Honig, Kerzen und Co. auf dem Weihnachtsmarkt

  • Ich werde übernächste Woche das erste Mal meinen Honig auf einem Weihnachtsmarkt anbieten. Dazu habe ich nun die gesamte Honigernte endlich cremig abgefüllt und fleißig Bienenwachskerzen gegossen. Dem verkauf an sich sehe ich ganz optimistisch entgegen. Das wichtigste werden dieses Jahr noch die Gewinnung von Erfahrungen sein.


    Nun geht mir dazu aber noch einiges durch den Kopf.
    Als erste sind da die Kerzen: Ich habe nun zahlreiche gegossen. Jedoch weiß ich jetzt nicht, wie ich sie am besten sicher und sorgsam zum Weihnachtsmarkt bringe. Gerade die Spitzen der Wachsweihnachtsbäume machen mir ein wenig Sorgen. Desweiteren überlege ich, wie ich diese am besten an den Kunden weitergebe. Auch dieser wird die Kerzen nicht unbedingt so ganz ohne etwas zum Schutz mitnehmen wollen. Wie packe ich die kerzen am besten ein bzw. womit lassen sich diese gut umwickeln?


    Ich habe noch 5kg Bonbons dazu gekauft, um damit auch schon einfach jüngere Kunden anzulocken. Darf ich diese als zugekauftes Produkt ohne weitere steuerliche beachtung verkaufen?


    Soweit erstmal :)


    Freundliche Grüße
    Friedrich

  • Ich würde die Kerzen in transparente Geschenkfolie einwickeln und mit Bast zubinden. Im Imkereibedarf gibt es mittlerweile auch Geschenkfolie mit Bienen drauf.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo holmi,


    Ich meine, vor allem etwas, damit die nicht so leicht kaputt gehen. Es ist wie gesagt eine große Anzahl, die werde ich alle in einen Karton stapeln müssen, damit ich die auch alle da mit hinkriege. Und damit die da nicht aneinander Reiben oder irgendwas abbrechen, hatte ich überlegt, wie ich sie schützen kann.
    Ansonsten danke ich dir aber für den Hinweis zum Einpacken der Kerzen. :daumen:



    Hallo Jörg


    Der Weihnachtsmarkt ist im Kreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt. Wieso fragst du? :)


    Freundliche Grüße
    Friedrich

  • Hallo Friedrich,


    für den Kerzentransport: Karton nehmen, unten eine Lage zerknüddeltes Zeitungspapier rein, Kerzen drauflegen, wieder eine Lage Zeitungspapier drauf, Zwischenräume vorsichtig ausstopfen, wieder Kerzen drauf, usw...


    Für Deine Kunden kannst Du dann die Kerzen zum Transport auch in Zeitungspapier wickeln. Küchenkrepp geht auch.


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Welche Erfahrungen habt ihr auf Weihnachtsmärkten im Kaufverhalten der Kunden gemacht?
    Eventuell habe ich die Möglichkeit, einen Platzwunsch zu äußern, welche Stellen sind auf einem Weihnachtsmarkt günstig bzw. welche sind eher zu meiden?
    Generell wäre ich über einige Erfahrungsberichte sehr dankbar. Also auch in der Hinsicht, welche Honigsorten bzw. Kerzenformen und -größen bei den Kunden beliebter sind.


    Hallo Jörg,
    kannst du sagen, was genauer die Leute an dem Weihnachtsmarkt in Groß Briesen so zum Schwärmen bringt? :)


    Freundliche Grüße
    Friedrich

  • Da ich jetzt auch noch einmal die Suchfunktion :oops: dieses wunderbaren Forums bemüht habe, habe ich doch noch einige interessante Beiträge gefunden, die ich an dieser Stelle noch einmal verlinken möchte, sodass auch andere Interessierte die dort geschilderten Erfahrungen gleich beim Lesen dieses Beitrags mitlesen können :wink: :
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=19034&highlight=Weihnachtsmarkt 
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=9398&highlight=weihnachtsmarkt
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=9370&highlight=weihnachtsmarkt


    Allerdings sind diese sowieso schon recht alt, sodass sich die Trends eventuell auch schon geändert haben könnten. Ich wäre also über die weitere Schilderung von Erfahrungen sehr dankbar. :) :daumen:


    Freundliche Grüße
    Friedrich

  • Hallo Friedrich,
    wegen Deiner Frage nach dem besten Platz:
    Der Geruch von Honig und Wachs sollte nicht von Bratwurst- und Glühweinduft überlagert werden.
    So mal vom Bauchgefühl her.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Soo, da ich nun also hier nach Erfahrungen zum Beschicken von Weihnachtsmärkten fragte, will ich an dieser Stelle nun meine Erfahrungen mit euch teilen, vielleicht helfen sie ja eines Tages dem ein oder anderen interessierten Leser.


