Honig rühren bringt kein zufriedenstellendes Ergebnis

  • Ich habe meinen diesjährigen Sommerhonig mit dem Rapido sozusagen "nach Vorschrift" (= festen Honig im Hobbock auf knapp 30 ° erwärmt) behandelt. Nachdem das Ergebnis nicht zufriedenstellend war (Kristalle waren auf der Zunge noch deutlich zu spüren), habe ich den Honig in der Folge noch viermal gerührt, allerdings ohne ihn nochmals zu erwärmen. Von dem oft beschriebenen "perlmuttartigen Schimmer" habe ich nichts gesehen. Ich habe das Rühren dann sein lassen, weil der Honig immer flüssiger wurde und von den Kristallen kaum mehr was zu spüren war. Damit könnte ich leben. Was mir zu denken gibt, dass ich den Honig nach dem Rühren heute zum dritten Mal abschäumen musste. Über den Honig hatte sich jedes mal eine etwa drei Milimeter starke "weiße Schicht" gelegt, vergleichbar mit Schlagsahne bzw. irgendwie wie weißglänzende Silikonmasse. Ist das okay, oder sollte ich den "malträtierten" Honig noch einmal anders (und ggf. wie?) behandeln?


    Bin ratlos und würde mich über eine Hilfestellung sehr freuen!


    horace

  • Moin , Moin ,
    hast Du die Laufrichtung beachtet ? Vermutlich hast Du zu viel Luft eingerührt. Man kann Honig auch überrühren. Kleine Kristalle sind aber nicht unbedingt ein Problem. Da gewöhnt man /die Kunden sich. Gerade für viel ältere Menschen sind Kristalle im Honig eine beliebte und gewünschte Sensorik. Wird von vielen als: das schmeckt wie Früher ....bezeichnet.
    Lieber ein paar kleine Kristalle als überrühren und Phasentrennung.
    Beste Grüße aus dem Norden
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hi Daniel,


    das mit dem "Überrühren" habe ich schon öfters gelesen. Aber wann ist ein Honig überrührt und wann kann man dies auch erkennen? Zumal ich ja vor dem "perlmuttartigen Schimmer" mit dem Rühren aufgehört habe. Wie gesagt, das mit den kleinen Kristallen hätte ich ja auch nicht als ein wirkliches Problem angesehen, auch wenn ich gerne einen "nutellaartigen" Honig gehabt hätte! Gut möglich, dass ich zuviel Luft eingerührt habe. Ob das allerdings etwas mit der Laufrichtung zu tun hat, weiß ich nicht. Meinen Informationen zufolge kann man die Laufrichtung ohne Weiteres wechseln?! Aber egal. Die Frage ist doch, soll oder kann ich jetzt noch etwas tun, oder soll ich es sein Bewenden haben lassen und bei Bedarf noch ein- oder auch noch mehrmals abschäumen?


    Hoffe, ich nerve nicht allzusehr. Mir fehlt halt noch die Erfahrung (Neuimer im 2. Jahr).


    Danke für Euer Verständnis und mit den besten Grüßen


    horace

  • .....muß man alles probieren. Pass auf , das der Honig nicht durchgängig schaumig wird. Stelle Dir ein Kontrollglas an die Seite. Es könnte passieren, das er anfängt zu gären. Kleine Mengen solltest Du nach dem schleudern auf Gläser ziehen und einfrieren. Die Konsistens ist vermutlich dann genau die , die Du dir wünschst.
    Die Laufrichtung ist auf meinem Rapido angegeben .
    Beste Grüße
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Wo erwartest Du einen "perlmuttartigen Schimmer"? Im schon kristallisierten und auf 30°C erwärmten Honig? Darauf kannst Du lange warten. Der erwähnte Schimmer ist ein "Abfüllsignal", wenn Du frischen Honig langsam rührst. Der geht dann von Klar auf "perlmuttartig" über.


    So wie Du den Honig jetzt beschreibst, klingt das alles nach "Überrührt"...


    @DD Laufrichtung? Beim Rapido?


    rst

  • Hallo,


    rst hat`s schon gesagt.


    Dieser Perlmuttschimmer ist jetzt so nur durch Rühren nicht zu bekommen.
    Der ist Anzeichen dafür, dass feinste Kristalle sich in zunehmender Menge gebildet haben, durch das tägliche kurze (!) Rühren wird bei flüssigem Honig dann verhindert, das sich feste Kristallstrukturen miteinander vernetzen, grob werden und somit einen betonharten Honig werden lassen im Glas.
    Erst ist er flüssig und durchsichtig, wenn dieser Schimmer da ist, kann man abfüllen.


    Wenn nach dem Auftauen noch solch grobe Kristalle da waren, dann war es wohl nicht genug Auftauen?


    Und so wie Du es beschreibst, hast Du ordentlich Luft eingerührt, daher diese Schicht oben.


    Zum Überrühren hier lesen bzw die Links beachten.




