Verkürzte Entwicklungszeit in kleinen Zellen?

  • Ich bin beim Stöbern gerade auf die Aussage eines Imkers gestoßen, der nachgewiesen hat, daß seine Brut aus den 4,9er Zellen bereits nach 18 Tagen schlüpft.


    Was meint Ihr? Könnte das sein? hat das schon einmal jemand untersucht?


    Gruß Jörg

  • Naja, mit "untersucht" meinte ich mehr so wissenschaftlich untersucht. Der Stephan ist bestimmt ein ganz netter, aber seine Aussagen sind immer m.E. mehr so vom Wunschdenken beeinflusst. Steinigt mich ruhig, wenn ich mich irre!


    gruß Jörg

  • Hallo Reiner BigBee,
    Dein Link zum www.resistantbees.com (nicht youtube) führt leider nur in die orangene Leere.
    Das Forum von resistantbees ist leider auch nicht sehr aussagebreit zumindest ohne Registrierung.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Ich bin beim Stöbern gerade auf die Aussage eines Imkers gestoßen, der nachgewiesen hat, daß seine Brut aus den 4,9er Zellen bereits nach 18 Tagen schlüpft.


    Was meint Ihr? Könnte das sein? hat das schon einmal jemand untersucht?


    Gruß Jörg


    HAllo,


    ja bei der südafrikanischen Kapbiene Apis mellifera capensis ist das so, wohl auch bei der Apis mellifera scutellata.


    Diese haben auch kleinere Bienen und von Natur aus kleinere Zellen. Die natürliche Zellengröße für Europa ist ja bekannt. Deutlich größer als 4,9 mm.


    Gruß
    KME

  • Naja, mit "untersucht" meinte ich mehr so wissenschaftlich untersucht.


    gruß Jörg


    Hallo Jörg,
    Bernhard hatte hier im Forum eine Dissertation verlinkt, die sich am Rande mit dem Thema befasste. Allerdings waren die Ergebnisse nicht so wie gewünscht und werden daher nicht thematisiert?


    LG
    Andreas

  • ich fürchte, zu dem Thema gibts bisher keine seriöse Untersuchung. Die Bieneninstitute haben das Thema kleinere Zellen/ Bienen bisher meines Wissens nicht aufgegriffen und ernst genommen. Einzig MELLIFERA hat in der ersten Hälfte 2000 Versuche über einige Jahre gemacht. Es gibt auch einen Abschlussbericht


    http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&cad=rja&ved=0CDIQFjAA&url=http%3A%2F%2Fwww.mellifera.de%2Ffix%2Fdoc%2FBMN%252B8.pdf&ei=csXAUKXtMMjntQazuoHYCw&usg=AFQjCNFOwgptneY9RnCBmet7gzCUV0PFVQ


    Das Ergebniss war negativ. Allerdings ging MELLIFERA von der verkürzten Annahme aus, kleine Zellen --> kleine Bienen --> Varroatoleranz.


    Das es nicht ganz so simpel ist wissen wir heute.

  • Das es nicht ganz so simpel ist wissen wir heute.


    Von Wissen kann man da wohl eher nicht reden...


    Die Theorie IST simpel (und IMHO durch tatsächliche Fakten und nicht nur durch Lusbysche Postulate begründbar).


    Aber viele Bienen sind - meiner Meinung nach - durch jahrzehntelange Fehlauslese durch klassische "Zucht" für potentiell behandlungsfreie Haltung - aus mehreren Gründen - nahezu unbrauchbar.


    Nur kürzere Entwicklungszeit reicht meist nicht, genau da liegt der Hase im Pfeffer.



    LG André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von Megachiropter () aus folgendem Grund: Satzbau

  • Hallo


    meines Wissens, kann sich die Entwicklungszeit der Bienen verkürzen, wenn eine optimale Temperatur im Brutnest von den Bienen gehalten werden kann.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Miteinander,
    nee, genau umgekehrt:
    kleine Zellen - weniger Futtersaft - längere Entwicklungszeit.
    Größere Zellen - mehr Futtersaft - kürzere Entwicklungszeit.
    Dabei reichen ein bis zwei Tage weniger schon aus, dann vermehrt/verpaart sich die Varroa nicht in der Zelle.
    Statt. wie klein können wir unsere Immen noch machen, stellt sich die einfachere Frage, wie groß kann eine Arbeiterinnenzelle sein, das sie als solche noch durchgeht und nicht als zu kleine Drohnenzelle gesehen wird.
    Sechs Millimeter sind das Ziel.
    Schließlich gehört die Biene zu den größeren Inseken hierzulande.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Lothar hats erfasst :u_idea_bulb02::daumen::daumen:


    Eben nicht!!!


    Wachstum findet durch Zellteilung statt - mathematisch entspricht das - idealisiert - einer exponentiellen Funktion!
    Die Dauer und die Energie (Futtersaft) für jede Zellteilung dürfte ungefähr gleich sein.


    Das Volumen der Zelle ist eine kubische Funktion der in eine Richtung gemessenen Zellgröße.


    Richtig ist, daß eine suboptimale Futtersaftversorgung die Entwicklungszeit verlängert.
    Wenn je Zeiteinheit mehr Futtersaft zur Verfügung steht, als gefressen werden kann, kann die Entwicklung dadurch aber nicht verkürzt werden.


    LG André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)