    Also zuerst nochmal zu den Ausgangsbedingungen: Der Weihnachtsmarkt fand in einer Kreisstadt statt, mit einer Einwohnerzahl von 24.000. Er ging von Mittwoch bis Sonntag, dem dritten Advent, dummerweise fand gleichzeitig in der zweitgrößten Stadt des Kreises ebenfalls ein Weihnachtsmarkt statt. Insgesamt waren 46 Verkaufsstunden geplant. Der Himmel war zumeist bewölkt, gelegentlich regnete es etwas.


    Auch laut anderen Ausstellern war es das schlechteste Jahr seit langem. Ich war nun das erste Mal dort. Zuerst einmal hatte mich der veranstalter angelogen, der mir versichert hatte, dass dort kein anderer Imker vertreten sei. Dort war allerdings ein Imker, der schon immer auf diesem Weihnachtsmarkt gestanden hat.
    Also ich habe insgesamt knapp 300€ eingenommen und komme damit auf etwa +/-0, wenn ich nur den Materialaufwand rechne, den ich für diesen Markt hatte (genau sind es -1,43€).
    Im Durchscnitt habe ich 70€ pro Wochentag (Mi-Fr) eingenommen, am Samstag habe ich es dann immerhin auf 100€ geschafft, was den Gesamtdurchschnitt auf knapp 80€ angehoben hat.


    Der Markt war entgegen der Vorankündigung eigentlich nur von Fressbuden und solchen Billigtaschen-und-Co.-Verkäufern dominiert. Zudem waren es weniger Hütten als angekündigt. Außer mir waren noch der andere Imker, ein Fischwirt und ein Keramikladen sowie jemand, der sich auf Feuerstätten spezalisiert hatte, vertreten, die keine Fressbuden etc. darstellten.
    Entsprechend eilten die Leute eigentlich auch immer nur schnell vorbei.


    Meine Preise waren nicht das Problem, es gab lediglich drei Leute, die verkündeten, dass sie solche Preise nicht bezahlen würden. Es wurde der Wunsch der Kunden nach kleineren Gebinden deutlich ... ich hatte leider nur 500g-Gläser, im nächsten Jahr werde ich die Hälfte der Ernte in 250g-Gläser abfüllen.
    Frühtracht und Sommertracht gab es für 4,50€, Buchweizen für 6,50€ und Heide für 9,00€. Dazu biete ich als Geschnekset ein Honigprobierset aus den vier Sorten mit je 60g für 8,00€. Dieses werde ich im nächsten Jahr ebenfalss aubauen, da dieses fast ebenso gut wie Frühtracht und Sommertracht weg ging. Heide und Buchweizen würden nur ganz vereinzelt von besondeeren Liebhabern gekauft. Buchweizen hatte im Übrigen der andere Imker nicht.


    Mein Kerzensortiment bestand aus Teelichtern (0,50€), kleinen Stumpen (8x3cm; 1,50€), Tannenzapfen (2,00€), Kerzen mit Engelmotiv (5,00€), Tannenbaumkerzen (4,00€), Bienenkorbkerzen (4,50€), großen Stumpen (15x6cm; 8,00€) und gerollten Wabenkerzen (1,50€).
    Diese waren kaum beliebt. Am ehesten fanden Bienenkorb, Tannenbaum, Engelmotiv und Teelichter anklang. Der Wachsduft kam bei der Kälte leider nicht so gut zur Geltung. Ich hatte in einer Laterne einen großen Stumpen angezündet und in der Dämmerung zwischen die einzelnen Angebote Teelichter gestellt. Hauptsächlich wurde der Stand von den Seiten her mit zwei Strahlern beleuchtet. Ich habe zum einfachen Erweckn von Aufmerksamkeit dann noch einen Bienenkorb aufgehängt, was jedoch keine Wirkung zeigt.
    Um die Leute wenigstens aufzuhalten bot ich an, ein Honigbonbon zu nehmen. Es war verblüffend, wie gut das klappte. Am deutlichsten war folgendes Beispiel: Eine Frau ging so schnell vorüber, dass sie schon fast wieder vorbei war als ich überhaupt reagieren konnte. Sie erschrak beinahe als ich hier die Schüssel mit den Bonbons hin hielt. Sie hatte nur einen kurzen Blick auf meinen Stand geworfen und überlegte nun einige Sekunden bis sie sich dazu durchrang ein Honigbonbon zu nehmen. Daraufhin drehte sie sich nochmal zu meinem Stand um und betrachtete ihn genauer. Am Ende hat sie je ein Glas Frühtracht und Sommertracht gekauft sowie eine Bienenkorbkerze. Das bedeutet also, dass ich die Leute noch mehr aufhalten muss, es muss zum Beispiel noch ein Aufsteller vor dem Stand her, um den die Leute herum gehen müssen.


