu finden, die seine Beute und Betriebsweise noch aus eigener Erfahrung kennen.
    Danke, dass Du Dich gemeldet hast. Falls Dir mal irgendeine Information zu RHEINHEIMER in die Hände fällt, wäre ich sehr dankbar für eine Nachricht. Auch andere "Altvordere" der Imkerei interessieren mich, besonders GERSTUNG.



    Einen schönen Abend und eine gute gesegnete Adventszeit wünscht Dir
    Bernd

  • Hallo André,


    eine wunderbare Hilfe! Danke! Die meisten von Dir aufgeführten Texte habe ich schon in meiner Sammlung. Aber das THÜR-Dokument war mir neu. Die alten Imkerei-Bücher haben einen besonderen Charme. Aber neben aller Nostalgie sind sie meiner Meinung nach auch inhaltlich lehrreich und zeugen von großem Fleiß, Beobachtungskunst und Hingabe an die Bienen. Leider sind die Preise für die Originale für mich ziemlich hoch. Besonders GERSTUNG ist schwer zu bekommen.


    Einen schönen Abend und nochmals vielen Dank!


    Viele Grüße
    Bernd