Völkerverluste Ende 2012

  • Hallo erstmal allen mein beileid.


    Ich habe bisher 2 verloren. Im herbst. Die anderen auf den Stand sind sehr gut drauf...


    Jetzt mal ein thema warum es bei Dir dueppi auch vielleicht liegen kann. vielleicht Gift....


    Ich habe dieses Jahr ein paar völker im juni mit Kuntschwarm gebildet. 1tag kalter keller eingeschlagen milchsäure. Dann im august armeisensäure behandelt. Jedenfalls sind alle gleich behandelt und dann auch aufgefüttert wurden.... All waren im Oktober sehr gut. Stehen in Süd von leipzig und eins im norden(lindenthal im garten eines jung ehepaars). Und diese hat ein riesen Toteten fall obwohl auf der windel fast keine milbe ist........ Die anderne sind top stehen aber nun mal woanders. alle haben queens von der belegstelle traunstein.... also woran kann es liegen?? wenn varrora ausfällt.... Futter ist bei allen sauviel drinne....


    Woran liegt es nun????

    Micha aus Leipzig, Fliegen lassen ist wie anschaffen lassen!!! :-)

  • Völker sterben auch nicht an der Behandlung ,sonder an der unzureichenden Wirksamkeit der Behandlung ,weil irgend etwas zum Zeitpunkt der Behandlung nicht gestimmt hat . Sonst müßten ja alle Völker die behandelt werden sterben . Das ist aber nicht so .


    Gruß Josef


    Hallo Josef,


    warum sterben dann in den letzten Jahren immer mehr Völker (ist belegbar)? Verlernen die Imkern das Behandeln?


    Ich kenne Imker, die schon viele Jahre imkern, auch mit der Varroa, und jahrelang kaum Verluste hatten. Die letzten Jahren hörte ich von solchen Imker immer wieder, dass sie sehr hohe Verluste, zum Teil Totalverlust, hatten. Erst vor ein paar Wochen traf ich so einen Imker. Was soll man ihm dann antworten?


    Gruß
    Werner

  • an werner,


    mal wird was vermutlich gespritzt mal nicht in der Umgebung..... Nur bei mir ist für mich das Resultat das der Standort auch einen großen Einfluss hat.... Gegen Spritzen kann man nix machen was über die Pollen oder Nektar dann reinkommt....

    Micha aus Leipzig, Fliegen lassen ist wie anschaffen lassen!!! :-)

  • Ich sehe verschieden Gründe für den Tod des Bien.


    An erster Stelle steht für mich die gewissenhafte Arbeit der Imkerin und des Imkers. Wohlüberlegtes Handeln, eigene Entscheidungen fällen, nicht nur das Tun was 'Sie' oder 'Er' vom Institut XY sagen. Dazu gehört natürlich auch die Auswahl des Standplatzes. Bei unseren häufig anzutreffenden Monokulturen ist Vorsicht geboten. Maiswüsten kommen mir nicht in Sichtweite. Und dann ist da der Raps, dort stehen doch die meisten Bienenhalter auf dem Land des Bauern. Also gibt es vorher Kontakte. Und dazu gehört auch das Gespräch über das Spitzen und die zugehörigen Termine. Bei den Obstflächen im Alten Land (Elbe) gibt es deshalb genaue An- und Abwandertermine, die auch strikt eingehalten werden müssen.
    So haben wir eben die Chemie, so weit unsere Kenntnisse reichen, beachtet. Vorsicht ist als Imker/in besser als Nachsicht.
    Und bei dem Kontakt mit den vielen auf die Pflanzen aufgebrachten Stoffen spielt natürlich die Robustheit der Biene eine Rolle. Hochgezüchtete Tiere aller Art sind gegen negative Umwelteinflüsse anfälliger als robuste Rassen. so sehe ich es auch bei der Biene. Ich imkere seit Jahren nur mit der alten Heidebiene, der Apis mellifera mellifera lehzeni, von der 'schlaue' Leute behaupten, dass es sie nicht mehr gibt. (Meine Honigernten sind nicht zum Prahlen geeignet.) Alle geringen Verluste, die ich bisher hatte, waren auf die Dummheit und den Geiz des Imkers, also meine Eigenschaften, zurückzuführen.


    Für mich heißt die Reihenfolge möglicher Ursachen für Völkerverluste: Imker/in - Bienenrasse - Chemie in der Umwelt.


