Völkerverluste Ende 2012

  • Hallo Bienen Knecht,


    genau das meine ich... So einen Brief werde ich wohl an seine Beuten klemmen. Das Feld ist bereits bestellt. Es ist von dem Imker mindestens 3 mal befahren. Er könnte die 20 Meter auch laufen... Solche Leute schaden unserem Ruf.


    Danke für Deinen konstruktiven Beitrag.


    Schwärmer

  • Hallo André,


    wichtiger Hinweis - danke! Dann werde ich erst mal vorsichtig beim Landwirt (Agrargenossenschaft) nachfragen oder beim Amtstierarzt. Irgendwo muss sich ja wohl auch ein neuer Standimker melden... Ein Standimker, so einfach auf dem Streifen von ca. 4m zwischen Acker und Graben? Ohne Zaun und Schild, geht das denn?

  • Warum sollte das denn nicht gehen?



    http://www.gesetze-im-internet…seuchv/BJNR005940972.html


    BienSeuchV


    § 5a
    Der Besitzer von Bienenvölkern, die nur vorübergehend an einen anderen Ort verbracht werden, hat an dem Bienenstand ein Schild mit seinem Namen und seiner Anschrift sowie der Zahl der Bienenvölker in deutlicher und haltbarer Schrift gut sichtbar anzubringen.



    LG André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

  • Moin zusammen!


    @ Andre:
    Es sind keine Wunderbienen, lediglich guter Abstammung und friedlicher sowie ertragreicher Natur :wink:.


    @ All: Auch wenn der Thread mit 24:00 Uhr des heutigen Tages sozusagen "unaktuell" wird, seid doch so lieb und versucht, euch nicht weiter in OT-Themen derart altbekannter und dem zum Trotz nicht minder schwieriger Materie zu ergehen.


    Harmonische Grüße :p_flower01:
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Ich bin zwar etwas spät dran, möchte aber aber noch von meinem (erstmals starken) Verlust berichten:
    Mir sind von neun Völkern (Stand Ende August) fünf gestorben, davon alle vier an meinem Stand im Hausgarten.
    Ich hatte Ende Juli/Anfang August die meisten Völker mit Ameisensäure/Schwammtuch behandelt (keine Auffälligkeiten, kein übermäßiger Milbenfall), drei wurden anders behandelt. Im August/September wurde mit Zuckerwasser aufgefüttert.


    Zu den Details, insbesondere zu den vier Völkern im Garten:
    - Volk 4 wurde nach misslungener Umweiselung Ende Juli mit Milchsäure behandelt (als die nachgezogene Königin schon stiftete, noch keine verdeckelte Brut). Anfang September wurde diesem Volk ein schwaches (vorher mit AS behandeltes Volk) aufgesetzt und dessen Königin entfernt. In der zweiten Oktoberwoche hatte das Volk keine Bienen mehr, aber noch reichlich Stifte auf einer Wabe und etwas verdeckelte Brut.
    - Beim Nachbarvolk 1 Ende Juli totale Bauerneuerung (und gleichzeitig Umwohnen von Freudenstein auf Dadant). Das bauerneuerte Volk bekam noch eine Fangwabe, die nach Verdeckelung dem Brutsammler gegeben wurde. Das Volk hat gebaut und gebrütet wie wild und war in der zweiten Oktoberwoche trotzdem bienenleer, teilweise noch verdeckelte Brut.
    - Volk 5 (eigener Schwarm vom Mai, stark) drei mal AS Schammtuch im Juli, wenig Milbenfall, zweite Oktoberwoche bienenleer, noch verdeckelte Brut.
    - Brutsammler von Volk 1 mit Milchsäure gesprüht (als nachgezogene Königin stiftete), gute Entwicklung. Lebte in der zweiten Oktoberwoche noch und schien recht stark (Dadant-Ablegerkiste mit 6 Waben, alle Wabengassen gut besetzt). Mitte Dezember zur Oxalsäurebehandlung bienenleer.


    Bienenleer heißt hier, dass wenige tote Bienen auf dem Boden lagen, kleine Bienenmengen in den Wabengassen oder in leeren Zellen steckten. Alle Völker hatten reichlich Futter eingelagert.


    Auf meinem 10 km entfernten anderen Stand war ein Volk (Ableger von 2012) im Dezember leer, auch mit reichlich Futter. Die anderen Völker sehen gut aus, der Milbenfall nach der Oxuvarbehandlung war eher gering (< 100 Milben nach einer Woche beim Volk mit dem stärksten Fall, die anderen < 50 Milben).


    Sieht alles nach typischem Varroaschaden aus, wobei ich erstaunt bin, wie schnell sich das über die Völker verteilen konnte. Insbesondere wundert mich, dass es auch das bauerneuerte Volk 1 erwischt hat - ich war davon überzeugt, dass das die sicherste Art der Entmilbung ist. Bleibt die berühmte Reinvasion, eventuell durch eins meiner eigenen Völker verursacht. Mein Nachbarimker, ca. 1,2 km entfernt, hat übrigens bis auf ein Volk alle verloren.