    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • So ist es. Ich habe den Honig bisher immer gleich nach dem Schleudern und Abschäumen gerührt. Rapshonig wird mitunter schon nach einer Woche trüb und damit rührreif. Den sommerhonig muß ich mitunter 6 Wochen stehen lassen bevor er trüb wird. Meistens warte ich nicht so lange und ipfe diesen mit ca. 5-10% Feinkristallinem Frühjahrshonig. Dann geht es sehr flott voran mit Rühren und Perlmuttglanz. Auf diese Weise bekomme ich auch den Lindenhonig cremig. Die Kunden danken es. Es gelingt aber nicht immer alles so ganz nach Wunsch.
    Manche Berufsimker lagern den Honig direkt nach dem Schleudern in Fässern ein und lassen diesen auch hart werden. Aufgetaut wird dann im Herbst und Winter je nach Zeit und Absatz. Aber nicht nur mit 30Grad, das geht nicht. Nach dem Auftauen wird dann sofort gerührt. Der Honig soll sehr schön cremig werden. Ich kann hier nur aus Gesprächen zitieren, denke aber ab nächstes Jahr auch darüber nach, so zu verfahren. Das hängt von der Erntemenge 2013 ab. 2 Tonnen beherrsche ich noch mit direkt rühren und Abfüllen. Darüber hinaus wird's wohl schwierig werden, da meine Rührmaschine nur max. 300 kg fasst.


    gruss


    Karli

  • Vielen Dank für Eure Beiträge! Was kann ich gegenbenenfalls noch tun, um den Honig zu "retten", insbesondere wie kann ich es verhindern, dass der Honig durchgängig schaumig wird, wie Daniel das befürchtet?


    Grüße


    horace

  • horace . Du solltest dir eine Maschiene mit rechts/linkslauf anschaffen und dann so einstellen , das der Honig beim rühren von unten nach oben gehoben wird ,dann gib's auch keinen Schaum . Schaum ensteht nur dann ,wenn Luft eingerührt wird .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Vielen Dank für Eure Beiträge! Was kann ich gegenbenenfalls noch tun, um den Honig zu "retten", insbesondere wie kann ich es verhindern, dass der Honig durchgängig schaumig wird, wie Daniel das befürchtet?
    Grüße
    horace


    Moin, Moin aus Hamburg,
    Auf die Entfernung ist so etwas immer schwer zu sagen. Alles kann....nichts muß.Also erst mal keine Panik. Von welchen Mengen reden wir eigentlich ? In der Regel taut man ja den Honig auch auf, um ihn in den Verkehr zu bringen. Weihnachtszeit ist Honigzeit. Der ist vermutlich schneller alle, als da Probleme entstehen.
    Beste Grüße
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo Horace,
    ich rühre meinen Raps- und Blütenhonig schon viele Jahre mit dem Rapido. Das was du beschreibst, klingt mir eher danach, dass der Honig beim Rühren zu fest war. Dies ist bei mir anfangs auch vorgekommen und ich hatte dasselbe Problem.
    Der Honig muss durchgehend gut durchwärmt sein, in einem teigigen Zustand kurz vor dem flüssig werden. Er lässt sich so gut rühren (links oder rechts spielt keine Rolle. Ich rühre anfangs rechts und zum Schluss links.) und vor allem die Luftbläschen können innerhalb 7 bis 10 Stunden nach oben steigen. Ist der Honig zu fest, steigen die Luftbläschen und Schaum so langsam nach oben, dass man nacheiner gewissen Zeit wieder abschäumen kann.
    Wärme den Honig nochmals gut durch und rühre ihn. Bei der richtigen Konsistenz schimmert er tatsächlich perlmutartig. Nach 7 bis 10 Stunden sind dann alle Luftbläschen und der Schaum oben angelangt, allerdings Abfüllkanne einpacken, dass der Wärmeverlust nicht zu groß ist.
    Wichtig ist noch, dass der Honig vorher gut abgeschäumt worden ist, ich mach das nochmals vor dem rühren, so dass ich keinen Schaum einrühre.
    Viel Erfolg
    wünscht winolf

  • mit dem Rapido..."nach Vorschrift" = festen Honig im Hobbock auf knapp 30 ° erwärmt
    ...
    Ergebnis nicht zufriedenstellend...Kristalle waren auf der Zunge noch deutlich zu spüren


    Kann mit dem Rapido aus festem Honig "nach Vorschrift" überhaupt nutellaartige/schmalzige Konsistenz erreicht werden ?
    Soweit ich das verstehe werden die Kristalle durch scharfe Barrenkanten zerschlagen/zerschnitten...



    durchgehend gut durchwärmt

    Welche Temperatur, Winolf ?



    30 Grad im Video
    bis max. 35 Grad wird bei den FAQs empfohlen:

    Zitat


    Für grobkristalline Honige weniger als um die 30 Grad - auch in FAQ.



    fragt Molle in die Runde

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Welche Temperatur, Winolf ?


    Hallo molle,
    ich habe die Temperatur des Honigs schon lange nicht mehr gemessen. Mein 25kg Honigeimer passt genau in den elektrischen Einkochtopf. Dort wird abends der Eimer reingestellt und morgens (nach 10 Stunden)gerührt. Nach ein paar Versuchen, habe ich eine Markierung am Temperaturschalter angebracht. Seither klappt es gut und messe nichts mehr nach und das schon seit mindestens 8 bis 10 Jahren. Nochmals, der Honig sollte kurz vor dem flüssig werden sein, gut durchwärmt.
    FG winolf