    Schließlich soll das Angebot noch ergänzt werden. In diesem Jahr war erstmal alles nur aus eigener Produktion. Viele Leute fragten aber nach Honigseifen, -cremes, -bonbons, Geleé royale etc.


    Sonntag habe ich den Markt gar nicht mehr beschickt, da der Sonntag ohnehin immer am schlechtesten Verkauf sein sollte und zudem Regen angesagt war. Es waren dann "nur" 34 Verkaufsstunden über die vier Tage, da ich auch immer etwas später angefangen habe und früher aufgehört habe.


    Joa, soweit erstmal. Ich beantworte gern weitere Fragen und bin über weitere Verbesserungsvorschläge sehr dankbar.


    Freundliche Grüße
    Friedrich

  • Ach, Friedrich, erstmal schönes Restweihnachten.


    Vielen Dank das du uns an deinen Erfahrungen teilhaben läßt!


    Du hast schon richtig erkannt, nur Fressbuden. Das ist doch die Chance! Bei uns auf den Weihnachtsmarkt gibt es nur Fress- und Saufbuden. Bei dir haben eindeutig die Saufbuden gefehlt und das hast du nicht genutzt!


    Bei uns im Ort gibt es einen "Vereinsweihnachtsmarkt", Einwohner 2400!, der geht Freitag von 18 Uhr bis keiner mehr stehen kann und Sonnabend als "normaler" Weihnachtsmarkt mit Markthändlern von 10 bis 16 Uhr. Hauptumsatz am Freitag, aber nicht mit Honig! Ohne Met oder Honigglühwein brauchst du dich nicht auf den Weihnachtsmarkt zu stellen.


    Bei mir haben Kerzen gefehlt, muß ich nächstes Jahr nachholen, hatte mindestens 3!! Nachfragen. Kosmetik ging überhaupt nicht, Honiggummibärchen waren beizeiten ausverkauft, Honig meißt an Stammkunden, die wären zu jeden anderen Markt auch gekommen, Met in Flaschen, ging so, Kinderpunsch ging besser als letztes Jahr, aber der Met (heiß) geht fast immer. Die Marktbesucher wollten sich ganz einfach mal betrinken!
    Jetzt wurden von den Vereinen wieder Überlegungen laut, den Weihnachtsmarkt nur noch am Freitag abend zu machen, da ja Sonnabend nichts geht (da wird nicht so viel getrunken wie abends), aber da würde ich ja nicht mal 2 Kästen Honig verkaufen.


    Also paß dein Sortiment dem Markt an - meinen Umsatz am Freitag verrate ich dir lieber mal nicht:wink:

  • Hallo,


    das hat meine Einstellung zu Marktständen wieder mal bestätigt. Wenn ich die Zeit und den Aufwand rechne, dann kann man das vergessen.
    Dazu zählt auch der Aufwand die Artikel herzustellen, die ich eigentlich nicht herstellen würde wenn ich nicht auf den Markt gehen würde. Da gehören auch Kerzen dazu. Wenn ich mein Wachs zu MW umwandeln lasse und etwas unter dem "Marktwert" im Imkermarkt verkaufe, dann ist der Aufwand minimal und der Preis passt trotzdem.


    Die beste und die am wenigsten Aufwand verursachende Möglichkeit seinen Honig zu verkaufen ist immer noch Mundpropaganda und Verkauf an der Haustüre. Auch gibt es an der Haustüre bei weitem nicht die Auflagen wie am Markt.


    Und wenn ich bei Friedrich lese das er seit 2 Jahren Imkert und 32 Völker hat, dann ist es auch klar, das es mit dem Absatz noch etwas hapert. Das brauch einfach Zeit.


    Ich würde dazu raten bei jeder Gelegenheit ganz einfach ein kleines Gläschen zu verschenken. Ich habs so gemacht. In den ersten Jahren geht ein Großer Teil der Ernte dafür drauf aber die Jahre danach kommen genau diese Leute dann und kaufen bei Dir.
    Ich stelle auch bei uns im Altenheim von Zeit zu Zeit ein paar Gläser auf den Frühstückstisch zur freien Entnahme, die kaufen früher oder später alle bei mir.


    Ich werd mir jedenfalls nicht auf einem Markt bei Kälte die Beine in den Bauch stehen und die Leute "zwangsbeglücken" und vollabern. Wer Honig will der kommt auch.
    Und ich hab immer eher zu wenig als zu viel Honig.