    Meine Lehre daraus: In den nächsten Jahren werde ich definitiv den Varroabefall während der Einfütterung im August/September intensiver kontrollieren!



    Klaus

  • Hallo Klaus,


    tut mir leid für Dich!
    Ich habe bisher 4 tote Völker, ähnliche Bilder, wie bei Dir, nur ohne Brut. Die Milbenzahlen vor und nach den Behandlungen waren bisher auch alle unspektakulär. Und die Völker daneben sehen noch gut bis super aus.


    Was mir aber bei meinen 4 gestorbenen Völker schon vorher aufgefallen war ist eine gewisse Unruhe. Beim Füttern im September sind diese Völker eher aufgeflogen und einem habe ich sogar noch eine neue Königin (auf gut Glück - bitte nicht hauen ...) reingesetzt. Die hatten im Oktober definitiv geheult, die alte/richtige Königin war aber jetzt noch tot in der Beute. Ein anderes Volk hatte ich nach dem Einfütter noch mit einem anderen vereinigt.


    Gruß Jörg

  • Moin
    Ich habe inzwischen von einigen Ursachen für Völkerverlusten gelesen.
    Was mir auffällt:
    Noch nie ist ein Volk an seiner Behandlung gestorben.
    Allerdings gibt es auch keine Diagnose oder Schadbild, an dem wir eine diesbezügliche Todesursache erkennen könnten.
    Gibt es hier evenuell eine nicht unbedeutende Dunkelziffer?
    LG Elk

  • Also was mir auffällt sind die Häufungen der Verluste. Wenn man mal ein Volk verliert - o.k. - aber vier von vier oder fünf ist einfach heftig. Ich frage mich ob da nicht noch Viren arbeiten, die man nicht so schön an deformierten Flügeln et al. erkennen kann. Die aber den Bienen sagen: Wir sind krank. Die Bienen zum Abfliegen ohne Wiederkehr veranlassen oder, oder, oder. Womöglich sind es die bekannten Viren und schlichtweg deren Anzahl. Oder mit eingesammelte Pestizide...diese örtliche Ballung eines solchen unspezifischen Schadbildes ist immer wieder irritierend...


    Melanie

  • Inzwischen bin ich bei 33% Verlust. Habe heute 3 leere Kisten weggeräumt, aber bei denen war es auch fast absehbar. Ein Ableger, der nicht aus dem Knick kam (ist nur die Frage warum) und 2 mit Flügeldeformation. Aber ich habe noch 2, die Flügeldeformation hatten, aber die leben noch friedlich, sind nur nicht mehr so stark. Erste Völker sind in Brut.
    Ja Melanie, ich denke auch, da sind viele Faktoren am Werke, z.B. Viren, die durch Umweltgifte ein leichteres Spiel bei den Bienen haben. Es müssen ja nicht alle PSM zum sofortigen Tod führen, aber schleichend, wenn dann noch Viren oder Varroa ins Spiel kommen. Oder auch unsere Säuren. Die tragen bestimmt nicht zum Wohlbefinden der Mädels bei, aber derzeit wissen wir es nicht besser.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi


  • Was mir auffällt:
    Noch nie ist ein Volk an seiner Behandlung gestorben.


    ich kann zumindest keinen zeitlichen Zusammenhang zwischen Behandlung und Volkstod sehen, ausschließen kann ich es aber nicht. Meine Erfahrung aus den vergangenen Jahren zeigt mir aber, dass Völker meistens nicht an einer Behandlung (AS oder OS) sterben.


    Gruß
    Klaus

  • Hallo Klaus . Völker sterben auch nicht an der Behandlung ,sonder an der unzureichenden Wirksamkeit der Behandlung ,weil irgend etwas zum Zeitpunkt der Behandlung nicht gestimmt hat . Sonst müßten ja alle Völker die behandelt werden sterben . Das ist aber nicht so .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Klaus . Völker sterben auch nicht an der Behandlung ,sonder an der unzureichenden Wirksamkeit der Behandlung ...


    Hallo Josef,
    das sehe ich auch so, ich hatte aber den Beitrag von ELK in der Richtung interpretiert, dass die Behandlung die Ursache sein könnte.
    Ich sehe die Probleme auch eher in ungenügender Wirksamkeit der Behandlung (warum auch immer) oder Anwendungsfehlern.


    Wie Melanie oder Holmi mache ich mir natürlich auch so meine Gedanken über andere Ursachen. Deformierte Flügel habe ich bei meinen Bienen bisher nur selten und vereinzelt beobachtet, besonders intensive Landwirtschaft gibt's in meiner Umgebung nicht - hauptsächlich Wald. Ich habe auch schon über Probleme mit dem Futter nachgedacht - bei eigenem Honig und Zuckerwasser aber eher unwahrscheinlich.
    Irgendwie passen die Symptome schon zur Varroa.


    Gruß
    Klaus