    In diesem Winter habe ich bisher von 34 Völkern zwei verloren. Gründe: Verhalten des Imkers. 1. Also ein Volk war schwach und wurde im Herbst beraubt. Rettungsversuch. Dann über Gitter einem anderen Volk aufgesetzt, davor Kö schon nicht gefunden. War wohl schon eliminiert. Restvolk eingegangen. 2. Nach der Heidetracht zu kleines Volk in Korb geschlagen. Dabei vermutlich Kö verletzt. Volk hat kaum ausgebaut, somit keine Waben für Futter. Notfütterung mit warmen Futter im Herbst versucht. Bienen verhungert, keine Wintertraube. Jedoch drei leere Wz gefunden. Hätte im späten Oktober auch nichts mehr genutzt. - Also war jedes mal ich der Grund! Denn die Bienen hätte ich gleich sich woanders Einbetteln lassen sollen. - Und in einem anderen Korb werde ich, hoffentlich Morgen, ausgeschnittene Futterwaben aus Beuten oben in den Korb mit Speilen aufhängen. Sonst sind die auch bald wegen ihrer Kleine verhungert. (Zuwenig Wabenbau > zuwenig Futter)


    Wolfgang, der Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Woran Bienen sterben: Bienen können verhungern und daran sterben. Bienen kön-
    nen krank sein und daran sterben. Bienen können vergiftet sein und dann krank
    werden und sterben. Oder auch gleich sterben. (Christoph Koch)

  • Guten Morgen,


    Zwei von zwei Völkern leben, allerdings waren sie bei der OS-Behandlung eine Woche vor Weihnachten wahrscheinlich schon in Brut. Mal sehen, wie weit sie kommen...


    Viele Grüße,


    Anne

  • Guten Morgen und frohes Neues Jahr!


    Das Wetter spielt verrückt: Die Bienen fliegen und der Hasel blüht.....
    Alle Völker sind zumindest am leben und, so wie ich es beurteilen kann auch alle in Brut


    LG: Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Guten Morgen und frohes Neues Jahr!


    Das Wetter spielt verrückt: Die Bienen fliegen und der Hasel blüht.....
    Alle Völker sind zumindest am leben und, so wie ich es beurteilen kann auch alle in Brut


    LG: Anni


    Genau wie bei mir und für Februar vermutet man heftigen Schneefall!
    Das kann ja noch lustig werden.



    uwe

  • Moin Wolfgang,


    beim Raps gibt es inzwischen nur noch wenig, was nicht mit Neonicotioiden gebeizt ist. Vor 4 Jahren habe ich mal Brokolipflanzen gekauft, die auch mit sowas "geschützt" waren. Es war, trotz mehrerer Falter, nicht eine Raupe dran, den ganzen Sommer bis in den Herbst. Nicht eine Laus. Die Samenschale, blau eingefärbt von der Beize, hatte ich beim Auspflanzen gesehen, mir aber nicht viel dabei gedacht. Seither aber schon.


    Wenn die Wirkung das ganze Sommerhalbjahr anhält, bewahrt sie sich auch, und noch mehr, über den Winter. So eingesäter Raps braucht also nicht mehr gespritzt zu werden, um giftig zu sein. Gespritzt wird er dennoch, um den Rapsglanzkäfer schon bei der Landung, und den Erdfloh beim Betreten des Blattes tot zu Boden zu schlagen. Die hier verwendeten Mittel wirken teilweise genau so lange weiter. Es sind, zum Teil, die selben Wirkstoffe. Sie sollen ja Wurzel, Blatt und Blüte vor Insektenfrass schützen, bis die zur Ertragsbildung nicht mehr gebraucht werden. Solange ist die Blüte auch für Bienen giftig; da nützt auch eine Absprache des Spritztermines wenig.


    In der Heide gibt es Kartoffeln. Hier wird Goldor Bait, also Fipronil, gegen Drahtwürmer mit in die Pflanzreihen gestreut. Jedes Exudat auf Kartoffelblättern ist damit bienengiftig, unabhängig von Terminen, zu denen gespritzt wird.


    Ist es jetzt ein imkerlicher Fehler, wenn sich jemand auf die Aussagen der Fachleute und Behörden verlässt, und das für harmlos hält? Inzwischen wahrscheinlich schon.


    Ich muss los gewesen sein.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Großes Bienensterben?! Wen ich den Poll hier oben glauben soll leben doch noch mindestens 90 % der Bienenvölker. Zumindest wenn wir davon ausgehen können das die Völker quasi gleichmäßig über die Teilnehmer verteilt sind.


    Gruß, Wilfried.

    ...und der Blick auf die Biene wird der Blick auf die Landschaft sein (Bernhard Heuvel, 08.11.2013)

  • Großes Bienensterben?!...........leben doch noch mindestens 90 % der Bienenvölker......


    unsere Zwischenbilanz sieht anders aus.
    Je nachdem, wie man rechnet, liegen wir bei ca. 33% Völkerverlusten oder - etwas großzügiger - ca. 25%.
    Wobei diejenigen, die wenige Völker haben, schnell bei 50% ankommen können...


    Tolerabel fänd ich ca. 15 - 20 % Winterverluste.

  • Hallo Clas,


    vielen Dank für Deine Erläuterungen. - Ja, an Kartoffelfeldern sind auch schon Bienenvölker verendet.


    Wolfgang, der Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)